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Gaius Iulius Caesar

De bello Gallico 

(5,1-5,58)

 

Das fünfte Kriegsjahr: 54 v.Chr.

 II.) 24-58: Aufstand der Eburonen (Ambiorix), Nervier, Senonen und Treverer (Indutiomarus)

Deutsche Übersetzung bearbeitet nach Baumstark

1 Funde
3148  Baumstark, A.
Des Gaius Iulius Caesar Denkw├╝rdigkeiten des Gallischen und des B├╝rgerkriegs, ├╝bersetzt von A. Baumstark
Stuttgart (Metzler) 1854
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Gallien

Britannien
  1. Das f├╝nfte Kriegsjahr: 54 v.Chr.: Cäsars zweiter Aufenthalt in Britannien und K├Ąmpfe in Mittel- und Nordwestgallien.
    1. 1-23: Zweite Expedition nach Britannien.
    2. 5,24-58: Aufstand der Eburonen (Ambiorix), Nervier, Senonen und Treverer (Indutiomarus). Angriffe auf die Winterlager.
      1. 5,24: Verteilung der römischen Truppen auf die Winterlager.
      2. 5,25: Ermordung des Tasgetius. Cäsar lässt die Täter festnehmen.
      3. 5,26-27: Empörung der Eburonen. Ihr König Ambiorix stellt den Legaten Sabinus und Cotta eine Falle.
      4. 5,28-31: Kontroverse zwischen Sabinus und Cotta. Sabinus setzt sich in der Heeresversammlung durch. Die Truppe verlässt das Lager.
      5. 5,32-35: Die Eburonen überfallen die abziehende Römertruppe in einem Hohlweg und bringen ihr schwere Verluste bei. Mehrere Offiziere fallen, Cotta wird im Gesicht verwundet.
      6. 5,36-37: Sabinus wird zum zweiten Mal von Ambiorix überlistet und getötet. Die meisten Römer werden niedergemacht. Einige kehren zwar in ihr altes Lager zurück, töten sich aber wegen der verzweifelten Lage selbst. Nur wenige konnten sich in das Winterlager des Labienus retten.
      7. 5,38-40: Ambiorix verleitet zuerst die Atuatukerm dann die Nervier zusammen mit ihren Verbündeten zu einem Überfall auf das Winterlager des Quintus Tullius Cicero.
      8. 5,41: Der Versuch, Cicero durch ein Verhandlungsangebot zu überlisten, scheitert.
      9. 5,42-43: Auch ein erneuter Angriff der Nervier auf Ciceros Lager scheitert trotz Teilerfolgen.
      10. 5,44: Wettstreit der Centurionen Pullo und Vorenus.
      11. 5,45-48: Cicero gelingt es, Cäsar zu benachrichtigen. Dieser kommt mit zwei Legionen zu Hilfe.
      12. 5,49-51: Die Gallier wenden sich vom Winterlager ab und ziehen Caesar entgegen. Dieser verleitet sie zu einem Angriff auf sein Lager und schlägt sie vernichtend.
      13. 5,52-53: Cäsars Ankunft in Ciceros Lager hält die Treverer von dem beabsichtigten Angriff auf das Winterlager des Labienus und die Aremoriker auf das des L.Roscius ab. Cäsar verbleibt den Rest des Winters beim Heer.
      14. 5,54: Die Senonen vertreiben den Cavarinus. Ihr Rat weigert sich, Cäsars Befehl zu folgen und vor ihm zu erscheinen.
      15. 5.55-58: Der Treverer Indutiomarus scheitert mit dem Versuch, eine Erhebung aller gallischer Stämme durchzuführen. Er fällt im Kampf gegen Labienus.

Liber V (pars II)

XXIII. Bellis confectis in Galliam reductas legiones in varias partes distribuit.
XXVI. Plerique Galli deficiunt primique Eburones duce Ambiorige castra Titurii legati adoriuntur, ac desperata expugnatione
XXXII. dolo ipsum cum omnibus copiis circumveniunt.
XXXVIII. Victor Ambiorix iunctis Nerviis castra Q. Ciceronis obsidet.
XLIX. Obsidione ob adventum Caesaris soluta totus eius exercitus profligatur.
LIV. Senones nihilominus et Treveri res novas moliuntur.
LVIII. Sed interfecto Indutiomaro res paulum pacatae.
5,24: Verteilung der römischen Truppen auf die Winterlager.
