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Phaedrus

 

fabularum liber IV
IV
Ap
 

Übersetzung nach H.J.Kerler

4,1 | 4,7

 

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Versmaß: Der iambische Senar

Senarius purus

  • Sechs iambische Füße mit Hauptcäsur nach der Senkung des dritten Fußes
  • Der Senar kann 
    • in seiner Reinform (senarius purus) verwendet werden (in der Lyrik, Catull.4, Catull.29) , 
    • etwas freier (Catull.52); Fabeln des Phaedrus), aber auch 
    • sehr frei (als Sprechvers in der Komödie mit vielen Auflösungen besonders bei Plautus):
senarius iambicus
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Asinus et Galli

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     Qui nátus ést infélix, nón vitám modó
Tristém decúrrit, vérum póst obitúm quoqué
Perséquitur íllum dúra fáti míseriá.
     Gallí Cybébes círcum‿in quaéstus dúceré
Asinúm solébant baíulántem sárcinás.
Is cúm labóre‿et plágis ésset mórtuús,
Detrácta pélle síbi fecérunt týmpaná.
Rogáti móx a quódam, délició suó
Quidnám fecíssent, hóc locúti súnt modó:
"Putábat sé post mórtem sécurúm foré;
Ecce‿áliae plágae cóngerúntur mórtuó".
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Der Esel und die Rheapriester
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     Wer in der Unglücksstunde kam zur Welt, der schleppt
Nicht bloß ein düstres Leben hin; auch nach dem Tod
Verfolget ihn sein trauervolles Schicksal noch.
     Es führten einen Esel, der die Säcke trug,
Cybeles Bettelpriester lange Zeit mit sich.
Und als er nun durch Mühsal und durch Schläge starb,
So machten sie von seinem Felle Pauken sich.
Da fragt sie jemand, welches Los der Esel wohl,
Ihr Freund, gehabt? Und jene gaben zum Bescheid:
Er wähnte Ruh zu finden nach dem Tod dereinst.
Sieh, andre Schläge treffen ihn im Tode noch.

 

4 Cybele (Cybela), u. (bei Dichtern gew.) Cybebe, es u. ae, f. - eine phrygische, von den Griechen mit der Rhea, der Mutter des kretischen Zeus, von den Römern mit der Ops, der Gemahlin des italischen Saturn, identifizierte Göttin, deren Priester Galli hießen | 5 baiulo (baiolo), are - den Lastträger machen, auf dem Rücken tragen | 6 plaga, ae, f. - Schlag, Stoß, Hieb | 7 tympanum, i, n. - Kesselpauke, Handpauke, Handtromme (bes. beim Gottesdienste der Cybele gebraucht) | 8 delicium, ii, n. = deliciae, arum, f. - Prunkstück, Liebling
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    Tu quí nasúte scrípta déstringís meá,
et hóc iocórum légere fástidís genús,
parvá libéllum sústiné patiéntiá,
sevéritátem fróntis dúm placó tuaé
et ín cothúrnis pródit Aésopús novís:
     "Utinám nec úmquam Pélii‿ín nemorís iugó
pinús bipénni cóncidísset Théssalá,
nec ád proféssae mórtis aúdacém viám
fabricásset árgus ópere Pálladió ratém,
inhóspitális príma quaé Pontí sinús
patefécit ín perníciem Graíum‿et bárbarúm.
Namque‿ét supérbi lúget Aéetaé domús,
et régna Péliae scélere Médeaé iacént,
quae, saévum‿ingénium váriis ínvolvéns modís,
illíc per ártus frátris éxplicuít fugám,
hic caéde pátris Péliadum‿ínfecít manús."
     Quid tíbi vidétur? "Hóc quoque‿ínsulsum‿ést", aít,
"falsóque díctum, lónge quía vetústiór
Aegéa Mínos clásse pérdomuít fretá,
Iustóque víndicávit éxemplo‿ímpetúm".
Quid érgo póssum fácere tíbi, lectór Cató,
si néc fabéllae té iuvánt nec fábulaé?
Nolí moléstus ésse‿omníno lítterís,
maiórem‿exhíbeant né tibí moléstiám!
     Hoc íllis díctum, quí stultítia naúseánt
et, út puténtur sápere, caélum vítuperánt.
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     Du, welcher vorlaut tadelnd meine Schriften schilt,
und diese meine Scherze liesest mit Verdruss,
Trag nur Geduld ein wenig mit dem Büchlein noch,
Bis ich den Ernst auf deiner Stirn besänftige,
Und bis einmal Aesopus den Kothurn besteigt:
     "O wär' im Pelischen Waldgebirge nimmermehr
Gestürzt Thessaliens Fichte durch der Äxte Schlag!
O hätte niemals Argus mit Minervas Kunst
Ein Schiff zur sichern Todesreise sich gebaut,
Das zu der Griechen und Barbaren großer Not
Zuerst des öden Pontus Buchten öffnete!
Denn Trauer füllt Aietes' stolzes Herrscherhaus;
Es stürzt den Thron des Pelias Medeas Schuld,
Medeas, die versteckend zwar die innre Wut
Dort sich die Flucht eröffnet durch den Brudermord
Und hier befleckt die Töchter mit des Vaters Blut."
     Wie nun? Du sagst: "Auch dieses ist ohn' allen Geist
Und Lügenwerk, weil lange früher Minos schon
Mit der Argiver Flotte hat das Meer beherrscht,
Und durch gerechte Rache jeden Raub bestraft."
Wie soll ich's also machen, strenger Leser, dir,
Wenn weder Fabel dich noch Trauerspiel erfreut?
So sei den Musen lieber nicht beschwerlich mehr:
Sie möchten größern Schaden sonst bereiten dir!
     Das ist für die, so töricht ekel tun, gesagt
Und in den Himmel tadeln, falscher Weisheit voll.

 
Sententiae excerptae:
1268 Aetate fruere! Mobili cursu fugit.
  Genieße deine Jugend (dein Leben)! Sie entflieht in behendem Lauf.
  Sen.Phaedr.446
1277 Alium silere quod voles, primus sile!
  Wenn du willst, dass ein anderer schweige, schweige du zuerst!
  Sen.Phaedr.876
225 caelum viruperare
  alles tadeln und besser wissen wollen
  Phaedr.4,7,25
55 caelum vituperant
  sie tadeln sogar den Himmel (wollen alles besser wissen)
  Phaedr.4,7,26
1674 Derisor potius quam deridendus senex.
  Im Alter lieber Spötter als Verspotteter.
  Phaedr.3,14,4
271 Sibi non cavere et aliis consilium dare stultum est
  Sich nicht in acht zu nehmen und anderen einen Rat geben wollen ist töricht. (Anderen kann er raten, sich selbst aber nicht)
  Phaedr.1,9,1
233 varietas (variatio) delectat
  Abwechslung erfreut (μεταβολὴ πάντων γλυκύ, Aristot.rhet.1,11)
  Phaedr.2,pr.10
205 Verum est aviditas dives et paupe?r pudor.
  Doch reich ist meistens Habsucht, arm Bescheidenheit.
  Phaedr.2,1,12
33 Verum est aviditas dives et pauper pudor.
  Doch reich ist meistens Habsucht, arm Bescheidenheit.
  Phaedr.2,1,12
Literatur:

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