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Lucius Annaeus Seneca


Aus Leben und Werk - Biographischer Steckbrief

 

[ Catull | Horaz | Ovid | Properz | Seneca | Vergil ]

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(In der Hauptsache nach L.Bieler, II S.86 ff. und Schanz-Hosius, II 456ff., 679ff.)

Lucius Annaeus Seneca (der Sohn)

Leben

Quellen
  • Senecas Abhandlungen und besonders seine Briefe lassen Rückschlüsse zu.
  • Die Historiker (Tacitus, Suetonius, Dio Cassius) geben auch kein authentisches Bild
Geburt
ca. 1 v.Chr. in Corduba, der Hauptstadt der Hispania ulterior.
Familie
Er war zweiter von drei Söhnen. Seine Tante war Gattin des ägyptischen Statthalters Galerius, wo sich Seneca eine Zeitlang aufhielt.
Vater
  • Lucius Annaeus Seneca (ca. 54 v.Chr. - 39 n.Chr.), Rhetor aus Corduba, wahrscheinlich ein höherer Beamter.
    • Oratorum et rhetorum sententiae, divisiones, colores
      • 10 Bücher controversiae (fingierte Rechtsfälle)
      • 1 Buch suasoriae
    • Historiae (bezeugt, aber vielleicht nicht ediert)
Mutter
  • Helvia, aufgeschlossener als ihr beträchtlich älterer Gatte.
Brüder
  • Lucius Annaeus Novatus (nach seiner Adoption: Lucius Iunius Gallio),
  • Marcus Annaeus Mela (Vater des Dichters Lucanus)
Heirat
  • zwei Mal verheiratet:
    • von seiner ersten Frau hatte er zwei Söhne. Sie selbst und ein Sohn starben noch vor der Verbannung nach Korsika.
    • zweite Gattin: Pompeia Paullina. Nero hinderte sie daran, mit ihrem Mann in den Tod zu gehen.
Kinder
  • von seiner ersten Frau hatte Seneca zwei Söhne. Einer der beiden starb noch vor der Verbannung des Vaters nach Korsika.
Ausbildung
  • Ausbildung in Rom. Frühzeitige Beschäftigung mit kynisch-stoischer Philosophie und in Rhetorik.
  • Lehrer waren
    • Quintus Sextius
    • der Pythagoraier Sotion (philosophus Alexandrinus),
    • der Stoiker Attalus (Sen.epist.108,3),
    • Papirius Fabianus (Sen.epist.100,12),
    • der Rhetoriker Mamercus Scaurus
Besondere Aspekte
  • Er war stets kränklich. Seine Verbannung traf ihn hart. Lehrer Neros. Seine Entwicklung enttäuschte ihn schwer. Vertreter der Humanität (Ideal des stoischen Weisen, "heimlicher Christ").
Freundes-
kreis
Daten
ca 1 v.Chr.
  • Geburt in Corduba in Spanien.
  • Frühzeitig zur rhetorischen Ausbildung (als Vorbereitung auf eine Anwaltstätigkeit und senatorische Laufbahn) nach Rom.
ca. 24
  • schwere gesundheitliche Krise, von der seine Asthmaerkrankung zurückblieb. Deswegen Reise nach Ägypten, wo Galerius, der Gatte seiner Tante, Statthalter war.
31
  • Abberufung und Tod des Galerius infolge eines Seesturms.
  • Rückkehr Senecas aus Ägypten nach Rom.
33-34
  • Quaestur Senecas
37-41 Gaius Caligula
37-38
  • Seneca ist Aedil (oder Volkstribun).
 
  • Seneca betätigte sich als Sachwalter (Sen.epist.49,2). Karrierebeginn.
39
40-49
  • Consolatio ad Marciam (Marcia, die Tochter des Historikers Cremutius Cordus, hatte ihren Sohn Metilius verloren).
41-54 Claudius
41
  • Verbannung durch Claudius nach Korsika (auf Betreiben Messalinas unter dem Vorwurf des Ehebruchs mit Iulia Livilla, der Schester des Caligula) (Tac.ann.13,42)
41-44
  • Consolatio ad Polybium
42
  • Consolatio ad Helviam
48-50
  • De brevitate vitae (ad Paulinum)
49
  • Rückkehr (auf Betreiben Agrippinas, der letzten Gattin des Claudius).
  • Erzieher Neros. Sein Einfluss am Hof macht ihn zur "Grauen Eminenz".
50
  • Praetor.
54-68 Nero
nach 54
  • 7 Bücher De beneficiis
55-56
  • Drei Bücher De clementia (Nero gewidmet; nur zwei Bücher sind erhalten).
56
  • Consul suffectus
59
  • De tranquillitate animi (ad Serenum) (vielleicht auch erst 62-63)
61
  • Die traditionsgemäße Hinrichtung der gesamten Sklavenschaft des Pedianus Secundus, der von einem seiner Sklaven ermordet war (Tac.ann.14,42ff.), findet Senecas Missbilligung.
62
  • Nero verstößt seine ungeliebte Gattin Octavia und heiratet Poppaea Sabina.
  • Mit Burrus' (gewaltsamen) Tod hatte auch Seneca seine Macht über Nero eingebüßt und zieht sich weitgehend vom Hof und den Staatsgeschäften zurück (Tac.ann.14,53-56).
  • De otio (ad Serenum) am ehesten nach dem Rückzug von den Staatsgeschäften.
nach 62
  • Epistulae morales (ad Lucilium);
  • Naturalium quaestionum libri septem (ad Lucilium).
Juli 64
  • Brand Roms.
65
  • Von Nero wegen angeblicher Beteiligung an der Pisonischen Verschwörung in den Selbstmord getrieben (Tac.ann.15,60,1-64).
Tod
65 n.Chr. Von Nero wegen angeblicher Beteiligung an der Pisonischen Verschwörung in den Selbstmord getrieben.

Werke

allgemein
Vorbilder Poseiodonios (stoischer Humanismus)
Inhalte Philosophische Essays, die Wegweisung zu einem sittlich orientierten Leben geben wollen. Individualethik. Allgemeine Natur und Würde des Menschen (auch der Sklaven).
Stil Stilelemente der Zeit: Knappe, pointierte Kola (Abwendung von der ciceronischen Periodisierung, was ihm die Kritik sowohl der Klassizisten als auch der Archaisten eintrug).
Würdi-gung Quint.10,1,128: "Tractavit omnem fere studiorum materiam: nam et orationes eius et poemata et epistulae et dialogi feruntur. In philosophia parum diligens, egregius tamen vitiorum insecrator fuit."
12 Dialogi (ziemlich willkürliche Bezeichnung)
Titel
  1. De providentia (opus senectutis; ad Lucilium)
    Inhalte
    • Das gesamte Universum unterliegt einer einheitlichen Leitung.
    • Auch die Leiden der Guten sind als Prüfungen sinnvoll, vom Schicksal bestimmt und nützen den Betroffenen. (Theodizeefrage).
    • Der tüchtige Mann bedarf niemals des Mitleids, da er nicht unglücklich sein kann
    Form
    • Kein zwingender Aufbau
    Zeit
    • wahrscheinlich vor den epistulae verfasst.
  2. De constantia sapientis (ad Serenum)
    Inhalte
    • Erweis des stoischen Paradoxon, dass der Weise weder von iniuria noch (auf Grund seiner Überlegenheit) von contumelia betroffen werden kann.
    • Cato minor dient als positives Beispiel, Caligula als negatives.
    Form
    • Zweiteilige Gliederung nach iniuria und contumelia.
    Zeit
    • Anfang der neronischen Zeit (55-56).
  3. De ira I. (ad Novatum)
  4. De ira II.
  5. De ira III.
    Inhalte
    • I: Konkretes Beispiel. Definitionen und Spielarten des Zorns. Zorn ist nicht naturgemäß und muss der ratio weichen.
    • II: Spezialfragen wie das Verhältnis des Zorns zur Grausamkeit und Tugend; Möglichkeiten, den Zorn zu verhüten.
    • III. Wie kann man fremden Zorn heilen? (Die Dreigliederung des 3. Buches wird nicht durchgehalten).
    Form
    • Keine einheitliche Gesamtkomposition
    Zeit
    • Unter Caligula [oder unter Claudius (49 n.Chr.)]
  6. Consolatio ad Marciam
    Inhalte
    • Marcia, die Tochter des Cremutius Cordus, hatte einen noch jungen Sohn verloren.
    • Appell an die Seelenstärke Marcias. Zwei tröstende Beispiele aus dem Kaiserhaus:
      • Octavia, die Schwester des Augustus, die den Tod ihres Sohnes Marcellus maßvoll betrauert hatte,
      • Livia, die Gattin des Augustus, die ihren Sohn Drusus gefasst betrauert hatte.
    • Eigene Trostgründe Senecas
    Zeit
    • Es wird die Zeit kurz vor, während oder bald nach dem Exil angenommen (zwischen 40-49).
  7. De vita beata (ad Gallionem)
    Inhalte
    • Glücklich leben heißt naturgemäß leben (idem est beate vivere et secundum naturam, Sen.dial.7,8,2). Es besteht in der Ausübung der Tugend.
    • Polemik gegen die voluptas und die Kritik, dass Leben und Lehre der Philosophen nicht übereinstimmen.
    Form
    • Disposition in Sen.dial.7,1,1:
      • 1. quid sit quod adpetamus
      • 2. qua contendere illo celerrime possimus
    • Besondere Kunstmittel:
      • 1. Synkrisis zwischen virtus und voluptas ( Sen.dial.7,7,3)
      • Einführung des redenden Sokrates am Schluss (sermocinatio).
    Zeit
    • Nach der Adoption seines Bruders Novatus durch den Rhetor Iunius Gallio.
  8. De otio (ad Serenum)
    Inhalte
    • Entsprechend der Disposition ( Sen.dial.8,2,1) zwei Thesen:
      • 1. auf Grund des naturgemäßen Forschungstriebes des Menschen ist es statthaft, sich von früh an ganz der Spekulation zu widmen;
      • 2. dies kann man auch nach einem geschäftigen Leben erst im Alter tun.
    Form
    • Anfang und Schluss von De otio fehlen.
    Zeit
    • am ehesten nach 62, dem Rückzug von den Staatsgeschäften.
  9. De tranquillitate animi (ad Serenum)
    Inhalte
    • Zustand, der der Seelenruhe entgegensteht ("sibi displicere")
    • Abhilfe:
      • Gewissenhaft Selbsteinschätzung im Vergleich zu den anstehenden Aufgaben.
      • Wahl des Umgangs
      • Genügsamkeit
      • Hinnahme des Schicksals und Wahrung der rechten Mitte.
    Quelle
    • Bezugnahme auf Demokrits Schrift ╬á╬Á¤ü߯ ╬Á߯É╬ޤů╬╝╬»╬̤é, was Sen. mit "De tranquillitate" wiedergibt.
    • Epikureische Anklänge (Sen.dial.9,9,2)
    Form
    • Dialogische Form (singulär).
    Zeit
    • Ca. 59 (vielleicht auch 62 oder 63).
  10. De brevitate vitae (annis 48-50) (ad Paulinum)
    Inhalte
    • Das Leben ist (entgegen gängiger Ansicht) lang, wenn man es zu nutzen weiß.
    • Übliche Fehler der Lebensgestaltung:
      • Wir leben nicht für uns, sondern für andere,
      • wir leben, als gebe es keinen Tod,
      • wir geben uns den Leidenschaften hin,
      • wir leben, als sei die Zeit wertlos
      • wir leben in der Zukunft,
      • wir leben in geschäftigem Nichtstun.
    • Der Weise vermeidet diese Fehler. Das wahre Leben zielt auf Weisheit.
    Form
    • Großer Reichtum an Sentenzen.
    Zeit
    • 48-50.
  11. (olim 12) Consolatio ad Polybium
    Inhalte
    • Der am Hof des Claudius einflussreiche Polybius soll über den Tod seines Bruders getröstet werden.
      • Der Tod ist etwas Naturnotwendiges,
      • Kummer über den Tod trägt nichts ein; Studium ist das beste Mittel ihn zu überwinden.
      • Der Tod ist auch für den Betroffenen kein Unglück. Er stellt sich bereits bei der Geburt als Begleiter ein.
      • Aufforderung, sich dem Glück des Lebens (sein Verhältnis zum Kaiser) zuzuwenden.
    Form
    • Kunstmittel:
      • Seneca legt die Trostrede dem Kaiser in den Mund,
      • Anrede an die Fortuna (Sen.dial.11,2),
      • Vergleich des Lebens mit dem Meer (Sen.dial.11,9,6).
    Zeit
    • Zwischen 41-44. Nebenabsicht war, Claudius zu huldigen und ihn so zu einer Rücknahme der Verbannung zu bewegen.
  12. (olim 11) Consolatio ad Helviam
    Inhalte
    • Seneca will seine Mutter Helvia über seine Verbannung trösten.
    Form
    • Verbannung ist nichts als Ortswechsel, der den Weisen nicht beeinträchtigt.
    • Auch für die Mutter ist die Verbannung eines Sohnes kein Grund zur Trauer.
    Zeit
    • ca. 42
Vorbilder
  • Poseidonios (Stoa), Diatribe (Bion)
Inhalte
  • moralisch lehrhafte Betrachtungen
Form
  • Keine echten Dialoge (augenommen De tranquillitate animi), sondern dialogische Färbung durch gedachte Einwände..
De beneficiis libri septem (7 Bücher)
Widmung
  • an Aebutius Liberalis
Inhalte
  • I: Trotz häufigen Undanks darf man nicht auf Wohltaten verzichten. Die Gesinnung des Gebers entscheidet über ihren Wert.
  • II: Praktische Empfehlungen: Welche Wohltaten in welcher Weise.
  • III: Dankbarkeit ist nicht einklagbar. Auch Sklaven können ihren Herren Wohltaten erweisen.
  • IV: Dankbarkeit und Wohltaten sind für sich erstrebenswert. Frage, ob man auch Undankbaren Wohltaten erweisen soll.
  • V: Ist es schändlich im Wohltun übertroffen zu werden? Stoische Paradox; Einzelfälle.
  • VI: Kasuistische Einzelfragen.
  • VII: Kasuistische Einzelfragen.
Form
  • Zum Schluss hin neben guten Beobachtungen unfruchtbare Spitzfindigkeiten. Keine kompositorische Geschlossenheit.
Zeit
  • Nach Claudius.
Ad Neronem Caesarem de clementia ("Fürstenspiegel")
Inhalte
  • I: Allgemeines (Nutzen der Milde für den Herrscher);
  • II: Definitionen und Abgrenzungen (von misericordia und venia);
  • III: Wie erwirbt und bewahrt man die Tugend der Milde
Charakter:
  • Von drei Büchern sind nur das erste und der Anfang des zweiten erhalten.
  • Dreiteilige Disposition (Sen.clem.1,3,1)
Form:
  • 55-56
Ad Lucilium naturalium quaestionum libri septem (7 Bücher)
Inhalte
  • I: Überlegenheit der (himmlichen) Naturphilosophie über die (irdische) Moralphilosophie.
    Feurige Lichterscheinungen, besonders der Regenbogen.
  • II: Gliederung der Naturphilosophie: 1. caelestia (Himmliches - Astronomie), 2. sublimia (Zwischenregion - Meteorologie), 3. terrena (Irdisches - Geograophie).
    Gewitter (Wetterleuchten, Blitz, Donner).
  • III: Die Fülle des Stoffes als Herausforderung seines Alters.
    Das Wasser (Entstehung, Eigenschaften, Überschwemmungen und Weltuntergang)
  • IV: Persönliche Warnung des Lucilius vor Schmeichlern.
    Nilschwellung; Hagel, Schnee.
  • V: Ohne Einleitung Behandlung des Windes.
  • VI: Behandlung des Erdbebens, eingelietet durch die Erinnerung an das Erdbeben von Pompeii aus dem Jahr 63.
  • VII: Kometen.
Charakter:
  • Kein vollständiges und systematisches Lehrbuch, eher eine Sammlung von Monographien ohne erkennbares Kompositionsprinzip.
  • Beruht weniger auf eigener Naturbeobachtung.
  • Der Moralphilosoph dringt an einigen Stellen durch
    • Exkurs über den Tafelluxus, Sen.nat.3,17f; Sen.nat.4,13;
    • Exkurs über die Habsucht, Sen.nat.5,15
Quellen
  • In der Hauptsache Poseidonios
Zeit
  • 62-63
20 (22) Bücher (124 Briefe) an Lucilius
Titel  
Inhalte u. Form
  • Buch I-III stellen eine Einheit dar: Das philosophische Studium führt zur Glückseligkeit. Die nichtige Dingwelt darf uns davon nicht ablenken. Jedem dieser Briefe (außer dem ersten) ist als Schmuck das besondere dictum eines Philosophen mitgegeben.
Charakter
  • Locker gereihte praktische Ethik, mit dem Ziel, Wege zur Glückseligkeit zu zeigen.
  • lebendige Frische, Anschaulichkeit, belebende Charakteristiken, Sittenbilder, reiche Lebenserfahrung
Zeit
  • nach 62 (Rückzug aus dem Staatsleben).
Tragödien: 9 Stücke (Rezitationsstücke, keine Bühnenstücke, ebenfalls moralische Wirkung beabsichtigt).

