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Grundpositionen stoischer Philosophie

Physik

Materie und Vernunft: Ursachenlehre

Sen.epist.65,1- 24

 

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(Üb. nach A.Pauly

(1) zu den Anmerkungen Hesternum diem divisi cum mala valetudine: antemeridianum illa sibi vindicavit, postmeridiano mihi cessit. Itaque lectione primum temptavi animum; deinde, cum hanc recepisset, plus illi imperare ausus sum, immo permittere: aliquid scripsi et quidem intentius quam soleo, dum cum materia difficili contendo et vinci nolo, donec intervenerunt amici qui mihi vim adferrent et tamquam aegrum intemperantem coercerent. In locum stili sermo successit, ex quo eam partem ad te perferam, quae in lite est. Te arbitrum addiximus. Plus negotii habes quam existimas: triplex causa est. 

Den gestrigen Tag teilte ich mit meiner Krankheit: den Vormittag beanspruchte sie für sich, am Nachmittag übte sie Nachsicht mit mir. So erprobte ich mich zunächst an Lektüre. Als ich diese aufgenommen hatte, wagte ich, mir mehr zuzumuten, vielmehr zu erlauben: Angespannter als sonst schrieb ich etwas. Dabei schlug ich mich, ohne mich unterkriegen zu lassen, mit einer schwierigen Materie herum, bis Freunde dazwischen kamen, mich bedrängten und wie einen unvernünftigen Kranken zur Ordnung riefen. Der Schreibübung folgte das Gespräch. Daraus werde ich dir den strittigen Teil überantworten. Du bist unser Richter. Du hast mehr Arbeit als du denkst: die Sache hat drei Teile.

(2)zu den Anmerkungen Dicunt, ut scis, Stoici nostri duo esse in rerum natura, ex quibus omnia fiant, causam et materiam. Materia iacet iners, res ad omnia parata, cessatura, si nemo moveat; causa autem, id est ratio, materiam format et quocumque vult versat, ex illa varia opera producit. Esse ergo debet, unde fiat aliquid, deinde a quo fiat: hoc causa est, illud materia. 

Bekanntlich nehmen unsere Stoiker zwei Prinzipien aller Dinge an, die Ursache und die Materie. Die Materie ist tot, für jede Einwirkung empfänglich und so lange untätig, als niemand sie in Bewegung setzt. Die Ursache aber, das ist die Vernunft, gestaltet die Materie, wandelt sie um nach Gefallen und bringt aus ihr mannigfaltige Werke hervor. Es muss also zuerst etwas sein, woraus ein Ding wird, sodann etwas, wodurch es wird Dieses ist die Ursache, jenes die Materie. 

(3)zu den Anmerkungen Omnis ars naturae imitatio est; itaque, quod de universo dicebam, ad haec transfer, quae ab homine facienda sunt. Statua et materiam habuit, quae pateretur artificem, et artificem, qui materiae daret faciem; ergo in statua materia aes fuit, causa opifex. Eadem condicio rerum omnium est: ex eo constant, quod fit, et ex eo, quod facit. Alle Kunst ist Nachahmung der Natur. Was ich also vom Weltganzen sagte, ist auch anzuwenden auf das, was der Mensch zu schaffen hat. Die Bildsäule setzt voraus eine Materie, welche von dem Künstler sich behandeln ließ, und einen Künstler, welcher der Materie ihre Gestalt gab. Bei der Bildsäule ist also die Materie das Erz, die Ursache ist der Meister. Dasselbe ist es mit allen Dingen: sie bestehen aus dem Bewirkten und aus dem Bewirkenden. 

(4)zu den Anmerkungen Stoicis placet unam causam esse id, quod facit. Aristoteles putat causam tribus modis dici: 'prima' inquit 'causa est ipsa materia, sine qua nihil potest effici; secunda opifex; tertia est forma, quae unicuique operi inponitur tamquam statuae'. Nam hanc Aristoteles 'εἶδος' vocat. 'Quarta quoque'  inquit 'his accedit, propositum totius operis.'

Die Stoiker nehmen nur eine Ursache an, die bewirkende; Aristoteles aber ist der Meinung, die Ursache sei in dreifachem Sinne zu verstehen. Die erste Ursache sei die Materie selbst, ohne welche nichts hervorgebracht werden kann; die zweite der Meister; die dritte die Form, welche jedem Werke, wie einer Bildsäule, gegeben wird. Diese nennt Aristoteles εἶδος. Noch kommt, sagt er, ein viertes hinzu, der Zweck des ganzen Werkes. 
(5)zu den Anmerkungen Quid sit hoc, aperiam. Aes prima statuae causa est; numquam enim facta esset, nisi fuisset id, ex quo funderetur ducereturve. Secunda causa artifex est; non potuisset enim aes illud in habitum statuae figurari, nisi accessissent peritae manus. Tertia causa est forma; neque enim statua ista 'doryphoros' aut 'diadumenos' vocaretur, nisi haec illi esset inpressa facies. Quarta causa est faciendi propositum; nam nisi hoc fuisset, facta non esset. Ich will es erklären. Von einer Bildsäule ist die erste Ursache das Erz; denn sie wäre nie ohne das entstanden, woraus sie gegossen oder getrieben wurde. Die zweite Ursache ist der Künstler, denn jenes Erz hätte nie in die Gestalt einer Bildsäule umgeschaffen werden können, wenn nicht geschickten Hände hinzugekommen wären. Die dritte Ursache ist die Form, denn jene Bildsäule würde nicht Doryphoros oder Diadumenos heißen, wenn ihr nicht gerade dieses Gepräge aufgedrückt worden wäre. Die vierte Ursache ist der Zweck ihrer Verfertigung; denn ohne diesen wäre sie nicht entstanden. 
(6)zu den Anmerkungen Quid est propositum? quod invitavit artificem, quod ille secutus fecit: vel pecunia est haec, si venditurus fabricavit, vel gloria, si laboravit in nomen, vel religio, si donum templo paravit. Ergo et haec causa est, propter quam fit: an non putas inter causas facti operis esse numerandum, quo remoto factum non esset?   Der Zweck aber ist das, was den Künstler zur Arbeit einlud, was er dabei beabsichtigte. Sein Zweck ist entweder Geld, wenn er zum Verkauf arbeitete; oder Ruhm, wenn er arbeitete, um sich einen Namen zu machen; oder religiöser Art, wenn er ein Geschenk in einen Tempel stiften wollte. Also auch dies ist eine Ursache, um welcher willen etwas geschieht. Oder ist nicht alles unter die Ursachen eines entstandenen Werkes zu zählen, ohne das es nicht entstanden wäre? 

(7)zu den Anmerkungen His quintam Plato adicit exemplar, quam ipse 'idean' (ἰδέαν) vocat; hoc est enim, ad quod respiciens artifex id, quod destinabat, effecit. Nihil autem ad rem pertinet, utrum foris habeat exemplar, ad quod referat oculos an intus, quod ibi ipse concepit et posuit. Haec exemplaria rerum omnium deus intra se habet numerosque universorum, quae agenda sunt, et modos mente conplexus est; plenus his figuris est, quas Plato 'ideas' (ἰδέας) appellat, inmortales, inmutabiles, infatigabiles. Itaque homines quidem pereunt, ipsa autem humanitas, ad quam homo effingitur, permanet, et hominibus laborantibus, intereuntibus, illa nihil patitur.

