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Politische und kulturelle Entwicklung Roms

Die Republik in der Krise: 1. Abschnitt

Die Reformversuche der Gracchen (133-121) und der Beginn der Bürgerkriege

 

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Geschichte

v.Chr.
 
Kultur
   
133
  • Der Volkstribun Tiberius Sempronius Gracchus erneuert mit der LEX SEMPRONIA AGRARIA die LEGES LICINIAE von Rückverweis376 (App.civ.1,9f.; Plut.Ti.Gracch.8-13; Cic.leg.agr.2,5,10). Als sein Mittribun Gaius Octavius Einspruch erhebt,  lässt ihn Gracchus  kurzerhand durch das Volk absetzen (Plut.Ti.Gracch.10-12; App.civ.12), nach Plut.Ti.Gracch.11 ein "widerrechtliches und unziemliches Vorgehen" (ἔργον οὐ νόμιμον οὐδὲ ἐπιεικές). Das Gesetz kann jetzt in Kraft treten. Es beschränkt den Besitz an Gemeindeland auf 500 Morgen. Zu seiner Durchführung wird ein Dreimännergremium gebildet (tresviri agris dandis assignandis): Tiberius Sempronius Gracchus, sein Bruder Gaius Sempronius Gracchus und sein Schwiegervater Appius Claudius (App.civ.13. Plut.Ti.Gracch.12). Als gegen Jahresende die Wiederwahl des Tiberius Sempronius Gracchus ansteht, wird er von den Optimaten, an deren Spitze sich Publius Scipio Nasica Serapio [16] stellte, auf offener Straße erschlagen (App.civ.14-16; Plut.Ti.Gracch.16-19). 
    App.civ.1,9:TextankerΤαῦτα δὲ εἰπὼν ἀνεκαίνιζε <Τιβέριος Σεμπρώνιος Γράκχος> τὸν νόμον μηδένα τῶν πεντακοσίων πλέθρων πλέον ἔχειν. παισὶ δ αὐτῶν ὑπὲρ τὸν παλαιὸν νόμον προσετίθει τὰ ἡμίσεα τούτων· καὶ τὴν λοιπὴν τρεῖς αἱρετοὺς ἄνδρας, ἐναλλασσομένους κατ ἔτος, διανέμειν τοῖς πένησι. Τοῦτο δ ἦν, ὃ μάλιστα ἠνώχλει τοὺς πλουσίους, οὐ δυναμένους ἔτι ὡς πρότερον τοῦ νόμου καταφρονεῖν διὰ τοὺς διαιροῦντας οὐδὲ ὠνεῖσθαι παρὰ τῶν κληρουμένων. Ὁ γάρ τοι Γράκχος καὶ τόδε προειδόμενος ἀπηγόρευε μὴ πωλεῖν. Nach diesen Worten erneuerte er <Tiberius Sempronius Gracchus> das Gesetz, keiner solle mehr als 500 seine Morgen haben.  Für ihre Kindern aber gab er über das alte Gesetz hinaus noch einmal die Hälfte davon dazu. Den Rest sollten drei gewählte Männer, die von Jahr zu Jahr wechselten, den Armen verteilen. Das war es, was die Reichen am meisten verärgerte, dass sie sich wegen der drei Verteiler nicht mehr wie früher über das Gesetz hinwegsetzen und auch keine fremden Anteile mehr aufkaufen konnten. Denn Gracchus hatte dem mit dem Verbot, seinen Anteil zu verkaufen, vorgebeugt. (Üb. E.Gottwein)
    Liv.58:Textanker Tib. Sempronius Gracchus trib. pleb. cum legem agrariam ferret adversus voluntatem senatus et equestris ordinis, nequis ex publico agro plus quam 150 iugera possideret, in eum furorem exarsit, ut  M. Octavio collegae causam diversae partis defendenti potestatem lege lata abrogaret, seque et <C.> Gracchum fratrem et Appium Claudium socerum triumviros ad dividendum agrum crearet. promulgavit et aliam legem agrariam, qua sibi latius agrum patefaceret, ut idem triumviri iudicarent, qua publicus ager, qua privatus esset. deinde cum minus agri esset, quam quod dividi posset, sine offensa etiam plebis, qu<oni>am eos ad cupiditatem amplum modum sperandi incitaverat, legem se promulgaturum ostendit, ut his, qui Sempronia lege agrum accipere deberent, pecunia, quae regis Attali fuisset, divideretur. heredem autem populum Romanum reliquerat Attalus, rex Pergami, Eumenis filius. tot indignitatibus commotus graviter senatus, ante omnis T. Annius consul<aris>. qui <cum> in senatu in Gracchum perorasset, raptus ab eo ad populum delatusque plebi, rursus in eum pro rostris contionatus est. cum iterum trib. pleb. creari vellet Gracchus, auctore P. Cornelio Nasica in Capitolio ab optimatibus occisus est, ictus primum fragmentis subselli, et inter alios, qui in eadem seditione occisi erant, insepultus in flumen proiectus. res praeterea in Sicilia vario eventu adversus fugitivos gestas continet. Als der Volkstribun Tiberius Sempronius Gracchus gegen den Willen des Senats und des Ritterstandes sein Ackergesetz beantragte, keiner solle mehr als 150 Morgen Staatsland besitzen, entbrannte er zu solcher Wut, dass er seinem Mittribunen, der die Interessen der Gegenpartei verteidigte, durch einen