Titel

  1. Agamemno
  2. Hercules (furens)
  3. Hercules (Oetaeus) [Echtheit angezweifelt]
  4. Medea
  5. Oedipus
  6. Phaedra sive Hippolytus
  7. Phoenissae
  8. Thyestes
  9. Troades
Vorbilder
  • Attische Tragödie und nachklassische Tragödie der Griechen (in Stoff und Metrik der Chorlieder).
  • Ovids (verlorene) Tragödie Medea.
  • Kaum Einfluss der Tragödien der römischen Republik.
Absicht Moralische Schockwirkung (statt aristotelischer Katharsis).
Stil Hohes Pathos. Rhetorisierung. (Zurücktreten von Handlungsführung und Charakterzeichnung.)
Rezeption
  • Senecas Tragödien werden zum Vorbildfür das klassische Drama in Frankreich und Italien.
  • Wirkung auf Shakespeare.
Apocolocyntosis: Ludus de morte Claudii
Titel Divi Claudii Apotheosis per saturam. Apocolocyntosis ("Verkürbissung", "Veräppelung").
Inhalte Parodie der Apotheose des Kaisers Claudius (politische Satire) und Ankündigung der "Goldenen Zeit" unter Nero (ehrlich gemeint).
Form Mischung von Dichtung und Prosa (Satura Menippea)
 

Textauswahl

(lat.-deutsch)