Eine fünfte Ursache fügt zu diesen noch Plato hinzu, das Modell, was er selbst Idee (ἰδέα) nennt; sie ist dasjenige, was der Künstler bei Ausführung des beabsichtigten Werkes vor Augen hatte. Es tut nichts zur Sache, ob dieses Modell, auf welches er seine Blicke heftet, sich außer ihm selbst oder in ihm befinde, d.h. von ihm selbst geschaffen und sich vorgestellt. Diese Modelle aller Dinge hat die Gottheit in sich. Der göttliche Geist begreift Zahl und Maß aller zu schaffenden Dinge; er ist voll von jenen Formen, welche Platon die unendlichen, unwandelbaren, unerschöpflichen Ideen (ἰδέαι) nennt. So vergehen zwar die Menschen, aber die Menschheit selbst, nach welcher der einzelne Mensch geschaffen wird, bleibt; und, indem die Menschen kämpfen und sterben, erleidet jene nichts. 
(8)zu den Anmerkungen Quinque ergo causae sunt, ut Plato dicit: id ex quo, id a quo, id in quo, id ad quod, id propter quod; novissime id, quod ex his est. Tamquam in statua (quia de hac loqui coepimus) id ex quo aes est, id a quo artifex est, id in quo forma est, quae aptatur illi, id ad quod exemplar est, quod imitatur is, qui facit, id propter quod facientis propositum est, id quod ex istis est, ipsa statua [est].  
Nach Plato gibt es also fünf Ursachen der Dinge: dasjenige, aus was, das durch was, das in was, das nach was und das, wegen dessen etwas geschieht. Hierzu kommt endlich dasjenige selbst, was aus diesen Ursachen zustande gekommen. So ist an der Bildsäule - weil ich nun nun einmal dieses Gleichnis gewählt habe - das "aus was": Metall; das "durch was": der Künstler; das "in was": die Form, die ihr gegeben wird; das "nach was": das Modell, welches der Verfertiger nachahmt; das "wegen dessen": der Zweck der Arbeit. Was aus diesem allen entsteht, ist die Bildsäule selbst. 
(9)zu den Anmerkungen Haec omnia mundus quoque, ut ait Plato, habet: facientem, hic deus est; ex quo fit, haec materia est; formam, haec est habitus et ordo mundi, quem videmus; exemplar, scilicet ad quod deus hanc magnitudinem operis pulcherrimi fecit;   Alles dieses hat, wie Platon sagt, auch die Welt: einen Werkmeister, dieser ist Gott; etwas, woraus sie ist, dies ist die Materie; eine Form, diese ist die Gestaltung und Einrichtung der Welt, wie wir sie vor uns sehen; ein Modell, nach welchem Gott dieses prachtvolle All erschuf; einen Zweck, um dessen willen er es erschuf. 
(10)zu den Anmerkungen Quaeris, quod sit propositum deo? bonitas. Ita certe Plato ait: 'quae deo faciendi mundum fuit causa? bonus est; bono nulla cuiusquam boni invidia est; fecit itaque quam optimum potuit'. Fer ergo iudex sententiam et pronuntia, quis tibi videatur verisimillimum dicere, non quis verissimum dicat; id enim tam supra nos est quam ipsa veritas. Du fragst, was Gottes Zweck sei? Das Gute. So sagt wenigstens Plato: "Welche Ursache hatte Gott, die Welt zu schaffen? Gott ist gut; in dem Guten aber ist kein Neid; also schuf er die Welt so gut wie möglich. Entscheide also als Schiedsrichter und gib an, wer dir das Wahrscheinlichste zu sagen scheint, nicht, wer das Wahrste sagt: denn dieses ist uns so über, wie die Wahrheit selbst. 
(11)zu den Anmerkungen Haec, quae ab Aristotele et Platone ponitur, turba causarum aut nimium multa aut nimium pauca conprendit. Nam si quocumque remoto quid effici non potest, id causam iudicant esse faciendi, pauca dixerunt. Ponant inter causas tempus: nihil sine tempore potest fieri. Ponant locum: si non fuerit ubi fiat aliquid, ne fiet quidem. Ponant motum: nihil sine hoc nec fit nec perit; nulla sine motu ars, nulla mutatio est. Diese Unmenge von Ursachen, die Aristoteles oder Platon ansetzt, umfasst entweder zu viel oder zu wenig. Denn wenn sie alles, ohne das keine Wirkung zu erzielen ist, als Wirkursache ansehen, so sagen sie zu wenig. Zu den Ursachen gehört dann die Zeit: nichts kann nämlich ohne Zeit bewirkt werden; gehört der Raum: Ohne einen Ort, wo etwas entstehen kann, wird auch nichts entstehen; gehört die Bewegung: Nichts entsteht ohne sie, nichts vergeht; ohne Bewegung keine Kunst, keine Veränderung.
(12)zu den Anmerkungen Sed nos nunc primam et generalem quaerimus causam. Haec simplex esse debet; nam et materia simplex est. Quaerimus, quid sit causa? ratio scilicet faciens, id est deus; ista enim, quaecumque rettulistis, non sunt multae et singulae causae, sed ex una pendent, ex ea, quae facit. Wir aber suchen eine erste und allgemeine Ursache. Sie muss einfach sein, denn die Materie ist einfach. Wir suchen eine Ursache? Natürlich die wirkende Vernunft, das heißt Gott; denn alles, was ihr vorgetragen habt, sind nicht viele Einzelursachen, sondern hängen alle allein an der, die bewirkt.
(13)zu den Anmerkungen Formam dicis causam esse? hanc inponit artifex operi: pars causae est, non causa. Exemplar quoque non est causa, sed instrumentum causae necessarium. Sic necessarium est exemplar artifici quomodo scalprum, quomodo lima: sine his procedere ars non potest, non tamen hae partes artis aut causae sunt. Die Form soll Ursache sein? Sie überträgt der Künstler auf sein Werk. Sie ist Teil der Ursache, nicht Ursache. Auch das Modell ist nicht Ursache, sondern notwendiges Mittel für die Ursache. Das Modell ist für den Künstler so nötig, wie Meißel, wie Feile. Ohne sie kann Kunst nicht vorankommen, gleichwohl sind sie nicht Teile oder Ursachen der Kunst. 
(14)zu den Anmerkungen 'Propositum' inquit 'artificis, propter quod ad faciendum aliquid accedit, causa est.' Ut sit causa, non est efficiens causa, sed superveniens. Hae autem innumerabiles sunt: nos de causa generali quaerimus. Illud vero non pro solita ipsis subtilitate dixerunt, totum mundum et consummatum opus causam esse; multum enim interest inter opus et causam operis. Der Zweck, sagt man ferner, um dessen willen ein Künstler seine Arbeit beginnt, ist eine Ursache. Mag er so heißen; doch ist er nicht die wirkende, sondern eine Nebenursache. Solche aber gibt es unzählige. Wir fragen hier nach der allgemeinsten. Wenn jene übrigens das Weltganze, das vollendete Werk selbst, eine Ursache nennen, so ist dies nicht mit ihrer gewohnten Genauigkeit gesprochen: denn es ist ein großer Unterschied zwischen dem Werk und der Ursache des Werkes. 
(15)zu den Anmerkungen Aut fer sententiam aut, quod facilius in eiusmodi rebus est, nega tibi liquere et nos reverti iube. 'Quid te', inquis, 'delectat tempus inter ista conterere, quae tibi nullum adfectum eripiunt, nullam cupiditatem abigunt?' Ego quidem potiora illa ago ac tracto, quibus pacatur animus, et me prius scrutor, deinde hunc mundum. Hierüber sprich entweder dein Urteil oder, was in solchen Fällen das Leichtere ist, erkläre, du seiest mit deiner Ansicht nicht im Reinen, und verweise mich auf ein Andermal. - "Allein," höre ich dich sagen, "wie kann es dir Vergnügen machen, deine Zeit mit Dingen zu vertreiben, welche dich von keiner deiner Leidenschaften befreien, keine deiner Begierden verbannen?" - Allerdings betreibe ich alles dasjenige zuerst, wodurch das Gemüt zur Ruhe kommt; zuerst erforsche ich mich, hierauf die Welt.