Gesetzesantrag die Amtsgewalt aberkannte  und sich, seinen Bruder Gaius Gracchus und seinen Schwiegervater Appius Claudius als Dreimännergremium zur Aufteilung des Ackerlandes einsetzte. Er veröffentlichte, um sich mehr Land verfügbar zu machen, noch ein weiteres Ackergesetz, dass nämlich die selben drei Männer darüber entscheiden sollten, was Staatsland, was Privatland sei. Als es dann (immer noch) weniger Land gab als man hätte verteilen können, erklärte er, ohne Anstoß auch bei dem Pöbel ( plebs) zu erregen, weil er bei ihnen ja die begehrliche Hoffnung auf ein erkleckliches Maß geweckt hatte,  er wolle ein Gesetz veröffentlichen, denen, die nach dem Sempronischen Gesetz Land bekommen müssten, das Geld, das König Attalos gehört hatte, zu verteilen. Als Erben aber hatte Attalos, der König von Pergamon, der Sohn des Eumenes,  das römische Volk (populus) eingesetzt. Über so viel Missachtung war der Senat schwer aufgebracht, vor allem der Konsular Titus Annius. Als dieser im Senat gegen Gracchus eine Rede gehalten hatte, zerrte er ihn vor das Volk und stellte ihn vor den Pöbel; doch auch vor der Rednertribüne sprach er gegen ihn. Als er sich zum zweiten Mal zum Volkstribunen wollte wählen lassen, wurde er auf auf Betreiben des Publius Cornelius Nasica auf dem Kapitol zuerst von den Brocken einer Bank getroffen, dann von den Optimaten erschlagen und unter anderen, die dem selben Aufruhr zum Opfer gefallen waren, unbestattet in den Fluss geworfen. 
    Das Buch beinhaltet außerdem die Maßnahmen, die man in Sizilien mit wechselndem Erfolg gegen die entlaufenen Sklaven durchführte. (Üb. E.Gottwein)
  • Durch Gracchus gab es im Volk eine zunehmende Polarisierung.
    Cic.rep.1,31:Textanker LAELIUS: Nam, ut videtis, mors Tiberii Gracchi et iam ante tota illius ratio tribunatus divisit populum unum in duas partis... LAELIUS: Denn wie ihr seht, hat der Tod des Tiberius Gracchus und zuvor schon seine ganze Amtsführung im Tribunats das eine Volk in zwei Parteien gespalten. (Üb.: E.G.)
  • Die Nobilität übte taktische Zurückhaltung: 
    • Erstens musste Publius Scipio Nasica für die Ermordung des Gracchus in die Verbannung, 
    • zweitens hielt man an dem Trumvirat zur Landverteilung fest: an Stelle des Tiberius Gracchus und des bald verstorbenen Appius Claudius traten Gaius Papirius Carbo und Marcus Fulvius Flaccus (App.civ.18). Praktische Fortschritte allerdings machte die Landverteilung kaum (App.civ.17-21).   
  • Attalos III. von Pergamon vererbt sein Reich durch Testament den Römern (Strab.13,4,2; Plut.Ti.Gracch.14; Liv.58; Oros.5,8; Plin.nat.33,11,148; Val.Max.5,2,3).
  • 133-129 Erhebung des Aristonikos in Pergamon: Als unehelicher Sohn des Eumenes II. beansprucht Aristonikos nach dem Tod Attalos' III. das den Römern vererbte pergamenische Reich für sich. Nur Phokaia kooperiert mit ihm, sonst schart er thrakische Söldner, Sklaven und den sonstigen Bodensatz der Gesellschaft um sich. Die Ephesier schlagen ihn bei Kyme, doch kann er sich in Mysien behaupten. 
    • 131 Sieg des Aristonikos über Publius Licinius Crassus Dives bei Leukai.
    • Der Aufstand des Aristonikos wird von den Konsuln der Jahre 131-129 (Publius Crassus, Marcus Perperna, Manius Aquillius) niedergeschlagen (Strab.14,1,38; Liv.59; Flor.2,20; Val.Max.3,2,12; Iustin.36,4; Vell.2,4; App.Mithr.62; Eutr.4,20)
    • 130 Niederlage des Aristonikos gegen Perperna. Er wird zunächst in Stratonikeia gefangen gesetzt, 
    • 129 wird in Rom im Gefängnis erdrosselt.
  • Aufstand auf dem Sklavenmarkt von Delos
  • Tiberius Gracchus (Rede, Cic.Brut.103f.;)
  • Gaius Sempronius Gracchus (Rede, Cic.Brut.125f.) 
  • Gaius Papirius Carbo (Rede, Cic.Brut.103-106; Cic.Brut.333.)
  • Gaius Lucilius (180-103, Satire)
132
  • Konsulat des
    • Publius Popillius Laenas
    • Publius Rutilius
 
131
  • Publius Scipio Aemilianus verfolgt die Anhänger des Tiberius Sempronius Gracchus.
  • Zum ersten Mal entstammen zwei Censoren der Plebs

    Liv.59:Textanker Q. Pompeius Q. Metellus, tunc primum uterque ex plebe facti censores, lustrum condiderunt. censa sunt civium capita CCCXVIII  DCCCXXIII praeter <pupillos> pupillas et viduas. 