(5,24,1) Subductis navibus concilioque Gallorum Samarobrivae peracto, quod eo anno frumentum in Gallia propter siccitates angustius provenerat, coactus est aliter ac superioribus annis exercitum in hibernis conlocare legionesque in plures civitates distribuere. (2) ex quibus unam in Morinos ducendam C. Fabio legato dedit, alteram in Nervios Q. Ciceroni, tertiam in Esuvios L. Roscio; quartam in Remis cum T. Labieno in confinio Treverorum hiemare iussit; (3) tres in Belgio conlocavit; his M. Crassum quaestorem et L. Munatium Plancum et C. Trebonium legatos praefecit. (4) unam legionem, quam proxime trans Padum conscripserat, et cohortes V in Eburones, quorum pars maxima est inter Mosam ac Rhenum, qui sub imperio Ambiorigis et Catuvolci erant, misit. (5) his militibus Q. Titurium Sabinum et L. Aurunculeium Cottam legatos praeesse iussit. (6) ad hunc modum distributis legionibus facillime inopiae frumentariae sese mederi posse existimavit. (7) atque harum tamen omnium legionum hiberna praeter eam, quam L. Roscio in pacatissimam et quietissimam partem ducendam dederat, milibus passuum centum continebantur. (8) ipse interea, quoad legiones conlocatas munitaque hiberna cognovisset, in Gallia morari constituit.
24. Die Schiffe wurden ans Land gezogen, und Cäsar hielt eine allgemeine Versammlung gallischer Häuptlinge in Samarobriva. Weil aber in diesem Jahr wegen anhaltender Trockenheit die Getreideernte unbedeutend war, sah er sich genötigt, sein Heer anders als in den früheren Jahren in die Winterquartiere zu legen und die Legionen in mehr Landschaften zu verteilen. (2) Demnach musste der Legat Gaius Fabius eine Legion zu den Morinern führen, Quintus Cicero eine andere zu den Nerviern, Lucius Roscius eine dritte zu den Esuviern; die vierte musste unter dem Befehl des Titus Labienus bei den Remern in der Nähe der Treverer überwintern; (3) drei legte er nach Belgien unter dem Befehl des Quaestors Marcus Crassus und der Legaten Lucius Munatius Plancus und Gaius Trebonius. (4) Eine Legion, die er erst kürzlich jenseits des Padus ausgehoben hatte, sandte er zusammen mit fünf weiteren Kohorten zu den Eburonen, die großenteils zwischen der Maas und dem Rhein wohnen und damals unter Ambiorix und Catuvolcus standen. (5) Diese unterstellte er dem Befehl der Legaten Quintus Titurius Sabinus und Lucius Aurunculeius Cotta. (6) Durch solche Verteilung der Legionen glaubte er am besten dem Mangel an Lebensmitteln abhelfen zu können, (7) während zugleich alle Winterlager der Legionen in einem Bezirk von 100 Meilen beisammen lagen, jene Legion ausgenommen, die Lucius Roscius in die ruhigste und friedlichste Gegend hatte führen müssen. (8) Er selbst beschloss, solange in Gallien zu bleiben, bis er wisse, dass die Legionen ihre Quartiere bezogen und ihre Lager befestigt hätten.
5,25: Ermordung des Tasgetius. Cäsar lässt die Täter festnehmen.
(5,25,1) Erat in Carnutibus summo loco natus Tasgetius, cuius maiores in sua civitate regnum obtinuerant. (2) huic Caesar pro eius virtute atque in se benevolentia, quod in omnibus bellis singulari eius opera fuerat usus, maiorum locum restituerat. (3) tertium iam hunc annum regnantem inimici palam multis ex civitate auctoribus interfecerunt. (4) defertur ea res ad Caesarem. ille veritus, quod ad plures pertinebat, ne civitas eorum impulsu deficeret, L. Plancum cum legione ex Belgio celeriter in Carnutes proficisci iubet ibique hiemare, quorumque opera cognoverit Tasgetium interfectum, hos comprehensos ad se mittere. (5) interim ab omnibus legatis quaestoribusque, quibus legiones tradiderat, certior factus est in hiberna perventum locumque hibernis esse munitum.
