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Gaius Petronius Arbiter

Satyricon - Cena Trimalchionis

Personen - Inhalt (Gliederung) - Literatur - Zitate

 
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HANDELNDE PERSONEN

(nach L.Gurlitt)

  • Agamemnon, pedantischer Lehrer der Beredsamkeit. Spöttische Beziehungen auf Seneca lassen sich nicht erweisen. Auch sonst muss man sich hüten, Beziehungen zu Zeitgenossen des Petronius zu suchen.
  • Askyltos, ἄσκυλτος (nicht zerzaust, ungequält, ungeängstigt), ein junger, lebensfrischer Grieche. Zeitweise Gefährte des Encolpius, mit dem er um Giton rivalisiert.
  • Chrysis, die "Goldene, Schöne", junge Dienerin der Circe, häufiger Beiname der Aphrodite, auch Hetärenname. Angeblich lässt sie sich nicht mit Sklaven ein, sondern unterhält Beziehungen zum Ritterstand. Sie sucht Encolpius für ihre Herrin zu gewinnen.
  • Circe, Schönheit in Kroton, Geliebte des Encolpius-Polyaenus. Ihr Name soll ausdrücken, dass sie, wie die Κίρκη bei Homer bezaubert. Im Gegesatz zu Odysseus ist Encolpius aber ihrem Zauber nicht gewachsen: Ihre Bemühungen münden in eine einzige Enttäuschung.
  • Korax, "Rabe", Diener des Eumolpos. Ziemlich arbeitsscheu, doch lässt er sich für Liegestützen unter dem Bett des Eumolpos gewinnen.
  • Doris, Geliebte des Encolpius.
  • Encolpius, ἐγκόλπιος, "der auf dem Schoß Sitzende, an der Brust Liegende, im späten Griechisch: das Amulett, bezeichnete den, der beständig in Liebeshändel verstrickt ist. Er ist Träger und Erzähler der Handlung, ein schöner Jüngling, Freigelassener von guter Bildung. Bei Frauen erweist er sich meistens als Schwächling.
  • Eumolpos, älterer, mittelloser, aufdringlicher Dichter; sein Name erinnert an den des berühmten thrakischen Sängers Εὔμολπος, der nach dem Mythos in Attika die Eleusinischen Mysterien stiftete. Er entwickelt poetische Grundsätze für ein historisches Epyllions und realisiert sie in seinem Gedicht vom Bürgerkrieg. In Kroton inszeniert er, um an Geld zu kommen, erfolgreich eine Erbschleicherposse, in der er den großen Herrn spielt.
  • Fortunata, "die Beglückte", Gemahlin des Trimalchio, aus dem Sklavenstand erhoben.
  • Ganymedes, Echion, Nikeros, Phileros sind Tischgäste des Trimalchio, Freigelassene.
  • Giton, γείτων , "Nachbar", ist ein Name des Lieblingssklaven, der an der Seite des Herrn ruht. Nach Encolpius die zweite Hauptperson (Heinze). Vor die Wahl gestellt entscheidet er sich gegen Encolpius für Askyltos, kehrt aber später reumütig zurück.
  • Habinnas, niederer Beamter, wohl karthagische Name.
  • Hermeros, klingt an Hermes an, frecher Freund des Trimalchio.
  • Lichas, im Mythos Diener des Herakles, aber auch sonst gebräuchlich. Liebhaber der Tryphaena und Besitzer eines Handelsschiffes, auf dem die Gesellschaft um Eumolpos nach Tarent unterwegs ist. Lichas kommt im Schiffbruch um. Die Geretteten begeben sich zu Fuß nach Kroton.
  • Oenothea, "Weingießerin", betagte Priesterin des Priapus in Kroton.
  • Pannychis, πάννυχις, "die ganze Nacht", Name eines anmutigen jungen Mädchens, Hetärenname.
  • Philomela, bekannter Name der griechischen Mythologie, Tochter des Pandion, "die Sangesfrohe", da sie in eine Nachtigall oder Schwalbe verwandelt wurde. Hier eine abgelebte Schönheit aus Kroton, die ihre Kinder an reiche Erblasser, hier Eumolpus, verkuppelt.
  • Polyaenus, πολύαινος, Pseudonym des Encolpius mit der Bedeutung "viel gelobt" oder "reich an klugen Reden", Schwerenöter; diesenNamen führt Encolpius wahrscheinlich in Kroton als Sklave im Rahmen der Erbschleicherposse. Auch sonst griechischer Männername.
  • Proselenos, alte Zauberin in Kroton, die sich nur mit vordergründigem Erfolg um die Liebesfähigkeit des Encolpius bemüht.
  • Psyche, "Seele", Hetärenname, Dienerin der Quartilla.
  • Quartilla, Priesterin des Priapus, der Name mit Beziehung auf quarta gibt wohl den "Preis" an.
  • Scintilla, "Funke", Frau des Habinnas, ein Weib ohne Wert.
  • Trimalchio, zusammengesetzt aus τρίς und μαλακός "sehr weichlich, sehr üppig", also "Schlemmer", aus Sybaris.
  • Tryphaena, nach τρυφή - “Luxus, Wollust", griechischer Hetärenname; sie ist die Geliebte des Lichas.

GLIEDERUNG DES INHALTS

(Gliederung nach O.Weinreich, 213f.; O.Schönberger, 29-31; C.Schnur, 197f.)