    Quintus Pompeius und Quintus Metellus, die damals zum ersten Mal beide aus der Plebs Censoren geworden waren, führten ein Reinigungsfest durch. Die Zensur ergab außer den Kindern beiderlei Geschlechts und außer den Witwen 318823. (Üb.: E.G.) 
  • Der Prokonsul Publius Rupilius setzt in Sizilien eine Gerichtsordnung in Kraft.
  • Sieg des Aristonikos über Publius Licinius Crassus Dives bei Leukai. Crassus fällt und wird in Smyrna beigesetzt. (Eutr.4,20).
 
130
  • Konsulat des
    • Lucius Cornelius Lentulus
    • Marcus Perperna
    • cos.suff. für Lentulus: Appius Claudius Pulcher
  • Niederlage des Aristonikos gegen Perperna. Er wird zunächst in Stratonikeia gefangen gesetzt
 
129
  • Gaius Sempronius Tuditanus unternimmt einen Feldzug gegen Istrer und Iapuder.
  • Tod des Publius Cornelius Aemilianus Scipio Africanus minor Numantinus. Er hatte sich am Ende dadurch, wie er die Ermordung des Tiberius Sempronius bewertete, die Sympathien der Bevölkerung verscherzt (Val.Max.6,2,3; Liv.59; Cic.rep.1,41). 
    Vell.2,4,3-7:Textanker  [3] Nec quisquam ullius gentis hominum ante eum clariore urbium excidio nomen suum perpetuae commendavit memoriae: quippe, excisa Carthagine ac Numantia, ab alterius nos metu, alterius vindicavit contumeliis. [4] Hic eum interrogante tribuno Carbone, quid de Ti. Gracchi caede sentiret, respondit, si is occupandae rei publicae animum habuisset, iure caesum. Et, cum omnis contio acclamasset: 'Hostium', inquit, 'armatorum totiens clamore non territus, qui possum vestro moveri, quorum noverca est Italia?' [5] Reversus in Urbem intra breve tempus, M'. Aquilio C. Sempronio consulibus abhinc annos CLX, post duos consulatus duosque triumphos et bis excisos terrores rei publicae, mane in lectulo repertus est mortuus, ita ut quaedam elisarum faucium in cervice reperirentur notae. [6] De tanti viri morte nulla habita est quaestio eiusque corpus velato capite elatum est, cuius opera super totum terrarum orbem Roma extulerat caput. Seu fatalem, ut plures, seu conflatam insidiis, ut aliqui prodidere memoriae, mortem obiit, vitam certe dignissimam egit, quae nullius ad id temporis praeterquam avito fulgore vinceretur. [7] Decessit anno ferme LVI: de quo si quis ambiget, recurrat ad priorem consulatum eius, in quem creatus est anno XXXVI: ita dubitare desinet.  (3) In keinem Volk hat je einer vor ihm durch die ruhmreichere Vernichtung von  Städten seinem Namen ein ewiges Gedächtnis gewonnen: Zu Recht, denn durch die Zerstörung von Karthago und Numantia hat er uns von der Furcht vor der einen und von der Schmach durch die andere befreit. (4) Dieser Mann antwortete, als ihn de Tribun Carbo nach seiner Meinung über die Ermordung des Tiberius Gracchus fragte, er sei, wenn er die Absicht gehabt habe, die Macht in Rom zu übernehmen, zu Recht getötet worden. Als die gesamte Volksversammlung darüber ein lautes Geschrei erhob, sagte er: 'Wie sollte mich, den das Geschrei bewaffneter Feinde so oft nicht schreckte, euer Geschrei, deren Stiefmutter Italien ist,  beeindrucken können?'  (5) Binnen kurzer Zeit kehrte er nach Rom zurück. Unter dem Konsulat des Manius Aquilius und Gaius Sempronius vor jetzt 160 Jahren fand man ihn nach zwei Konsulaten, zwei Triumphen und nachdem er den Staat von zwei Schrecken befreit hatte,  früh morgens tot im Bett, doch so, dass man einige Würgemale an seinem Hals fand. (6) Der Tod des Mannes wurde trotz seines hohen Ranges nicht untersucht; den Leichnam des Mannes, durch dessen Einsatz Rom sein Haupt über den ganzen Erdkreis erhoben hatte, trug man mit verhülltem Haupt hinaus. Mag er, wie die Mehrzahl meint, eines natürlichen Todes gestorben sein, mag er, wie einige überliefern, einem Anschlag zum Opfer gefallen sein, sein Leben führte er jedenfalls in höchster Würde, so dass es von keinem bis dahin, außer von dem Glanz seines Großvaters überstrahlt wurde. (7) Er starb im Alter von fast 56 Jahren. Wer Zweifel daran hegt, soll an sein erstes Konsulat denken, in das er mit 36 Jahren gewählt wurde. So dürfte er seine Zweifel verlieren. (Üb.: E.G.)
    App.civ.1,20: Textanker  Ὧν ὁ δῆμος ἀκροώμενος ἐδεδίει, μέχρις ὁ Σκιπίων, ἑσπέρας παραθέμενος ἑαυτῷ δέλτον, εἰς ἣν νυκτὸς ἔμελλε γράψειν τὰ λεχθησόμενα ἐν τῷ δήμῳ, νεκρὸς ἄνευ τραύματος εὑρέθη, εἴτε Κορνηλίας αὐτῷ, τῆς Γράκχου μητρός, ἐπιθεμένης, ἵνα μὴ ὁ νόμος ὁ Γράκχου λυθείη, καὶ συλλαβούσης ἐς τοῦτο Σεμπρωνίας τῆς θυγατρός, ἣ τῷ Σκιπίωνι γαμουμένη διὰ δυσμορφίαν καὶ ἀπαιδίαν οὔτ' ἐστέργετο οὔτ' ἔστεργεν, εἴθ', ὡς ἔνιοι δοκοῦσιν, ἑκὼν ἀπέθανε συνιδών, ὅτι οὐκ ἔσοιτο δυνατὸς κατασχεῖν, ὧν ὑπόσχοιτο. εἰσὶ δ' οἳ βασανιζομένους φασὶ θεράποντας εἰπεῖν, ὅτι αὐτὸν ξένοι δι' ὀπισθοδόμου νυκτὸς ἐπεισαχθέντες ἀποπνίξαιεν καὶ οἱ πυθόμενοι ὀκνήσαιεν ἐξενεγκεῖν διὰ τὸν δῆμον ὀργιζόμενον ἔτι καὶ τῷ θανάτῳ συνηδόμενον. Σκιπίων μὲν δὴ τεθνήκει καὶ οὐδὲ δημοσίας ταφῆς ἠξιοῦτο, μέγιστα δὴ τὴν ἡγεμονίαν ὠφελήσας· οὕτως ἡ παραυτίκα ὀργὴ τῆς ποτὲ χάριτος ἐπικρατεῖ. καὶ τόδε ὂν τηλικοῦτον οἷα πάρεργον ἐπὶ τῇ Γράκχου στάσει συνέπεσε. Über diese Worte war das Volk in Furcht, bis Scipio, nachdem er sich abends noch Schreibzeug ans Bett gelegt hatte, um nachts aufzuschreiben, was er in der Volksversammlung sagen wollte, tot, aber ohne Wunde, gefunden wurde. Vielleicht hatte Cornelia, die Mutter des Gracchus,  Hand an ihn gelegt, damit nicht das Gesetz des Gracchus annulliert würde, und ihre Sempronia Sempronia ihr dabei geholfen, die mit Scipio zwar verheiratet war, aber wegen ihrer Hässlichkeit und Kinderlosigkeit weder von ihm geliebt wurde, noch ihn liebte; vielleicht schied er auch, wie einige meinen, freiwillig aus dem Leben, weil er sich bewusst war, dass er seine Versprechungen nicht würde einlösen können. Einige behaupten, Diener hätten unter der Folter gestanden, Fremde, die man nachts durch das Hinterhaus hereingelassen habe, hätten ihn erwürgt. Die es erfahren hatten, hätten gezögert, es offen zu sagen, weil sich das Volk in seinem Zorn auf ihn auch noch über seinen Tod freue. Scipio war also tot, wurde aber, obwohl er die Vormacht Roms in höchstem Maße gefördert hatte,  keines Staatsbegräbnisses gewürdigt. So viel stärker war der gegenwärtige Zorn als die einstige Sympathie. Und dieses so bedeutende Ereignis wirkte gleichsam als Steigerung der gracchischen Unruhe. (Üb. E.Gottwein)
 
128
  • Konsulat des
    • Gnaeus Octavius 
    • Titus Annius Rufus
 
127
 
126
  • Konsulat des
    • Marcus Aemilius Lepidus
    • Lucius Aurelius Orestes
  • Gaius Sempronius Gracchus geht als Quaestor nach Sardinien (Plut.C.Gracch.1-2; Cic.Brut.100) 
  • LEX IULIA DE PEREGRINIS. Aus Rom und Bürgerkolonien lässt der römische Senat per Beschluss Einwohner ohne nachweisbares Bürgerrecht ausweisen (Cic.off.3,47; Cic.Brut.108).
 
125
  • Konsulat des
    • Marcus Plautius Hypsaeus
    • Marcus Fulvius Flaccus
  • Massilia erbittet Roms Hilfe gegen die Salluvier. Damit greift Rom zum ersten Mal militärisch im jenseitigen Gallien ein.