25. Unter den Carnuten lebte Tasgetius, einer vom höchsten Adel, dessen Vorfahren in ihrem Land als Könige geherrscht hatten. (2) Ihn hatte Cäsar wieder zur Würde seiner Ahnen erhoben, als Anerkennung seiner Tapferkeit und der Anhänglichkeit, mit der er ihm bei allen Kriegen ausgezeichnete Dienste geleistet hatte. (3) Als dieser damals bereits im dritten Jahr König war, brachten ihn seine Feinde offen um, wobei viele aus seinem Volk diese Tat anstifteten. (4) Dies erfuhr Cäsar und fürchtete, der ganze Staat könne, wegen der Menge der Mitverwickelten, auf deren Anstiften abfallen. Lucius Plancus musste also mit seiner Legionen schnell aus Belgien in das Land der Carnuten ziehen und dort sein Winterquartier nehmen, um alle, die an der Ermordung des Tasgetius Schuld trügen, zu ergreifen und zu ihm zu schicken. (5) Unterdessen wurde ihm von allen Quaestoren und Legaten, denen er Legionen anvertraut hatte, gemeldet, man habe die Winterquartiere bezogen und die Lager befestigt.
5,26-27: Empörung der Eburonen. Ihr König Ambiorix stellt den Legaten Sabinus und Cotta eine Falle.
(5,26,1) Diebus circiter quindecim, quibus in hiberna ventum est, initium repentini tumultus ac defectionis ortum est ab Ambiorige et Catuvolco. (2) qui cum ad fines regni sui Sabino Cottaeque praesto fuissent frumentumque in hiberna comportavissent, Indutiomari Treveri nuntiis impulsi suos concitaverunt subitoque oppressis lignatoribus magna manu ad castra oppugnanda venerunt. (3) cum celeriter nostri arma cepissent vallumque ascendissent atque una ex parte Hispanis equitibus emissis equestri proelio superiores fuissent, desperata re hostes suos ab oppugnatione reduxerunt. (4) tum suo more conclamaverunt, uti aliqui ex nostris ad conloquium prodiret: habere sese, quae de re communi dicere vellent, quibus rebus controversias minui posse sperarent.
26. Nachdem etwa 15 Tage seit dem Bezug der Standlager verflossen waren, begann plötzlich ein Aufstand und Abfall durch Ambiorix und Catuvolcus auszubrechen. (2) Als sie nämlich dem Sabinus um Cotta an der Grenze ihres Herrschaftsgebietes Ergebenheit bezeugt und Lebensmittel in das römische Lager geliefert hatten, wurden sie durch Botschaften des Treverers Indutiomarus aufgereizt und brachten ihre Leute zum Aufstand, überfielen plötzlich die Soldaten, die mit Holzfällen beschäftigt waren, und rückten zahlreich heran, um das Lager selbst zu bestürmen. (3) Da jedoch die Römer schnell zu den Waffen griffen, den Wall bestiegen und dadurch, dass auf einer Seite die spanische Reiterei einen Ausfall machte, im Reitertreffen siegten, verzweifelte der Feind an seinem Unternehmen und gab die Bestürmung des Lagers auf. (4) Nun verlangten diese Gallier nach ihrer Gewohnheit in lautem Geschrei, es sollten einige Römer zu einer Besprechung hervortreten; sie hätten Vorschläge über die gemeinsame Sache zu machen und hofften, dadurch den Streit zu mindern.