(16)zu den Anmerkungen Ne nunc quidem tempus, ut existimas, perdo; ista enim omnia, si non concidantur nec in hanc subtilitatem inutilem distrahantur, attollunt et levant animum, qui gravi sarcina pressus explicari cupit et reverti ad illa, quorum fuit. Nam corpus hoc animi pondus ac poena est; premente illo urguetur, in vinclis est, nisi accessit philosophia et illum respirare rerum naturae spectaculo iussit et a terrenis ad divina dimisit. Haec libertas eius est, haec evagatio; subducit interim se custodiae, in qua tenetur, et caelo reficitur. Aber auch die gegenwärtige Beschäftigung ist kein Zeitverderb, wie du meinst. Arten solche Untersuchungen nur nicht ins Kleinliche und in zwecklose Spitzfindigkeiten aus, so erheben und beschwichtigen sie den Geist, der, von seiner schweren Bürde gedrückt, sich loszumachen und zu jenen Wesen wieder zurückzukehren wünscht, zu denen er gehörte. Dieser Leib ist des Geistes Last und Strafe: er drückt schwer auf ihn und hält ihn in Banden, wenn nicht die Philosophie herzutritt und ihn an dem Schauspiel der Natur sich erholen lässt und von dem Irdischen zum Himmlischen emporhebt. Dies ist seine Freiheit, seine Erlösung: er entzieht sich zuweilen seiner Haft und erneuert sich durch das Himmlische. 
(17)zu den Anmerkungen Quemadmodum artifices [ex] alicuius rei subtilioris, quae intentione oculos defetigat, si malignum habent et precarium lumen, in publicum prodeunt et in aliqua regione ad populi otium dedicata oculos libera luce delectant, sic animus in hoc tristi et obscuro domicilio clusus, quotiens potest, apertum petit et in rerum naturae contemplatione requiescit. Künstler, deren Augen bei ungünstigem und spärlichem Lichte auf irgend einen feinen Gegenstand sich geheftet und bis zur Ermüdung angestrengt haben, gehen ins Freie und erholen ihr Gesicht an irgend einem der öffentlichen Unterhaltung gewidmeten Orte in vollem Lichte: so sucht auch unser in diese düstere und dumpfe Behausung eingeschlossener Geist, so oft er kann, das Freie und ruht aus in der Beschauung der Natur. 
(18)zu den Anmerkungen Sapiens adsectatorque sapientiae adhaeret quidem in corpore suo, sed optima sui parte abest et cogitationes suas ad sublimia intendit. Velut sacramento rogatus hoc, quod vivit, stipendium putat; et ita formatus est, ut illi nec amor vitae nec odium sit, patiturque mortalia, quamvis sciat ampliora superesse. Der Weise, und wer nach Weisheit strebt, ist zwar an seinen Körper gebunden, aber mit seinem besseren Teil ist er fern von ihm und hält seine Gedanken auf das Höhere gerichtet. Das Leben ist ihm ein Kriegsdienst, zu dem ihn gleichsam ein Fahneneid verbindet. Er ist in einer solchen Fassung, dass er das Leben nicht liebt und nicht hasst und Menschliches sich gefallen lässt, wiewohl er weiß, dass es noch ein Besseres gibt. 
(19)zu den Anmerkungen Interdicis mihi inspectione rerum naturae, a toto abductum redigis in partem? Ego non quaeram, quae sint initia universorum? quis rerum formator? quis omnia in uno mersa et materia inerti convoluta discreverit? Non quaeram quis sit istius artifex mundi? qua ratione tanta magnitudo in legem et ordinem venerit? quis sparsa collegerit, confusa distinxerit, in una deformitate iacentibus faciem diviserit? unde lux tanta fundatur? ignis sit, an aliquid igne lucidius? Du willst mir die Betrachtung der Natur untersagen, mich von dem Ganzen abziehen und auf den Teil beschränken? Ich soll nicht fragen, was der Anfang des Ganzen, wer der Bildner aller Dinge sei? wer die in eine einzige, chaotische und träge Masse zusammengeworfenen Grundstoffe gesondert habe? nicht fragen, wer der Werkmeister dieser Welt sei, wie Gesetz und Ordnung in dieses ungeheure Ganze gebracht , wer das Zerstreute gesammelt, das Vermischte ausgeschieden, dem Toten und Gestaltlosen Leben und Form gegeben habe? aus welcher Quelle diese große Lichtmasse ströme? ob es Feuer oder etwas noch Helleres sei als Feuer?
(20)zu den Anmerkungen Ego ista non quaeram? ego nesciam unde descenderim? semel haec mihi videnda sint, an saepe nascendum? quo hinc iturus sim? quae sedes expectet animam solutam legibus servitutis humanae? Vetas me caelo interesse, id est iubes me vivere capite demisso?  Ich soll nach all dem nicht fragen, soll nicht wissen wollen, von wo ich hierher gekommen? ob ich diese Welt einmal oder mehrmals erblicken soll? wohin ich von hier gehen werde? welcher Aufenthalt meine Seele erwarte, wenn sie von dem Gesetz dieser Knechtschaft entbunden sein wird? Du willst mir's wehren, im Himmel einheimisch zu sein, d.h. ich soll gesenkten Hauptes leben? 
(21)zu den Anmerkungen Maior sum et ad maiora genitus quam ut mancipium sim mei corporis, quod equidem non aliter aspicio quam vinclum aliquod libertati meae circumdatum; hoc itaque oppono fortunae, in quo resistat, nec per illud ad me ullum transire vulnus sino. Quidquid in me potest iniuriam pati hoc est: in hoc obnoxio domicilio animus liber habitat. Nein, ich bin größer und zu Größerem geboren, als dass ich ein Sklave meines Körpers sein könnte, den ich nicht anders betrachte, denn als eine meiner Freiheit angelegte Fessel. Ihn gebe ich dem Schicksal preis, damit es auf ihn sich beschränke, und durch ihn hindurch lasse ich keine Wunde bis zu mir selbst dringen. Was an mir Schaden leiden kann, ist nur dies; in diesem zerstörbaren Haus wohnt die Seele frei. 
(22)zu den Anmerkungen Numquam me caro ista conpellet ad metum, numquam ad indignam bono simulationem; numquam in honorem huius corpusculi mentiar. Cum visum erit, distraham cum illo societatem; et nunc tamen, dum haeremus, non erimus aequis partibus socii: animus ad se omne ius ducet. Contemptus corporis sui certa libertas est. Nie soll mich dieses Fleisch zur Flucht, nie zu einer des edlen Mannes unwürdigen Verstellung verleiten. Nie werde ich, diesem elenden Leib zu gefallen, lügen. Ich werde, wenn ich es für gut halte, die Gemeinschaft mit ihm auflösen; und auch jetzt sind wir, so lange wir zusammenhängen,  keine Partner zu gleichen Rechten; der Geist zieht auf sich alles Recht. Die Verachtung des Leibes sichert seine Freiheit. 
(23)zu den Anmerkungen Ut ad propositum revertar, huic libertati multum conferet et illa, de qua modo loquebamur, inspectio; nempe universa ex materia et ex deo constant. Deus ista temperat, quae circumfusa rectorem sequuntur et ducem. Potentius autem est ac pretiosius, quod facit, quod est deus, quam materia patiens dei. Und dieser Freiheit - um auf meinen Gegenstand zurückzukommen - ist ganz besonders eine Betrachtung förderlich, wie die soeben besprochene. Die Materie und Gott machen die Gesamtheit der Dinge aus. Gott regiert die Welt, die ihn als ihren Beherrscher und Führer umgibt und ihm folgt. Das Wirkende, nämlich Gott, ist das Mächtigere und Bessere als die Materie, welche Gott gehorcht. 
(24)zu den Anmerkungen Quem in hoc mundo locum deus obtinet, hunc in homine animus; quod est illic materia, id in nobis corpus est. Serviant ergo deteriora melioribus; fortes simus adversus fortuita; non contremescamus iniurias, non vulnera, non vincula, non egestatem. Mors quid est? aut finis aut transitus. Nec desinere timeo (idem est enim, quod non coepisse), nec transire, quia nusquam tam anguste ero. Vale.     Was Gott in der Welt, ist der Geist in dem Menschen; was dort die Materie, istan uns der Leib. Also sei das Bessere dem Geringeren untertan.; wir seien mächtig gegen des Schicksals Macht und zittern nicht vor Misshandlung, Wunden, Ketten und Armut. Der Tod selbst ist entweder das Ende oder ein Übergang. Ich fürchte mich nicht zu enden; denn es ist ebensoviel, als nicht angefangen zu haben. Ich fürchte mich nicht überzugehen; denn ich werde nirgends so lange wohnen. 
   