    Liv.60:Textanker  M. Fulvius Flaccus primus transalpinos Liguras domuit bello, missus in auxilium Massiliensium adversus Salluvios Gallos, qui fines Massiliensium populabantur. 

    Marcus Fulvius Flaccus bezwang als erster im Krieg die Ligurer über den Alpen: man hatte ihn den Massiliensern gegen die gallischen Salluvier, die ihr Gebiet verwüsteten, zu Hilfe geschickt. (Üb.: E.G.)

  • Gesetzesantrag des Konsuls Marcus Fulvius Flaccus, den italischen Bundesgenossen das Bürgerrecht zu verleihen. Das Gesetz wird vereitelt und der Antragsteller, um ihn aus dem Verkehr zu ziehen, gegen die Salluvier geschickt (App.civ.1,21; App.civ.1,34). 122 wurde er als Volkstribun zusammen mit Gaius Sempronius Gracchus erschlagen.
    App.civ.1,34:Textankerοὕτω δ' ἔχουσιν αὐτοῖς ὁ συμμαχικὸς καλούμενος πόλεμος ἐπιγίγνεται ἐθνῶν ἀνὰ τὴν Ἰταλίαν πολλῶν, ἀρξάμενός τε παραδόξως, καὶ ἀθρόως ἐπὶ μέγα προελθών, καὶ τὰς στάσεις ἐν Ῥώμῃ σβέσας ὑπὸ δέους ἐπὶ πολύ. λήγων δὲ καὶ ὅδε στάσεις τε ἄλλας καὶ στασιάρχους δυνατωτέρους ἀνέθρεψεν οὐ νόμων εἰσηγήσεσιν ἔτι οὐδὲ δημοκοπίαις, ἀλλὰ ἀθρόοις στρατεύμασι κατ' ἀλλήλων χρωμένους. καὶ αὐτὸν διὰ τάδε συνήγαγον ἐς τήνδε τὴν συγγραφήν, ἔκ τε τῆς ἐν Ῥώμῃ στάσεως ἀρξάμενον καὶ ἐς πολὺ χείρονα στάσιν ἑτέραν ἐκπεσόντα. ἤρξατο δὲ ὧδε. Φούλβιος Φλάκκος ὑπατεύων μάλιστα δὴ πρῶτος ὅδε ἐς τὸ φανερώτατον ἠρέθιζε τοὺς Ἰταλιώτας ἐπιθυμεῖν τῆς Ῥωμαίων πολιτείας ὡς κοινωνοὺς τῆς ἡγεμονίας ἀντὶ ὑπηκόων ἐσομένους. εἰσηγούμενος δὲ τὴν γνώμην καὶ ἐπιμένων αὐτῇ καρτερῶς, ὑπὸ τῆς βουλῆς ἐπί τινα στρατείαν ἐξεπέμφθη διὰ τόδε. ἐν ᾗ τῆς ὑπατείας αὐτῷ δεδαπανημένης, ὁ δὲ καὶ δημαρχεῖν εἵλετο μετ' αὐτὴν καὶ ἔπραξε γενέσθαι σὺν Γράκχῳ τῷ νεωτέρῳ, τοιάδε ἄλλα ὑπὲρ τῆς Ἰταλίας ἐσφέροντι κἀκείνῳ. ἀναιρεθέντοιν δὲ ἀμφοῖν, ὥς μοι προείρηται, πολὺ μᾶλλον ἠρέθιστο ἡ Ἰταλία· οὔτε γὰρ ἠξίουν ἐν ὑπηκόων ἀντὶ κοινωνῶν εἶναι μέρει οὔτε Φλάκκον καὶ Γράκχον ὑπὲρ αὐτῶν πολιτεύοντας τοιάδε παθεῖν. In dieser Lage bricht über sie der sogenannte Bundesgenossenkrieg mit vielen Völkern in ganz Italien herein. Er begann unvermerkt, entwickelte sich schlagartig zu gewaltiger Größe und und erstickte aus Furcht weitgehend die Unruhen in Rom. Doch mit seinem Ende ließ auch er andere Aufstände und mächtigere Revolutionsführer emporwachsen, die nicht mehr dadurch, dass die Gesetze einbrachten und das Volk aufwiegelten, sondern mit  geballten Heeren gegeneinander vorgingen. Deswegen habe ich ihn in dieses Geschichtswerk aufgenommen, weil er aus dem Aufstand in Rom erwuchs und sich zu einem anderen, viel schlimmeren Aufstand entwickelte. Er begann aber so: Fulvius Flaccus reizte während seines Konsulats an aller erster Stelle ganz offen die Bewohner Italiens dazu auf, nach dem römischen Bürgerrecht zu verlangen, damit sie statt Untertanen Teilhaber der Macht seien. Als er den Antrag einbrachte und hartnäckig dabei blieb, schickte ihn der Senat deswegen auf einen Feldzug. Auf diesen verwendete er sein gesamtes Konsulat. So  entschied er sich, anschließend Volkstribun zu werden, und erreichte, dass er es zusammen mit dem jüngeren Gracchus wurde, der andere Anträge von der Art wie er für Italien einbrachte. Als beide, wie gesagt, gewählt waren, wurde Italien noch viel mehr aufgereizt. Denn weder hielten sie es für angebracht, dass sie Untertanen statt Partner waren, noch dass Flaccus und Gracchus, die ihre Interessen öffentlich vertraten, solch ein leidvolles Ende fanden. (Üb.: E.G.)
  • Lucius Opimius unterdrückt eine Erhebung von Fregellae.
 