(5,27,1) Mittitur ad eos C. Arpinius eques Romanus, familiaris Titurii, et Q. Iunius ex Hispania quidam, qui iam ante missu Caesaris ad Ambiorigem ventitare consuerat. (2) apud quos Ambiorix ad hunc modum locutus est: sese pro Caesaris in se beneficiis plurimum ei confiteri debere, quod eius opera stipendio liberatus esset, quod Atuatucis finitimis suis pendere consuesset, quodque ei et filius et fratris filius a Caesare remissi essent, quos Atuatuci obsidum numero missos apud se in servitute et catenis tenuissent. (3) neque id, quod fecerit de oppugnatione castrorum, aut iudicio aut voluntate sua fecisse, sed coactu civitatis, suaque esse eiusmodi imperia, ut non minus haberet iuris in se multitudo, quam ipse in multitudinem. (4) civitati porro hanc fuisse belli causam, quod repentinae Gallorum coniurationi resistere non potuerit. id se facile ex humilitate sua probare posse, quod non adeo sit imperitus rerum ut suis copiis populum Romanum superari posse confidat. (5) sed esse Galliae commune consilium: omnibus hibernis Caesaris oppugnandis hunc esse dictum diem, ne qua legio alteri legioni subsidio venire posset. (6) non facile Gallos Gallis negare potuisse, praesertim cum de recuperanda communi libertate consilium initum videretur. (7) quibus quoniam pro pietate satisfecerit, habere nunc se rationem officii pro beneficiis Caesaris; monere, orare Titurium pro hospitio, ut suae ac militum saluti consulat. (8) magnam manum Germanorum conductam Rhenum transisse; hanc adfore biduo. (8) ipsorum esse consilium, velintne prius, quam finitimi sentiant, eductos ex hibernis milites aut ad Ciceronem aut ad Labienum deducere, quorum alter milia passuum circiter quinquaginta, alter paulo amplius ab iis absit. (10) illud se polliceri et iure iurando confirmare, tutum iter per suos fines daturum. (11) quod cum faciat, et civitati sese consulere, quod hibernis levetur, et Caesari pro eius meritis gratiam referre. hac oratione habita discedit Ambiorix.
27. Es wurde also Gaius Arpineius, ein römischer Ritter und Freund des Quintus Titurius, zusammen mit Quintus Iunius, einem Spanier, der schon früher in Sachen Cäsars bei Ambiorix gewesen war, zur Unterredung abgeschickt. (2) Ihnen gegenüber erklärte sich Ambiorix folgendermaßen: er bekenne, dass er Cäsar für dessen Gewogenheit sehr viel zu danken habe. Durch seine Hilfe sei er von der Abgabe frei, die er sonst den Atuatukern, seinen Nachbarn, bezahlt hätte; Cäsar habe ihm auch Sohn und Brudersohn wieder gegeben, die bei den Atuatukern als Geiseln in Sklaverei und Fesseln lebten. (3) Was den Angriff auf das römische Lager betreffe, so habe er nicht nach eigenem Plan und Willen gehandelt, sondern von seinen Mitbürgern gezwungen; denn seine Herrschaft sei von der Art, dass das Volk ebenso viele Gewalt über ihn besitze als er über das Volk; (4) überdies seien seine Mitbürger dadurch zum Krieg veranlasst worden, dass sie sich der plötzlichen Empörungen der Gallier nicht hätten widersetzen können. Als Beweis hiervon müsse seine geringe Macht gelten; denn er selbst sei nicht so von aller Einsicht verlassen, um sich zu trauen, mit seinen Truppen die römische Macht besiegen zu können. (5) Ganz Gallien habe diesen gemeinschaftlichen Beschluss der Gegenwehr gefasst und diesen einen Tag dazu festgesetzt, alle Winterlager der Römer anzugreifen, damit keine Legion der anderen zu Hilfe kommen könne. (6) Sie hätten es als Gallier ihren gallischen Brüdern nicht wohl abschlagen können, um so weniger, als der gefasste Entschluss der Erkämpfung allgemeiner Unabhängigkeit zu gelten schien. (7) Wie er nun auf dieser Seite der Schuldigkeit gegen das Vaterland Genüge geleistet habe, so nehme er auf der anderen auch Rücksicht auf die Dankespflicht für das Wohlwollen Cäsars und bitte den Titurius als seinen Gastfreund ernstlich, auf seine und seiner Leute Erhaltung bedacht zu sein. (8) Denn ein starkes germanisches Heer sei in Sold genommen und bereits über den Rhein gegangen: in zwei Tagen werde es erscheinen. (8) Es komme also bloß auf ihren Entschluss an, ob sie, ehe es die Nachbarn wahrnehmen könnten, ihre Truppen aus dem Winterlager ziehen und zu Cicero oder Labienus führen wollten, da der eine etwa 50 Meilen, der andere nicht viel weiter entfernt sei. (10) Das verspreche und versichere er eidlich, dass er ihnen durch sein Gebiet sicheren Durchzug gestatten werde. (11) Dadurch sorge er nicht bloß für seine Mitbürger, die er von der Last des Winterlagers befreie, sondern zeige sich auch gegen Cäsar und dessen Verdienste dankbar. Hiermit beendete Ambiorix seine Rede und begab sich zurück.