  1. Gesperrt für nicht registrierte Nutzer. Information durch Anklicken dieses Symbols.Ereignisse vor der Cena (Petron1-26)
    1. Encolpius beklagt den Niedergang der Beredsamkeit und gibt der verfehlten Ausbildung durch die Rhetoriklehrer die Schuld. (Petron.1,1)
    2. Der RhetoriklehrerAgamemnon verteidigt (in Prosa und Dichtung) die gängige Unterrichtsmethode mit der praktischen Notwendigkeit, zu verhindern, dass die Schüler davonlaufen. (Petron.3,1)
    3. Encolpius stiehlt sich davon, um Askyltos zu suchen. Beide gelangen auf verschiedenem Weg in ein Lupanar, treffen sich dort wieder und erzählen sich ihre Erlebnisse. (Petron.6,1)
    4. Zusammen mit Giton wieder in der Absteige. Eifersüchteleien. (Petron.9,1)
    5. Eine Gaunergeschichte, in der Encolpius und Askyltos den Kürzeren ziehen. Sie kommen um Goldstücke, die sie in eine Tunika eingenäht hatten. (Petron.12,1)
    6. Zu den drei bisherigen Handlungsträgern Encolpius, Askyltos und Giton gesellen sich in der Hauptsache drei Anhängerinnen des Priapus: Quartilla, ihre Dienerin Psyche und das Mädchen Pannychis, was zu schnell wechselnden erotischen Beziehungen führt. (Petron.16,1)
  2. Cena Trimalchionis (Gliederung nach O.Weinreich)
    1. Szenen im Bad und Ereignisse bis zum ersten Auftreten Trimalchios. Rede des Hermeros (37f.); Rede Trimalchios (39). Trimalchio räumt die Bühne für geraume Zeit, um seine Notdurft zu verrichten. Petron.27-41,8
      1. Aufbruch zur Cena. Vorstellung Trimlchios. Seine Badefreuden (26-27)
      2. Trimalchios Haus und seine Sehenswürdigkeiten (28-30)
      3. Beginn der Mahlzeit (31)
      4. Der Hausherr zieht ein. Kulinarisches (32-33)
      5. Freut euch des Lebens! (34)
      6. Astrologisches Schaumenü (35)
      7. der Zerleger "Schneider" (36)
      8. Vorstellung von Trimalchios Frau Fortunata (37)
      9. Trimalchios Reichtum. Porträt eines Leichnbestatters (38)
      10. Trimalchio als Humanist und Astrologe (39)
      11. Der Freiheits-Eber. Dionysos-Liber. Trimalchio muss auf die Toilette (40-41)
    2. Freimütige und sich in Länge und Stoffülle steigernde Reden der Freigelassenen Damas, Seleucus, Phileros, Ganymed, Echion (Logomachia) Petron.41,9-46
      1. Damas, der Realist (41)
      2. Seleucus hält die Leichenrede (42)
      3. Phileros eine andere (43)
      4. Ganymed lässt sich über die Teuerung, die Dürre und die gute alte Zeit aus (44)
      5. Echion redet über "panem et circenses", Wahlen und seinen vielversprechenden Sohn (45-46)
    3. Trimalchio kommt zurück. Seine Reden stehen im Folgenden im Mittelpunkt. Eingelegt der singuläre Bericht seines Buchhalters (53). Hermeros' Schimpfrede auf Askyltos und Giton (57f.); Werwolfgeschichte des Nikeros (61f.); Hexengeschichte Trimlachios (63); Petron.47-64
      1. Trimalchio äußert sich nach seiner Rückkehr über die Gefährlichkeit on Blähungen (47)
      2. Trimalchio stellt seine rhetorische und mythologische Bildung unter Beweis (48)
      3. Das nicht ausgenommene Schwein (49)
      4. Trimalchio als Kunstkenner. Das schlimme Schicksal des Erfinders des unzerbrechlichen Glases (50-52).
      5. Bericht des Buchhalters. Jongleure. Ein glimpflich ablaufender Unfall (53-54)
      6. Trimalchio über Literatur, allerlei Berufe und den Nutzen der Tiere (55-56)
      7. Schimpfrede des Hermeros auf Askyltos und Giton. Sein Rätsel. Kritik an der Schule (57-58)
      8. Trimalchio sorgt für Frieden. Auftreten der Homeristen. Trimalchio gibt einen weiteren Beweis seiner mythologischen Bildung (59)
      9. Überraschung (60)
      10. Die Gespenstergeschichten vom Werwolf und vom exenspuk (61-63)
      11. Musikalische Darbietungen. Hundeduell. Trimalchio und sein Liebling (64)
    4. Habinnas und Scintilla treffen ein (Personenwechsel), die neben Trimalchio und Fortunata die Hauptpersonen darstellen. Habinnas führt nur kurz das Wort (66). Nach einem Trialog zwischen Habinnas, Scintilla und Trimalchio (69) macht Trimalchio sein Testament und seine BGrabmalspläne bekannt (71). Petron.65-71
      1. Späte Gäste: Habinnas und Scintilla (65)
      2. Habinnas erzählt von einem anderen Gastmahl (66)
      3. Die beiden Freundinnen Fortunata und Scintilla (67)
      4. Ein talentierter Sklave (68-69)
      5. Ein Meisterkoch (70)
      6. Trimalchios Testament. Anweisungen für sein rabmal (71)
    5. Ortswechsel: Im Bad (symmetrisch zum Anfang der Cena) soll der Trunkenheit abgeholfen werden. Gegen Ende Schimpfrede Trimalchios auf Fortunata und Darstellung seiner Vita (74,13-77). Den Abschluss bildet die Generalprobe für sein Begräbnis. Petron.72-78
      1. Ortswechsel ins Bad. Vereitelte Flucht und unfreiwilliges Bad (72)
      2. Freiwillige Badevergnügen (73)
      3. Ein Hahn kräht zur falschen Zeit. Ein Ehestreit (74)
      4. Habinnas Vermittlungsversuch. Trimalchio schimpft weiter. Trimalchios Lebenslauf (75-77)
      5. Generalprobe für Trimalchios Begräbnis (78)
  3. Gesperrt für nicht registrierte Nutzer. Information durch Anklicken dieses Symbols.Auseinandersetzungen nach der Cena (Petron.79-99)
    1. Flucht und Trennung nach der Cena. Bekanntschaft mit Eumolpus (Petron.79-88)
      1. Beschwerliche Rückkehr in die Herberge (79)
      2. Eifersüchtiger Streit des Encolpius mit Askyltos und Trennung. Giton entscheidet sich für Askyltos und verlässt mit ihm die Herberge (80)
      3. Enkolp sucht die Einsamkeit am Meer, klagt über die Verkommenheit seiner untreuen Gefährten uns sinnt auf Rache mit dem Schwert (81)
      4. Enkolp wird von einem marodierenden Soldaten seiner Waffen beraubt. Beruhigung (82)
      5. In der Bildergalerie Begegnung mit dem Dichter Eumolpos: Die Unverträglichkeit von geistiger Leistung und Reichtum (83-84)
      6. Eumolpus erzählt seine amourösen Abenteuer mit einem Epheben aus Pergamon (Novelle) (85-87)
    2. Weitere Kostproben des Dichters Eumolpus und Flucht aus der Galerie. Petron.88-90
      1. Der Niedergang der Künste (88)
      2. Der Fall Troias, ein Gedicht (89)
    3. Flucht aus der Galerie (90)
    4. Encolpius, Eumolpus und Giton in der Herberge. Aufbruch (Petron.91-99)
      1. Wiedertreffen mit Giton. Auch Eumolpus kommt in die Herberge. Eifersucht, Streit, gespielter Selbstmord (91-94)
      2. Schlägerei in der Gaststätte. Versöhnung (95-96)
      3. Hausdurchsuchung. Aufbruch zu Seefahrt nach Tarent (97-99)
  4. Gesperrt für nicht registrierte Nutzer. Information durch Anklicken dieses Symbols.Die Seereise. Erneutes Zusammentreffen mit Lichas und Tryphaena. Streitereien und Versöhnung, Liebeleien. Literarische Einlagen. Schiffbruch und Tod des Lichas (100-115)
    1. Auf dem Schiff des Lichas und der Tryphaena unterwegs nach Tarent (100-110,5)
      1. Eine böse Überraschung: Das Schiff gehört Lichas und Tryphaena ist auch auf dem Schiff (100 -101,6)
      2. Beratung einer erfolgversprechenden List, um sich, wie Odysseus, aus der "Höhle des Kyklopen" zu retten (101,7 - 103,4)
      3. Vorahnungen des Lichas und der Tryphaena aufgrund von Träumen (104)
      4. Scheitern der List, Entdeckung. Diskussion der Bestrafung (105 - 106)
      5. Verteidigungsrede des Eumolpus, Gegenargumente des Lichas (107)
      6. Lichas lässt sich nicht von einer körperlichen Bestrafung der Übeltäter abbringen. "Kriegerische" Aktionen (108,1 - 108,11)
