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Gaius Iulius Caesar

De bello Gallico 

(7,1-7,5)

 

Die allgemeine Erhebung Galliens unter der Führung des Vercingetorix im Jahr 52 v.Chr.

 I.) 1-34: Cenabum Noviodunum, Avaricum

1.) Der Beginn des Aufstandes durch die Carnuten und Arverner (7,1-7,5)
Deutsche Übersetzung bearbeitet nach Baumstark

1 Funde
3148  Baumstark, A.
Des Gaius Iulius Caesar Denkwürdigkeiten des Gallischen und des Bürgerkriegs, übersetzt von A. Baumstark
Stuttgart (Metzler) 1854
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Gallien
  1. Das siebte Kriegsjahr: 52 v.Chr.: Der allgemeine Aufstand Galliens unter Führung des Vercingetorix
    1. 7,1,-7,13: Der Beginn des Aufstandes durch die Carnuten und Arverner, Cäsars Eingreifen. Cenabum, Noviodunum.
      1. Caes.Gall.7,1-7,3: Der Beginn des Aufstandes durch die Carnuten
      2. Caes.Gall.7,4-7,5: Erhebung der Arverner unter Vercingetorix. Andere Stämme schließen sich an. Vercingetorix wird Bundesfeldherr. Nach seinem Einmarsch in das Gebiet der Biturigen schließen auch diese sich an.
      3. Caes.Gall.7,6-7,7: Cäsar eilt aus Italien herbei. Lucterius bedroht mit den südlichen Nachbarn der Arverner die römische Provinz. Cäsar trifft in Narbo Maßnahmen zum Schutz der Provinz.
      4. Caes.Gall.7,8: Cäsar dringt in das Gebiet der Arverner ein und zwingt so Vercingetorix, aus dem Gebiet der Biturigen abzuziehen.
      5. Caes.Gall.7,9-7,11: Cäsar sammelt seine Truppen im Gebiet der Lingonen. Als Vercingetorix Gorgobina, eine Stadt der Boier, belagert, eilt ihr Cäsar zu Hilfe. Er erobert Vellaunodunum und Cenabum.
      6. Caes.Gall.7,12-7,13: Übergabe von Noviodunum. Die Römer rücken gegen Avaricum vor.
    2. Caes.Gall.7,14-7,31: Avaricum
      1. Caes.Gall.7,14-7,16: Neue Taktik der Gallier. Alle Biturigenstädte außer Avaricum werden niedergebrannt.
      2. Caes.Gall.7,17-7,19: Die Römer lagern vor Avaricum; während Vercingetorix mit seiner Reiterei einen Streifzug unternimmt, nähert sich Cäsar dem gallischen Lager, zieht sich aber ohne Kampf wieder in sein Lager bei Avaricum zurück.
      3. Caes.Gall.7,20-7,21: Vercingetorix kann das Misstrauen der Gallier beschwichtigen.
      4. Caes.Gall.7,22-7,28: Die Römer nehmen Avaricum trotz heftiger Gegenwehr ein.
      5. Caes.Gall.7,29-7,31: Vercingetorix ermutigt seine Leute und betreibt die Fortsetzung des Krieges.
    3. Caes.Gall.7,32-7,43: Gergovia. Abfall der Häduer
      1. Caes.Gall.7,32-7,33: Cäsar setzt bei der Wahl des Vergobreten bei den Häduern die Wahl des Convictolitavis durch.
      2. Caes.Gall.7,34-7,35: Cäsar schickt Labienus mit vier Legionen in das Gebiet der Senonen und Parisier; er selbst zieht den Elaver aufwärts in das Gebiet der Arverner.
      3. Caes.Gall.7,36: Die Römern lagern vor Gergovia und bauen dort ihre Stellung aus.