5,28-31: Kontroverse zwischen Sabinus und Cotta. Sabinus setzt sich in der Heeresversammlung durch. Die Truppe verlässt das Lager.
(5,28,1) Arpinius et Iunius, quae audierant, ad legatos deferunt. illi repentina re perturbati, etsi ab hoste ea dicebantur, tamen non neglegenda existimabant maximeque hac re permovebantur, quod civitatem ignobilem atque humilem Eburonum sua sponte populo Romano bellum facere ausam vix erat credendum. (2) itaque ad consilium rem deferunt magnaque inter eos existit controversia. (3) L. Aurunculeius compluresque tribuni militum et primorum ordinum centuriones nihil temere agendum neque ex hibernis iniussu Caesaris discedendum existimabant; (4) quantasvis, magnas etiam copias Germanorum sustineri posse munitis hibernis docebant; rem esse testimonio, quod primum hostium impetum multis ultro vulneribus inlatis fortissime sustinuerint; re frumentaria non premi; (5) interea et ex proximis hibernis et a Caesare conventura subsidia; (6) postremo quid esset levius aut turpius, quam auctore hoste de summis rebus capere consilium?
28. Arpineius und Iunius teilten diese Erklärung den Legaten mit; diese glaubten trotz ihrer Bestürzung über die unvermutete Entwicklung, darauf achten zu müssen, obgleich die Mitteilung vom Feind kam. Am meisten beeindruckte sie, dass sie kaum glauben konnten, ein so unbedeutendes und schwaches Volk wie das der Eburonen habe von sich aus den Krieg gegen die Römer gewagt. (2) Man berief also einen Kriegsrat, in dem sich alsbald eine große Meinungsverschiedenheit zeigte. (3) Lucius Aurunculeius und mehrere Kriegstribunen, dazu die Hauptleute ersten Ranges, glaubten, man dürfe nicht übereilt zu Werke gehen, noch ohne Befehl Cäsar das Winterlager verlassen: (4) man könne sich durch die Verschanzung schützen und gegen das stärkste Heer der Germanien behaupten; Beweis dafür sei der Umstand, dass man den ersten Sturm der Feinde so tapfer abgeschlagen und noch dazu nicht weniger verwundet habe; an Lebensmitteln sei kein Mangel; (5) in der Zwischenzeit aber würde von den nächsten Winterlagern und von Cäsar selbst Unterstützung eintreffen. (6) Was endlich, fragten sie, wäre leichtsinniger oder schimpflicher, als in der allerwichtigsten Sache auf Anregung des Feindes einen Entschluss zu fassen?
(5,29,1) Contra ea Titurius sero facturos clamitabat, cum maiores manus hostium adiunctis Germanis convenissent, aut cum aliquid calamitatis in proximis hibernis esset acceptum. brevem consulendi esse occasionem. (2) Caesarem arbitrari profectum in Italiam; neque aliter Carnutes interficiundi Tasgetii consilium fuisse capturos, neque Eburones, si ille adesset, tanta contemptione nostri ad castra venturos. (3) sese non hostem auctorem, sed rem spectare; subesse Rhenum; magno esse Germanis dolori Ariovisti mortem et superiores nostras victorias; (4) ardere Galliam tot contumeliis acceptis sub populi Romani imperium redactam superiore gloria rei militaris exstincta. (5) postremo quis hoc sibi persuaderet sine certa spe Ambiorigem ad eius modi consilium descendisse? (6) suam sententiam in utramque partem esse tutam; si nihil sit durius, nullo cum periculo ad proximam legionem perventuros; si Gallia omnis cum Germanis consentiat, unam esse in celeritate positam salutem. (7) Cottae quidem atque eorum, qui dissentirent, consilium quem haberet exitum? in quo si non praesens periculum, at certe longinqua obsidione fames esset timenda.