Sententiae excerptae:
1242 A capite bona valetudo.
  Beim Kopf f├Ąngt die Gesundheit an.
  Sen.clem.2,2
1243 A lasso rixa quaeritur.
  Der Erm├╝dete sucht Streit.
  Sen.dial.4,9,5
1244 A natura non deerrare et ad illius legem exemplumque formari sapientia est.
  Weise ist es, von der Natur nicht abzuweichen und sich nach ihrem Gesetz und Muster zu bilden.
  Sen.dial.7,3,3
1433 A studiis venter nimium distentus abhorret.
  Ein voller Bauch studiert nicht gern.
  vulgo
1245 Ab homine homini cotidianum periculum; adversus hoc te expedi, hoc intentis oculis intuere: nullum est malum frequentius, nullum pertinacius, nullum blandius.
  Vom Menschen droht dem Menschen t├Ąglich Gefahr; gegen sie r├╝ste dich! Sie fasse aufmerksam in den Blick! Kein ├ťbel ist h├Ąufiger, keines hartn├Ąckiger, keines schmeichelnder.
  Sen.epist.103,1
1246 Absit omen.
  Es m├Âge kein schlechtes Vorzeichen sein!
  Sen.Oed.855
1247 Accedo.
  Ich stimme zu. (Ich trete bei).
  Sen.epist.48,4
1248 Acrior est cupiditas ignota cognoscendi quam nota repetendi.
  Das Verlangen, Unbekanntes kennen zu lernen ist heftiger, als Bekanntes zu wiederholen.
  Sen.contr.4,1
1249 Actio recta non erit, nisi recta fuerit voluntas: ab hac enim est actio.
  Eine Handlung wird nicht richtig sein, wenn der Wille nicht richtig war; denn von ihm h├Ąngt die Handlung ab.
  Sen.epist.95,57
1306 Actiones nostrae honestae sunt, non ipsa, quae aguntur.
  Unsere Handlungen sind sittlich gut, nicht ihr Gegenstand.
  Sen.epist.92,12
1252 Ad astra per aspera.
  Auf steinigem Weg zu den Sternen. (Durch Nacht zum Licht.)
  Sen.Herc.f.437
1194 Ad hoc me natura grave corporis mei pondus adstrinxit.
  Die Natur hat mich an dieses schwere Gewicht meines K├Ârpers gefesselt.
  Sen.epist.24,17
1253 Ad honesta vadenti contemnendus est ipse contemptus.
  Wer zur Sittlichkeit unterwegs ist, muss gerade die Verachtung verachten.
  Sen.epist.76,4
1140 Ad manum est, quod sat est.
  Zur Hand ist, was genug ist.
  Sen.epist.4,11
1254 Ad neminem ante bona mens venit quam mala.
  Zu keinem kommt die gute Gesinnung fr├╝her als die schlechte.
  Sen.epist.50,7
1255 Ad nova homines concurrunt, ad nota non veniunt.
  Zum Neuen str├Âmen die Menschen zusammen, zum Bekannten kommen sie nicht.
  Sen.contr.4,1
1256 Ad postremum divitiae meae sunt: tu divitiarum es.
  Schlie├člich geh├Ârt der Reichtum mir, du geh├Ârst dem Reichtum.
  Sen.dial.7,22,5
1139 Ad supervacua sudatur.
  Das ├ťberfl├╝ssige nur kostet Schwei├č.
  Sen.epist.4,11
1257 Ad veras potius te converte divitias; disce parvo esse contentus.
  Wende dich lieber zum wahren Reichtum, lerne mit wenig zufrieden zu sein!
  Sen.epist.110,18
1187 Adeo mors timenda non est, ut beneficio eius nihil timendum sit.
  Der Tod ist so sehr nicht zu f├╝rchten; ja es ist seine Wohltat, dass wir ├╝berhaupt nichts zu f├╝rchten haben.
  Sen.epist.24,11
1258 Adhibe rationem difficultatibus: possunt et dura molliri et angusta laxari et gravia scite ferentes minus premere.
  Gehe Schwierigkeiten mit Vernunft an: Hartes kann gemildert, Enges gelockert werden und Schweres kann den, der es mit Bedacht tr├Ągt, weniger bedr├╝cken.
  Sen.dial.9,10,4
1259 Aditum nocendi perfido praestat fides.
  Dem Untreuen er├Âffnet Treue die M├Âglichkeit zu schaden.
  Sen.Oed.686
1260 Admoneri bonus gaudet, pessimus quisque rectorem asperrime patitur.
  Der Gute freut sich ermahnt zu werden, gerade die Schlechtesten ertragen den, der sie belehrt, nur sehr schwer.
  Sen.dial.3,36,4
1261 Adulatio quam similis est amicitiae!
  Wie ├Ąhnlich ist die Schmeichelei der Freundschaft!
  Sen.epist.45,7
1262 Adulatores ut inimicos cave; corrumpunt fictis laudibus leves animas.
  H├╝te dich vor den Schmeichlern wie vor Feinden: Mit falschem Lob umgarnen sie den Leichtgl├Ąubigen.
  Ps.Sen.mor.
1263 Adversarum impetus rerum viri fortis non vertit animum.
  Der Ansturm von Ungl├╝ck ├Ąndert nicht des tapferen Mannes Denkweise.
  Sen.dial.1,2,1
1111 Aegri animi iactatio est.
  Ein Sichhinundherwerfen deutet auf ein krankes Gem├╝t.
  Sen.epist.2,1
1264 Aequat omnes cinis. Impares nascimur, pares morimur.
  Die Asche macht alle gleich. Ungleich werden wir geboren, gleich sterben wir.
  Sen.epist-91,16
1265 Aequissima vox est et ius gentium prae se ferens: ┬╗Redde, quod debes┬ź; haec turpissima est in beneficio.
  Ein h├Âchst gerechter und das V├Âlkerrecht bezeugender Spruch lautet: ÔÇ×Gib zur├╝ck, was du schuldest!ÔÇť Im Falle einer Wohltat aber ist er h├Âchst sch├Ąndlich.
  Sen.benef.3,14,3
1266 Aequo animo audienda sunt imperitorum convicia.
  Beschimpfung durch Unerfahrene muss man mit Gleichmut anh├Âren.
  Sen.epist.76,4
1267 Aequum atque iniquum regis imperium feras.
  Ertrage die gerechte und auch die ungerechte Herrschaft eines K├Ânigs!
  Sen.Med.195
1229 Aequum inter omnes cives ius sit!
  Gleiches Recht gelte unter allen B├╝rgern!
  Sen.epist.86,2 (nach Scipio)
1268 Aetate fruere! Mobili cursu fugit.
  Genie├če deine Jugend (dein Leben)! Sie entflieht in behendem Lauf.
  Sen.Phaedr.446
1269 Affectus cito cadit, aequalis est ratio.
  Die Gef├╝hlswallung schwindet schnell, die Vernunft bleibt sich gleich.
  Sen.dial.3,17,5
1270 Agunt opus suum fata.
  Das Schicksal erledigt sein Werk.
  Sen.dial.6,21,7
1271 Aiunt homines plus in alieno negotio videre.
  Angeblich sehen der Menschen Augen in fremder Sache mehr.
  Sen.epist.109,16
1513 Albus an ater sit, nescio.
  Ich wei├č nicht, ob er wei├č oder schwarz ist.
  Catull.93,2.
1386 Alea ludere pertuso fritillo.
  Mit einem durchl├Âcherten Becher W├╝rfel spielen.
  Sen.apocol.14,4
1272 Aliena vitia in oculis habemus, a tergo nostra sunt.
  Fremde Fehler haben wir vor Augen, unsere eigenen im R├╝cken.
  Sen.dial.4,28,8
1273 Alienis perimus exemplis; sanabimur, si separemur modo a coetu.
  An fremden Beispielen gegen wir zugrunde; geheilt werden wir, wenn wir uns nur von der Masse abtrennen.
  Sen.dial.7,1,4
1274 Aliquando et insanire iucundum est.
  Manchmal macht es auch Freude, unvern├╝nftig zu sein.
  Sen.dial.9.17,10
1121 Aliquid cotidie adversus paupertatem, aliquid adversus mortem auxili compara, nec minus adversus ceteras pestes!
  Erwirb Dir t├Ąglich etwas, was Dich gegen die Armut, gegen den Tod, nicht minder gegen die anderen ├ťbel zu st├Ąrken vermag!
  Sen.epist.2,4
1275 Aliquis vir bonus nobis diligendus est ac semper ante oculos habendus.
  Einen guten Mann m├╝ssen wir wertsch├Ątzen und immer vor Augen haben.
  Sen.epist.11,8
1276 Alit lectio ingenium et studio fatigatum reficit.
  Die Lekt├╝re n├Ąhrt den Geist und l├Ąsst ihn sich erholen, wenn er von der M├╝he ersch├Âpft ist.
  Sen.epist.84,1
1282 Aliter loqueris, aliter vivis.
  Du redest anders als du lebst.
  Sen.dial.7,18,1
1277 Alium silere quod voles, primus sile!
  Wenn du willst, dass ein anderer schweige, schweige du zuerst!
  Sen.Phaedr.876
1385 Altera tantum parte audita condemnare.
  Nach dem Anh├Âren nur einer Seite verurteilen.
  Sen.apocol.14,2
1278 Alteri semper ignoscito, tibi ipsi numquam.
  Mit einem anderen ├╝be immer Nachsicht, nie mit dir selbst!
  Ps.Sen.mor.
1279 Alteri vivas oportet, si vis tibi vivere.
  Du musst f├╝r den Mitmenschen leben, wenn du f├╝r dich leben willst!
  Sen.epist.48,2
1340 Altius praecepta descendunt, quae teneris imprimuntur aetatibus.
  Lehren, die in zartem Alter verinnerlicht werden, dringen tiefer ein.
  Sen.dial.12,18,8
1341 Ama rationem! Huius te amor contra durissima armabit.
  Liebe die Vernunft! Die Liebe zu ihr wird dir die Waffen gegen gegen das schlimmste Leid geben.
  Sen.epist.74,21
1699 Amant alterna Camoenae.
  Die Camenen (Musen) lieben den Wechsel.
  Verg.ecl.3,59
1342 Ambitiosa non est fames.
  Hunger ist der beste Koch!
  Sen.epist.119,14
1343 Ames iudicio, non amore iudices.
  Liebe mit Urteilskraft und urteile nicht Kraft Liebe!
  Ps.Sen.mor.
1344 Amica rerum humanarum cum benevolentia est concordia.
  Freundin der menschlichen Verh├Ąltnisse ist Eintracht verbunden mit Wohlwollen.
  Ps.Sen.mor.
1345 Amico aliquis aegro adsidet: probamus. At hoc hereditatis causa facit: vultur est, cadaver expectat. Eadem aut turpia sunt aut honesta: refert, quare aut quemadmodum fiant.
  Jemand sitzt bei seinem kranken Freund: dies billigen wir. Aber er tut es, um zu erben: er ist ein Geier und wartet auf Aas. Die selbe Handlung ist sch├Ąndlich und sittlich gut. Entscheidend ist, warum und wie etwas geschieht.
  Sen.epist.95,43
1346 Amicos secundae res optime parant, adversae certissime probant.
  Gl├╝ck schafft Freunde am besten, Ungl├╝ck stellt sie auf die sch├Ąrfste Probe.
  Ps.Sen.mor.
1603 Amicum eodem habeas loco, quo te!
  Achte einen Freund dir selbst gleich!
  Sen.epist.95,63
1347 Amicus esse mihi coepi.
  Ich habe angefangen, mir Freund zu sein.
  Sen.epist.6,7 (Hekaton)
1349 Amor timere neminem verus potest.
  Wahre Liebe kennt keine Furcht (f├╝rchtet niemanden).
  Sen.Med.416
1350 Animos immoderata felicitas rumpit.
  Ma├čloses Gl├╝ck verdirbt den Charakter.
  Sen.epist.39,4
35 animum debes mutare, non caelum
  deinen Sinn musst du ├Ąndern, nicht den Landstrich
  Sen.epist.28,1
1217 Animum enim cogo sibi intentum esse nec avocari ad externa.
  Ich zwinge meinen Geist, nur auf sich gerichtet zu sein und sich nicht von Au├čendingen abziehen zu lassen.
  Sen.epist.56,5
1541 Animus aequus optimum est aerumnae condimentum.
  Ein ruhig Gem├╝t ist des Kummers beste W├╝rze.
  Plaut.Rud.402
1351 Animus affectus minimis offenditur, adeo ut quosdam salutatio et epistula et oratio et interrogatio in litem evocent.
  Ein angeschlagenes Gem├╝t nimmt am Geringsten Ansto├č, so dass einige schon ein Gru├č, ein Brief, eine Anrede, eine Frage Streit anfangen l├Ąsst.
  Sen.dial.5.9,5
1337 Animus impleri debet, non arca.
  Der Geist, nicht die (Geld-)Kiste muss angef├╝llt werden.
  Sen.epist.92,31
1352 Ante circumspiciendum est, cum quibus edas et bibas, quam quid edas et bibas.
  Man muss sich fr├╝her umschauen, mit wem man isst und trinkt, als was man isst und trinkt.
  Sen.epist.19,10 (Epikur)
1353 Ante senectutem curavi, ut bene viverem; in senectute ut bene moriar; bene autem mori est libenter mori.
  Vor dem Alter habe ich mich bem├╝ht, gut zu leben, im Alter, gut zu sterben; gut sterben aber hei├čt gern sterben.
  Sen.epist.61,2
1354 Antiqua sapientia nihil aliud quam facienda ac vitanda praecepit, et tunc longe meliores erant viri.
  Die alte Philosophie schrieb nur vor, was man tun und meiden muss; und damals waren die Menschen weit besser.
  Sen.epist.95,13 (Ariston)
1355 Anulis nostris plus quam animis creditur.
  Unseren Ringen vertraut man mehr als unserem Charakter.
  Sen.benef.3,15,3
1356 Aperta transire.
  Offenkundiges ├╝bergehen (├╝bersehen).
  Sen.epist.68,4
1562 Apertior res est sapere, immo simplicior.
  Die Weisheit ist etwas ziemlich Klares und Einfaches.
  Sen.epist.106,12.
1357 Apes debemus imitari et, quaecumque ex diversa lectione congessimus, separare, deinde adhibita ingenii nostri cura et facultate in unum saporem varia illa libamenta confundere.
  Wir m├╝ssen die Bienen nachahmen und jene vielf├Ąltigen Kostproben, die wir aus verschiedenen B├╝chern gesammelt haben, dann mit Sorgfalt und Geschick zu einem einheitlichen Geschmack vereinigen.
  Sen.epist.84,5
1358 Apud paucos post rem manet gratia.
  Nur bei wenigen hat nach der Verg├╝nstigung der Dank Bestand. (Undank ist der Welten Lohn.)
  Sen.benef.1,12,2
1359 Argumentum morum ex minimis quoque licet capere.
  Ein Hinweis auf den Charakter l├Ąsst sich auch aus ganz Nebens├Ąchlichem gewinnen.
  Sen.epist.52,12
1360 Ars longa, vita brevis.
  Die Kunst ist lang, das Leben kurz.
  Sen.dial.10,1,1 (Hippokrates)
1361 Ars prima regni est, posse invidiam pati.
  Die wichtigste Fertigkeit der Regierung besteht darin, Anfeindungen ertragen zu k├Ânnen.
  Sen.Herc.f.353
1362 Artes ministrae sunt, praestare debent, quod promittunt, sapientia domina rectrixque est.
  Die K├╝nste (Fachwissenschaften) sind Dienerinnen, sie m├╝ssen leisten, was sie versprechen; die Philosophie ist ihre Herrin und Lenkerin.
  Sen.epist.85,32
1363 Artes serviunt vitae, sapientia imperat.
  Die K├╝nste (Fachwissenschaften) dienem dem Leben, die Philosophie gebietet ihm.
  Sen.epist.85,32
1364 Assignatum a natura locum tuere. Quaeris quis hic sit locus? Viri.
  Behaupte den Platz, den dir die Natur zugewiesen hat! Was f├╝r ein Platz dies sei, fragst du? Der eines Mannes!
  Sen.dial.2,19,4
1365 Assuesces et dicere verum et audire!
  Gew├Âhne dich daran, sowohl die Wahrheit zu sagen als auch auf sie zu h├Âren!
  Sen.epist.68,6
1368 Audi, quantum mali faciat nimia subtilitas et quam infesta veritati sit!
  H├Âre, wie viel Unheil ├╝bertriebene Genauigkeit anrichtet und wie abtr├Ąglich sie der Wahrheitsfindung ist!
  Sen.epist.88,43
28 audiatur et altera pars
  auch die Gegenseite soll geh├Ârt werden
  *Sen.Med.199
1369 Aurem sibi pervellere.
  Sich am Ohr ziehen (sich die Ohren lang ziehen).
  Sen.benef.4,36,1
1370 Auribus frequentius quam lingua utere!
  Gebrauche deine Ohren ├Âfter als deine Zunge!
  Ps.Sen.mor.
1608 Aurum argentumque fractum est et milliens conflatum, at omnibus saeculis Tuberonis fictilia durabunt.
  Das Gold und Silber ist zerbrochen und tausendmal eingeschmolzen; aber die irdenen Gef├Ą├če des Tubero werden alle Jahrhunderte ├╝berdauern.
  Sen.epist.95,73
1371 Aut potentior te aut imbecillior laesit; si imbecillior, parce illi, si potentior, tibi.
  Entweder ein M├Ąchtigerer oder ein Schw├Ącherer hat dich gekr├Ąnkt; wenn ein Schw├Ącherer, schone ihn, wenn ein St├Ąrkerer, schone dich!
  Sen.dial.5,5,8
1372 Aut regem aut fatuum nasci oportet.
  Man muss entweder als K├Ânig oder als Trottel geboren sein.
  Sen.apocol.1,1
1379 Avaritia paupertatem intulit et multa concupiscendo omnia amisit.
  Habgier f├╝hrt zu Armut und verliert durch ihre Begehrlichkeit alles.
  Sen.epist.90,38
1380 Avaritia vehementissima generis humani pestis.
  Habgier ist die schlimmste Seuche des Menschengeschlechts.
  Sen.dial.12,13,3
1381 Avarus animus nullo satiatur lucro.
  Die Habgier wird durch keinen Gewinn satt.
  Sen.epist.94,43
44 Babyloniae dapes (╬ť╬Ě╬┤╬╣╬║߯┤ ¤ä¤ü߯▒¤Ç╬Á╬Â╬▒)
  ein babylonisches Mahl
  *Hieron.ep.100,7
1570 Beata vita constat ex actionibus rectis; ad actiones rectas praecepta perducunt; ergo ad beatam vitam praecepta sufficiunt.
  Ein gl├╝ckseliges Leben beruht auf guten Handlungen; zu guten Handlungen aber f├╝hren Vorschriften; also gen├╝gen Vorschriften zu einem gl├╝ckseligen Leben.
  Sen.epist.95,4.
1382 Beatum dicamus hominem eum, cui nullum bonum malumque sit nisi bonus malusque animus.
  Gl├╝cklich lass uns den nennen, dem au├čer einem guten und schlechten Charakter nichts gut und schlecht ist.
  Sen.dial.7,4,2
1383 Beatus enim dici nemo potest extra veritatem proiectus.
  Gl├╝cklich kann niemand genannt werden, der au├čerhalb der Wahrheit steht.
  Sen.dial.7,5,2
1393 Bene decet loqui, bene decet tacere.
  Es geh├Ârt sich, gut zu reden, es geh├Ârt sich gut zu schweigen.
  Ps.Sen.mor.
1302 Bene est homini, si palato bene est.
  Dem Menschen ist wohl, wenn seinem Gaumen wohl ist.
  Sen.epist.92,7
1394 Beneficii accepti numquam oportet oblivisci, dati protinus.
  Eine Wohltat erhalten zu haben, sollte man nie vergessen, eine erwiesen zu haben, sofort.
  Ps.Sen.mor.