  1. Welche Funktion erfüllt der Rahmen, in den Seneca den Brief stellt? Offenbar  vermeidet Seneca dadurch den Anschein von Beliebigkeit: der Brief erhält eine sowohl äußere als auch innere Funktionalität und Motivation. Äußerlich erwächst er natürlich aus dem Ablauf des Vortages, innerlich geben sich die behandelten Fragen als der ungeklärte Rest eines Gespräches unter Freunden, über die der Adressat nunmehr zu Gericht sitzen solle. 
    Von der Sache her ist die Szene mit dem Eingangsgespräch in Ciceros de re publica vergleichbar. Doch zeigen sich bedeutsame Unterschiede: Dort füllen Männer in bedeutendender politischer Funktion für wenige Feiertage ihr "otium" mit theoretisierenden Gesprächen über den Staat, hier handelt es sich um den Alltag, der mit Lektüre und fundamentalen Fragen der Philosophie gestaltet wird. Seneca charakterisiert sich als "homo privatus, otiosus, litteratus". Keine Staatsverwaltung, nicht einmal eine Hausverwaltung. Sozialbezüge beschränken sich auf den Freundeskreis. So ergibt sich das scheinbare Paradoxon, dass der stoische Theoretiker ein praktizierender Epikureer ist. 
    Das Paradoxon löst sich auf, wenn man die Entwicklung vom Ende der "libera res publica" zum monarchischen "imperium" in Rechnung stellt.
    "Im ganzen Geistesleben Roms machte sich dieser Umschwung fühlbar... In der Republik ging der vornehme Römer ganz im Dienste des Staates auf und behielt wenig Zeit für sein persönliches Leben. Jetzt wurde die Frage, wie er seine 'Muße' zubringen sollte, zum ernsthaften Problem... Im ganzen waren die Römer zu zu theoretischer Beschäftigung nicht veranlagt, und gar eine geistige Tätigkeit als Beruf auszuüben verbot die Standesehre. Die meisten mochten im Genussleben oder im geschäftigen Müßiggang des gesellschaftlichen Treibens ihr Genüge finden; aber tiefer angelegte Naturen fühlten die Leere des Daseins. Seneca bezeichnet als die Grundstimmung der Zeit das sibi displicere, die Unbefriedigtheit und Unrast, die fortwährend die Lebensweise wechselt und niemals Ruhe findet." (Pohlenz 278f.)
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  2. scis - Adressat des Briefes ist Lucilius | iners, ertis - untätig, träge. 
    Das Kapitel suggeriert einen philosophischen Dualismus: Materie und Ursache. Doch sollte sich der Leser dadurch nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass die Stoa einen strengen materialistischen Monismus vertritt, der durch die hier angesprochene Unterscheidung eines passiven und aktiven Vermögens nicht aufgehoben wird: Alles was wirkt oder leidet, muss körperlich sein (Pohlenz 65). 
    "Für ihn (Zenon) kam nur ein Monismus in Frage, bei dem das einheitliche Sein Stoff und Kraft, Materie und Geist in sich vereinte. Das wies ihn notwendig an die Seite des Aristoteles, der das konkrete Sein der veränderlichen Welt aus dem Zusammenwirken von Eidos und Hyle erklärte. Aber er bildete diese Anschauung aus seiner Gesamteinstellung heraus selbständig um. Für ihn waren Wirken und Leiden das entscheidende Erlebnis. Mit dem aristotelischen Eidos, das selbst unbewegt, nur als ersehntes Ziel im Stoff die Bewegung hervorruft, konnte er nichts anfangen. Er ersetzte es durch eine "wirkende" Ursache (ποιοῦν) im Gegensatz zur "leidenden" (πάσχον) Materie, durch ein aktiv gestaltendes Prinzip, das dem Stoff sein qualitativ bestimmtes Sosein verleiht." (Pohlenz 67)
    (Diog.Laert.7,134) Δοκεῖ δ' αὐτοῖς ἀρχὰς εἶναι τῶν ὅλων δύο, τὸ ποιοῦν καὶ τὸ πάσχον. τὸ μὲν οὖν πάσχον εἶναι τὴν ἄποιον οὐσίαν τὴν ὕλην, τὸ δὲ ποιοῦν τὸν ἐν αὐτῇ λόγον τὸν θέον· τοῦτον γὰρ ἀίδιον ὄντα διὰ πάσης αὐτῆς δημιουργεῖν ἕκαστα. τίθησι δὲ τὸ δόγμα τοῦτο Ζήνων μὲν ὁ Κιτιεὺς ἐν τῷ Περὶ οὐσίας. Videtur autem illis duo esse rerum omnium principia: faciens videlicet ac patiens. Quod igitur patitur, sine qualitate esse naturam materiam; quod autem faciat, rationem, quae in ipsa sit, hoc est deum, esse; hunc enim, quippe sempiternum, per ipsam universam singula creare. Ponit autem hoc decretum Zeno Citicus in libro de essentia.
    Zu den Begriffen "Körper" und "Materie": 
    • Begriff des Körpers: "Wir dürfen nicht übersehen, dass 'Körper' für Zenon etwas ganz anderes bedeutet als die 'Körper', aus denen Demokrit und Epikur ihre Welt aufbauen. Denn für ihn ist der Körper nicht bloßer Stoff oder Teil der Materie. Der Körper braucht die Materie als Substrat, ist aber von ihr begrifflich geschieden. Die Hyle liegt allem Sein zugrunde, aber zum eigenen, wirklichen Sein fehlt ihr das eine Merkmal: sie vermag nur zu leiden, nicht aber aktiv zu wirken. Und wenn sie auch alle Möglichkeiten in sich trägt, hat sie doch keine bestimmte Qualität, wie sie notwendig zum konkreten Sein gehört." (Pohlenz 66) 
    • (Diog.Laert.7,135) Σῶμα δ' ἐστίν, ὥς φησιν Ἀπολλόδωρος ἐν τῇ Φυσικῇ, τὸ τριχῆ διαστατόν, εἰς μῆκος, εἰς πλάτος, εἰς βάθος· τοῦτο δὲ καὶ στερεὸν σῶμα καλεῖται.
    • Materiebegriff: "Die Materie ist an sich tot. Wir müssen sie als Stoff der Dinge voraussetzen.; aber sie ist von sich aus unbewegt und macht die Annahme einer Ursache nötig, die in ihr die Bewegung hervorruft und dem Stoff Leben und Qualität verleiht. Zur Hyle muss ein anderes Prinzip hinzutreten, das mit ihr von Ewigkeit verbunden ist, aber ihr selbständig gegenübersteht." (Pohlenz 66)
      "Die Hyle selbst ist qualitätslos. Doch ist das nicht im Sinne einer reinen Negation zu verstehen. Vielmehr birgt sie die Möglichkeiten aller Qualitäten in sich; diese treten aber erst unter der Einwirkung des gestaltenden Prinzips aus ihr heraus und gehen dann neue Verbindungen ein, die zur Bildung der konkreten Einzeldinge führen." (Pohlenz 71)