      4. Caes.Gall.7,37-7,41: Der Häduer Litaviccus will auf Anstiftung des Convictolitavis seine Truppen durch Täuschung den Arvernern zuführen. Cäsar eilt ihnen entgegen und deckt den Trug auf. Vercingetorix greift in seiner Abwesenheit das Belagerungsheer an.
      5. Caes.Gall.7,42-7,43: Die Nachrichten des Litaviccus führen bei den Häduern zu neuen Übergriffen gegen die Römer. Trotz einer Entschuldigung geben sie ihre Abfallgelüste nicht auf.
    4. Caes.Gall.7,44-7,56: Misserfolg vor Gergovia und Kämpfe im Land der Häduer
      1. Caes.Gall.7,44-7,51: Missglückter Sturmangriff auf Gergovia.
      2. Caes.Gall.7,52-7,53: Cäsar ermutigt seine Soldaten. Vercingetorix nimmt das Angebot zu einer Schlacht nicht an. Cäsar überquert den Elaver.
      3. Caes.Gall.7,54: Eporedorix und Viridomarus verlassen Cäsar.
      4. Caes.Gall.7,55-7,56: Die Häduer fallen offen ab, können aber nicht verhindern, dass Cäsar die Loire überquert und sich im Land der Senonen mit Labienus vereinigt.
    5. Caes.Gall.7,57-7,62: Zug des Labienus gegen die Parisier
      1. Caes.Gall.7,57-7,58: Labienus kann von Camulogenus nicht daran gehindert werden, die Inselstadt Meclosedum zu nehmen und nach Lutetia zu gelangen.
      2. Caes.Gall.7,59-7,62: Labienus erzwingt auf auf die schlechten Nachrichten über Cäsar hin den Übergang über die Seine und die Vereinigung mit Cäsar. Camulogenus fällt im Kampf.
    6. Caes.Gall.7,63-7,67: Ereignisse im Vorfeld der Entscheidung bei Alesia.
      1. Caes.Gall.7,63-7,65: Vercingetorix wird trotz der Eifersucht der Häduer als Oberfeldherr bestätigt. Er ordnet Angriffe auf die Allobroger, Helvier und die römische Provinz an. Cäsar bemüht sich um germanische Reiterei.
      2. Caes.Gall.7,66-7,67: Die germanische Reiterei erweist sich als hilfreich. Cäsar erringt einen bedeutenden Sieg und nimmt einige vornehme Häduer gefangen.
    7. Caes.Gall.7,68-7,89: Belagerung von Alesia.
      1. Caes.Gall.7,68-7,70: Cäsar schließt Vercingetorix in Alesia ein. Die Gallier bemühen sich in einem Ausfall vergeblich, seine Befestigungsanlagen zu unterbinden.
      2. Caes.Gall.7,71: Vercingetorix schickt die Reiterei aus, um ein Entsatzheer zustande zu bringen.
      3. Caes.Gall.7,72-7,74: Beschreibung der römischen Belagerungsanlagen.
      4. Caes.Gall.7,75-7,76: Ein gallisches Entsatzheer, das sich bei den Häduern gesammelt hat, macht sich auf den Weg nach Alesia.
      5. Caes.Gall.7,77-7,79: Die Not in Alesia führt zur Vertreibung der Stadtbewohner. Das Entsatzheer erreicht Alesia.
      6. Caes.Gall.7,80-7,82: Das Entsatzheer erleidet eine Niederlage sowohl zu Pferd als auch zu Fuß, bevor es den Eingeschlossenen hätte helfen können.
      7. Caes.Gall.7,83-7,89: Endgültige Niederlage des Entsatzheeres, nachdem es Cäsar noch einmal in Bedrängnis gebracht hat. Die Gallier kapitulieren.
    8. Caes.Gall.7,90: Unterwerfung der Häduer und Arverner. Winterquartiere, Dankfest.