1395 Beneficiis humana vita constat et concordia; nec terrore sed mutuo amore in foedus auxiliumque commune constringitur.
  Auf Wohltaten beruht das Leben der Menschen und auf Eintracht; nicht durch Verbreitung von Schrecken, sondern durch gegenseitige Liebe wird es zu staatlicher und solidarischer Gemeinschaft verbunden.
  Sen.dial.3,5,3
1396 Beneficium collocetur, quemadmodum thesaurus alte obrutus, quem non eruas, nisi fuerit necesse.
  Wie einen Schatz, den man tief vergr├Ąbt und nur , wenn es not tut, ausgr├Ąbt, soll man eine Wohltat anlegen.
  Sen.dial.7,24,2
1397 Beneficium non est, cuius sine rubore meminisse non possum.
  Eine Wohltat ist nur das, woran ich ohne Schamr├Âte nicht denken kann.
  Sen.benef.2,8,2
1398 Beneficium non in eo, quod fit aut datur, consistit, sed in ipso dantis aut facientis animo.
  Eine Wohltat besteht nicht in dem, was gemacht oder gegeben wird, sondern nur in der Gesinnung dessen, der gibt oder macht.
  Sen.benef.1,6,1
1399 Beneficium quibuslibet datum nulli gratum.
  Eine Wohltat, die jedem beliebigen erwiesen wird, ist keinem recht. (Allen wohlgetan ist keinem wohlgetan.)
  Sen.benef.1,14,1
1400 Bona conscientia prodire vult et conspici: ipsas nequitia tenebras timet.
  Ein reines Gewissen will sich der ├ľffentlichkeit zeigen. Nichtsw├╝rdigkeit f├╝rchtet sogar schon die Dunkelheit.
  Sen.epist.97,12
1401 Bona consuetudo excutere debet, quod mala instruxit.
  Die gute Gewohnheit muss tilgen, was die schlechte hat einrei├čen lassen.
  Ps.Sen.mor.
1402 Boni iudicis est dispensare non tantum, quod damnandum sit, sed quatenus.
  Aufgabe eines guten Richters ist es nicht nur festzustellen, was strafw├╝rdig ist, sondern auch das Strafma├č zu bestimmen.
  Ps.Sen.mor.
1403 Bono nulla cuiusquam boni invidia est.
  Der Gute neidet kein Gut.
  Sen.epist.65,10
1404 Bonum est laudari, sed praestantius est esse laudabilem.
  Gut ist es gelobt zu werden, besser, lobenswert zu sein.
  Ps.Sen.mor.
1405 Bonum virum deus in deliciis non habet; experitur, indurat, sibi illum parat.
  Den guten Mann hat Gott nicht zum Liebling: er pr├╝ft ihn, h├Ąrtet ihn ab, macht ihn f├╝r sich bereit.
  Sen.dial.1,1,6
1406 Bonus iudex damnat improbanda, non odit.
  Ein guter Richter verurteilt, was zu missbilligen ist, hasst es aber nicht.
  Sen.dial.3,16,6
1407 Bonus tempore tantum a deo differt.
  Der Gute unterscheidet sich von Gott nur in der Zeit.
  Sen.dial.1,1,5
1408 Bonus vir est, qui eo usque perduxit affectum animi, ut non iam peccare non velit, sed etiam non possit.
  Ein guter Mann ist, wer seine Emotionalit├Ąt soweit entwickelt hat, dass er sich nicht nur nicht mehr verfehlen will, sondern es nicht mehr kann.
  Ps.Sen.mor.
1065 Bos hic non comedat, qui iam iuga ferre recusat.
  Der Ochse, der sich weigert, das Joch zu tragen, soll auch nicht fresse. (Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.)
  vulgo
1409 Brevissima ad divitias per contemptum divitiarum via est.
  Verachtung des Reichtums f├╝hrt auf dem k├╝rzesten Weg zum Reichtum.
  Sen.epist.62,3
1410 Calamitas virtutis occasio est.
  Ein Ungl├╝ck ist Gelegenheit zur Tugend.
  Sen.dial.1,4,6
1411 Calamitosus est animus futuri anxius.
  Ungl├╝cklich ist, wer vor der Zukunft Angst hat.
  Sen.epist.98,6
1431 Caseus et panis sunt optima fercula sanis.
  K├Ąs und Brot macht Wangen rot (das ges├╝ndeste Mahl).
  vulgo
1954 Cenemus! hoc est ius cenae
  Essen wir! So will es das Recht der Tafel.
  Petron.35,7
1412 Circuit fatum, et si quid diu praeteriit, repetit; quaedam rarius sollicitat, saepius quaedam, nihil immune esse et innoxium sinit.
  Das Schicksal geht im Kreis und holt zur├╝ck, was es lange ├╝bergangen hat; einiges setzt es seltener in Gang, anderes h├Ąufiger, nichts l├Ąsst es unbehelligt und unangefochten.
  Sen.nat.6,1,13
1312 Claritate solis, quidquid sine illo luceret, absconditur.
  Durch die Helligkeit wird alles, was sonst leuchtet, ├╝berstrahlt.
  Sen.epist.92,17
1713 Claudite iam rivos, pueri: sat prata biberunt.
  Knaben, verschlie├čt jetzt die Rinnen: satt haben die Wiesen getrunken!
  Verg.ecl.3,111
1413 Clementia est temperantia animi in potestate ulciscendi vel lenitas superioris adversus inferiorem in constituendis poenis.
  Milde ist M├Ą├čigung in der Strafgewalt oder Zur├╝ckhaltung des Vorgesetzten gegen├╝ber dem Untergebenen bei der Festsetzung von Strafen.
  Sen.clem.2,3
1414 Clementia liberum arbitrium habet; non sub formula, sed ex aequo et bono iudicat; et absolvere illi licet et, quanti vult, taxare litem.
  Die Milde kann frei entscheiden; sie urteilt nicht nach einer Rechtsformel, sondern nach Billigkeit und G├╝te; sie kann freisprechen und die Strafe so hoch ansetzen, sie will.
  Sen.clem.2,5,2
1200 Clepsydram non extremum stilicidium exhaurit.
  Es ist nicht der letzte Tropfen, der die Wasseruhr leer macht.
  Sen.epist.24,20
1037 Cloacas Augiae purgare.
  Die St├Ąlle des Augeias ausmisten (s├Ąubern). (Eine Herkulesarbeit verrichten.)
  Sen.apocol.7,5
1415 Cogita quantum boni opportuna mors habeat, quam multis diutius vixisse nocuerit.
  Bedenke, wie viel Gutes ein zeitiger Tod mit sich bringt, wie vielen es schon geschadet hat, l├Ąnger zu leben.
  Sen.dial.6,20,4
1416 Cogita, quantum nobis exempla bona prosint: scies magnorum virorum non minus praesentiam esse utilem quam memoriam.
  Bedenke, wie viel uns gute Vorbilder n├╝tzen: du wirst begreifen, dass die Gegenwart guter M├Ąnner nicht weniger n├╝tzlich ist als die Erinnerung an sie.
  Sen.epist.102,30
1417 Cogitandum est, quanto levior dolor sit non habere quam perdere.
  Man muss bedenken, wie viel leichter es ist, etwas nicht zu haben als es einzub├╝├čen.
  Sen.dial.9,8,2
1161 Complectamur senectutem et amemus: plena est voluptatis, si illa scias uti.
  Hei├čen wir dieses Alter willkommen, halten wir es lieb und wert! Es ist reich an Genuss, wenn wir es zu nutzen wissen.
  Sen.epist.12,4
2020 Confessae inperitiae summa prudentia est
  Im Gest├Ąndnis der Unwissenheit liegt die Summe der Weisheit
  Min.Fel.13,2
1418 Considera, quae sint, quae hominem in perniciem hominis instigent: invenies spem, invidiam, odium, metum, contemptum.
  ├ťberlege, was Menschen dazu bringt, einen Menschen zu vernichten: finden wirst du Hoffnung, Neid, Hass, Furcht, Verachtung.
  Sen.epist.105,1
1419 Consortium rerum omnium inter nos facit amicitia.
  Teilhabe an allen Dingen (Gemeinschaft in Freud und Leid) macht uns zu Freunden.
  Sen.epist.48,2
1420 Consuetudo rebus affert constantiam.
  Gew├Âhnung verleiht den Dingen Best├Ąndigkeit.
  Sen.dial.9,1,3
1421 Contemnere aliquis omnia potest, omnia habere nemo potest.
  Verachten kann einer alles, alles haben kann keiner.
  Sen.epist.62,3
1839 Contemni turpe est, legem donare superbum.
  Schm├Ąhlich, verachtet zu werden, doch stolz, die Strafe erlassen.
  Petron.18,6
1422 Contemnite paupertatem: nemo tam pauper vivit, quam natus est.
  Verachtet die Armut: keiner lebt so arm, wie er geboren ist.
  Sen.dial.1,6,6
1423 Contemptum periculorum adsiduitas periclitandi dabit.
  Das Andauern einer Gef├Ąhrdung l├Ąsst die Gefahr missachten (macht sorglos gegen├╝ber der Gefahr).
  Sen.dial.1,4,12
1424 Contenti simus inventis, aliquid veritati et posteri conferant.
  Lass(t) uns mit dem zufrieden sein, was wir gefunden haben; auch unsere Nachkommen m├Âgen zur Wahrheitsfindung etwas beitragen.
  Sen.nat.7,25,7
1425 Contra aquam remigare.
  Gegen den Strom rudern (schwimmern).
  Sen.epist.122,19
1426 Contrariis rerum aeternitas constat.
  Die Ewigkeit besteht in der Gegens├Ątzlichkeit der Dinge.
  Sen.epist.107,8
1427 Copia ciborum subtilitas animi impeditur.
  Unter der F├╝lle des Essens leidet der Scharfsinn. Die Menge der Speisen behindert den Einfallsreichtum.
  Sen.epist.15,3
1428 Corpori ad tempus bona valetudo est; quam medicus, etiam si reddidit, non praestat.
  Der K├Ârper erfreut sich seiner Gesundheit nur auf Zeit; auch wenn sie der Arzt wieder herstellt, kann er sie nicht garantieren.
  Sen.epist.72,6
1307 Corpus natura ut quandam vestem animo circumdedit; velamentum eius est.
  Den K├Ârper hat die Natur wie ein Gewand der Seele umgelegt; er ist ihre H├╝lle.
  Sen.epist.92,13
1198 Cotidie morimur.
  Wir sterben t├Ąglich.
  Sen.epist.24,20
1175 Crastinum si adiecerit deus, laeti recipiamus.
  F├╝gt die Gottheit den morgigen Tag noch hinzu, wollen wir ihn fr├Âhlich annehmen!
  Sen.epist.12,9
69 credo, quia absurdum est
  ich glaube, weil es abwegig ist
  *Tert.carn.5
1429 Crescit animus, quotiens coepti magnitudinem attendit.
  Der Geist w├Ąchst, sooft er der Gr├Â├če seines Vorhabens gewahr wird.
  Sen.nat.3,pr.4
1141 Cui cum paupertate bene convenit, dives est.
  Wer mit seiner Armut sich gut vertr├Ągt, ist reich.
  Sen.epist.4,11
1332 Cui virtus animusque in corpore praesens, hic deos aequat, illo tendit originis suae memor.
  Wem Kraft beiwohnt und ein fertiger Mut in dem Herzen, der steht den G├Âttern gleich; dorthin strebt er seines Ursprungs eingedenk.
  Sen.epist.92,30 (Verg.Aen.5,363)
1154 Cum his versare, qui te meliorem facturi sunt!
  Verkehre mit Leuten, die dich besser machen!
  Sen.epist.7,8
1621 Cupiditatum finis etiam ad timoris remedia proficit.
  Das Aufh├Âren der Begierden geh├Ârt auch zu den Mitteln gegen die Furcht.
  Hekaton bei Sen.epist.5,7
1051 Currus bovem trahit.
  Der Wagen zieht den Ochsen.
  vulgo
1574 Decreta sunt, quae muniant, quae securitatem nostram tranquillitatemque tueantur, quae totam vitam totamque rerum naturam simul contineant.
  Die Lehrs├Ątze sind es, die uns st├╝tzen, die unsere Sicherheit und Ruhe verb├╝rgen, die das ganze Leben und die ganze Natur zugleich umfassen.
  Sen.epist.95,12.
1164 Deditos vino potio extrema delectat.
  Dem Zecher schmeckt der letzte Schluck am besten.
  Sen.epist.12,4
1622 Desines timere, si sperare desieris.
  Du wirst aufh├Âren, zu f├╝rchten, wenn du aufgeh├Ârt hast, zu hoffen.
  Sen.epist.5,7
1587 Deum colit, qui novit.
  Gott verehrt, wer ihn kennt.
  Sen.epist.95,47
1577 Di boni, quantum hominum unus venter exercet!
  Gute G├Âtter! Welche Schar von Menschen setzt ein einziger Bauch in Trab!
  Sen.epist.95,24
1582 Di immortales nullam didicere virtutem: cum omni editi et pars naturae eorum est bonos esse.
  Die unsterblichen G├Âtter haben keine Tugend erlernt, (sondern) sind mit jeder geboren und gut zu sein ist ein Teil ihrer Natur.
  Sen.epist.95,36
1589 Di nec accipere iniuriam queunt nec facere.
  Die G├Âtter k├Ânnen weder Unrecht erleiden, noch zuf├╝gen.
  Sen.epist.95,49
1299 Die non est contentus, nisi aliquis igniculus adluxerit.
  Er ist mit dem Tageslicht nicht zufrieden, wenn nicht noch ein L├Ąmpchen dazu leuchtet.
  Sen.epist.92,5
1128 Difficile est animum perducere ad contemptionem animae.
  Schwer ist es, die Seele dazu zu bringen, das Lebens zu verachten!
  Sen.epist.4,4
1330 Dis inmortalibus solis et virtus et beata vita contigit, nobis umbra quaedam illorum bonorum et similitudo; accedimus ad illa, non pervenimus.
  Den unsterblichen G├Âttern ist allein Tugend und gl├╝ckliches Leben zuteil geworden, uns nur ein Abbild und ein Schatten von jenen G├╝tern: wir n├Ąhern uns ihnen, aber wir erreichen sie nicht.
  Sen.epist.92,26
1119 Distringit librorum multitudo.
  Die Menge der B├╝cher zerstreut.
  Sen.epist.2,3
221 Dum alterum vitium devitat, incidebat in alterum
  W├Ąhrend er den einen Fehler zu vermeiden suchte, geriet er in den anderen.
  Sen.contr.7 (praef.4)
1107 Dum differtur vita, transcurrit.
  Indem man das Leben verschiebt, eilt es vor├╝ber.
  Sen.epist.1,3
1584 Eadem aut turpia sunt aut honesta: refert, quare aut quemadmodum fiant.
  Die selbe Sache ist bald schimpflich, bald ehrenvoll; es kommt darauf an, weshalb und wie sie geschieht.
  Sen.epist.95,43
1209 Ecquis exitus est melior quam in finem suum natura solvente dilabi?
  Welcher Ausgang w├Ąre denn besser, als allm├Ąhlich, durch nat├╝rliche Aufl├Âsung, in sein Ende zu versinken?
  Sen.epist.26,4
1215 Egregia res est mortem condiscere.
  Es ist eine herrliche Sache sterben zu lernen.
  Sen.epist.26,8 (nach Epikur)
1609 Erras, si quicquam ab iis praesidii speres, qui suis rebus diffidant.
  Man irrt, wenn man von denen Hilfe erwarte, die sich selbst nicht zu helfen wissen.
  nach Caes.Gall.5,41,5
1212 Est oratio etiam timidissimis audax.
  Auch der Verzagteste spricht oft in k├╝hner Rede.
  Sen.epist.26,6
1309 Est quidem sapiens beatus.
  Der Weise ist jedenfalls gl├╝cklich.
  Sen.epist.92,14
1182 Est sine dubio stultum, quia quandoque sis futurus miser, esse iam miserum.
  Es ist unstreitig t├Âricht, weil man vielleicht einmal ungl├╝cklich sein wird, es deswegen jetzt schon zu sein.
  Sen.epist.24,1
1205 Est, ut ad alia, sic etiam ad moriendum inconsulta animi inclinatio.
  Es gibt, wie zu anderen Dingen, so auch zum Sterben einen un├╝berlegten Hang.
  Sen.epist.24,25
1010 Et avaritiam et ambitionem et cetera mala mentis humanae tunc perniciosissima scias esse, cum simulata sanitate subsidunt.
  Wisse, dass Habsucht, Ehrgeiz und alle ├╝brigen Gebrechen des menschlichen Herzens gerade dann am gef├Ąhrlichsten sind, wenn sie sich hinter einer erheuchelten Gesundheit verstecken.
  Sen.epist.56,10
1605 Et sine radice inutiles rami sunt et ipsae radices iis, quae genuere, adiuvantur.
  Die Zweige sind unn├╝tz ohne Wurzel und die Wurzeln selbst werden durch das gef├Ârdert, was sie erzeugt haben.
  Sen.epist.95,64
1571 Etiam si recte faciunt, nesciunt facere se recte.
  Manche wissen auch gar nicht, dass sie recht tun, auch wenn sie es tun.
  Sen.epist.95,5.
1604 Ex inimico cogita fieri posse amicum, in illo amorem incites, in hoc odium modereris!
  Bedenke, dass aus einem Feind ein Freund werden kann, entfache in jenem die Liebe, beschwichtige in diesem den Hass.
  Sen.epist.95,63
1596 Ex naturae imperio paratae sint iuvandis manus.
  Nach dem Befehl der Natur sollen die H├Ąnde f├╝r die Hilfsbed├╝rftigen bereit sein.
  Sen.epist.95,52
1145 Exitus pugnantium mors est.
  Das Ende f├╝r alle K├Ąmpfende musst der Tod sein.
  Sen.epist.7,4
1149 Facile transitur ad plures.
  Leicht tritt man zur Mehrheit ├╝ber.
  Sen.epist.7,6
1387 Facilius inter philosophos quam inter horologia conveniet.
  Eher werden noch die Philosophen ├╝bereinstimmen als die Uhren.
  Sen.apocol.2,2
1120 Fastidientis stomachi est, multa degustare.
  Es verr├Ąt einen verdorbenen Magen, an vielem herumzukosten.
  Sen.epist.2,4
1146 Ferro et igne res geritur.
  Mit Feuer und Schwert geht man zu Werke.
  Sen.epist.7,4
1373 Ferrum meum in igne est.
  Mein Eisen ist im Feuer.
  Sen.apocol.9,6
1601 Folia per se virere non possunt, ramum desiderant, cui inhaereant, ex quo trahant sucum.
  Bl├Ątter k├Ânnen f├╝r sich allein nicht gr├╝nen, sondern verlangen einen Zweig, an dem sie h├Ąngen, aus dem sie den Saft ziehen k├Ânnen.
  Sen.epist.95,59
1616 Frugalitatem exigit philosophia, non poenam.
  Gen├╝gsamkeit verlangt die Philosophie, nicht Selbstqual.
  Sen.epist.5,5
89 gallus in sterquilino suo plurimum potest.
  der Hahn ist auf seinem Misthaufen K├Ânig. (Schuster bleib bei deinem Leisten!)
  Sen.apocol.7,3
1572 Grammaticus non erubescet soloecismo, si sciens fecit, erubescet, si nesciens.
  Ein Grammatiker wird nicht ├╝ber einen Fehler err├Âten, wenn er ihn mit Wissen macht, er wird (aber) err├Âten, wenn er ihn ohne Wissen gemacht hat.