124
  • Um Gaius Gracchus aus Rom fernzuhalten, verlängerte der Senat seine Tätigkeit in Sardinien um ein drittes Jahr. Doch kehrt er eigenmächtig nach Rom zurück und wird Volkstribun (Plut.C.Gracch.2; Gell.15,12).
123
  • Der Prokonsul Gaius Sextius siegt über die Salluvier und gründet Aquae Sextiae (Polyb.33,4,7f.; Flor.3,2;Strab.4,1,11; Vell.2,10: App.Celt.12; Val.Max.9,6,3; Oros.5,13,14). 
    Vell.2,39,1:Textanker Gallias primum Domitio Fabioque, nepote Pauli, qui Allobrogicus vocatus est, intratas cum exercitu, magna mox clade nostra, saepe et adfectavimus et amisimus. Sed fulgentissimum C. Caesaris opus in his conspicitur; quippe eius ductu auspiciisque infractae paene idem, quod totus terrarum orbis, in aerarium conferunt stipendium. Gallien, das zuerst Domitius und Fabius, der Enkel des Paulus, der den Beinamen Allobrogicus erhielt, mit einem Heer betreten hatten, haben wir anschließend mit großem Verlust oft begehrt und oft verloren. Aber am glänzendsten ist dabei die Leistung des Gaius Caesar zu sehen; denn unter seiner Führung und Planung  brach der Widerstand Galliens zusammen, und es leistet  <jetzt> fast die selbe Abgabe in die Staatskasse, wie der gesamte Erdkreis
    Liv.61:Textanker C. Sextius pro cosul victa Salluviorum gente coloniam Aquas Sextias condidit, ob aquarum copiam e caldis frigidisque fontibus atque a nomine suo ita appellatas. Cn. Domitius procos. adversus Allobrogas ad oppidum Vindalium feliciter pugnavit. quibus bellum inferendi causa fuit, quod Toutomotulum, Salluviorum regem, fugientem recepissent et omni ope iuvissent, quodque Aeduorum agros, <sociorum> populi R., vastassent. C. Gracchus seditioso tribunatu acto cum Aventinum quoque armata multitudine occupasset, a L. Opimio cosnsule ex S. C. vocato ad arma populo pulsus et occisus est, et cum eo Fulvius Flaccus consul<aris>, socius eiusdem furoris. Q. Fabius Maximus consul, Pauli nepos, adversus Allobrogas et Bituitum, Arvernorum regem, feliciter pugnavit. ex Bituiti exercitu occisa milia cxx; ipse cum ad satisfaciendum senatui Romam profectus esset, Albam custodiendus datus est, quia contra pacem videbatur, ut in Galliam remitteretur. decretum quoque est, ut Congonnetiacus, filius eius, conprehensus Romam mitteretur. Allobroges in deditionem recepti. L. Opimius accusatus apud populum a. Q. Decio tribuno plebis, quod indemnatos cives in carcerem coniecisset, absolutus est. De Prokonsul Gaius Sextius gründete nach seinem Sieg über das Volk der Salluvier die Colonie Aquae Sextiae, die er wegen des Wasserreichtums aus warmen und kalten Quellen und nach seinem Namen so benannte. Der Prokonsul Gnaeus Domitius kämpfte bei der Stadt Vindalium erfolgreich gegen die Allobroger. Der Grund für diesen Krieg war, dass sie den Salluvierkönig Toutomotulus auf seiner Flucht aufgenommen und ihm jegliche Unterstützung gewährt und die Felder der Haeduer, der Bundesgenossen des römischen Volkes verwüstet hatten. Als Gaius Gracchus nach seinem aufrührerischen Tribunat mit seiner bewaffneten Schar auch den Aventin besetzt hatte, wurde er vom Konsul Lucius Opimius, der  das Volk auf Senatsbeschluss zu den Waffen gerufen hatte, geschlagen und getötet; mit ihm der ehemalige Konsul Fulvius Flaccus, sein Helfershelfer beim selben Aufruhr. Der Konsul Quintus Fabius Maximus, ein Enkel des Paulus kämpfte mit Erfolg gegen die Allobroger und den Arvenerkönig Bituitus. Aus Bituitus' Heer fielen 120 Tausend. Als er selbst, um dem Senat Rechenschaft zu geben, nach Rom gereist war, stellte man ihn in Alba unter Bewachung, weil es dem Frieden abträglich erschien, ihn wieder nach Gallien zurückzuschicken. Man beschloss auch, seinen Sohn Congonnetiacus festzunehmen und nach Rom zu schicken. Die Kapitulation der Allobroger wurde angenommen. Lucius Opimius wurde vom Volkstribunen Quintus Decius vor dem Volk angeklagt, dass er Bürger ohne Verurteilung ins Gefängnis habe werfen lassen. Er wurde freigesprochen. (Üb.: E.G.)