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  3. Die Bildhauerei dient (wie schon bei Aristoteles) als Analogie dem leichteren Verständnis: Die ungeformte Materie wird durch Initiative und Kunstverstand des opifex zum geformten Körper.
    Eine ebenfalls oft bemühte Analogie: "Wenn ein Haus entstehen soll, müssen Steine und Holz bereitliegen (Materialursache), muss ein Baumeister mit Hilfe eines Bauplans die Materie organisieren (Wirkursache), muss das Endprodukt das Wesen »Haus« verkörpern (Formalursache); und brauchte man nicht »schützende Hüllen für Menschen und deren Besitz«, baute man kein Haus (Endursache)." (in: RGG Bd. 1, S. 600)  zurück zum Text
  4. Hier beginnt der doxographischer Überblick über die Ursachenlehre, der von den Stoikern aus über Aristoteles bis auf Platon historisch zurückschreitet. Der Theoriefortschritt, der dabei sichtbar werden soll, besteht darin, dass die einzelnen Philosophen zunehmend ökonomischer, d.h. mit immer weniger Ursachen zur Erklärung der Welt auskommen. Dabei haben wir zweierlei zu kritisieren: 1. Wir erfahren nichts über die Denkmodelle der Vorsokratiker, was man am schmerzlichsten im Hinblick auf den materialistischen Atomismus und Monismus des Leukippos und Demokritos vermisst (das man als Kontrastmodell zu Platons Idealismus und Dualismus nur ungern vermisst). 2. Platon scheint und mit der Ansetzung von 5 Ursachen nicht zutreffend gewürdigt zu sein.
    Als  Arbeitshilfe: Eisler: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, S. 3637: "Aristoteles unterscheidet verschiedene Arten der »Ursachen«: Stoff, Form, Zweck...: αἴτιον λέγεται ἕνα μὲν τρόπον, ἐξ οὗ γίγνεταί τι ἐνυπάρχοντος, οἷον ο χαλκὸς τοῦ ἀνδριάντος καὶ ὁ ἄργυρος τῆς φιάλης καὶ τὰ τούτων γένη. ἄλλον δὲ τὸ εἷδος καὶ τὸ παράδειγμα. τοῦτο δ’ ἐστὶν ὁ λόγος τοῦ τί ἦν εἶναι... ἔτι ὅθεν ἡ ἀρχὴ τῆς μεταβολῆς, ἣ πρώτη ἢ τῆς ἠρεμήσεως... ἔτι τὸ τέλος (Met. V 2,  1013 a 24 squ.. vgl. I 3, 983 a 26. VI 3, 1027 a 29). Nach den Stoikern ist Ursache das, wodurch etwas geschieht (αἴτιόν ἐστι, δι’ ὃ γίγνεταί τι, Stob. Ecl. I, 336, 338. αἴτιόν ἐστι, οὗ πράττοντος τὸ ἀποτέλεσμα, Sext. Empir. adv. Math. IX, 228. αἴτιον δ’ ὁ Ζήνων φησιν εἶναι δι’ ὅ, οὗ δὲ αἴτιον συμβεβηκὸς καὶ τὸ μὲν αἴτιον σῶμα, Stob. Ecl. I, 336). Chrysippos unterscheidet synektika, synaitia, synerga, »causae adiuvantes et proximae« und »causae perfectae et principales« (Sext. Empir. Pyrrh. hypot. III, 15. Cicer., De fato 41). Boethius definiert: »Causa est, quam de necessitate sequitur aliquid, scilicet causatum.« zurück zum Text
  5. Die Analogie zur Bildplastik wird weiter ausgeführt (quid sit hoc, aperiam), sie wird um die Formal- und Finalursache bereichert. Als Formbeispiele werden die beiden bekannten hochklassischen Bildwerke Polyklets genannt: der Doryphoros (ca. 440 v. Chr., Neapel) und der Diadumenos (ca. 420 v. Chr., Athen, Nationalmuseum), die durch die kanonische Ausführung des Kontrapostes auch uns noch als Formtypus der Hohen Klassik dienen. zurück zum Text
  6.  Auf die Frage nach dem "propositum" des Künstlers (es entspricht der aristotelischen "causa finalis") werden drei mögliche Antworten vorgeschlagen: pecunia, gloria, religio.  Dabei definiert der Ausdruck "quo remoto factum non esset" nicht nur das "propositum" , sondern gilt für alle "notwendigen" causae. In diesem allgemeinen Sinn finden wir die Definition auch in 11 wieder. zurück zum Text
  7. Dieser Abschnitt dient der Darstellung der platonischen Ideenlehre. "exemplar" gibt Platons παράδειγμα wieder. In der Charakterisierung der Ideen als unzerstörbarer (inmortales, inmutabiles, infatigabiles) transzendenter Urbilder trifft Seneca das Wesentliche; auch mit der Unterscheidung der verinnerlichten persönlichen Erinnerungsbilder (den "logoi" in der Tiefe der Seele), von der objektiven Ideenwirklichkeit außerhalb des Menschen. Ansonsten können wir nicht nachvollziehen, dass Platons Idee den vier aristotelischen causae als fünfte hinzukommen soll: Vielmehr ist die Idee des Guten, Platons höchstes Prinzip umfassend und macht macht die Annahme weiterer causae auf metaphysischer Ebene überflüssig.zurück zum Text
  8. Die Liste lautet nunmehr vollständig: id ex quo, id a quo, id in quo, id ad quod, id propter quod; novissime id, quod ex his est
    • Materialursache
    • ex quo
    • ἐξ οὗ 
    • causa materialis
    • Wirkursache
    • a quo
    • ὑφ’ οὗ 
    • causa efficiens
    • Formalursache
    • in quo
    • ἐν ᾧ 
    • causa formalis
    • Zweckursache
    • ad quod
    • οὗ ἕνεκα 