  Sen.epist.95,9.
92 gratia pro rebus merito debetur inemptis.
  Dank schuldet man zu Recht f├╝r Dinge, die man nicht hat kaufen m├╝ssen.
  Ov.am.1,10,43
1162 Gratissima sunt poma, cum fugiunt.
  Die Fr├╝chte schmecken am s├╝├česten, wenn sie zu Ende gehen.
  Sen.epist.12,4
1598 Habeamus: in commune nati sumus.
  Halten wir (die ├ťberzeugung) fest: Wir sind zur Gemeinschaft geboren.
  Sen.epist.95,53
1251 Habitus animi non erit in optimo, nisi totius vitae leges perceperit et, quid de quoque iudicandum sit, exegerit, nisi res ad verum redegerit.
  Mit der Geisteshaltung wird es nicht zum besten stehen, wenn sie nicht die Gesetze des gesamten Lebens verinnerlicht, sich ein umfassendes Urteilsverm├Âgen gebildet und wenn es nicht die Dinge auf ihren wahren Kern zur├╝ckgef├╝hrt hat.
  Sen.epist.95,57
1366 Haec individua bona, pax et libertas, ea tam omnium tota quam singulorum sunt.
  Diese unteilbaren G├╝ter, Frieden und Freiheit, geh├Âren ungeteilt ebenso allen insgesamt wie jedem einzelnen.
  Sen.epist.73,8
1316 Hoc adversus virtutem possunt calamitates et damna et iniuriae, quod adversus solem potest nebula.
  Gegen die Tugend verm├Âgen Ungl├╝cksf├Ąlle, Verluste, Misshandlungen ebenso viel, wie ein Nebel gegen die Sonne.
  Sen.epist.92,18
1130 Hoc cotidie meditare, ut possis aequo animo vitam relinquere!
  Das sei dein t├Ągliches Trachten, wie du mit Gleichmut dein Leben verlassen kannst.
  Sen.epist.4,5
1614 Hoc primum philosophia promittit, sensum communem, humanitatem et congregationem.
  Normale Lebensweise und freundlichen Verkehr mit den Menschen fordert die Philosophie vor allem. Das erste, was die Philosophie verspricht ist leutselige Gesinnung (gesunder Menschenverstand), Menschenfreundlichkeit und Geselligkeit.
  Sen.epist.5,4
1153 Homines, dum docent, discunt.
  Man lernt, indem man lehrt.
  Sen.epist.7,8
1597 Homo sum, humani nihil a me alienum puto.
  Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches acht' ich mir fremd.
  Ter.Haut.77. Sen.epist.95,53
1122 Honesta res est laeta paupertas.
  Es ist etwas Ehrenvolles um die vergn├╝gte Armut.
  Sen.epist.2,5 (nach Epikur)
1199 Hunc ipsum, quem agimus, diem cum morte dividimus.
  Selbst diesen Tag, an dem wir leben, teilen wir mit dem Tod.
  Sen.epist.24,20
1613 Id agamus, ut meliorem vitam sequamur quam vulgus, non, ut contrariam.
  Unser Bestreben muss sein, eine bessere Lebensweise zu haben als die Menge, aber nicht eine entgegengesetzte.
  Sen.epist.5,3
1291 Id unum bonum est, quod numquam defringitur.
  Das ist allein gut, was nie Abbruch erleidet.
  Sen.epist.92,2
1280 Idem est beate vivere et secundum naturam.
  Gl├╝cklich leben hei├čt naturgem├Ą├č leben.
  Sen.dial.7,8,2
1311 Igniculus nihil confert lumini solis.
  Das Licht eines L├Ąmpchens vermehrt den hellen Sonnenschein nicht.
  Sen.epist.92,17
1288 Illa divina ratio omnibus praeposita est, ipsa sub nullo est; et haec autem nostra eadem est, quae ex illa est.
  Jene g├Âttliche Vernunft steht ├╝ber allem, selbst ist sie keinem anderen untergeordnet; ebenso auch unsere Vernunft, die aus jener ist.
  Sen.epist.92,1
1284 Illa maxima medicorum exclamatio est: vitam brevem esse, longam artem.
  Sehr weit verbreitet ist jener Ausruf der ├ärzte, dass das Leben kurz, die Kunst aber lang sei.
  Sen.dial.10,1,1
1220 Illa tranquillitas vera est, in quam bona mens explicatur.
  Jene Ruhe ist die wahre, die sich ├╝ber ein reines Gem├╝t verbreitet.
  Sen.epist.56,6
1176 Ille beatissimus est et securus sui possessor, qui crastinum sine sollicitudine exspectat.
  Der ist der gl├╝cklichste, sorgenfreieste Besitzer seiner selbst, der den Morgen ohne Unruhe erwartet.
  Sen.epist.12,9
1155 Illos admitte, quos tu potes facere meliores!
  Lass solche Leute sich dir anschlie├čen, die du besser machen kannst.
  Sen.epist.7,8
2029 Impunitas peccatorum data videtur eis, qui ignominiam et infamiam ferunt sine dolore; morderi est melius conscientia.
  Die scheinen f├╝r ihre Verfehlungen straffrei zu bleiben, die unter Schmach und Entehrung nicht leiden. Besser sind Gewissensbisse.
  Cic.Tusc.4,45,2
231 in eodem valetudinario iaceo
  ich liege im gleichen Krankenhaus (leide an dem selben ├ťbel)
  Sen.ep.27,1 (Tac.dial.21)
1289 In hoc uno positam est beata vita, ut in nobis ratio perfecta sit.
  Das gl├╝ckselige Leben h├Ąngt einzig davon ab, ob die Vernunft in uns vollkommen ist.
  Sen.epist.92,2
1606 In philosophia arcana illa admissis receptisque in sacra ostenduntur.
  In der Philosophie werden jene Geheimnisse (nur) denen offenbart, die in die heilige Gemeinschaft zugelassen und aufgenommen sind.
  Sen.epist.95,64
1213 Incertum est, quo loco te mors expectet; itaque tu illam omni loco expecta!
  Es ist ungewiss, wo der Tod Dich erwartet; darum erwarte Du ihn allenthalben!
  Sen.epist.26,7
1620 Infirmi animi est, pati non posse divitias.
  Den Reichtum nicht ertragen zu k├Ânnen, ist eine Schw├Ąche.
  Sen.epist.5,6
1142 Inimica est multorum conversatio.
  Feindlich wirkte der Verkehr in der Menge.
  Sen.epist.7,2
102 integer vitae scelerisque purus
  unbescholtenen Lebens und frei von Schuld
  Hor.c.1,22,1
1568 Interdum enixe petimus id, quod recusaremus, si quis offerret.
  Zuweilen bitten wir inst├Ąndig um etwas, was wir zur├╝ckweisen w├╝rden, wenn es uns jemand anb├Âte.
  Sen.epist.95,1.
1221 Interdum quies inquieta est.
  Bisweilen ist die Ruhe unruhig.
  Sen.epist.56,6
1160 Introrsus bona tua spectent!
  Nach innen sollen deine Vorz├╝ge schauen!
  Sen.epist.7,11
1612 Intus omnia dissimilia sint, frons populo nostra conveniat.
  Inwendig muss alles ganz anders sein; unser Aussehen aber muss der Welt konform sein.
  Sen.epist.5,3
1193 Ipsae voluptates in tormenta vertuntur.
  Selbst Vergn├╝gungen wandeln sich in Qualen.
  Sen.epist.24,16
1292 Is est beatus, quem nulla res minorem facit; tenet summa, et ne ulli quidem nisi sibi innixus.
  Der allein ist gl├╝cklich, den nichts kleiner macht; er behauptet die h├Âchste Stellung, auf nichts gest├╝tzt als auf sich selbst.
  Sen.epist.92,2
1390 Iste mera mendacia narrat.
  Der da erz├Ąhlt reine L├╝gen.
  Sen.apocol.6,1
1191 Iube conticiscere gemitus et exclamationes!
  Hei├če die Seufzer und Jammerrufe schweigen!
  Sen.epist.24,14
1166 Iucundissima est aetas devexa iam, non tamen praeceps.
  Das angenehmste Lebensalter ist das, welches sich schon abw├Ąrts neigt, doch noch nicht j├Ąhlings st├╝rzt.
  Sen.epist.12,5
1561 Latrunculis ludimus. In supervacuis subtilitas teritur: non faciunt bonos ista sed doctos.
  Wir spielen mit Steinchen; wir verwenden viel Scharfsinn auf ganz unn├Âtige Dinge. Dergleichen macht nicht tugendhaft, sondern h├Âchstens gelehrt.
  Sen.epist.106,11
1137 Lex autem nobis terminos statuit: Non esurire, non sitire, non algere.
  Das Gesetz der Natur hat uns als Grenzen bestimmt, nicht zu hungern, nicht zu d├╝rsten, nicht zu frieren.
  Sen.epist.4,10
1032 Magna promisisti, exigua video.
  Gro├če Versprechungen, wenig zu sehen.(Viel Geschrei und wenig Wolle.)
  Sen.ep.109,16
1592 Magna scilicet laus est, si homo mansuetus homini est.
  Ein gro├čes Lob freilich ist es, wenn ein Mensch dem anderen gewogen ist!
  Sen.epist.95,51
1136 Magnae divitiae sunt lege naturae composita paupertas.
  Gro├čem Reichtum gleich ist eine nach dem Gesetz der Natur geordnete Armut.
  Sen.epist.4,10
1336 Magnus erat (animo) labor ire in caelum: redit.
  Es w├Ąre (f├╝r die Seele) eine gro├če Aufgabe, in den Himmel zu gehen; sie geht nur dahin zur├╝ck.
  Sen.epist.92,31
1147 Mala exempla in eos redundant, qui faciunt.
  B├Âse Beispiele wirken auf diejenigen zur├╝ck, die sie geben.
  Sen.epist.7,5
1151 Malignus comes quamvis candido et simplici rubiginem suam adfricuit.
  Ein b├Âsartiger Gef├Ąhrte setzt auch an der reinsten und einfachsten Seele seinen Rost ab.
  Sen.epist.7,7
1178 Malum est in necessitate vivere, sed in necessitate vivere necessitas nulla est.
  Es ist ein ├ťbel, in Not zu leben; aber in Not zu leben ist nie Not.
  Sen.epist.12,10
1392 Manus manum lavat.
  Eine Hand w├Ąscht die andere.
  Sen.apocol.9,6; Petron.45,13
1214 Meditare mortem!
  Bereite Dich auf den Tod vor! (Lebe im Bewusstsein des Todes!)
  Sen.epist.26,8 (nach Epikur)
1106 Minus ex crastino pendebis, si hodierno manum inieceris.
  Ergreife den heutigen Tag, so wirst Du weniger von dem morgigen abh├Ąngen.
  Sen.epist.1,2
1168 Molestum est mortem ante oculos habere.
  Es ist l├Ąstig, den Tod so nahe vor sich zu sehen.
  Sen.epist.12,6
1225 Morbi tunc ad sanitatem inclinant cum ex abdito erumpunt ac vim sui proferunt.
  Krankheiten neigen sich zur Besserung, wenn sie aus dem Verborgenen hervorbrechen und ihre Starke offenbaren.
  Sen.epist.56,10
1127 Mors ad te venit: timenda erat, si tecum esse posset.
  Der Tod kommt zu dir; zu f├╝rchten w├Ąre er, wenn er bei dir sein k├Ânnte.
  Sen.epist.4,3
1201 Mors non una venit, sed, quae rapit ultima, mors est.
  Nicht nur ein Tod kommt, Tod ist, der uns hinrafft als letzer.
  Sen.epist.24,21
1626 Multa bona nostra nobis nocent.
  Mancher unserer Wesensvorz├╝ge bringt uns Schaden.
  Sen.epist.5,9 dictM.
1569 Multa videri volumus velle, sed nolumus.
  Bei vielen wollen wir scheinen, es zu w├╝nschen, w├╝nschen es aber nicht (wirklich).
  Sen.epist.95,2.
1186 Multum fuit Carthaginem vincere, sed amplius mortem.
  Es war ein Gro├čes, ├╝ber Karthago zu siegen; noch gr├Â├čer ist es, ├╝ber den Tod.
  Sen.epist.24,10
1315 Multum interest, utrum aliquid obstet tantum an inpediat.
  Es ein gro├čer Unterschied ist, ob etwas sich nur entgegenstellt oder aufh├Ąlt.
  Sen.epist.92,17
1595 Natura aequum iustumque composuit.
  Die Natur hat Billigkeit und Gerechtigkeit gegr├╝ndet.
  Sen.epist.95,52
1305 Natura enim homo mundum et elegans animal est.
  Von Natur ist der Mensch ein reines und sauberes Wesen.
  Sen.epist.92,12
1594 Natura nos cognatos edidit, cum ex isdem et in eadem gigneret; haec nobis amorem indidit, mutuum et sociabiles fecit.
  Die Natur hat uns als Verwandte erschaffen, da Sie uns aus demselben Stoff und demselben Zweck hervorbrachte. Sie hat uns gegenseitige Liebe eingepflanzt und uns gesellig gemacht.
  Sen.epist.95,52
1308 Nec bonum nec malum vagina gladium facit.
  Ein Schwert wird durch seine Scheide weder gut noch schlecht.
  Sen.epist.92,13
1375 Nec cor nec caput habet.
  Er hat weder Herz noch Kopf.
  Sen.apocol.8,1
1133 Neminem eo fortuna provexit, ut non tantum illi minaretur, quantum permiserat.
  Keinen hat das Gl├╝ck so hoch gestellt, dass es ihm nicht ebenso vieles drohte, als es gew├Ąhrte.
  Sen.epist.4,7
1560 Neminem res sequuntur: ipsi illas amplexantur et argumentum esse felicitatis occupationem putant.
  Nicht die Gesch├Ąfte laufen uns nach: wir selber h├Ąngen uns an sie und meinen, es sei ein Zeichen von Gl├╝ck, immer recht besch├Ąftigt zu sein.
  Sen.epist.106,1
1389 Nemo felicitatis suae obliviscitur.
  Niemand vergisst, was ihn gl├╝cklich macht.
  Sen.apocol.5,1
1180 Nemo in vita teneri potest: calcare ipsas necessitates licet.
  Niemand kann im Leben gehalten werden: die Not selbst k├Ânnen wir niedertreten.
  Sen.epist.12,10
1333 Nemo inprobe eo conatur ascendere, unde descenderat.
  Niemand m├╝ht sich verwerflich, dorthin emporzusteigen, von wo er herabstieg.
  Sen.epist.92,30
1338 Nemo liber est, qui corpori servit.
  Niemand ist frei, der dem K├Ârper dient.
  Sen.epist.92,33
1195 Nemo tam puer est, ut Cerberum timeat.
  Niemand ist Kind genug, sich vor dem Kerberos zu f├╝rchten.
  Sen.epist.24,18
1169 Nemo tam senex est, ut improbe unum diem speret.
  Niemand ist so alt, dass es ihm Frevel w├Ąre, noch auf einen Tag zu hoffen.
  Sen.epist.12,6
1628 Nemo tantum praesentibus miser est.
  Niemand ist nur wegen dem Gegenw├Ąrtigen (durch die Gegenwart) ungl├╝cklich.
  Sen.epist.5,9
1115 Nihil aeque sanitatem inpedit quam remediorum crebra mutatio.
  Nichts hindert so sehr die Genesung als h├Ąufiger Wechsel der Arzneien.
  Sen.epist.2,3
1969 Nihil est melius quam de cubiculo recta in triclinium ire.
  Nichts ist besser, als geradewegs vom Bette zu Tisch zu gehen.
  Petron.41,10
1600 Nihil liquet incertissimo regimine utentibus, fama.
  Denen, die sich der unsichersten F├╝hrerin, der (├Âffentlichen) Meinung, ├╝berlassen, ist nichts klar.
  Sen.epist.95,58
1008 Nihil tam certum est quam otii vitia negotio discuti.
  Nichts ist so gewiss, als dass die Laster der Unt├Ątigkeit durch T├Ątigkeit vertrieben werden.
  Sen.epist.56,9
1118 Nihil tam utile est, ut in transitu prosit.
  Es gibt nichts so Wirksames, dass es im Vorbeigehen n├╝tzte.
  Sen.epist.2,3
237 nolens volens
  nicht wollend oder wollen (auf jeden Fall)
  Sen.ep.7,111; Sen.contr.9,3,8)
1134 Noli tranquillitati confidere!
  Traue nicht der Windstille!
  Sen.epist.4,7
1624 Non ad praesentia aptamur, sed cogitationes in longinqua praemittimus.
  Wir leben zu wenig in der Gegenwart, wir schweifen mit unseren Gedanken zu weit hinaus ins Ferne, K├╝nftige.
  Sen.epist.5,8
1117 Non convalescit planta, quae saepe transfertur.
  Die Pflanze erstarkt nicht, die h├Ąufig versetzt wird.
  Sen.epist.2,3
1310 Non est miser vir bonus, quamvis omnibus prematur incommodis.
  Der rechtschaffener Mann ist nicht ungl├╝cklich, auch wenn alles Ungemach ihn dr├╝ckt.
  Sen.epist.92,16
1156 Non est, quod timeas, ne operam perdideris, si tibi didicisti.
  Du darfst nicht f├╝rchten, deine M├╝he verloren zu haben, wenn du etwas f├╝r dich gelernt hast.
  Sen.epist.7,9
1285 Non exiguum tempus habemus, sed multum perdimus.
  Wir haben nicht wenig Zeit, sondern vergeuden viel.
  Sen.dial.10,1,3
1189 Non hominibus tantum sed rebus persona demenda est et reddenda facies sua.
  Nicht nur den Menschen, auch den Dingen muss man die Maske herunterziehen und ihr eigenes Gesicht zur├╝ckgeben.
  Sen.epist.24,13
1376 Non posse videtur muscam excitare.
  Er kann scheinbar (anscheinend) keiner Fliege etwas zuleide tun (keine M├╝cke verjagen).
  Sen.apocol.10,3
1321 Non potest sapiens ex beato in miserum decidere.
  Der Weise kann nicht aus dem Gl├╝ck ins Ungl├╝ck versinken.
  Sen.epist.92,23
1283 Non praestant philosophi, quae loquuntur.
  Die Philosophen leisten nicht, was sie sagen (lehren).
  Sen.dial.7,
1114 Non prodest cibus nec corpori accedit, qui statim sumptus emittitur.
  Keine Speise ist verdaulich und geht in den K├Ârper ├╝ber, die sogleich nach dem Genuss wieder abgeht.
  Sen.epist.2,3
1583 Non promittet se talem in perpetuum, qui bonus casu est.
  Wer (nur) durch Zufall gut ist, l├Ąsst nicht erwarten, dass er es f├╝r immer ist.
  Sen.epist.95,39
1580 Non pudet homines, mitissimum genus, gaudere sanguine alterno et bella gerere gerendaque liberis tradere, cum inter se etiam mutis ac feris pax sit.
  Die Menschen, die sanfteste Art (von Gesch├Âpfen), sch├Ąmen sich nicht, sich gegenseitig an ihrem Blut zu letzen, Kriege zu f├╝hren und diese ihren Kindern zu hinterlassen, w├Ąhrend selbst unter vernunftlosen und wilden Tieren Frieden herrscht.
  Sen.epist.95,31
1109 Non puto pauperem, cui, quantulumcumque superest, sat est.
  Ich halte den nicht f├╝r arm, dem das wenige gen├╝gt, das er ├╝brig hat.
  Sen.epist.1,5
1588 Non quaerit ministros deus: ipse humano generi ministrat, ubique et omnibus praesto est.
  Die Gottheit braucht (sucht) keine Diener: sie dient selbst dem Menschengeschlecht, sie ist ├╝berall und allen zur Hilfe bereit.