      7. Verhandlungen und Friedensvertrag nach der Intervention des Steuermanns (108,12 - 109,7)
      8. Elegie und Hendekasyllaben des Eumolpus auf die Kahlköpfe Encolpius und Giton. Perücken als Abhilfe (109,8 - 110,5)
    2. Eumolpos erzählt die Novelle von der Witwe aus Ephesus. Petron.110,6-113,2
    3. Schiffbruch. Tod des Lichas. Liebevoller Abschied von Giton. Rettung durch Fischer (114).
    4. Die Rettung des in sein Dichten versunkenen Eumolpos. Die Nacht nach der Rettung. Beisetzung des Lichas am nächsten Tag (115).
  5. Gesperrt für nicht registrierte Nutzer. Information durch Anklicken dieses Symbols. Unterwegs nach Kroton, Erbschleicher-Posse für Kroton, die Poetik des Eumolpus und sein Bürgerkriegsgedicht (116-125).
    1. Unterwegs nach Kroton. Ein Fremder klärt über eine charakterliche Eigenart der Bürger von Kroton auf (116).
    2. Eumolpus plant ein Possenspiel, um die Erbschleichermentalität der Krotoniaten auszunutzen: Rollenverteilung (117).
    3. Das episch-poetische Programm des Eumolpus (118).
    4. Praktische Anwendung seiner Poetik: Eumolpus' Epyllion vom römischen Bürgerkrieg (119-124)
    5. Ernsthafte Zweifel des Encolpius am Bestand des großen Glücks (125).
  6. Gesperrt für nicht registrierte Nutzer. Information durch Anklicken dieses Symbols.Schelmenstreiche in Kroton (126-141)
    1. Chrysis versucht, Encolpius für ihre Herrin Circe zu interessieren. Verführung (126,1-127,10)
    2. Die große Enttäuschung (128,1 - 129,2)
    3. Spöttischer Brief der Circe an Polyaenus-Encolpius (129,3-129,10)
    4. Antwortbrief des Polyaenus-Encolpius: Schuldgeständnis und Sühnebereitschaft (130,1-130,7)
    5. Zaubertherapie statt Anwendung von Viagra. Probe aufs Exempel. (131,1-131,11)
    6. Encolpius lässt sich durch Endymion ablenken, wird deswegen von Circe bestraft und verkriecht sich ins Bett (132,1-132,7)
    7. Encolpius rechtet mit seiner mentula. (132,8-133,2)
    8. Proselenos lässt Encolpius im Tempel des Priapus durch die Priesterin Oenothea entsühnen (Intermezzo mit den heiligen Gänsen) (133,3-139,4)
    9. Neue Erbschleicher bei Eumolpos: Philomela und ihre beiden Kinder (139,5-140,1)
    10. Das kannibalische Testament des Eumolpus (141,2-141,11)
 
 
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Sententiae excerptae:
1814 A capillis usque ad ungues
  Von den Haaren bis zu den Zehennägeln (Vom Scheitel bis zur Sohle)
  Petron.102,13
1860 Accusatores antiquitatis vitia tantum docemus et discimus.
  Als Kritiker des Altertums lernen und lehren wir nur Fehlerhaftes.
  Petron.88,6
1949 Aequum Mars amat.
  Mars liebt es gleich. (Mars ist für Gleich und Gleich.)
  Petron.34,5
1815 Aliis leporem excitavi.
  Für andere habe ich einen Hasen aufgescheucht.
  Petron.131,7
1875 Aliquando totum me, Fortuna, vicisti!
  Fortuna, jetzt hast du mich endlich ganz überwunden!
  Petron.101,1
1863 Amica vincit uxorem.
  Lieber eine Freundin als eine Gattin.
  Petron.93,2
1855 Amor etiam deos tangit.
  Auch die Götter empfinden Liebe
  Petron.83,4
1816 Amor ingenii neminem umquam divitem fecit.
  Liebe zum Geist hat noch nie einen reich gemacht.
  Petron.83,9
1829 An audirem sententias, cum fame morerer?
  Hätte ich mir etwa schöne Reden anhören sollen, als ich vor Hunger fast gestorben bin?
  Petron.10,1
1976 Antiquus amor cancer est
  Die alte Liebe ist ein Krebsgeschwür!
  Petron.42,7
1971 Aqua dentes habet.
  Das Wasser hat Zähne. (Wasser beißt).
  Petron.42,2
1990 Artificium numquam moritur
  Kunst (Handwerk) stirbt niemals aus. (Handwerk hat goldenen Boden.)
  Petron.46,8
1844 Ascyltos in hoc triclinio solus ferias agit?
  Hat denn Askyltos in diesem Speisezimmer alleine Ferien?
  Petron.24,3
1986 Aut hoc aut illud, erit quid utique.
  Entweder mag das oder jenes sein, etwas wird auf jeden Fall geschehen.
  Petron.45,5
1849 Calculus in tabula mobile ducit opus.
  Auf dem Spielbrett läuft das Steinchen hin und her.
  Petron.80.9.
1970 Calda potio vestiarius est.
  Der Wein ist dem Menschen wie ein warmer Pelz! (Ein wärmender Tropfen ist der beste Pelz.)
  Petron.41,11
1964 Cancer et hoc et illoc quadrat.
  Der Krebs passt hierhn und dorthin.
  Petron.39,8
1954 Cenemus! hoc est ius cenae
  Essen wir! So will es das Recht der Tafel.
  Petron.35,7
1877 Color arte compositus inquinat corpus, non mutat.
  Künstliche Färbung besudelt den Leib, verwandelt ihn aber nicht.
  Petron.102,15
1839 Contemni turpe est, legem donare superbum.
  Schmählich, verachtet zu werden, doch stolz, die Strafe erlassen.
  Petron.18,6
1889 Contemptus amor vires habet.
  Verschmähte Liebesglut entlädt sich (oft) in Gewalt.
  Petron.108,14
1890 Cui non est mors una satis?
  Wer begnügt sich nicht mit einem Todesopfer?
  Petron.108,14
1040 Cum ventis litigare.
  Mit den Winden streiten. (Sich vergeblich abmühen)
  Petron.83
1856 Cum ventis litigare.
  Mit den Winden streiten.
  Petron.83,7
1917 Curandum est, ne sententiae emineant extra corpus orationis expressae, sed intexto vestibus colore niteant.
  Man hat dafür zu sorgen, dass kein Gedanke aus dem Rahmen des Ganzen herausfalle, sondern das Gedicht wie ein harmonisch gefärbtes Gewand glänze.