 

Liber VII (pars I)

  I. Multae Gallorum gentes de recuperanda libertate conspirant:
  IV. ducem eligunt Vercingetorigem Arvernum.
  VIII. Caesar de improviso Arvernos invadit.
  X. Boiis subsidio est.
  XI. Velaunodunum Cenabum
  XII. et Noviodunum oppida occupat.
  XV. Galli firmis minus Biturigum oppidis incensis Avarico, quod obsidebat Caesar, praesidium iniciunt.
  XX. Interea Vercingetorix proditionis apud suos insimulatus se purgat.
  XXII. Avaricum aliquamdiu probe defensum
  XXVIII. vi expugnatur.
  XXXII. Haeduorum turbae Caesarem a bello avocant.
  XXXIV. Iis compositis ad Gergoviam cum exercitu proficiscitur.
  XXXVII. Dum ad eam bellum gerit, iterum in Haeduis turbae.
  XLVI. Romani trinis ad Gergoviam hostium castris occupatis
  XLVII. avidius oppidum invadentes
  LI. magna cum clade repelluntur.
  LIII. Desperata expugnatione in Haeduos castra movet Caesar.
  LVIII. Labienus re prospere apud Parisios gesta se ipsi coniungit.
  LXIII. Omnes Galli (perpaucis exeptis) exemplo Haeduorum deficiunt
  LXVI. In Sequanos iter facientem Caesarem duce Vercingetorige aggressi caeduntur.
  LXVIII. Ille ad Aleisam usque insecutus oppidum ipsosque circumvallat.
  LXXV. Galli convocatis auxiliis socios obsidione liberare conati
  LXXXVII. prorsus profligantur.
  LXXXIX. Alesia et Vercingetorix deduntur. Item Haedui et plures alii.

 