  Sen.epist.95,47
1123 Non qui parum habet, sed qui plus cupit, pauper est.
  Nicht wer wenig hat, sondern wer mehr begehrt, ist arm.
  Sen.epist.2,6
1197 Non repente in mortem incidimus sed minutatim procedimus.
  Wir versinken nicht pl├Âtzlich in den Tod, sondern r├╝cken ihm allm├Ąhlich entgegen.
  Sen.epist.24,19
1377 Non semper Saturnalia erunt.
  Die Saturnalien werden nicht ewig dauern. Es wird nicht immer Fassnacht sein.
  Sen.apocol.12,2
1208 Non subito inpulsi ac prostrati sumus: carpimur, singuli dies aliquid subtrahunt viribus.
  Wir werden nicht mit einem Schlag hingestreckt: wir werden st├╝ckweise weniger; jeder Tag entzieht uns etwas von unseren Kr├Ąften.
  Sen.epist.26,4
1116 Non venit vulnus ad cicatricem, in quo medicamenta temptantur.
  Die Wunde vernarbt nicht, an der viele Mittel versucht werden.
  Sen.epist.2,3
1328 Non video, quomodo non in imum agatur e fastigio suo deiecta virtus.
  Ich sehe nicht, wie die Tugend, nicht in die unterste Tiefe versinken sollte, sobald sie einmal von ihrem Gipfel gest├╝rzt ist.
  Sen.epist.92,26
1625 Nos et venturo torquemur et praeterito.
  Wir qu├Ąlen uns sowohl mit der Zukunft als auch mit der Vergangenheit.
  Sen.epist.5,9
1564 Nos, ut cetera in supervacuum diffundimus, ita philosophiam ipsam.
  Wie alles ├╝brige, so ├╝bertreiben wir auch die Philosophie.
  Sen.epist.106,12.
1219 Nulla placida est quies, nisi quam ratio composuit.
  Es gibt keine liebliche Ruhe au├čer der, in die uns die Vernunft versenkt.
  Sen.epist.56,6
1129 Nulli potest secura vita contingere, qui de producenda nimis cogitat.
  Ein ruhiges Leben wird keinem zuteil, der zu sehr auf seine Verl├Ąngerung denkt.
  Sen.epist.4,4
1132 Nullius rei facilior amissio est, quam quae desiderari amissa non potest.
  Keines Dinges Verlust ist leichter, als dessen, das, wenn es verloren ist, nicht vermisst wird.
  Sen.epist.4,6
1207 Nullius rei finis est, sed in orbem nexa sunt omnia.
  Kein Ding hat ein Ende, alles bewegt sich im Kreise.
  Sen.epist.24,26
1131 Nullum bonum adiuvat habentem, nisi ad cuius amissionem praeparatus est animus.
  Nur das Gut frommt seinem Besitzer, auf dessen Verlust sein Gem├╝t gefasst ist.
  Sen.epist.4,6
1126 Nullum malum magnum, quod extremum est.
  Kein ├ťbel ist gro├č, wenn es das letzte ist.
  Sen.epist.4,3
1222 Numquam vacat lascivire districtis.
  Besch├Ąftigte haben keine Zeit zum Mutwillen.
  Sen.epist.56,9
1185 Numquid accidere tibi, si damnaris, potest durius, quam ut mittaris in exilium, ut ducaris in carcerem?
  Wirst du verurteilt, was kann dir H├Ąrteres begegnen, als in die Verbannung geschickt oder in das Gef├Ąngnis gebracht zu werden?
  Sen.epist.24,3
1184 Numquid ultra quicquam ulli timendum est, quam ut uratur, quam ut pereat?
  Was muss einer mehr f├╝rchten, als dass man ihn auf gl├╝hende Kohlen legt, dass man ihn umbringt?
  Sen.epist.24,2
1112 Nusquam est, qui ubique est.
  Nirgends ist, wer ├╝berall ist.
  Sen.epist.2,2
1593 Omne hoc, quod vides, quo divina atque humana conclusa sunt, unum est; membra sumus corporis magni.
  Dies alles, was du siehst, worin G├Âttliches und Menschliches inbegriffen ist, ist eines: wir sind Glieder eines gro├čen K├Ârpers.
  Sen.epist.95,51
1105 Omnes horas conplectere!
  Halte alle Stunden zusammen!
  Sen.epist.1,2
1559 Omnes vacant, qui volunt.
  Jedermann hat Zeit, wenn er will. (Wo ein Wille, da ein Weg.)
  Sen.epist.106,1
1108 Omnia aliena sunt, tempus tantum nostrum est.
  Alles ist fremdes Eigentum, nur die Zeit ist unser.
  Sen.epist.1,3
1581 Omnia praeter virtutem mutat nomen, modo mala fiunt, modo bona.
  Alles au├čer der Tugend wechselt den Namen und wird bald ein ├ťbel, bald ein Gut.
  Sen.epist.95,35
1009 Omnia vitia in aperto leniora sunt.
  Alle Fehler, die offen hervortreten, sind weniger gef├Ąhrlich.
  Sen.epist.56,10
1224 Omnia vitia in aperto leniora sunt.
  Alle Fehler, die offen hervortreten, sind weniger gef├Ąhrlich.
  Sen.epist.56,10
1962 Oportet etiam inter cenandum philologiam nosse.
  Man muss auch beim Essen mit der Literaturwissenschaft vertraut sein.
  Petron.39,4
1223 Otii vitia negotio discutiuntur.
  Die Laster der Unt├Ątigkeit werden durch T├Ątigkeit vertrieben.
  Sen.epist.56,9
1226 Otiosi videmur, et non sumus.
  Wir scheinen nur ruhig und sind es nicht.
  Sen.epist.56,11
1138 Parabile est, quod natura desiderat et adpositum.
  Leicht zu bekommen und vor uns liegt, was die Natur begehrt.
  Sen.epist.4,10
144 Pares cum paribus facillime congregantur.
  Gleich und gleich gesellt sich gern.
  Cic.sen.3,7
1230 Pastillos Buccillus olet.
  W├╝rzmorsellen verhaucht Bucillus.
  Hor.sat.1,2,27 (Sen.epist.86,13)
1179 Patent undique ad libertatem viae multae, breves, faciles.
  Von allen Seiten f├╝hren der Wege viele zur Freiheit, kurze und leicht zu wandelnde.
  Sen.epist.12,10
1563 Paucis satis est ad mentem bonam uti litteris.
  Zu tugendhafter Gesinnung braucht man nicht viel Wissenschaft.
  Sen.epist.106,12.
1022 Per aspera ad astra.
  Durch Nacht zum Licht.
  vulgo (Sen.Herc.437)
1144 Per voluptatem facilius vitia subrepunt.
  Unter der Erg├Âtzlichkeit beschleichen uns die Laster um so leichter.
  Sen.epist.7,2
1573 Philosophia autem et contemplativa est et activa: spectat simul agitque.
  Die Philosophie aber ist teils beschaulich (theoretisch), teils selbstt├Ątig (praktisch); sie forscht zugleich und handelt.
  Sen.epist.95,10.
246 Plenus venter facile de ieiuniis disputat.
  Ein voller Bauch lobt das Fasten. Ein voller Bauch kann leicht von Fasten reden.
  Hieron.ep.58,2
1432 Plenus venter non studet libenter.
  Ein voller Bauch studiert nicht gern.
  vulgo
1190 Pone ista, quae nos obstupefaciunt!
  Lege ab, was Schauer erregt!
  Sen.epist.24,14
1430 Post cenam stabis vel passus mille meabis.
  Nach dem Essen sollst du stehen oder tausend Schritte gehen.
  vulgo
1567 Postea noli rogare quod inpetrare nolueris!
  In Zukunft bitte um nichts, was du nicht zu erhalten w├╝nschst!
  Sen.epist.95,1.
1617 Potest autem esse non incompta frugalitas.
  Gen├╝gsamkeit muss nicht ungepflegt (unanst├Ąndig) sein.
  Sen.epist.5,5
1891 Praeterita aboleri osculis placet.
  Ein Vers├Âhnungskuss l├Ąsst Vergangenes vergessen.
  Petron.109,4
1303 Prima pars hominis est ipsa virtus; huic committitur inutilis caro et fluida.
  Der erste Teil des Menschen ist die Tugend selbst; an sie kn├╝pft sich ein unn├╝tzes, liederliches Fleisch.
  Sen.epist.92,10 (Poseidonios)
1590 Primus est deorum cultus deos credere; deinde reddere illis maiestatem suam, reddere bonitatem.
  Die erste Verehrung der G├Âtter ist, an G├Âtter zu glauben; sodann ihre Majest├Ąt, ihre G├╝te anzuerkennen.
  Sen.epist.95,50
1607 Proponamus laudanda, invenietur imitator!
  Stellen wir doch das Lobenswerte vor Augen: ein Nachahmer wird sich finden!
  Sen.epist.95,66
1585 Proponamus oportet finem summi boni, ad quem nitamur, ad quem omne factum nostrum dictumque respiciat; veluti navigantibus ad aliquod sidus derigendus est cursus.
  Wir m├╝ssen uns das Ziel des h├Âchsten Gutes vorsetzen, dem wir nachstreben sollen, das jede unserer Handlungen, jedes unserer Worte ber├╝cksichtigen soll, gleich wie die Schiffenden ihren Kurs nach irgendeinem Gestirn zu richten haben.
  Sen.epist.95,45
1615 Propositum nostrum est secundum naturam vivere.
  Unser Prinzip (Vorsatz) ist das naturgem├Ą├če Leben.
  Sen.epist.5,4
1579 Publice iubentur vetata privatim.
  Was im Privatleben verboten ist, wird von Staats wegen geboten.
  Sen.epist.95,30
1163 Pueritiae maximus in exitu decor est.
  Am reizendsten ist der Knabe, der eben aufh├Ârt, Knabe zu sein.
  Sen.epist.12,4
156 Quae fuit durum pati, meminisse dulce est.
  Was hart war zu erleiden, zu erinnern ist es s├╝├č.
  Sen.Her.fur.656
2022 Quae sunt dubia, ut sunt, relinquenda sunt
  Was zweifelhaft ist, soll man lassen, wie es ist
  Min.Fel.13,5
1602 Quaedam aperta sunt, quaedam obscura: aperta, quae sensu conprehenduntur, quae memoria; obscura, quae extra haec sunt. Ratio autem non impletur manifestis: maior eius pars pulchriorque in occultis est.
  Einiges ist klar, einiges dunkel. Klar ist, was mit dem Sinn und Ged├Ąchtnis aufgefasst wird, dunkel, was au├čerhalb dieses Gebietes liegt. Die Vernunft aber begn├╝gt sich nicht mit dem, was augenf├Ąllig ist; ihr gr├Â├čerer und sch├Ânerer Teil hat es mit dem Verborgenen zu tun.
  Sen.epist.95,62
1125 Quaedam ideo minus timenda, quia multum metus adferunt.
  Manches ist eben deswegen weniger zu f├╝rchten, weil es gro├če Furcht erregt.
  Sen.epist.4,3
1313 Quaedam soli quoque opstant.
  Auch der Sonne stellen sich Hindernisse entgegen.
  Sen.epsit.92,17
159 Qualis rex, talis grex.
  Wie der K├Ânig, so die Herde
  (sp├Ąt)
1167 Quam dulce est cupiditates fatigasse ac reliquisse!
  Wie wohltuend, seine Begierden m├╝de gemacht und hinter sich gelassen zu haben!
  Sen.epist.12,5
1231 Quamvis vetus arbustum potest transferri.
  Ein Baum kann, sei er noch so alt, verpflanzte werden.
  Sen.epist.86,14
2021 Quanto inquisitio tardior pergit, tanto veritas fit obscurior
  Die Wahrheit wird in dem Grad dunkler, je langwieriger die Untersuchung fortschreitet
  Simonides bei Min.Fel.13,4
1578 Quare ego ad unam rem manum porrigam? plura veniant simul!
  Warum soll ich nach einer Sache die Hand ausstrecken? Mehreres komme zugleich!
  Sen.epist.95,27
1339 Quem saevitia proiecerit dies condet.
  Wen die Grausamkeit hingeworfen (zu Tod gebracht) hat, den wird die Zeit begraben.
  Sen.epist.92,35 (Maecenas)
1335 Quemadmodum corporum nostrorum habitus erigitur et spectat in caelum, ita animus, cui, in quantum vult, licet porrigi, in hoc a natura rerum formatus est, ut paria dis vellet.
  Wie die Stellung unseres K├Ârpers aufgerichtet ist und nach dem Himmel schaut, so ist auch unsere Seele, die sich ausdehnen kann, so weit sie will, von der Natur dazu geschaffen, dass sie eben das will, was die G├Âtter wollen.
  Sen.epist.92,30
1565 Quemadmodum omnium rerum, sic litterarum quoque intemperantia laboramus: Non vitae sed scholae discimus.
  Mangel an Ma├č ist unser Fehler, in allem, auch in der Literatur; man lernt nur f├╝r die Schule, nicht f├╝r das Leben.
  Sen.epist.106,12.
1293 Qui aliquo auxilio sustinetur potest cadere.
  Wer mit fremder Hilfe sich emporh├Ąlt, kann fallen.
  Sen.epist.92,2
1619 Qui domum intraverit, nos potius miretur quam supellectilem nostram.
  Wer unser Haus betritt, soll weniger unseren Hausrat bewundern als vielmehr uns selbst.
  Sen.epist.5,6
1216 Qui mori didicit, servire dedidicit.
  Wer sterben gelernt hat, hat verlernt, Sklave zu sein.
  Sen.epist.26,10
1320 Quibus potentia non est in peiorem transferendi statum, ne interpellandi quidem optimum.
  Was nicht in eine schlechte Lebensform versetzen kann, kann auch nicht die beste unterbrechen.
  Sen.epist.92,20
1384 Quid di ad homines?
  Warum kommen die G├Âtter zu den Menschen (was wollen die G├Âtter bei den Menschen)?
  Sen.apocol.13,2
1295 Quid est beata vita? securitas et perpetua tranquillitas.
  Was ist gl├╝ckliches Leben? Furchtlosigkeit und bleibende Seelenruhe.
  Sen.epist.92,3
1317 Quid foedius, quid indignius quam comparari veneranda contemptis?
  Was gibt es H├Ąsslicheres und Unw├╝rdigeres, als Ehrw├╝rdiges mit Ver├Ąchtlichem zusammenzustellen?
  Sen.epist.92,19
1228 Quid necesse est diutius torqueri?
  Was ist es Not, sich l├Ąnger zu qu├Ąlen?
  Sen.epist.56,15
1181 Quid necesse est mala accersere, satis cito patienda, cum venerint, praesumere, ac praesens tempus futuri metu perdere?
  Was m├╝ssen wir das Schlimme herbeirufen und, was wir fr├╝h genug zu leiden haben, wenn es einmal da ist, vorausempfinden und uns so die Gegenwart durch die Angst vor der Zukunft verderben?
  Sen.epist.24,1
1297 Quid potest desiderare is, cui omnia honesta contingunt?
  Was kann der vermissen, dem alles sittlich Gute zuteil wird?
  Sen.epist.92,4
1218 Quid prodest totius regionis silentium, si adfectus fremunt?
  Was n├╝tzt die tiefste Stille der ganzen Umgegend, wenn die Leidenschaften brausen?
  Sen.epist.56,5
1210 Quid profecerim, morti crediturus sum.
  Wie weit ich es gebracht habe, muss erst der Tod mir bezeugen.
  Sen.epist.26,5
1319 Quid tam absurdum quam sapientis vitam adpetendam non esse?
  Was k├Ânnte ungereimter sein, als dass die Lebensweise eines Weisen nicht w├╝nschenswert sei?
  Sen.epist.92,20
1203 Quid tam ridiculum quam adpetere mortem, cum vitam inquietam tibi feceris metu mortis?
  Was ist so l├Ącherlich, als nach dem Tod zu verlangen, nachdem man sich durch die Furcht vor dem Tod ein unruhiges Leben gemacht hat?
  Sen.epist.24,23 (nach Epikur)
1298 Quid turpius stultiusve, quam bonum rationalis animi ex inrationalibus nectere?
  Was w├Ąre verkehrter und schimpflicher, als das Gut der vern├╝nftigen Seele an das Unvern├╝nftige zu kn├╝pfen?
  Sen.epist.92,4
1610 Quidquid ambitionem perversa via sequitur, evita.
  Was die Eitelkeit Verkehrtes treibt: das meide!
  Sen.epist.5,2
1192 Quidquid fieri potest, quasi futurum cogitemus.
  Alles was geschehen kann, wollen wir uns als bevorstehend denken!
  Sen.epist.24,15
1294 Quis se prudens ob aliena miratur?
  Welcher vern├╝nftige Mensch bewundert sich wegen etwas, das nicht sein ist?
  Sen.epist.92,2
1124 Quis sit divitiarum modus, quaeris? primus, habere, quod necesse est, proximus, quod sat est.
  Welches Ma├č der Reichtum haben soll, fragst Du? F├╝rs erste: zu haben, was n├Âtig, dann, was genug ist.
  Sen.epist.2,6
1177 Quisquis dixit "vixi", cotidie ad lucrum surgit.
  Wer sagen kann: "Ich habe gelebt", steht t├Ąglich zum Gewinn auf.
  Sen.epist.12,9
1135 Quisquis vitam suam contempsit, tuae dominus est.
  Wer sein eigenes Leben verachtet, ist des deinigen Herr.
  Sen.epist.4,8
1143 Quo maior est populus, cui miscemur, hoc periculi plus est.
  Je mehr Volk, in das wir uns mischen, desto gr├Â├čer ist die Gefahr.
  Sen.epist.7,2
1165 Quod in se iucundissimum omnis voluptas habet, in finem sui differt.
  Das Lieblichste, was jede Lust in sich hat, spart sie auf das Ende.
  Sen.epist.12,5
2019 Quod supra nos, nihil ad nos
  Was ├╝ber uns, nichts f├╝r uns
  Sokrates bei Min.Fel.13,2
1501 Quod vides perisse, perditum ducas.
  Halte f├╝r verloren, wovon du siehst, dass es verloren ist!
  Catull.8,2.
1206 Quousque eadem?
  Wie lange doch dieses Einerlei?
  Sen.epist.24,26
1290 Ratio sola non summittit animum, stat contra fortunam.
  Die Vernunft allein l├Ąsst die Seele sich nicht beugen und h├Ąlt Stand gegen das Schicksal.
  Sen.epist.92,2
1331 Ratio vero dis hominibusque communis est: haec in illis consummata est, in nobis consummabilis.
  Vernunft ist G├Âttern und Menschen gemein; in jenen ist sie vollendet, in uns der Vollendung f├Ąhig.
  Sen.epist.92,26
1152 Recede in te ipse, quantum potes!
  Ziehe dich in dich selbst zur├╝ck, so viel du kannst!
  Sen.epist.7,8
1323 Rectius vivat oportet, ut beatius vivat: si rectius non potest, ne beatius quidem.
  Um gl├╝cklicher zu leben, lebe man besser! Kann man dies nicht, so lebt man auch nicht gl├╝cklicher.
  Sen.epist.92,24
1211 Remove existimationem hominum: dubia semper est et in partem utramque dividitur!
  Berufe Dich nicht auf das Urteil der Menschen: es ist immer unzuverl├Ąssig und neigt sich bald nach dieser, bald nach jener Seite! Sen.epist.26,6
 