  • Die wichtigsten Gesetze des Gaius Gracchus (App.civ.1,21-23; Plut.G.Gracch.4-5; Liv.60; Vell.2,6), die außer der "lex de civitate sociis danda" alle angenommen wurden.
    • LEX SEMPRONIA AGRARIA: Zur besseren Umsetzung dieses Gesetzes sorgte Gaius Gracchus für die notwendige Infrastruktur durch die Gründung von Colonien (auch außerhalb Italiens) und für den Bau von Straßen; Plut.G.Gracch.8-10.
    • LEX SEMPRONIA FRUMENTARIA, nach jeder Römer monatlich fünf Scheffel Getreide verbilligt erhalten sollte (Cic.Sest.103; Cic.Font.39; Plut.C.Gracch.5)
    • LEX SEMPRONIA IUDICIARIA, durch die die Repetundengerichte vom Senat auf den Ritterstand übertragen wurden. Die Absicht war, einen Keil zwischen Ritter und Senat zu treiben (Liv.60; Plut.C.Gracch.5). 
    • LEX SEMPRONIA DE CIVITATE SOCIIS DANDA: Die Absicht war, mit den socii dem Senat neben den Rittern seiner zweiten Stütze zu entfremden (Sall.Iug.42,1). 
  • Weitere Gesetze:
    • LEX SEMPRONIA DE PROVOCATIONE (DE CAPITE CIVIUM ROMANORUM), durch die die Anwendung provocatio ad populum verpflichtend und ihre Übertretung sanktioniert wurde  (Cic.Rab.12: "Gaius Gracchus legem tulit, ne de capite civium Romanorum iniussu vestro iudicaretur. - Gaius Gracchus brachte ein Gesetz ein, dass über das Leben eines römischen Bürgers nur auf euer (des Volkes) Geheiß hin entschieden werde."; Cic.Catil.1,28; Cic.Catil.4,10; Plut.C.Gracch.4). Zusätzlich wurde durch eine LEX MILITARIS das militärische Strafrecht beschnitten.
    • LEX DE PROVINCIIS CONSULARIBUS, nach der der Senat die Provinzen vor der Wahl der Konsuln bestimmen sollte (Cic.dom.24; Sall.Iug.27,3)
  • Der Konsul Quintus Caecilius Metellus gewinnt durch die Eroberung der Balearen den ehrenden Beinamen Balearicus. Sie werden von Hispania citerior aus mitverwaltet. Als Colonien werden auf Mallorca Palma und Pollentia eingerichtet.
  • LEX ACILIA REPETUNDARUM, die die Repetundenprozesse, in denen die Regressansprüche ausgebeuteter Provinzen verhandelt wurden, aufwertete.
  • "Annales maximi", die vom Pontifex Publius Mucius Scaevola veröffentlichte Priesterchronik
122
  • Der Krieg gegen Arverner und Allobroger geht weiter und dauert bis zum Jahr 121. 
  • Der Volkstribun Marcus Livius Drusus kann mit Unterstützung des Senats seinen Mittribunen Gaius Sempronius Gracchus, der in diesem Jahr zum zweiten Mal Tribun ist, aus der Gunst des Volkes verdrängen. Auch seine längere Abwesenheit, um in Africa die Colonie Iunonia einzurichten, hatte ihm in dieser Hinsicht geschadet. Eine dritte Wahl zum Volkstribunen war fraglich. 
    Plut.C.Gracch.9:Textanker Ἐπιδοὺς οὖν ὁ Λίβιος εἰς ταῦτα τῇ βουλῇ τὴν ἑαυτοῦ δημαρχίαν, νόμους ἔγραψεν, οὔτε τῶν καλῶν τινος οὔτε τῶν λυσιτελῶν ἐχόμενος, ἀλλ ἓν μόνον, ὑπερβαλέσθαι τὸν Γάιον ἡδονῇ καὶ χάριτι τῶν πολλῶν, ὥσπερ ἐν κωμῳδίᾳ σπεύδων καὶ διαμιλλώμενος. ᾧ καὶ καταφανεστάτην ἐποίησεν ἑαυτὴν ἡ σύγκλητος οὐ δυσχεραίνουσα τοῖς τοῦ Γαίου πολιτεύμασιν, ἀλλ αὐτὸν ἐκεῖνον ἀνελεῖν ἢ ταπεινῶσαι παντάπασι βουλομένη. τὸν μὲν γὰρ ἀποικίας δύο γράψαντα καὶ τοὺς χαριεστάτους τῶν πολιτῶν εἰσάγοντα δημοκοπεῖν ᾐτιῶντο, Λιβίῳ δὲ δώδεκα κατοικίζοντι καὶ τρισχιλίους εἰς ἑκάστην ἀποστέλλοντι τῶν ἀπόρων συνελαμβάνοντο. κἀκείνῳ μὲν ὅτι χώραν διένειμε τοῖς πένησι, προστάξας ἑκάστῳ τελεῖν ἀποφορὰν εἰς τὸ δημόσιον, ὡς κολακεύοντι τοὺς πολλοὺς ἀπηχθάνοντο, Λίβιος δὲ καὶ τὴν ἀποφορὰν ταύτην τῶν νειμαμένων ἀφαιρῶν ἤρεσκεν αὐτοῖς. ἔτι δ ὁ μὲν τοῖς Λατίνοις ἰσοψηφίαν διδοὺς ἐλύπει, τοῦ δ ὅπως μηδ ἐπὶ στρατιᾶς ἐξῇ τινα Λατίνων ῥάβδοις αἰκίσασθαι γράψαντος, ἐβοήθουν τῷ νόμῳ. So lieh nun Livius