  (7,1,1)  Quieta Gallia Caesar, ut constituerat, in Italiam ad conventus agendos proficiscitur. ibi cognoscit de P. Clodii caede de senatusque consulto certior factus, ut omnes iuniores Italiae coniurarent, dilectum tota provincia habere instituit. (7,1,2) eae res in Galliam Transalpinam celeriter perferuntur. addunt ipsi et adfingunt rumoribus Galli, quod res poscere videbatur: retineri urbano motu Caesarem neque in tantis dissensionibus ad exercitum venire posse. (7,1,3) hac impulsi occasione, qui iam ante se populi Romani imperio subiectos dolerent, liberius atque audacius de bello consilia inire incipiunt. (7,1,4) indictis inter se principes Galliae conciliis silvestribus ac remotis locis queruntur de Acconis morte; (7,1,5) hunc casum ad ipsos recidere posse demonstrant; miserantur communem Galliae fortunam; omnibus pollicitationibus ac praemiis deposcunt, qui belli initium faciant et sui capitis periculo Galliam in libertatem vindicent. (7,1,6) inprimis rationem esse habendam dicunt, priusquam eorum clandestina consilia efferantur, ut Caesar ab exercitu intercludatur. (7,1,7) id esse facile, quod neque legiones audeant absente imperatore ex hibernis egredi neque imperator sine praesidio ad legiones pervenire possit. (7,1,8) postremo in acie praestare interfici, quam non veterem belli gloriam libertatemque, quam a maioribus acceperint, recuperare.
(7,1,1) Gallien war also ruhig, und Cäsar reiste, wie er beschlossen hatte, nach Italien, um dort die Rechtspflege zu leiten. Hier hörte er von der Ermordung des Clodius und von dem Senatsbeschluss, der die gesamte jüngere Mannschaft Italiens zu den Waffen rief. Dies veranlasste auch ihn zu einer Truppenaushebung in ganz Oberitalien. (2)  Die Sache wurde aber bald in Gallien, wo man zu diesen Gerüchten, was die eigene Lage zu verlangen schien, fälschlich hinzufügte, eine Empörung in Rom halte Cäsar zurück, der bei so großem Zwiespalt nicht zum Heer nach Gallien kommen könne. (3)  Die Gallier waren ohnehin bisher schon über das römische Joch erbittert genug und begannen, durch diesen Zwischenfall ermutigt, mit noch mehr Kühnheit und Offenheit auf Krieg zu sinnen. (4)  In Wäldern und an abgelegenen Orten versammelten sich zahlreich ihre Häuptlinge und klagten über Accos Hinrichtung, (5)  ein Schicksal, das auch sie treffen könne. Sie bejammerten überhaupt das traurige Geschick von ganz Gallien und machten denen die größten Versprechungen, die sich an die Spitze der Empörung stellten und für die Befreiung des Vaterlandes Gut und Blut wagten. (6)  Vor allen Dingen müsse man darauf bedacht sein, dass Cäsar, bevor ihre geheimen Pläne kund würden, von seinem Heer abgeschnitten werde. (7)  Dies könne auch leicht geschehen, da es die Legionen nicht wagten, in Abwesenheit des Feldherrn ihre Winterlager zu verlassen, Cäsar aber ohne Bedeckung nicht zu den Legionen gelangen werde. (8)  Endlich sei es immerhin rühmlicher, auf dem Schlachtfeld zu sterben als den alten Kriegsruhm und die Unabhängigkeit, die man von den Vorfahren ererbt habe, nicht wieder zu gewinnen.
 (7,2,1) His rebus agitatis profitentur Carnutes se nullum periculum communis salutis causa recusare principesque ex omnibus bellum facturos pollicentur (7,2,2) et, quoniam in praesentia obsidibus cavere inter se non possint, ne res efferatur, at iure iurando ac fide sanciatur, petunt conlatis militaribus signis, quo more eorum gravissima caerimonia continetur, ne facto initio belli ab reliquis deserantur. (7,2,3) tum conlaudatis Carnutibus, dato iure iurando ab omnibus qui aderant, tempore eius rei constituto a concilio disceditur.
(7,2,1) Bei dieser Verhandlung erklärten die Carnuten, sie scheuten für Galliens gemeinschaftliche Wohlfahrt keine Gefahr und wollten den Krieg zuerst anfangen. (2)  Weil man aber in diesem Augenblick für die Geheimhaltung ihres Planes einander keine Bürgschaft durch Geiseln leisten könne, so verlangten sie Zusicherung und eidliche Beschwörung bei vereinigten Fahnen (diese Weise enthält ihre ernsteste heilige Handlung), dass man sie nach dem Anfang der Feindseligkeiten von Seiten der Übrigen nicht verlassen werde. (3)  Allgemein wurden jetzt die Carnuten gepriesen, ihnen dieser Eid von allen geleistet und der Zeitpunkt des Aufstandes bestimmt; dann ging man auseinander.