  Petron.118,5
1899 Da oscula, dum licet
  Gib Küsse, solange es dir vergönnt ist
  Petron.114,9
1884 Dediticiis hostibus parcimus.
  Wir schonen Feinde, die sich freiwillig ergeben.
  Petron.107,4
1921 Destruet istas idem, qui posuit, moles deus.
  Vernichten wird diesen Koloss der Gott, der sie schuf.
  Petron.121,1,8f.
1946 Dextro pede!
  Mit dem rechten Fuß!
  Petron.30,5
1937 Die feriarum etiam lugentes rident.
  An einem Festtag lachen selbst Trauernde (Leidtragende).
  Petron.134,7
1968 Dies nihil est. Dum versas te, nox fit.
  Ein Tag ist nichts. Noch während du dich umwendest, wird es Nacht. (... Im Handumdrehen wird es Nacht.)
  Petron.41,10
1930 Dignus amore locus.
  Ein Liebesort!
  Petron.131,8
1950 Diutius vivit vinum quam homuncio.
  Der Wein lebt länger als ein Menschlein!
  Petron.34,7
1850 Dum fortuna manet, vultum servatis, amici.
  Nur solange das Glück andauert, bewahrt ihr, Freunde, den Schein.
  Petron.80,9
1818 Ego adulescentulos existimo in scholis stultissimos fieri.
  Ich glaube, dass die jungen Leute in den Schulen nur verdummt werden.
  Petron.1,3
1938 Ego tibi pro ansere struthocamelum reddam.
  Ich gebe dir für deine Gans einen Strauß zurück.
  Petron.137,4
1952 Eheu nos miseros, quam totus homuncio nil est!
  Weh wir armen Würstchen, wie ist all Menschliches nichtig!
  Petron.34,10
1902 En homo quemadmodum natat!
  Da sieh den Menschen, wie er schwimmt! (Der Mensch: ein Spielball der Wellen!")
  Petron.115,10
1851 Ergo me non ruina terra potuit haurire?
  Konnte sich die Erde nicht unter mir auftun und mich verschlingen?
  Petron.81,3
1953 Ergo vivamus, dum licet esse bene!
  Also leben wir, solange es uns gut gehen kann!
  Petron.34,10
1936 Et operam et sudorem perdidisti.
  Du hast dich vergebens in Schweiß gebracht. (Du hast Mühe und Schweiß vergeudet).
  Petron.134,2
1843 Etiam dormire vobis in mente est, cum sciatis Priapi genio pervigilium deberi?
  Steht euch der Kopf sogar nach Schlafen, obwohl ihr wisst, dass ihr dem Genius des Priapus eine Nachwache schuldet?
  Petron.21,7
1916 Generosior spiritus vanitatem non amat.
  Ein edler Geist hält nichts vom eitlen Aufputz.
  Petron.118,3
1927 Haec vera est Danae.
  Hier ist die wahre Danae.
  Petron.126,18
1972 Heu, eheu. utres inflati ambulamus.
  Gott, ach Gott! Wir wandeln wie aufgeblasene Ballons (Schläuche) umher.
  Petron.42,4
1948 Hic nescio quid boni debet esse.
  Hier muss es irgendwas Gutes geben!
  Petron.33,8
1840 Hoc amo, quod possum qua libet ire via.
  Das ist mir lieb, dass ich gehen kann, wohin ich mag.
  Petron.18,6
1965 Holera spectant, lardum tollunt.
  Sie schauen nach dem Kohl und nehmen den Speck.
  Petron.39,11
1905 Homines (Crotone) aut captantur aut captant.
  Die Leute (in Croton) werden entweder betrogen oder betrügen.
  Petron.116,6
1910 Hominis operas locavi, non caballi.
  Ich habe mich als einen Menschen verdingt, aber nicht als Pferd.
  Petron.117,12
1978 Honeste vixit, honeste obiit.
  Ehrlich hat er gelebt und ehrlich ist er gestorben.
  Petron.43,1
1869 In amantium potestate non est furiosa aemulatio
  Es steht nicht in der Macht des Verliebten, die Leidenschaft der Eifersucht zu zähmen.
  Petron.99,2
1852 In exercitu vestro phaecasiati milites ambulant?
  Laufen in eurem Heer die Soldaten in Stöckelschuhen herum?
  Petron.82.3
262 in molle carne vermes nascuntur
  in weichem Fleisch nisten die Würmer (Gutmütigkeit ist leicht angreifbar)
  Petron.57
1928 In umbra voluptatis diutius luditur.
  Im Schatten der Wollust spielt sich's länger. (Im Vorhof der Lust hält das Vergnügen länger an).
  Petron.129,4
1870 Incultis asperisque regionibus diutius nives haerent.
  Auf ungepflegtem, rauhem Boden haftet der Schnee länger.
  Petron.99,3
1919 Ingeniosa gula est.
  Die Schlemmer sind erfindungsreich. (Hunger ist der beste Koch)
  Petron.119,1,33
1922 Inter tot fortes armatus nescio vinci.
  Unbesiegbar bin ich bei so vieler Helden Beistand.
  Petron.121,1,176
1834 Ipsi qui Cynica traducunt tempora pera, || non numquam nummis vendere vera solent.
  Kaufen doch selbst die Männer, bepackt mit dem kynischen Ranzen,|| Häufig mit Geld sich ein, was sie als Wahrheit erkannt.
  Petron.14,2
1895 Ipsum te iacentis corpus admonere debet, ut vivas.
  Die Leiche selbst, die vor dir liegt, nötigt dich zu leben.
  Petron.111,12
1871 Ira feras quidem mentes obsidet, eruditas praelabitur
  Zorn haftet bei roher Sinnesart fest, bei gesitteter gleitet er ab.
  Petron.99,3
1923 Iudice Fortuna cadat alea!
  Entscheide, Glück! Dein Würfel sei gefallen.
  Petron.121,1,174
1835 Iudicium nihil est nisi publica merces.
  Ein Gerichtsurteil ist nicht anderes als eine käufliche Ware.
  Petron.14,2
1828 Iunctis viribus molestum contempsimus.
  Mit vereinten Kräften konnten wir die Belästigung abwenden.
  Petron.8,4
1956 Lacte gallinaceum si quaesieris, invenies.
  Wenn du Hühnermilch suchst, wirst du sie finden.
  Petron.38,1
1979 Longe fugit, quisquis suos fugit.
  Der geht weit, wer die Seinen übergeht! (Weit flieht der, der vor seinen Leuten flieht.)
  Petron.43,5
1866 Macte virtute esto!
  Sei mir gesegnet, du Held!
  Petron.94,1
1861 Magis expedit inguina quam ingenia fricare.
  Mehr richtet man aus, wenn man das Glied statt den Geist bemüht.