     

    • causa finalis

     

    • propter quod
    • δι’ ὅ
     

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  9. Die Rückübertragung auf das "Kunstwerk" des Kosmos. An ihm müssen sich alle diese Ursachen nachweisen lassen: mundus quoque, ut ait Plato, habet: facientem, hic deus est; ex quo fit, haec materia est; formam, haec est habitus et ordo mundi, quem videmus; exemplar, scilicet ad quod deus hanc magnitudinem operis pulcherrimi fecit;
    Zum stoischen Gottesbegriff:
    (Diog.Laert.7,135)  Ἕν τ' εἶναι θεὸν καὶ νοῦν καὶ εἱμαρμένην καὶ Δία· πολλαῖς τ' ἑτέραις ὀνομασίαις προσονομάζεσθαι. (136) κατ' ἀρχὰς μὲν οὖν καθ' αὑτὸν ὄντα τρέπειν τὴν πᾶσαν οὐσίαν δι' ἀέρος εἰς ὕδωρ· καὶ ὥσπερ ἐν τῇ γονῇ τὸ σπέρμα περιέχεται, οὕτω καὶ τοῦτον σπερματικὸν λόγον ὄντα τοῦ κόσμου, τοιόνδε ὑπολείπεσθαι ἐν τῷ ὑγρῷ, εὐεργὸν αὑτῷ ποιοῦντα τὴν ὕλην πρὸς τὴν τῶν ἑξῆς γένεσιν· εἶτ' ἀπογεννᾶν πρῶτον τὰ τέσσαρα στοιχεῖα, πῦρ, ὕδωρ, ἀέρα, γῆν. Unum idemque esse deum et mentem et fatum et Iovem multisque aliis appellari nominibus. (136) Principio igitur cum esset apud se, substantiam omnem per aerem in aquam convertisse; et quemadmodum in foetu semen continetur, ita et hunc serendi rationem in mundo obtinentem talem in humore resedisse, materiam aptiorem reddentem, et quae cetera post haec gignerentur; tum genuisse primum elementa quattuor, ignem, aquam, aerem, terram.
    • ex quo fit, haec materia est
    • a quo: faciens, hic deus est
    • in quo: formam, haec est habitus et ordo mundi, quem videmus
    • ad quod:
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  10. Das "propositum" des Weltenschöpfers ist unter Berufung auf Platon das "Gute": bonitas. Gott ist gut, bonus est; bono nulla cuiusquam boni invidia est; fecit itaque quam optimum potuit'. Er kennt keine Missgunst und hat so die Welt "als beste aller denkbaren Welten" geschaffen. Sie ist als das gemeinsame Haus der Götter und der Menschen um der Menschen willen geschaffen.
    (Cic.nat.2,133) Sin quaeret quispiam, cuiusnam causa tantarum rerum molitio facta sit? arborumne et herbarum, quae quamquam sine sensu sunt tamen a natura sustinentur: at id quidem absurdum est; an bestiarum: nihilo probabilius deos mutarum et nihil intellegentium causa tantum laborasse. quorum igitur causa quis dixerit effectum esse mundum? eorum scilicet animantium quae ratione utuntur; hi sunt di et homines; quibus profecto nihil est melius, ratio est enim quae praestet omnibus ita fit credibile deorum et hominum causa factum esse mundum quaeque in eo mundo sint omnia.  (Cic.nat.2,154) Restat ut doceam atque aliquando perorem, omnia quae sint in hoc mundo, quibus utantur homines, hominum causa facta esse et parata. Principio ipse mundus deorum hominumque causa factus est, quaeque in eo sunt ea parata ad fructum hominum et inventa sunt. Est enim mundus quasi communis deorum atque hominum domus aut urbs utrorumque; soli enim ratione utentes iure ac lege vivunt. ut igitur Athenas et Lacedaemonem Atheniensium Lacedaemoniorumque causa putandum est conditas esse, omniaque quae sint in his urbibus eorum populorum recte esse dicuntur, sic quaecumque sunt in omni mundo deorum atque hominum putanda sunt.  
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  11. An die doxographische Ausbreitung des Themas schließt sich die stoische Kritik an. Wird unter "causa" das verstanden, "quocumque remoto quid effici non potest", so ist der Ursachenbegriff so weit gefasst, dass die 4 aristotelischen Ursachen nicht ausreichten. Denn dann müssten auch alle sonst notwendigen Bedingungen wie Raum und Zeit als Ursachen verstanden werden: denn nichts geschieht, wenn es nicht zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort geschieht. 
    Zu dem stoischen Verständnis von "Raum" und "Zeit": 
    • "Der Körper ist ein dreidimensional ausgedehntes, festes, zu mechanischer Wirkung und Gegenwirkung fähiges Gebilde. Als solches braucht er notwendig einen Raum, der ihn aufnimmt. Dieser selbst ist zum Tun und Leiden nicht imstande, also kein Körper, wohl aber ein 'Etwas', ein Ort, der von einem Körper eingenommen wird. Der Raum, der unsere Welt umschließt, ist ganz von Körperlichkeit ausgefüllt. Aber da beim Weltbrande der feurige Kosmos sich ausdehnt, müssen wir außerhalb von ihm ein Leeres voraussetzen als den Ort, der nicht von einem Körper eingenommen ist, aber von einem solchen eingenommen werden kann." (Pohlenz 65) 
    • "Eine unkörperliche Begleiterscheinung der Körperlichkeit ist endlich die Zeit. Schon Platon und Aristoteles hatten festgestellt, dass sie mit der Bewegung der veränderlichen Körperwelt verbunden sei und diese nach Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft gliedere. An sie schloss sich Zenon an, bestimmte aber... die Zeit als 'Ausdehnung der Bewegung', eine Definition, die Chrysipp, weil es außerhalb der Welt keine Bewegung gibt, durch den Zusatz 'der Welt' ergänzte." (Pohlenz 65)
    • Aetius I 18,5 et 20,1 (DDG p. 316b 11, 317b 31). Ζήνων καὶ οἱ ἀπ' αὐτοῦ ἐντὸς μὲν τοῦ κόσμου μηδὲν εἶναι κενόν, ἔξω δ' αὐτοῦ ἄπειρον. διαφέρειν δὲ κενόν, τόπον, χώραν· καὶ τὸ μὲν κενὸν εἶναι ἐρημίαν σώματος, τὸν δὲ τόπον τὸ ἐπεχόμενον ὑπὸ σώματος, τὴν δὲ χώραν τὸ ἐκ μέρους ἐπεχόμενον, ὥσπερ ἐπὶ τῆς τοῦ οἴνου πιθάκνης. - Theodoret IV 14. ἐντὸς μὲν τοῦ παντὸς μηδὲν εἶναι κενόν, ἐκτὸς δὲ αὐτοῦ πάμπολύ τε καὶ ἄπειρον.