 (7,3,1) Ubi ea dies venit, Carnutes Cotuato et Conconnetodumno ducibus, desperatis hominibus, Cenabum signo dato concurrunt civesque Romanos, qui negotiandi causa ibi constiterant, in his C. Fufium Citam, honestum equitem Romanum, qui rei frumentariae iussu Caesaris praeerat, interficiunt bonaque eorum diripiunt. (7,3,2) celeriter ad omnes Galliae civitates fama perfertur. nam ubicumque maior atque inlustrior incidit res, clamore per agros regionesque significant; hinc alii deinceps excipiunt et proximis tradunt; (7,3,3) ut tum accidit. nam, quae Cenabi oriente sole gesta essent, ante primam confectam vigiliam in finibus Arvernorum audita sunt, quod spatium est milium passuum circiter centum sexaginta.
(7,3,1) Sobald dieser Tag gekommen war, überfielen die Carnuten unter Anführung des Cotuatus und des Conconnetodumnus, zweier verzweifelter Menschen, auf ein Zeichen Cenabum und ermordeten alle Römer, die sich dort als Handelsleute niedergelassen hatten, unter anderen Gaius Fufius Cita, einen geachteten römischen Ritter, der nach Cäsars Verfügung die Aufsicht über die Lebensmittel hatte; die Güter der Ermordeten nahmen sie für sich. (2)  Hiervon verbreitete sich das Gerücht sogleich zu allen gallischen Stämmen. Sooft nämlich etwas Wichtiges und Außerordentliches vorfällt, geben sich die Gallier davon mit Geschrei durch Stadt und Land ein Zeichen; dieses nehmen andere entgegen und teilen es  der Reihe nach den nächsten mit. (3)  Dies war auch jetzt der Fall. Denn was zu Cenabum am frühen Morgen vorging, hörten die Arverner schon mit Anfang der Nacht, obgleich ihre Entfernung an die einhundertsechzig Meilen beträgt.
 (7,4,1) Simili ratione ibi Vercingetorix, Celtilli filius, Arvernus, summae potentiae adulescens, cuius pater principatum totius Galliae obtinuerat et ob eam causam, quod regnum adpetebat, a civitate erat interfectus, convocatis suis clientibus facile incendit. cognito eius consilio ad arma concurritur. (7,4,2) prohibetur a Gobannitione patruo suo reliquisque principibus, qui hanc temptandam fortunam non existimabant, expellitur ex oppido Gergovia. (7,4,3) non desistit tamen atque in agris habet dilectum egentium ac perditorum. hac coacta manu, quoscumque adit ex civitate, ad suam sententiam perducit; (7,4,4) hortatur ut communis libertatis causa arma capiant, magnisque coactis copiis adversarios suos, a quibus paulo ante erat eiectus, expellit ex civitate. (7,4,5) rex ab suis appellatur. dimittit quoque versus legationes; obtestatur, ut in fide maneant. (7,4,6) celeriter sibi Senones, Parisios, Pictones, Cadurcos, Turonos, Aulercos, Lemovices, Andes reliquosque omnes, qui Oceanum attingunt, adiungit; omnium consensu ad eum defertur imperium. (7,4,7) qua oblata potestate omnibus his civitatibus obsides imperat, certum numerum militum ad se celeriter adduci iubet, (7,4,8) armorum quantum quaeque civitas domi quodque ante tempus efficiat constituit; in primis equitatui studet. (7,4,9) summae diligentiae summam imperii severitatem addit; magnitudine supplicii dubitantes cogit. (7,4,10) nam maiore commisso delicto igni atque omnibus tormentis necat, leviore de causa auribus desectis aut singulis effossis oculis domum remittit, ut sint reliquis documento et magnitudine poenae perterreant alios.
(7,4,1) Ähnlich handelte Vercingetorix, ein junger Arverner von höchster Macht, Sohn des Celtillus, der über ganz Gallien Herrschereinfluss ausübte, aber gerade weil er nach unumschränkter Herrschaft strebte, durch die eigenen Mitbürger das Leben verloren hatte. Vercingetorix rief also bei jener Nachricht seine Hörigen zusammen und entflammte sie leicht. Kaum hatten aber die Arverner seine Absicht entdeckt, als sie zu den Waffen griffen. (2)  Den Vercingetorix wollten sein Onkel Gobannitio und die übrigen Häuptlinge, die von dem Versuch eines solchen Wagnisses nichts wissen wollten, zurückgehalten und verjagten ihn schließlich aus Gergovia. (3)  Dieser ließ jedoch nicht von seinem Plan ab, sondern zog auf dem Land alle Bettler und alles Gesindel an sich. (4)  An der Spitze derselben wusste er seine Mitbürger einzeln auf seine Seite zu bringen und ermahnte sie, für die allgemeine Freiheit die Waffen zu ergreifen. So brachte er endlich eine Menge Leute zusammen und vertrieb nun seine