  Petron.92,11
1823 Magistri nisi dixerint, quae adulescentuli probent, 'soli in scholis relinquentur'
  Wenn die Lehrer nicht den Jüngelchen nach dem Mund reden, bleiben sie, allein in der Schule zurück.
  Petron.3,2 (nach Cicero)
1982 Maiores maxillae semper Saturnalia agunt.
  Vielfraße leben immer wie auf der Hochzeit. (Für Fettbäuche ist immer Karneval.)
  Petron.44,3
1898 Malo mortuum impendere quam vivum occidere.
  Besser den Toten aufhängen, als einen Lebendigen umbringen.
  Petron.112,7
1392 Manus manum lavat.
  Eine Hand wäscht die andere.
  Sen.apocol.9,6; Petron.45,13
1975 Medicus enim nihil aliud est quam animi consolatio.
  Ein Arzt ist nichts anders als ein Seelentrost.
  Petron.42,5
1973 Minoris quam muscae sumus.
  Wir sind wertloser als Mücken.
  Petron.42,4
1985 Modo sic, modo sic.
  Mal so, mal so.
  Petron.45,2
1878 Multa una oportet consentiant ratione, ut mendacium constet.
  Vieles muss widerspuchsfrei zusammenstimmen, wenn die Täuschung gelingen soll.
  Petron.102,14
1963 Multis pedibus stare
  Auf vielen Füßen stehen
  Petron.39,8
1912 Multos carmen decepit.
  Viele irren sich in der Poesie. (Viele hat die Posie schon getäuscht.)
  Petron.118,1
122 Nec ad caelum nec ad terram pertinet.
  Es ist ohne jede Bedeutung. (Es ist weder für den Himmel noch für die Erde von Belang.)
  Petron.44
1955 Nec quid nec quare.
  Mir nichts, dir nichts! (Gott weiß, wie und warum!)
  Petron.37,4
1838 Nec victoria mi placet parata.
  Nicht gefällt mir ein Sieg, der mir in den Schoß fällt.
  Petron.15,9
1822 Necesse cum insanientibus furere.
  Man muss mit den Verrückten verrückt sein.
  Petron.3,2
1957 Nemini invide, si quid deus dedit.
  Neide es keinem, wenn ihm Gott etwas gibt.
  Petron.38,9
1907 Nemo ausus est artem damnare nihil auferentem.
  Keiner kann einem Plan verurteilen, das nichts kostet.
  Petron.117,5
1896 Nemo invitus audit, cum cogitur aut cibum sumere aut vivere
  Niemand hört es ungern, wenn man ihn zwingt, Speise zu sich zu nehmen und zu leben.
  Petron.111,13
1858 Nescio quo modo bonae mentis soror est paupertas.
  Irgendwie ist die Armut Schwester des gesunden Denkens.
  Petron.84,4
1943 Nihil est commodius quam semper cum sapientia loqui.
  Nichts ist vorteilhafter, als immer mit ruhiger Überlegung zu sprechen.
  Petron.140,14
1934 Nihil est hominum inepta persuasione falsius nec ficta severitate ineptius.
  Nichts ist verkehrter als der läppische Versuch, die Menschen überzeugen zu wollen, nichts Alberner als erheuchelte Strenge. (Nichts ist verkehrter auf der Welt als dumme Borniertheit, nichts dummer als scheinheilige Muckerei.)
  Petron.132,16
1969 Nihil est melius quam de cubiculo recta in triclinium ire.
  Nichts ist besser, als geradewegs vom Bette zu Tisch zu gehen.
  Petron.41,10
1859 Nihil est tam arduum, quod non improbitas extorqueat.
  Nichts ist so schwierig, dass man es mit Skrupellosigkeit nicht erreiche. (Unanständigkeit erreicht alles.)
  Petron.87,3
1824 Nisi piscator eam imposuerit hamis escam, quam scierit appetituros esse pisciculos, sine praedae spe morabitur in scopulo.
  Ein Fischer wird ohne Hoffnung auf Beute an der Felsenküste sitzenbleiben wenn er nicht den Köder an den Haken hängt, auf den die Fischlein, wie er weiß, Appetit haben. (Mit Speck fängt man Mäuse.)
  Petron.3,4
1827 Nisi valentior fuissem, dedissem poenas
  Ich hätte es büßen müssen, wenn ich nicht kräftiger gewesen wäre.
  Petron.8,4
1885 Noli causam confundere, sed impone singulis modum.
  Bringe die Sache nicht durcheinander, sondern gib jedem Punkt seinen angemessenen Platz!
  Petron.107,7
1874 Nolo habere bona, nisi quibus populus inviderit.
  Lieber will ich kein Glück genießen, wenn mich nicht alle Welt darum beneidet.
  Petron.100,1
1837 Nolo, quod cupio, statim tenere.
  Nicht erfülle mein Begehr sich augenblicklich!
  Petron.15,9
1848 Nomen amicitiae sic, quatenus expedit, haeret.
  Freundschaft hat bestand, solange sie nützt.
  Petron.80.9.
1967 Non aenigma est, sed res aperta.
  Es ist kein Rätsel, sondern eine klare Sache
  Petron.41,4
1820 Non bene olere possunt, qui in culina habitant.
  Nicht gut können die riechen, die in der Küche zu Hause sind.
  Petron.2,1
1853 Non bibit inter aquas poma aut pendentia carpit | Tantalus infelix
  Es leidet mitten im Wasser Durst der unglückselige Tantalus und pflückt nicht die (über ihm) hängenden Äpfel.
  Petron.82,5
1872 Non commune est, quod natura optimum fecit?
  Sind nicht die schönsten Naturerzeugnisse Gemeingut?
  Petron.100,1
1915 Non concipere aut edere partum mens potest nisi ingenti flumine litterarum inundata
  Kein Talent ist zu der Empfängnis und der Geburt fähig, wenn es sich nicht mit dem gewaltigen Strom der Literatur getränkt hat
  Petron.118,3
1847 Non frueris hac praeda, super quam solus incumbis.
  Du wirst die Beute, über die du dich allein hermachst nicht genießen können.
  Petron.80,1
1867 Non longe est quaerentibus mors.
  Dem, der den Tod sucht, ist er nicht fern.
  Petron.94,11
1911 Non minus liber sum quam vos, etiam si pauperem pater me reliquit.
  Ich bin nicht weniger frei als ihr, wenn mich mein Vater auch in Armut zurückgelassen hat.
  Petron.117,12
1974 Nos non pluris sumus quam bullae.
  Wir sind weiter nichts, als Wasserblasen!
  Petron.42,4
1846 Nulla est amantibus fides.
  Verliebten kann man nicht glauben.
  Petron.78,10
1893 Nulla est feminam tam pudica, quae non peregrina libidine usque ad furorem avertatur.
  Keine Frau ist so keusch, dass sie sich nicht durch die Leidenschaft für einen fremden Mann bis zum Wahnsinn fortreißen lässt.