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  12. Die Ursache der Stoiker darf nur eine einzige sein, und einfach muss sie dazu sein. Die "turba causarum" der Vorgänger lässt sich nicht halten.zurück zum Text
  13. Man darf keine Teilursachen (forma) oder notwendige Bedingung (exemplar) mit der gesuchten einen und einfachen Ursache verwechseln.  zurück zum Text
  14. Auch das "propositum" ist nur eine Nebenursache (causa superveniens). Falsch und Kritikwürdig ist es auch, die gesamte Schöpfung (opus consummatum) als Ursache anzunehmen: Man muss schließlich zwischen causa (efficiens, opifex) und causatum (effectum, opus) unterscheiden. zurück zum Text
  15. Der Briefschreiber wendet sich seinem Adressaten zu und kehrt so zur Rahmeneinkleidung zurück: Der zum Richter aufgerufene Lucilius soll nun sein Urteil sprechen oder die Klage wegen Unzuständigkeit abweisen. Damit verbindet sich zugleich der Vorwurf des Gerichts, mit der falschen Sache beschäftigt worden zu sein: 
    • Theoretische Physik ist reine Zeitvergeudung,
    • Praktische Ethik ist das Gebot der Philosophie, d.h.: adfectus eripere, cupiditates abigere,  animum pacare, der Mikrokosmos der eigene Person hat Vorrang vor dem Makrokosmos des mundus.
    Hier werden Grundzüge der stoischen Ethik deutlich:
    • Der Grundsatz der stoischen Ethik, ὁμολογουμένως τῇ φύσει ζῆν fordert, in Übereinstimmung mit der spezifisch menschlichen Natur, der Vernunft, zu leben (Ideal des sapiens). Die Vervollkommnung seiner Vernunftnatur (animum pacare) ist das Grundgebot der Ethik. Darin allein verwirklicht sich der sittliche Wert (ἀρετή virtus.), die zum menschliches Glück (εὐδαιμονία) genügt (αὐτάρκη τε εἶναι τὴν ἀρετήν).
    • Praktisch bedeutet dies eine Überwindung störender Affekte und Leidenschaften (adfectus eripere, cupiditates abigere). 
      (Diog.Laert.7,110) ἔστι δὲ αὐτὸ τὸ πάθος κατὰ Ζήνωνα ἡ ἄλογος καὶ παρὰ φύσιν ψυχῆς κίνησις ἢ ὁρμὴ πλεονάζουσα. Τῶν δὲ παθῶν τὰ ἀνωτάτω ... εἶναι γένη τέτταρα, λύπην, φόβον, ἐπιθυμίαν, ἡδονήν. Est autem secundum Zenonem ipsa perturbatio aut irrationalis ac praeter naturam animi motus aut immodicus animi impetus. Porro perturbationum quae principes sunt, quattuor esse genera: dolorem, metum, concupiscentiam, voluptatem.
    • "Vor Zenon war die Philosophie einfach vom Begriff des Guten ausgegangen. Zenon griff auf den des Wertes zurück... Als den Grund jeder subjektiven Wertung stellt er den angeborenen Trieb des Lebewesens fest, die Dinge in Beziehung zum eigenen Ich zu setzen und unter dem Gesichtspunkt zu betrachten, ob sie das eigene Wesen fördern oder nicht. Objektiv fand er den positiven Wert (αξία) in dem, was der Natur des Menschen gemäß ist, den negativen (ἀπαξία) in dem, was ihr widerspricht.  (Pohlenz 119f.) zurück zum Text
  16. Seneca weist den Vorwurf der reinen Zeitverschwendung gegenüber der theoretischen Physik zurück. Dazu beruft er sich auf das platonische σῶμα-σῆμα-Motiv: Auf die Seele wirkt die Beschäftigung mit der Physik wie ein erholsamer und befreiender Urlaub in der Heimat. zurück zum Text
  17. Den selben Gedanken illustriert noch ein weiteres Bild: Der Künstler, der seine Augen bei schlechtem Licht und diffiziler Arbeit überfordert hat und ihnen jetzt die Erholung am Tageslicht gönnt. zurück zum Text
  18. Noch ein weiteres Bild rundet das Verhältnis von Leib und Seele ab: Die Weise verhält sich zu seinem Körper wie ein Soldat zum Militärdienst: Er liebt ihn nicht und hasst ihn nicht, aber er erfüllt seine Pflicht und tröstet sich mit dem Gedanken an Höheres. [milites sacramento rogare - die Soldaten nach dem Fahneneid fragen, d.h. den Fahneneid leisten lassen] zurück zum Text
  19. Die "inspectio rerum naturae" ("Theoretische Physik"). 
    Zum stoischen "Physis"-Begriff: Zenon setzt Physis mit dem "Gestaltenden Prinzip" in eins.
    • "Zenon erklärte ausdrücklich | die Physis für eine Macht, die bewusst wie der Künstler schafft. Sie ist für ihn 'das künstlerisch gestaltende Feuer, das auf methodischem Wege zum Schaffen schreitet' πῦρ τεχνικὸν ὁδῷ βαδίζον εἰς γένεσιν. Die Physis ist also bei aller stofflichen Gebundenheit ein geistiges, vernunftgemäß den Stoff gestaltendes Prinzip. Sie ist nichts anderes als der Logos, der zum Sein ebenso notwendig und ewig gehört wie die Materie. Logos und Stoff sind die zwei Seiten des einen Seins, der einen οὐσία. Dieser neue Physisbegriff ist nicht mehr die Ausgeburt 'gottlosen' Denkens; vielmehr führt er zur wahren Gotteserkenntnis hin. Denn als höchste Vernunft ist diese Physis selbst Gott, ist Zeus zu nennen. (Pohlenz 67f.)
      "Die Physis, mit der für Zenon der Logos zusammenfiel, war keine mechanisch wirkende Kraft wie bei Epikur, sondern die lebendige, alles lenkende und auch das Menschengeschlecht bestimmende Gottheit." (Pohlenz 68)
    • (Diog.Laert.7,148f.) ἔστι δὲ φύσις ἕξις ἐξ αὑτῆς κινουμένη κατὰ σπερματικοὺς λόγους ἀποτελοῦσά τε καὶ συνέχουσα τὰ ἐξ αὑτῆς ἐν ὡρισμένοις χρόνοις καὶ τοιαῦτα δρῶσα ἀφ' οἵων ἀπεκρίθη. ταύτην δὲ καὶ τοῦ συμφέροντος στοχάζεσθαι καὶ ἡδονῆς, ὡς δῆλον ἐκ τῆς τοῦ ἀνθρώπου δημιουργίας.