1202 Ridiculum est currere ad mortem taedio vitae, cum genere vitae, ut currendum ad mortem esset, effeceris.
  Es ist l├Ącherlich, aus Lebens├╝berdruss in den Tod zu eilen, wenn man es durch die Art seines Lebens dahin gebracht hat, dass man in den Tod eilen muss.
  Sen.epist.24,22 (nach Epikur)
1591 Satis deos coluit, quisquis imitatus est.
  Hinl├Ąnglich verehrt die G├Âtter, wer sie nachahmt.
  Sen.epist.95,50
1611 Satis ipsum nomen philosophiae invidiosum est.
  Allein schon das Wort ÔÇ×PhilosophieÔÇť ist verhasst (in Verruf).
  Sen.epist.5,3
1159 Satis magnum alter alteri theatrum sumus.
  Ich und du, wir sind einer dem anderen Publikum genug.
  Sen.epist.7,11 (nach Epikur)
1158 Satis sunt mihi pauci, satis est unus, satis est nullus.
  Mir gen├╝gen wenige, mir gen├╝gt einer, mir gen├╝gt auch gar keiner.
  Sen.epist.7,11
1188 Scito nihil esse terribile nisi ipsum timorem.
  Wisse: die Furcht allein ist es, was schrecklich ist.
  nach Sen.epist.24,12
1110 Sera parsimonia in fundo est.
  Zu sp├Ąt ist es, auf der Neige zu sparen.
  Sen.epist.1,5 (vgl.Hes.erg.369)
179 Si fractus illabatur orbis, impavidum ferient ruinae.
  Wenn der Erdkreis einst├╝rzte, tr├Ąfe er einen Furchtlosen.
  Hor.c.3,3,7
1183 Si vis omnem sollicitudinem exuere, quidquid vereris, ne eveniat, eventurum utique propone!
  Wenn du dich aller Bek├╝mmernis entledigen willst, so stelle dir alles, was du bef├╝rchtest, als wirklich bevorstehend vor!
  Sen.epist.24,2
1173 Sic ordinandus est dies omnis, tamquam cogat agmen et consummet atque expleat vitam.
  Man richte jeden Tag so ein, als ob er die Reihe schl├Âsse, die Summe der Lebenstage voll mache.
  Sen.epist.12,7
1575 Simplex enim illa et aperta virtus in obscuram et sollertem scientiam versa est docemurque disputare, non vivere.
  Jene einfache und unverstellte Tugend ist in eine dunkle und spitzfindige Wissenschaft verkehrt worden und man lehrt uns diskutieren, nicht leben.
  Sen.epist.95,13.
1599 Societas nostra lapidum fornicationi simillima est, quae, casura nisi in vicem obstarent, hoc ipso sustinetur.
  Unsere gesellschaftliche Verbindung ist einem Steingew├Âlbe sehr ├Ąhnlich, das einst├╝rzen w├╝rde, wenn (die Steine) sich nicht wechselseitig entgegen st├╝nden; eben dadurch wird es gehalten.
  Sen.epist.95,53
1314 Sol, quamvis aliquid interiacet, quod nos prohibeat eius aspectu, in opere est, cursu suo fertur.
  Die Sonne ist, obgleich Dinge dazwischen treten k├Ânnen, die uns ihren Anblick entziehen, doch in Wirksamkeit und setzt ihren Lauf fort.
  Sen.epist.92,17
1287 Soli omnium otiosi sunt, qui sapientiae vacant.
  M├╝├čigg├Ąnger sind allein diejenigen, die f├╝r die Philosophie keine Zeit aufwenden.
  Sen.dial.10,14,1
1623 Spem metus sequitur.
  Die Furcht begleitet die Hoffnung.
  Sen.epist.5,7
1148 Subducendus populo est tener animus et parum tenax recti.
  Vom Volk fernhalten muss man das zarte, im Guten noch so wenig feste Gem├╝t.
  Sen.epist.7,6
223 Sunt enim... virtutibus vitia confinia
  Denn das Laster grenzt an die Tugend
  Sen.ep.120,8 (cf.Hier.adv.Lucif.15)
1618 Suspiciant omnes vitam nostram, sed agnoscant.
  Jedermann soll genau auf unseren Lebenswandel sehen, soll ihn aber billigen d├╝rfen.
  Sen.epist.5,5
1296 Talis animus esse sapientis viri debet, qualis deum deceat.
  Des Weisen Seele muss so beschaffen sein, wie sie eines Gottes w├╝rdig w├Ąre.
  Sen.epist.92,3
1576 Tam novo aegrotamus genere, quam vivimus.
  Wir erkranken so sehr in neuer Weise, wie wir (in neuer Weise) leben. (Neue Krankheiten sind die Folge neuer Lebenweisen.)
  Sen.epist.95,19.
1378 Tam similem sibi quam ovo ovum.
  Sich so ├Ąhnlich wie ein Ei einem Ei wie ein Ei dem anderen).
  Sen.apocol.11,5
191 tempori parce!
  gehe sparsam mit der Zeit um!
  Sen.epist.88,39
1627 Timoris tormentum memoria reducit, providentia anticipat.
  Das Ged├Ąchtnis bringt uns nachtr├Ąglich noch die Qual der Furcht, das Verm├Âgen vorauszublicken bereitet sie uns im voraus.
  Sen.epist.5,9
1171 Tota aetas partibus constat et orbes habet circumductos maiores minoribus.
  Die ganze Lebenszeit besteht aus Teilen und Kreisen, von denen die weiteren sich um die engeren schlie├čen.
  Sen.epist.12,6
1334 Totum hoc, quo continemur et unum est et deus; et socii sumus eius et membra.
  Dieses Ganze, das uns in sich begreift, ist eines und ist Gott; wir sind Genossen von ihm und Glieder.
  Sen.epist.92,30
251 tria verba non potest iungere
  er kann keine drei Worte hintereinander sagen
  Sen.ep.40,9
1281 Tu fortius loqueris quam vivis.
  Du sprichst t├╝chtiger als du lebst.
  Sen.dial.7,17,1
1227 Tunc ergo te scito esse compositum, cum ad te nullus clamor pertinebit!
  Wisse denn, dass du dich in Ordnung gebracht hast, wenn dich kein L├Ąrm mehr ber├╝hrt!
  Sen.epist.56,14
1196 Turpe est aliud loqui, aliud sentire.
  Es ist schimpflich, anders zu sprechen.
  Sen.epist.24,19
1104 Turpissima tamen est iactura, quae per neglegentiam fit.
  Der schimpflichste Verlust ist der, der aus Nachl├Ąssigkeit erw├Ąchst.
  Sen.epist.1,1
1150 Unum exemplum luxuriae aut avaritiae multum mali facit.
  Ein einziges Beispiel der Schwelgerei oder der Habsucht stiftet viel Unheil.
  Sen.epist.7,7
1170 Unus autem dies gradus vitae est.
  Ein Tag aber ist eine Stufe des Lebens.
  Sen.epist.12,6
1172 Unus dies par omni est.
  Ein Tag ist gleich allen.
  Sen.epist.12,7 (nach Heraklit)
1157 Unus mihi pro populo est, et populus pro uno.
  Einer gilt mir f├╝r das Volk und das Volk f├╝r einen.
  Sen.epist.7,10 (nach Demokrit)
1300 Vacat animus molestia liber ad inspectum universi, nihilque illum avocat a contemplatione naturae.
  Die beschwerdenfreie Seele kann unbehindert das All schauen und nichts zieht sie ab von der Betrachtung der Natur.
  Sen.epist.92,6
1388 Vae me, puto, concacavi me.
  Weh' mir, ich glaube, ich habe mich beschissen!
  Sen.apocol.4,3
1318 Veneranda enim sunt iustitia, pietas, fides, fortitudo, prudentia.
  Ehrw├╝rdig sind Treue, Gerechtigkeit, Dankbarkeit, Mut, Klugheit.
  Sen.epist.92,19
1374 Venisti huc, ubi mures ferrum rodunt.
  Du bist an einen Ort gekommen, wo die M├Ąuse am Eisen nagen. (Du sitzt wie eine Maus in der Falle. Hier gibt es f├╝r dich nichts zu holen.)
  Sen.apocol.7,1
247 Venter praecepta non audit.
  Der Bauch h├Ârt nicht auf Vorschriften
  Sen.ep.21.11
260 Veritas numquam perit
  Die Wahrheit geht niemals zugrunde
  Sen.Troad.614
257 Veritatis simplex oratio (sermo) est
  Die Sprache der Wahrheit ist einfach. (ß╝ü¤Ç╬╗╬┐ß┐Ž¤é ߯ü ╬╝ß┐Ž╬Ş╬┐¤é ¤äß┐ć¤é ß╝Ç╬╗╬Ě╬Ş╬Á߯Ě╬▒¤é ß╝ö¤ć¤ů. - Einfach ist der Wahrheit Wort, Diogen.2,85)
  Sen.ep.49,12
258 Veritatis una vis, una facies est
  Die Wahrheit hat nur eine Bedeutung, nur ein Gesicht
  Sen.ep.102,13
263 vero verius nihil est
  nichts ist wahrer als die Wahrheit
  Sen.nat.2,34,1
273 via deficiente viaticum augere
  am Ende des Weges das Reisegeld erh├Âhen (zum Ausdruck von t├Ârichtem Geiz)
  Sen.mor.18; Cic.sen.18,66)
222 Vicina sunt vitia virtutibus
  Das Laster ist der Tugend benachbart,
  Hier.adv.Lucif.15 (cf.Sen.ep.120,8 )
1103 Vindica te tibi!
  Rette Dich Dir selbst!
  Sen.epist.1,1
1204 Vir fortis ac sapiens non fugere debet e vita sed exire.
  Der mutige und weise Mann soll nicht aus dem Leben fliehen, sondern gehen.
  Sen.epist.24,25
1322 Virtus ad beatam vitam per se ipsa satis est.
  Die Tugend ist zu einem gl├╝ckseligen Leben f├╝r sich hinreichend.
  Sen.epist.92,23
1329 Virtus aut vincatur oportet aut vincat.
  Entweder wird die Tugend besiegt oder sie ist Siegerin.
  Sen.epist.92,26
1324 Virtus tantum bonum est, ut non sentiat brevitatem aevi et dolorem et corporum varias offensiones.
  Die Tugend ist ein so gro├čes Gut, dass sie K├╝rze des Lebens, Schmerz und die mancherlei Anfeindungen des K├Ârpers nicht wahrnimmt.
  Sen.epist.92,24
1326 Virtus, in quantulo libet tempore, bona aeterna consummat.
  Auch in der kleinsten Lebensfrist bringt die Tugend ihre ewigen G├╝ter zustande.
  Sen.epist.92,25
1696 Vis ergo inter nos, quid possit uterque, vicissim | experiamur?
  Willst du, wohlan, so lass, was jeder vermag, uns versuchen | In wechselndem Streit.
  Verg.ecl.3,28f.
1586 Vita sine proposito vaga est.
  Ein Leben ohne vorgestecktes Ziel ist unstet.
  Sen.epist.95,46
1113 Vitam in peregrinatione exigentibus multa hospitia sunt, nullae amicitiae.
  Wer sein Leben auf Reisen zubringt, hat gemeinhin viele Gastfreunde, aber keinen Freund.
  Sen.epist.2,2
1327 Vitiis nostris nomen virtutis inponimus.
  Wir belegen unsere M├Ąngel mit dem Namen der Tugend.
  Sen.epist.92,25
203 vivere militare est
  Leben ist Kampf
  Sen.epist.96,5
1286 Vivere tota vita discendum est et, quod magis fortasse miraberis, tota vita discendum est mori.
  Sein ganzes Leben muss man leben lernen und, was vielleicht noch verwunderlicher ist: sein ganzes Leben muss man sterben lernen.
  Sen.dial.10,7,3
1174 Vixi et, quem dederat cursum fortuna, peregi.
  Ja! ich lebt' und vollbrachte den Lauf vom Geschicke beschieden!
  Verg.Aen.4,653; Sen.epist.12,9
1250 Voluntas non erit recta, nisi habitus animi rectus fuerit: ab hoc enim est voluntas.
  Der Wille wird nicht richtig sein, wenn die Geisteshaltung nicht richtig war; denn von ihr h├Ąngt der Wille ab.
  Sen.epist.95,57
1304 Voluptas dissolvit et omne robur emollit .
  Die Sinnenlust zerst├Ârt und l├Ąhmt alle Kraft .
  Sen.epist.92,10
1325 Voluptas non est digna, ad quam respiciat.
  Sinnenlust ist nicht wert, (von der Tugend) ber├╝cksichtigt zu werden.
  Sen.epist.92,24
1301 Voluptas, bonum pecoris est.
  Die Sinnenlust ist ein Gut des Tieres.
  Sen.epist.92,6
1391 Vos mera mapalia fecistis.
  Ihr habt die Versammlung zu einem richtigen Kaffernkral gemacht.
  Sen.apocol.9,1
1367 Vulgus animosa miratur et audaces in honore eunt, placidi pro inertibus habentur.
  Die Volksmasse bewundert Heldentaten, und die Hitzk├Âpfe kommen zu Ehren. Die Friedfertigen gelten als Schlappschw├Ąnze.
  Sen.dial.5,41,2
Literatur:

78 Funde
726  Abel, K.
Problem der Faktizit├Ąt der senecanischen Korrespondenz (Briefe)
in: Herm.109/1981,472
abe  |  zvab  |  look
728  Abel, K.
Rez.v.: A.St├╝ckelberger, Senecas 88.Brief: Wert der..freien K├╝nste
in: Maurach: Seneca, WBG 1987 (WdF 414)
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730  Abel, K.
Seneca De brevitate vitae: Datum und Zielsetzung
in: Gymn 72/1965
abe  |  zvab  |  look
731  Abel, K.
Textkritisches zu Senecas Epist.71,1
in: Herm.108/1980,499 (Misz.)
abe  |  zvab  |  look
732  Abel, K.
Zu Senecas Geburtsdatum
in: Herm.109/1981,123 (Misz.)
abe  |  zvab  |  look
1644  Abel, K.
Seneca. Leben und Leistung
in: ANRW II.32.2 (1985) 653-775
abe  |  zvab  |  look
1645  Abel, K.
Die Taciteische Seneca-Rezeption
in: ANRW II.33.4 (1991) 3155-3181
abe  |  zvab  |  look
2908  Abel, Karlhans
Bauformen in Senecas Dialogen
Heidelberg 1967
abe  |  zvab  |  look
776  Anliker, K.
Prologe und Akteinteilung in Senecas Trag├Âdien
Diss. Bern 1959
abe  |  zvab  |  look
777  Anliker, K.
Zum "Agamemno" (Seneca. Trag├Âdien)
in: Lefevre: Seneca, WBG 1972 (WdF 310)
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1284  Axelson, B.
Neue Senecastudien. Textkritische Beitr├Ąge zu Senecas Epist.morales
Lund 1933
abe  |  zvab  |  look
1535  Barlow, C.W.
Seneca im Mittelalter
in: Maurach: Seneca, WBG 1987 (WdF 414)
abe  |  zvab  |  look
3013  Beare, W.
Plautus, Terence and Seneca, a comparision of aims and methods
in: J.M. Anderson, Classical Drama and its Influence. Essays presented to H.D.F.Kitto, London 1965
abe  |  zvab  |  look
3374  Bl├Ąnsdorf, J├╝rgen
Seneca und Richard von Weizs├Ącker ├╝ber Geschichte und Zukunft
in: Gymn.107/2000, S.229-246
abe  |  zvab  |  look
2925  Bosshard, Peter
Die Beziehungen zwischen Rousseaus zweitem Discours und dem 90. Brief von Seneca
1967
abe  |  zvab  |  look
1684  Bringman, K.,
Senecas "Apocolocyntosis": Ein Forschungsbericht 1959-1982
in: ANRW II.32.2 (1985) 885-914
abe  |  zvab  |  look
2221  Brinkmann, Michael
Seneca in den Annalen des Tacitus
2002
abe  |  zvab  |  look
1529  B├╝chner, K.
R├Âmische Literaturgeschichte. Ihre Grundz├╝ge in intrpretierender Darstellung
Stuttgart (Kr├Âner, TB 199) 1967
abe  |  zvab  |  look
2909  Dahlmann, Hellfried
Bemerkungen zu Seneca, De Vita Beata
Mainz : Verl. der Akad. der Wiss. und der Literatur, 1972
abe  |  zvab  |  look
3430  Dammer, Raphael
Medea oratrix (Sen. Med. 179-300)
in: Herm. 132/2004, 309
abe  |  zvab  |  look
1718  Dingel, J.
Senecas Trag├Âdien: Vorbilder und poetische Aspekte
in: ANRW II.32.2 (1985) 1052-1099
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1727  Dull, R.
Seneca iurisconsultus
in: ANRW II.15 (1976) 364-3
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2905  F├╝rst, Alfons
Der apokryphe Briefwechsel zwischen Seneca und Paulus : zusammen mit dem Brief des Mordechai an Alexander und dem Brief des Annaeus Seneca ├╝ber Hochmut und G├Âtterbilder
T├╝bingen : Mohr Siebeck, 2006
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2222  Heinz, Kurt
Das Bild Kaiser Neros bei Seneca, Tacitus, Sueton und Cassius Dio
Biel: Sch├╝ler, 1948
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1780  Hiltbrunner, O.
Seneca als Trag├Âdiendichter in der Forschung von 1965 bis 1975
in: ANRW II.32.2 (1985) 969-1051
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2923  H├Ânscheid, Christoph
Fomenta Campaniae : ein Kommentar zu Senecas 51., 55. und 56. Brief
M├╝nchen : Saur, 2004
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2219  Huber, Heide
R├Âmisch-germanische Spectacula : Historisches und Komisches von Augustus bis Constantin ; frei nach den r├Âmischen Autoren Velleius, Seneca, Tacitus, Sueton und den arch├Ąologischen Funden
Norderstedt : Books on Demand GmbH, 2004
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2911  Kassel, Rudolf
Untersuchungen zur griechischen und r├Âmischen Konsolationsliteratur
in: Zetemata 18/1958
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2912  Knoche, Ulrich
Magnitudo animi : Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung eines r├Âmischen Wertegedankens.
Leipzig : Dieterich, 1935
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2910  Koerber
├ťber den Rhetor Seneca und die r├Âmische Rhetorik
Kassel : Hof- und Waisenhaus-Bucgdruckerei, 1864
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2913  Koestermann, Erich
Untersuchungen zu den Dialogschriften Senecas
Sb. Berlin 1934, S.684ff.
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24  Krefeld, H. (Hg.)
Interpretationen lateinischer Schulautoren mit didaktischen Vorbemerkungen, unter Mitwirkung von,...
Frankfurt/M (Hirschgraben) 1968
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2917  Kurth, Thomas
Senecas Trostschrift an Polybius, Dialog 11 : ein Kommentar
Stuttgart: Teubner, 1994 (Beitr├Ąge zur Altertumskunde ; 59 . ) Diss., K├Âln 1993/1994
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566  Lausberg, M.
Cicero-Seneca-Plinius. Zur Gesch.d.r├Âm.Prosabriefes
in: Anr 37/1991,82
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1840  Lausberg, M.
Senecae operum fragmenta: ├ťberblick und Forschungsbericht
in: ANRW II.36.3 (1989) 1879-1961
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1843  Lef├â┬Ęvre, E.
Die politische Bedeutung der r├Âmischen Trag├Âdie und Senecas "Oedipus"
in: ANRW II.32.2 (1985) 1242-1262
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1844  Lef├â┬Ęvre, E.
Die philosophische Bedeutung der Seneca-Trag├Âdie am Beispiel des "Thyestes"
in: ANRW II.32.2 (1985) 1263-1283
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3107  Lef├â┬Ęvre, Eckard
Schicksal und Selbstverschuldung in Senecas Agamemnon
in: Hermes 94, 1966, 482-496
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3108  Lef├â┬Ęvre, Eckard
Der Mensch und das Schicksal in stoischer Sicht, Senecas 51. und 107. Brief
in: AU 26,3, 1983, 61-73.
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4589  Long, A.A. / Sedley, D.N.
Die hellenistischen Philosophen, Texte und Kommentare (nur deutsch), ├╝bers. v. Karlheinz H├╝lser
Stuttgart, Weimar (J.B.Metzler) 2000 (Cambridge 1987)
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2919  Maurach, Gregor
Der Bau von Senecas Epistulae morales
Heidelberg : Carl Winter, 1970
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2915  Meinel, Peter
Seneca ├╝ber seine Verbannung : Trostschrift an die Mutter Helvia ; Mit einem Exkurs: Ducunt volentem fata, nolentem trahunt.
Bonn : Habelts Dissertationsdrucke : Reihe klassische Philologie ; 16, 1972. Diss. Erlangen-N├╝rnberg 1971
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2698  M├╝ller, Reimar
Die Entdeckung der Kultur, antike Theorien ├╝ber Ursprung und Entwicklung der Kultur von Homer bis Seneca
D├╝sseldorf [u.a.], Artemis & Winkler 2003
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2584  Nachtigal, Johann
Selecta ex Eutropio, Cornelio, Iustino, Curtio, Cicerone, Seneca, Plinio, cet. Capita : Praecedunt Colloquia, Fabulae cet.
Wernigerodae : Struck, 1803
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2324  Oelm├╝ller / D├Âlle / Piepmeier (Hgg.)
Philosophische Arbeitsb├╝cher 2. Diskurs Sittliche Lebensformen
Paderborn, Sch├Âningh (UTB 778) 2/1980
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2325  Oelm├╝ller / D├Âlle / Piepmeier (Hgg.)
Philosophische Arbeitsb├╝cher 1. Diskurs Politik
Paderborn, Sch├Âningh (UTB 723) 2/1980
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2826  Peter, H.
Der Brief in der r├Âmischen Literatur
Leipzig 1901
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2827  Philips, H.
C.Caecili Secundi Epistulae (in Auswahl). Mit einer Einf├╝hrung, textkritischem Apparat und Kommentar
Paderborn : Ferdinand Sch├Âningh, 1986
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2920  Pligersdorffer, Georg
Fremdes und Eigenes in Senecas 90. Brief an Lucilius
in: Aspekte der Kultursoziologie, Berlin 1982
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2916  Pohlenz, Max
Philosophie und Erlebnis in Senecas Dialogen.
in: NGG, G├Âttingen 1941 / KlSchr. Hildesheim 1965 I, 365ff.
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2220  Rauprich, Uwe
Medizinisches bei r├Âmischen Prosaschriftstellern aus der sp├Ąten Republik und der fr├╝hen Kaiserzeit : Cicero, Seneca, Tacitus, Plinius, Sueton
2003
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2293  Regenbogen, Otto
Seneca als Denker r├Âmischer Willenshaltung
in: Kleine Schriften, M├╝nchen (Beck) 1961, S. 387-408
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2931  Reitz, Christiane
Die Literatur im Zeitalter Neros
Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2006
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1926  Rozelaar, M.
Neue Studien zur Trag├Âdie "Hercules Oetaeus"
in: ANRW II.32.2 (1985) 1348-1419
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2830  R├╝diger, H.
Briefe im Altertum
Z├╝rich 1965
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3119  Seneca / Apelt
Lucius Annaeus Seneca. Philosophische Schriften I: Einleitung. Von der Unersch├╝tterlichkeit des Weisen. Drei B├╝cher vom Zorn. Trostschrift an Marcia. II: Vom gl├╝cklichen Leben - Von der Mu├če - Von der Gem├╝tsruhe - Von der K├╝rze des Lebens -Trostschrift an Polybius - Triotschrift an Helvia. III 1: Briefe an Lucilius 1-81, III 2: Briefe an Lucilius 82-124. ├ťbersetzt, mit Einleitungen und Anmerkungen versehen von Otto Apelt
Leipzig (Felix Meinert) 1924
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2926  Seneca / Bast, Josef
L.Annaeus Seneca, Epistulae morales. Auswahl mit einem W├Ârterverzeichnis.
Paderborn, Sch├Âningh, 3/1964
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3118  Seneca / Forbiger
Langenscheidtsche Bibliothek s├Ąmtlicher griechischen und r├Âmischen Klassiker Bd. 104/105: Seneca I1, I2, II1: Briefe; II2: Trostschriften an Marcia, Helvia, Polybius; Vom gl├╝ckseligen Leben, Von der Gem├╝tsruhe; Von der K├╝rze des Lebens, ├╝bersetzt von Albert Forbiger
Stuttgart (Krais & Hoffmann) 1866-1867
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2927  Seneca / Klein
Seneca, Ad Lucilium pistulae morales. Auswahl (Text und Kommentar)
M├╝nster, Aschdendorff 8/1966
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3120  Seneca / M. (anonymus)
F├╝nfzig ausgew├Ąhlte Briefe Senecas an Lucilius (in deutscher ├ťbersetzung)
Leipzig (Reclam) o.J.
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3121  Seneca / Rosenbach, Manfred
Lucius Annaeus Seneca: Philosophische Schriften lateinisch und deutsch, herausgegeben von Manfred Rosenbach III: Ad Lucilium epistulae morales. An Lucilius Briefe ├╝ber Ethik 1-69. IV: Ad Lucilium epistulae morales. An Lucilius Briefe ├╝ber Ethik 70-124.
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2914  Seneca / Schmidt, Heinrich / Kroymann, J├╝rgen
Seneca: Vom gl├╝cklichen Leben ; Auswahl aus seinen Schriften. hg. von H.Schmidt. Eingel. v. J.Kroymann
Stuttgart : Kr├Âner, 14/1978
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2928  Seneca / Thaler, Otto
L. Annaeus Seneca, Epistulae morales ad Lucilium . Auswahl (Einf├╝hrungen und Anmerkungen)
M├╝nster, Aschdendorff 8/1966
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2929  Seneca, L. Annaeus
Naturales quaestiones ├óÔéČÔÇť Naturwissenschaftliche Untersuchungen Lateinisch und Deutsch. Hrsg. und ├╝bers. von M. F. A. Brok
Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1995
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2930  Seneca, L. Annaeus
Philosophische Schriften. Lateinisch und deutsch. Der lateinische Text aus der Sammlung Bud├â┬ę (Lizenz Les Belles Lettres, Paris). Hrsg., ├╝bers., eingel. und mit Anmerkungen von Manfred Rosenbach
Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1995
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2933  Seneca, L. Annaeus / Binder, Gerhard
Apokolokyntosis. Lateinisch und deutsch. Hg. und ├╝bers. von Gerhard Binder
Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1999
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2902  Seneca, Lucius Annaeus / Hachmann, Erwin
Epistulae morales, Brief 66 : Einleitung, Text und Kommentar, hg. v. Hachmann, Erwin
Frankfurt am Main : Lang, 2006
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2906  Seneca, Lucius Annaeus / Hachmann, Ulf Gregor
Senecas 82. Brief an Lucilius : Dialektikkritik illustriert am Beispiel der Bek├Ąmpfung des metus mortis ; ein Kommentar
M├╝nchen (u.a.): Saur, 2006
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2218  Seneca, Lucius Annaeus
Epistulae morales ad Lucilium ; Arbeitskommentar und Zweittexte
2004
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2918  Seneca, Lucius Annaeus / Maurach, Gregor
Epistulae morales
Paderborn : Sch├Âningh, 1989
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644  Steinmeyer, H.
Virtus-Begriff bei Cicero und Seneca
in: AU XVII 2,80
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2921  St├╝ckelberger, Alfred
Senecas 88. Brief : ├ťber Wert und Unwert der freien K├╝nste ; Text, ├ťbersetzung, Kommentar.
Heidelberg : Winter, 1965
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2140  Veit, Georg
Kaiser Claudius : zwischen Macht und L├Ącherlichkeit ; Texte von Sueton, Tacitus und Seneca mit Erl├Ąuterungen ; Arbeitsaufr├Ąge, Begleittexte, Lernwortschatz und Stilistik
G├Âttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 1995
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2924  Veld, Christoph
Quem putas perisse praemissus est : ein Kommentar zu Senecas 93. und 99. Brief
Aachen : Shaker, 2000
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2904  Volk, Katharina
Seeing Seneca whole : perspectives on philosophy, poetry and politics.
Leiden : Brill, 2006
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2907  Wiener, Claudia
Stoische Doktrin in r├Âmischer Belletristik : das Problem von Entscheidungsfreiheit und Determinismus in Senecas Trag├Âdien und Lucans Pharsalia
M├╝nchen (u.a.): Saur, 2006
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2903  Wildberger, Jula
Seneca und die Stoa ; I: Text, II: Anh├Ąnge, Literatur, Anmerkungen, Register
Berlin (u.a.): de Gruyter 2006
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2922  Zechel, Herbert
L. A. Seneca, Brief 89. Textkritische Ausgabe mit Sachkommentar und sprachlichstilistischen Erl├Ąuterungen
Bamberg, 1966
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