  Petron.110,7
1944 Nulli celerius homines incidere debent in malam fortunam, quam qui alienum concupiscunt.
  Kein Mensch sollte schneller ins Unglück geraten, als die nach fremdem Gut trachten.
  Petron.140,15
1980 Numquam recte faciet, qui cito credit
  Der handelt wohl niemals recht, der gleich alles glaubt.
  Petron.43,6
1825 Nunc pueri in scholis ludunt, iuvenes ridentur in foro.
  Heutzutage spielen Kinder in der Schule und werden als junge Leute in der Öffentlichkeit ausgelacht.
  Petron.4,4
1892 O fallax natura deum: quae prima dedisti | aetati nostrae gaudia, prima rapis.
  O du trügerische Natur der Götter: Die Freuden, die du als erste unserer Jugend schenktest, nimmst du als erste hinweg!
  Petron.109,9
1831 O lusum fortunae mirabilem!
  Welch seltsames Spiel des Glücks!
  Petron.13,1
1819 Omnia dicta factaque quasi papavere et sesamo sparsa.
  Alle Worte und Taten gleichsam mit Mohn und Sesam bestreut.
  Petron.1,3
1881 Omnis vector nihil prius quaerit, quam cuius se diligentiae credat.
  Jeder Passagier kümmert sich zuerst darum, wem er sein Leben anvertraut.
  Petron.107,2
1894 Omnium idem est exitus et idem domicilium
  Alle erwartet das selbe Ende und die selbe Wohnung. (Wir müssen alle sterben! Das ist nun einmal nicht zu ändern!)
  Petron.111,8
1962 Oportet etiam inter cenandum philologiam nosse.
  Man muss auch beim Essen mit der Literaturwissenschaft vertraut sein.
  Petron.39,4
1966 Orbis vertitur tamquam mola, et semper aliquid mali facit, ut homines aut nascantur aut pereant.
  Der Tierkreis dreht sich wie ein Mühlstein und bewirkt immer etwas Schlechtes, dass die Menschen entweder geboren werden oder zugrunde gehen.
  Petron.39,13
1929 Paratus miles arma non habui.
  Ich war ein kampfbereiter Krieger, hatte aber keine Waffen.
  Petron.130,4
1882 Patimini liberos homines ire sine iniuria, quo destinant.
  Lasst freie Menschen ungehindert gehen, wohin sie wollen!
  Petron.107,3
1879 Patrimonii reliquias olere.
  Nach den Resten des väterlichen Vermögens duften. (An etwas sein ganzes Vermögen verschwenden).
  Petron.105,3
1947 Permittitis finiri lusum!
  Ihr gestattet, dass ich zu Ende spiele!
  Petron.33,1
1960 Pisces natare oportet.
  Fische müssen schwimmen!
  Petron.39,3
1897 Placitone etiam pugnabis amori?
  Warum denn kämpfen gegen eine Liebe, die dir Freude macht?
  Petron.112,2
241 plenissimis (plenis) velis (navigare)
  mit vollen Segeln, mit aller Kraft (πάντα κάλων ἐκτείνειν - alle Segel aufspannen, Zenob.5,62)
  Cic.dom.10,24; Petron.45
1983 Populus est domi leones, foras vulpes.
  Zu Hause gibt sich die Meute wie Löwen, aber draußen demütig, wie Füchse.
  Petron.44,14
1845 Potest taurum tollere, qui vitulum sustulit.
  Nur der kann einen Stier tragen, der ein Kalb getragen hat.
  Petron.25,6
1891 Praeterita aboleri osculis placet.
  Ein Versöhnungskuss lässt Vergangenes vergessen.
  Petron.109,4
1942 Prende furem!
  Halte den Dieb!
  Petron.138,3
1836 Pretium maioris compendii levior facit iactura.
  Durch einen kleineren Verlust lässt sich (mitunter) ein größerer Gewinn erzielen.
  Petron.14,4
1817 Putant se in alium orbem terrarum delatos
  Sie glauben, in einen andere Welt versetzt zu sein
  Petron.1,2
1926 Quaedam feminae sordibus calent.
  Es gibt Frauen, deren Sinn nur nach Männern der Gasse steht. (Es gibt Frauen, die sich am Schmutz erwärmen )
  Petron.126,5
1918 Quaerit se natura nec invenit.
  Die Natur sucht ihre Erfüllung und kann sie nicht finden.
  Petron.119,1,,24
158 Qualis dominus, talis est servus. (οἵαπερ ἡ δέσποινα, τοία χἠ κύων)
  Wie der Herr, so ist der Sklave.
  Petron 58
1925 Quam male est extra legem viventibus! quicquid meruerunt, semper expectant.
  Wie schwer sich's lebt außerhalb des Gesetzes! Beständig fürchtet man, was man verdient.
  Petron.125,4
1924 Quantum quisque timet, tantum fugit.
  Das Maß der Furcht bestimmt das Maß der Eile! (Wie sehr einer fürchtet, so schnell flieht er.)
  Petron.123,1,221
1987 Qui asinum non potest, stratum caedit.
  Wer den Esel nicht prügeln kann, prügelt den Sattel.
  Petron.45,8
160 Qui asinum non potest, stratum caesit
  Man schlägt (das Stroh) den Sack und meint den Esel.
  Petron.45,18
1887 Qui ignotos laedit, latro appellatur, qui amicos, paulo minus quam parricida.
  Wer Fremde schädigt, heißt Räuber, wer Freunde, den darf man fast dem Vatermörder gleich bewerten.
  Petron.107,11
162 Qui in pergula natus est, aedes non somniatur.
  Wer in einer Hütte geboren ist, träumt nicht von einem Haus (Ein Mistfink wird sich niemals in die große Welt schicken).
  Petron.74,14
1842 Qui non iugulat, victor abire solet.
  Wer (seinen Feind) nicht erdrosselt, der pflegt siegreich von dannen zu gehn.
  Petron.18,6
282 Qui vincitur, vincit.
  Wer sich besiegen lässt, siegt (Der Klügere gibt nach).
  Petron59
1989 Quicquid discis, tibi discis
  Was du lernst, das lernst du für dich!
  Petron.46,8
1904 Quicquid feceris, omnia haec eodem ventura sunt.
  Man mag tun, was man will, alles kommt auf das Gleiche hinaus.
  Petron.115,18
1865 Quicquid quaeritur, optimum videtur.
  Am wertvollsten erscheint, was man erst suchen muss.
  Petron.93,2
1906 Quid cessamus mimum componere?
  Warum zögern wir, eine Posse in Szene zu setzen?
  Petron.117,4
1833 Quid faciunt leges, ubi sola pecunia regnat, || aut ubi paupertas vincere nulla potest?
  Was denn vermögen Gesetze, wo doch nur Vermögen entscheidet, || Armut niemals den Sieg sich zu erringen vermag? (Geld regiert die Welt).