dem Senat sein Tribunat zu diesem Zweck und schlug allerhand Gesetze vor, wobei er weder auf die Ehre noch auf den Vorteil des Staates Rücksicht nahm, sondern einzig und allein wie in einer Komödie den Gaius an Gefälligkeit und Schmeicheleien gegen das Volk zu übertreffen suchte. Dadurch legte dann der Senat seine Absicht deutlich genug an den Tag, dass er nicht nur mit den Anordnungen des Gaius unzufrieden war, sondern vielmehr ihn selbst aus dem Wege räumen und gänzlich unterdrücken wollte. Wenn Gaius zwei Colonien beantragte und dazu die rechtlichsten Bürger bestimmte,  beschuldigte man ihn, nach der Volksgunst zu streben; Livius hingegen, der zwölf Colonien vorschlug und in jede dreitausend dürftige Bürger schickte, fand alle mögliche Unterstützung. Jener wurde, weil er die Ländereien unter die Armen verteilte und jedem eine gewisse Abgabe in die Staatskasse auferlegte, als ein Schmeichler des Pöbels angefeindet. Livius erließ den Besitzern auch diese Abgabe und wurde deswegen gelobt und gepriesen. Überdies nahm man es dem Gaius sehr übel, dass er den Latinern gleiches Stimmrecht erteilte; dagegen wurde des Livius Verordnung, dass kein Latiner, nicht einmal im Krieg, mit dem Stock gezüchtigt werden solle, ohne Umstände genehmigt. (Üb. nach Kaltwasser)
  • Der Konsul Gaius Fannius lässt Nichtbürger (Bundesgenossen, Latiner, Fremde) aus Rom ausweisen. 
  • Der Konsul Gaius Fannius betätigt sich auch als Annalist
121
  • Gaius Sempronius Gracchus besetzt den Aventin. Er wird von den Optimaten unter Führung des Konsuls Lucius Opimius erschlagen (Plut.G.Gracch.13-17; App.civ.1,25f.; Vell.2,6; Val.Max.4,7,2; Aur.Vict..65; Flor.3,15). Zu dem Aufruhr war es gekommen, als der Tribun Minucius den Antrag stellte, einige Gesetze des Gaius Gracchus aufzuheben. Der Senat erteilte zum ersten Mal in der römischen Geschichte mit Lucius Opimius einem Konsul durch das SCU Dictatorische Gewalt (Plut.G.Gracch.18). Daraufhin wurden Gaius Gracchus, Marcus Fulvius Flaccus und 3000 Anhänger niedergemacht. Es folgten weitere Maßnahmen zur Unterdrückung des Volkes.
    Sall.Iug.16,2:Textanker quoius legationis princeps fuit L. Opimius, homo clarus et tum in senatu potens, quia consul C. Graccho et M. Fulvio Flacco interfectis acerrume victoriam nobilitatis in plebem exercuerat. Führer dieser Gesandtschaft war Lucius Opimius, ein angesehener und damals im Senat mächtiger Mann, weil er Konsul nach der Ermordung des Gaius Gracchus und Fulvius Flaccus äußerst rücksichtslos den Sieg der Nobilität gegen das Volk ausgeübt hatte. (Üb.: E.G.)
  • Lucius Opimius weihte zur Erinnerung an seinen "Sieg" sogar einen Tempel der Concordia (Plut.G.Gracch.17).
  • Ein berühmter Weinjahrgang (Petron.34,6)
  • Fornix Fabianus (Forum)

 

 
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Sekundärliteratur

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Das Problem des Imperialismus und die römische Ostpolitik im zweiten Jahrhundert v. Chr.
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2832
Wlosok, A.
Rom und die Christen. Zur Auseinandersetzung zwischen Christentum und römischem Staat
Stuttgart 1970
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2029
Wolff, H.J.
Römisches Provinzialrecht in der Provinz Arabia (Rechtspolitik als Instrument der Beherrschung
in: ANRW II.13 (1980) 763-806
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2043
Zapf, Georg Wilhelm
Muthmassungen über den Ursprung und das Alterthum des Heil. Römischen Reichs Stadt Aalen in Schwaben am Kocherfluss, und einem dortig gestandenen Lager der Römer : als einem Beweiss, dass sich die Macht derselben auch in diese Gegend erstreckt ; Mit einer Kupfertafel.
Schwabach, 1773
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