Gegner, die kurz vorher ihn vertrieben hatten. (5)  Er ließ sich von seinen Leuten König nennen und schickte nach allen Orten hin Botschafter, um die einzelnen Völker feierlich zur Standhaftigkeit aufzufordern; (6)  schnell schlossen sich ihm auch die Senonen an, die Parisier, Pictonen, Cadurcen, Turonen, Aulercer, Lemovicen, Anden und alle jene gallischen Staaten, die an das Weltmeer grenzen. Einstimmig überträgt man ihm den Oberbefehl. (7)  Aufgrund dieser neuen Macht verlangt er von all diesen Stämmen Geiseln und lässt sich schnell eine bestimmte Anzahl Truppen zuführen. (8)  Er bestimmt auch, wie viel sie an Kriegsrüstung in ihrem eigenen Gebiet bis zu einer gewissen Frist in Bereitschaft halten sollten. Sein Hauptaugenmerk richtet er auf die Reiterei. (9)  Mit der größten Sorgfalt und Rührigkeit verband er die größte Strenge des Oberbefehls, durch Größe der härtesten Strafen bezwang er die Zweifler. (10)  Wer ein größeres Verbrechen verübte, wurde durch Feuertod und alle möglichen Qualen hingerichtet; bei geringeren Vergehen ließ er den Leuten die Ohren abschneiden oder ein Auge ausstechen. So schickte man sie dann nach Hause, um den übrigen zur Warnung zu dienen und durch die Größe der Strafe Schrecken einzuflößen.
 (7,5,1) His suppliciis celeriter coacto exercitu Lucterium Cadurcum, summae hominem audaciae cum parte copiarum in Rutenos mittit; ipse in Bituriges proficiscitur. (7,5,2) eius adventu Bituriges ad Haeduos, quorum erant in fide, legatos mittunt subsidium rogatum, quo facilius hostium copias sustinere possint. (7,5,3) Haedui de consilio legatorum, quos Caesar ad exercitum reliquerat, copias equitatus peditatusque subsidio Biturigibus mittunt. (7,5,4) qui cum ad flumen Ligerim venissent, quod Bituriges ab Haeduis dividit, paucos dies ibi morati neque flumen transire ausi domum revertuntur (7,5,5) legatisque nostris renuntiant se Biturigum perfidiam veritos revertisse, quibus id consilii fuisse cognoverint, ut, si flumen transissent, una ex parte ipsi, altera Arverni se circumsisterent. (7,5,6) id eane de causa, quam legatis pronuntiarint, an perfidia adducti fecerint, quod nihil nobis constat, non videtur pro certo esse ponendum. (7,5,7) Bituriges eorum discessu statim se cum Arvernis coniungunt.
(7,5,1) Als er durch diese Strafen schnell sein Heer zusammengebracht hatte, schickte er den Cadurcer Lucterius, einen äußerst verwegenen Menschen, mit einem Teil seiner Truppen in das Gebiet der Rutener; er selbst brach gegen die Biturigen auf. (2)  Diese baten bei der ersten Nachricht von seinem Anrücken die Häduer, ihre Schutzherrn, um Hilfe, um so den Feinden desto leichter Widerstand leisten zu können. (3)  Auf den Rat der Legaten, die Cäsar dort bei dem Heer gelassen hatte, schickten die Häduer den Biturigen sowohl Fußvolk als auch Reiterei. (4)  Als diese an die Loire (den Liger) gekommen waren, den Grenzfluss zwischen den Häduern und Biturigen, hielten sie einige Tage still, kehrten, ohne den Übergang zu wagen. wieder heim. (5)  Sie meldeten den römischen Legaten, sie wären aus Misstrauen gegen die Biturigen zurückgekehrt, die, wie sie erfahren hätten, die Absicht gehabt hätten, sie nach dem Übergang über den Fluss von der einen Seite selbst anzugreifen, während sie auf der anderen von den Arvernern überfallen worden wären. (6)  Ob nun die Häduer dies wirklich aus dem Grund taten, den sie den Legaten angaben, oder aus Treulosigkeit gegen die Römer, können wir nicht sicher entscheiden, da wir hierüber nichts Bestimmtes wissen. (7)  Gleich nach dem Abzug der Häduer verbanden sich die Biturigen mit den Arvernern.
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Sententiae excerptae:w39
Literatur:
3 Funde
3138  Fröhlich, Franz
Historische Beiträge zur Caesar-Litteratur : I. Die julischen Ackergesetze vom Jahre 59 v. Chr. mit einleitenden Bemerkungen über Caesars-Propraetics u. d. Triumvirat; II. Vercingetorix als Staatsmann u. Feldherr.
Zürich, Zürcher u. Furrer, 1876
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3136  Goudineau, Christian
Caesar und Vercingetorix
Mainz, von Zabern, 2/2003
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3137  Stöver, Hans Dieter
Caesar und der Gallier
München, dtv, 3/2003
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