  Petron.14,2
1909 Quid, vos iumentum me putatis esse aut lapidariam navem?
  Glaubt ihr denn, ich sei ein Lasttier oder ein Frachtschiff für Steinfuhren?
  Petron.117,12
1888 Quis furor, exclamat, pacem convertit in arma?
  Welche Raserei verwandelte den Frieden in Kampf?
  Petron.108,14
1857 Quis potest probare diversa?
  Wer kann schon guheißen, was ihm gegen den Strich geht?
  Petron.84,1
1940 Quisquis habet nummos, secura naviget aura.
  Wer Gold in seinem Beutel hat, | Der fährt mit guten Winden.
  Petron.137,9
1935 Quisquis peccat inops, minor est reus.
  Wer sich aus Schwäche vergeht, hat mindere Strafe zu fürchten.
  Petron.133,3
1908 Quod bene feliciterque eveniat!
  Glück und Segen!
  Petron.117,11
1984 Quod hodie non est, cras erit: sic vita truditur.
  Was heute nicht ist, kann morgen geschehen! So geht das Leben voran!
  Petron.45,2
1826 Quod quisque perperam didicit, in senectute confiteri non vult.
  Keiner möchte, was er verkehrt gelernt hat, im Alter eingestehen.
  Petron.4,4
1941 Quod vis, nummis praesentibus opta, et veniet.
  Wer Wünsche hegt, | Der lasse Münzen blinken: | Dann kommt Fortuna angefegt; | Sonst pflegt sie arg zu hinken. (Wer Geld hat, kann sich jeden Wunsch erfüllen.)
  Petron.137,9,9
1931 Rogas potius quam temptas?
  Warum fragst du? Versuche es doch lieber! (Wer lange fragt, geht lange irr. Frisch gewagt ist halb gewonnen)
  Petron.131,11
1939 Rogo expiare manus pretio liceat!
  Lass mich btte meine Hände mit einem Bußgeld entsühnen!
  Petron.137,6
1864 Rosa cinnamum veretur.
  Die Rose fürchtet den Duft des Zimts.
  Petron.93,2
1883 Saevi quoque implacabilesque domini crudelitatem suam impediunt
  Selbst strenge, unversöhnliche Herren bezwingen ihre Grausamkeit.
  Petron.107,4
1841 Sane et sapiens contemptus iurgia nectit.
  Fängt doch auch ein Philosoph Streit an, wird er verachtet!
  Petron.18,6
1832 Scis rediisse ad nos thesaurum, de quo querebar?
  Weißt du, dass der Schatz, dessen Verlust ich beklagte, zu uns zurückgekehrt ist?
  Petron.13,2
1932 Sermonis puri non tristis gratia ridet.
  Eine ehrliche Rede lacht in heiterer Anmut.
  Petron.132,15
1981 Serva me, servabo te.
  Wurst wider Wurst! (Hilfst du mir, helf ich dir!)
  Petron.44,3
1903 Si bene calculum ponas, ubique naufragium est.
  Berechnet man es genau, so ist überall Schiffbruch.
  Petron.115,16
1988 Sibi quisque peccat.
  Jeder muss seine Fehler selbst büßen!
  Petron.45,10
1961 Sic notus Ulixes?
  So schlecht kennt ihr den Odysseus?
  Petron.39,3; Verg.Aen.2,44
1868 Sic semper et ubique vive, ut ultimam quamque lucem tanquam non redituram consumas!
  Lebe jederzeit und jeden Ortes so, das du jeden neuen Tag als unwiederbringlich genießt.
  Petron.99,1
1945 Sicut muta animalia cibo inescantur, sic homines non caperentur, nisi spe aliquid morderent.
  Wie die stummen Tiere mit Ködern gefangen würden, so könnte man auch die Menschen nicht einfangen, wenn sie keine Hoffnung zu beißen bekämen.
  Petron.140,15
1901 Sinite me sententiam explere; laborat carmen in fine.
  Lasst mich meinen Gedanken zu Ende bringen; am Schluss ist mein Gedicht noch nicht in Ordnung
  Petron.115,4
1958 Sociorum olla male fervet.
  Der Topf der Partner kocht schlecht
  Petron.38,13
1873 Sol omnibus lucet.
  Die Sonne leuchtet für alle.
  Petron.100,1
1854 Suam habet fortuna rationem.
  Das Glück hat seine eigene Methode.
  Petron.82.6
1951 Tangomenas faciamus! vinum vita est.
  Lasst uns lustig zechen! Wein bedeutet Leben!
  Petron.34,7
1830 Tardum est differre, quod placet.
  Man soll, was man vorhat, nicht auf die lange Bank schieben! (was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen!)
  Petron.10,7
1959 Ubi semel res inclinata est, amici de medio. (Wenn einmal etwas schiefgeht, gehen die Freunde ab durch die Mitte.)
  Sobald die Sache auf die schiefe Bahn kommt, machen sich die Freunde davon.
  Petron.38,13
1913 Ut quisque versum pedibus instruxit sensumque teneriorem verborum ambitu intexuit, putavit se continuo in Heliconem venisse.
  Sobald einer den Vers rhythmisch gebaut und seinen feineren Gedanken in die rechten Worte gekleidet hat, bildet er sich ein, er habe schon den Helikon erstiegen.
  Petron.118,1
1900 Veluti lecto funebri aptatus expecto mortem iam non molestam.
  Gleichsam auf der Totenbahre erwarte ich den schon nicht mehr schmerzlichen Tod.
  Petron.114,12
1920 Venalis populus, venalis curia patrum: est favor in pretio.
  käuflich ist das Volk und käuflich sind die Vertreter in der Kurie. Es steht die Gunst in Wert.
  Petron.119,1,41f.
1933 Veneris quis gaudia nescit?
  Wer kennt nicht die Freuden der Venus?
  Petron.132,15
1876 Vestes quoque diutius vinctas ruga consumit, et chartae alligatae mutant figuram.
  Ein zu lange geschnürtes Gewand bekommt Falten, angenageltes Papier verändert seine Form
  Petron.102,12
1880 Vide, ut possit illis ignosci, quos ad poenam ipse deus deduxit.
  Überlege, wie man die begnadigen darf, die die Gottheit selbst der Bestrafung zuführt.
  Petron.106,3
1862 Vile est, quod licet, et animus errore laetus iniurias diligit
  Das Erlaubte steht niedrig im Kurs, und aus Freude am Irrtum schätzt man das Verbotene.
  Petron.93,1
1977 Vivorum meminerimus.
  Lasst uns der Lebenden gedenken!
  Petron.43,1
1886 Vultum qui permutat, fraudem parat, non satisfactionem.
  Wer sein Aussehen verwandelt, sinnt auf Betrug, nicht auf Verständigung.