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Aufgabenvorschläge:

  1.  

 
 
Sententiae excerptae:
w35
1352 Ante circumspiciendum est, cum quibus edas et bibas, quam quid edas et bibas.
  Man muss sich früher umschauen, mit wem man isst und trinkt, als was man isst und trinkt.
  Sen.epist.19,10 (Epikur)
2037 Contemno magnitudinem doloris, a qua me brevitas temporis vindicabit ante paene, quam venerit (Epikur).
  Ich verachte die Heftigkeit des Schmerzes, von der mich die Kürze der Zeit erretten wird, beinahe noch bevor er gekommen ist.
  Cic.Tusc.2,44,3
1215 Egregia res est mortem condiscere.
  Es ist eine herrliche Sache sterben zu lernen.
  Sen.epist.26,8 (nach Epikur)
1122 Honesta res est laeta paupertas.
  Es ist etwas Ehrenvolles um die vergnügte Armut.
  Sen.epist.2,5 (nach Epikur)
1214 Meditare mortem!
  Bereite Dich auf den Tod vor! (Lebe im Bewusstsein des Todes!)
  Sen.epist.26,8 (nach Epikur)
1203 Quid tam ridiculum quam adpetere mortem, cum vitam inquietam tibi feceris metu mortis?
  Was ist so lächerlich, als nach dem Tod zu verlangen, nachdem man sich durch die Furcht vor dem Tod ein unruhiges Leben gemacht hat?
  Sen.epist.24,23 (nach Epikur)
1202 Ridiculum est currere ad mortem taedio vitae, cum genere vitae, ut currendum ad mortem esset, effeceris.
  Es ist lächerlich, aus Lebensüberdruss in den Tod zu eilen, wenn man es durch die Art seines Lebens dahin gebracht hat, dass man in den Tod eilen muss.
  Sen.epist.24,22 (nach Epikur)
1159 Satis magnum alter alteri theatrum sumus.
  Ich und du, wir sind einer dem anderen Publikum genug.
  Sen.epist.7,11 (nach Epikur)
Literatur:

20 Funde
1192  Alpers, K.
Epikurs Geburtstag
in: Mus.Helv.25/1968,48-51
abe  |  zvab  |  look
4594  Baltes, M.
Die Todesproblematik in der griechischen Philosophie.
in: Gymnasium 95, 2/1988, 97-128
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2190  Büchner, K.
Epikur bei Menander. Die Atticus-Vita des Cornelius Nepos
in: Stud.I: Lukrez, Wiesbaden 1964
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4592  Eckstein, Friedrich
Abriss der griechischen Philosophie
Franfurt (Main), Hirschgraben, 3/1969
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2932  Epikur / Nickel, Rainer
Epikur. Wege zum Glück. Griechisch, Lateinisch und deutsch. Hg. und übers. von Rainer Nickel
Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2/2006
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1732  Fauth, W.
Divus Epicurus: Zur Problemgeschichte philosophischer Religiosität bei Lukrez
in: ANRW I.4 (1974) 205-225
abe  |  zvab  |  look
1752  Gigante, M.
Das zehnte Buch des Diogenes Laertios: Epikur und der Epikureismus
in: ANRW II.36.6 (1992) 4302-4307
abe  |  zvab  |  look
3953  Gruben, Gottfried
Die Tempel der Griechen. Aufnamen von Max Hirmer
München, Hirmer-Verlag, 3,1980
abe  |  zvab  |  look
4595  Hermann, C.
Affektbeherrschung als Weg zum Glück. Cicero, Tusculanae disputationes V 15/16.
in: AU 37, 6/1994, 64-70.
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3397  Hommel, H.
Horaz. Der Mensch und das Werk
Heidelberg (Kerle) 1950
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4596  Hross, K.
Unsterblichkeit der Seele, Lukr.3 – Cic. Tusc.1
in: Anr. 13/1967, 389
abe  |  zvab  |  look
4590  Ioannes ab Arnim (Hg.)
Stoicorum veterum fragmenta, collegit Ioannes ab Arnim. Volumen III: Chrysippi fragmenta moralia, fragmenta succcessorum Chrysippi
Stuttgart, Teubner1979
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4591  J. Flügge / M. Kross
Schmerz
in: Hist. Wörterbuch der Philosophie, VIII 1992 (s.v.)
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4589  Long, A.A. / Sedley, D.N.
Die hellenistischen Philosophen, Texte und Kommentare (nur deutsch), übers. v. Karlheinz Hülser
Stuttgart, Weimar (J.B.Metzler) 2000 (Cambridge 1987)
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2324  Oelmüller / Dölle / Piepmeier (Hgg.)
Philosophische Arbeitsbücher 2. Diskurs Sittliche Lebensformen
Paderborn, Schöningh (UTB 778) 2/1980
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2325  Oelmüller / Dölle / Piepmeier (Hgg.)
Philosophische Arbeitsbücher 1. Diskurs Politik
Paderborn, Schöningh (UTB 723) 2/1980
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4593  Pohlenz, M.
M. Ciceronis Tusculanarum disputationum libti quinque (Heft I/II)
Amsterdam (Hakkert) 1965/1957
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4031  Raith, O.
Petronius, ein Epikureer
Nürnberg 1963
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4597  Schmid, W.
Ein Tag und der Aion... Zu Ciceros Doxologie der Philos. (Tusc.5,5)
in: Maurach. Philos., Darmstadt (WBG, WdF 193) 1976
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2316  Schwegler, Albert
Geschichte der Philosophie im Umriss. Ein Leitfaden zur Übersicht
Stuttgart, Conradi 9/1876
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