  Petron.107,8
Literatur:

86 Funde
3987  Achatz, I.
Petrons Satiricon als Spiegel zeitgenössischer literarischer und sozialer Ereignisse
Diss.Wien 1965
3988  Adamietz, J.
Zum literarischen Charakter von Petrons Satyrica
in: Rh.Mus. 130,1987,329-e46
3989  Arrowsmith, W.
Luxury and Death in the Satyricon
in: Arion 5,1966, 304-331
3990  Avery, W.T.
Cena Trimalchionis 35,7. Hoc est ius cenae
in: Class.Philol. 55,1960, 115-118
3991  Bagnani, G.
Trimalchio
in: Phoenix 7,1953, 77-91
3992  Bagnani, G.
Ariter of Elegance. A Study of the Life and Works of. C.Petronius
Toronto 1954
3993  Bagnani, G.
The House of Trimalchio
in: Am.Journ.Philol. 75,1954,16-39
3994  Bagnani, G.
Encolpius Gladiator Obscenus
in: Class.Philol. 51,1956, 24-27
3995  Beck, R.
Some Observations on the Narrative Technique of Petronius
in: Phoenix 17,1973, 42-61
3996  Beck, R.
Encolpius at the Cena
in: Phoenix 29,1975, 270-283
3997  Beck, R.
Emolpus poeta, Eumolpus Fabulator. A Study of Characterization in the Satyricon
in: Phoenix 33,1979, 239-253
3998  Beck, R.
The Satyricon: Satire, Narrator, and Antecedents
in: Mus.Helv.39,1982, 206-214
2845  Bendz, G.
Sprachliche Bemerkungen zu Petron
in: Eranos 39/1941, 53
3865  Bömer, F.
Witwe von Ephesus, Petron 111,1 und die 877. in 1001 Nacht
in: Gymn 93/1986
3872  Braswell, B.K.
Zu Petron 34,4
in: Philol.125/1981,152 (Misz.)
3999  Brózek, M.
Szeneriebeschreibungen bei Petronius
in: Eos 60, 1972, 285-291
1529  Büchner, K.
Römische Literaturgeschichte. Ihre Grundzüge in intrpretierender Darstellung
Stuttgart (Kröner, TB 199) 1967
4000  Buchwald, W.
Die kluge Witwe von Ephesus (Petron.112,7)
in: Wien.Stud.77,1964,184
1545  Burck, Erich (Hg.)
Das römische Epos (Grundriss der Literaturgeschichten nach Gattungen)
Darmstadt (WBG) 1979
4001  Bürger, K.
Der antike Roman vor Petronius
in: Herm.72,1892, 345-358
4002  Canali, L.
L'erotico e il grottesco nel Satyricon
Roma 1986
4057  Castagna, Luigi
Studien zu Petron und seiner Rezeption
Berlin, de Gruyter, 2007
4003  Ciaffi, V.
La Struttura des Satyricon
Torrino 1955
4004  Ciaffi, V.
Intermezzo nella "Cena" Petroniana (41,10-46,8)
in: Riv.Filol.33,1955,113-145
4005  Colin, J.
Encolpio e il piatto d'argento con lo zodiaco (petronio 35)
in: Riv.Filol.29,1951,29-144
4006  Courtney, E.
Problems in the Text of Petronius
in: Eranos 86,1988,74-76
4007  Ebersbach, V.
Petrons Stellung zu den sozialen Kräften der frühen Kaiserzeit
Diss.Jena 1967
4008  Effe, B.
Entstehung und Funktion "personaler" Erzählweisen in der Erzählliteratur der Antike
in: Poetica 7,1975,135-157
4009  Feix, J.
Wortstellung und Satzbau in Petrons Roman
Diss.Breslau 1934
4010  Fröhlke, F.M.
Petron. Struktur und Wirklichkeit. Bausteine zu einer Poetik des antiken Romans
Bern 1977
4011  Fuchs, H.
Verderbnisse im Petrontext. In: Studien zur Textgeschichte und Textkritik. FS G.Jachmann.
Köln 1959, 57-82
4012  George, P.
Style and Character in the Satyricon
in: Arion 5,1966,336-358
4015  Grantz, F.
Petrons Satyricon als Schullektüre
in: AU 7/1964, H..5, 58-80
4016  Grisebach, E.
Die Wanderung der Novelle von der treulosen Witwe durch die Weltliteratur
Berlin 2,1889
4017  Hagenow, G.
Der nichtausgekehre Speisesaal
in: RhMus.121,1978,260-275
4018  Hauler, E.
Zu den Lücken inm Text der Cena Trimalchionis
in: Wien.Stud.32,1910,320-322
4019  Heinze, R.
Petron und der griechische Roman
in: Vom Geist des Römertums, Darmstadt 4,1977,417-439; in: H.Gärtner (Hg.) Beiträge 1984, S.15ff.
3030  Hofmann, J.B.
Lateinische Umgangssprache
Heidelberg, Winter, 1926, 3/1851 (3,1951; 4,1978)
4021  Holzberg, Niklas
Der antike Roman
München 1986
4020  Huber, G.
Das Motiv der Witwe von Ephesos in lateinischen Texten der Antike und im Mittelalter
Mannheim 1990
4022  Kennedy, G.
Encolpius und Agamemnon in Petronius
in: AmJournPhilol.99,1978,171-178
4024  Killeen, J.F.
Petronius 9,8
in: Herm.97,1969,127-128
4023  Kißel, W.
Petrons Kritik der Rhetorik (Sat.1-5)
in: RhMus.121,1978,311-328
2329  Kytzler, B. (Hg.)
Im Reich des Eros: Sämtliche Liebes- und Abenteuerromane der Antike. 2 Bände. Longos (Daphnis und Chloe), Xenophon (Die Waffen des Eros). Die Geschichte von Apollonius, dem König von Tyros, Heliodor, Chariton (Kallirhoe), Petron (Satyrikon), Achilleus Tatios (Lekippe und Kleitophon), L.Apueius (Der goldene Esel), Lukian (Lukios oder Der Esel; Wahre Geschichten), Euhemeros, Theopomp, Hekataios, Iambulos, Antonius Diogenes (Die Wunder jenseits von Thule), Iamblich (Babylonische Geschichten), Ninos und Semiramis, Parthenope und Metiochos, Chione, Iolaos, Kalligone, Herpyllis, Lollianos (Phoinikika)
Düsseldorf (Albatros Patmos) 2000 (ISBN:3491960185)
4061  Lefèvre, Eckard
Studien zur Struktur der "Milesischen" Novelle bei Petron und Apuleius
Stuttgart, Steiner, 1997
4025  Luck, G.
On Petronius' Bellum Civile
in: Am.Journ.Philol. 93,1972,133-141
4027  Marbach, A.
Wortbildung, Wortwahl und Wortbedeutung als Mittel der Charakterzeichnung bei Petron
Diss.Gießen 1931
4026  Marmorale, E.V.
La questione Petroniana
Bari 1948
4028  Mommsen, Th.
Trimalchios Heimat und Grabschrift
in: Herm.13,1878,106-121
4029  Opelt, Ilona
Die lateinischen Schimpfwörter und verwandte sprachliche Erscheinungen
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