29. Dagegen erwiderte lärmend Titurius, man werde zu spät handeln, wenn erst durch den Anschlusses der Germanen die feindlichen Streitkräfte vergrößert oder die Truppen der nächsten Standlager ebenfalls überfallen wären; zu kurz sei die Zeit, um noch lange zu überlegen. (2) Cäsars sei gewiss schon nach Italien abgereist; sonst hätten sich die Carnuten nicht dazu entschlossen, den Tasgetius zu ermorden; noch würden die Eburonen, wenn Cäsar in Gallien wäre, mit solcher Missachtung des römische Namens gegen das Lager anrücken. (3) Er sehe nicht auf die Anregung durch den Feind, sondern auf die Sache selbst; ganz in der Nähe sei der Rhein, die Germanen fühlten sich durch den Tod des Ariovist und die früheren Siege der Römer gekränkt; (4) Gallien glühe, weil es unter so vielfältiger Demütigung und dem Verlust seines Kriegsruhms der römischen Hoheit unterworfen sei. (5) Wer endlich werde wohl glauben, Ambiorix habe sich ohne sichere Grundlage in einen solchen Plan eingelassen? (6) Seine Meinung gewähre für beide Fälle Sicherheit: Warte keine weitere Feindseligkeit auf sie, so würden sie ohne Gefahr zur nächsten Legion gelangen; mache aber ganz Gallien mit den Germanen gemeinschaftliche Sache, so könne man sich bloß noch durch Schnelligkeit retten. (7) Welchen Ausgang könne dagegen der Plan Cottas und der übrigen anders Gesinnten haben? Sei auch für den Augenblick keine Gefahr zu befürchten, so drohe doch Hunger als Folge einer langjährigen Belagerung.
(5,30,1) Hac in utramque partem disputatione habita, cum a Cotta primisque ordinibus acriter resisteretur, 'vincite,' inquit, 'si ita vultis' Sabinus et id clariore voce, ut magna pars militum exaudiret; (2) 'neque is sum,' inquit, 'qui gravissime ex vobis mortis periculo terrear: hi sapient; si gravius quid acciderit, abs te rationem reposcent; (3) qui, si per te liceat, perendino die cum proximis hibernis coniuncti communem cum reliquis belli casum sustineant, non reiecti et relegati longe a ceteris aut ferro aut fame intereant.'
30. Nach dieser Verhandlung für und wider und bei der heftigen Hartnäckigkeit Cottas und der ersten Hauptleute rief endlich Titurius, so dass es ein großer Teil der Soldaten hören konnte: "Behaltet denn Recht, wenn ihr darauf besteht; (2) denn ich bin unter euch nicht derjenige, der am meisten vor der Gefahr des Todes bebt. Diese hier werden des empfinden und von dir Genugtuung fordern, wenn sie unglücklich sind; (3) denn ohne deine Hartnäckigkeit, Cotta, könnten sie schon übermorgen bei dem nächsten Standlager eintreffen und dann gemeinschaftlich mit den übrigen dem Kampf entgegengehen, während sie so, von allen anderen getrennt und weit entfernt durch Schwert oder Hunger umkommen müssen."
(5,31,1) Consurgitur ex consilio; comprehendunt utrumque et orant, ne sua dissensione et pertinacia rem in summum periculum deducant; (2) facilem esse rem, seu maneant seu proficiscantur, si modo unum omnes sentiant ac probent; contra in dissensione nullam se salutem perspicere. (3) res disputatione ad mediam noctem perducitur. tandem dat Cotta permotus manus, superat sententia Sabini. (4) pronuntiatur prima luce ituros. consumitur vigiliis reliqua pars noctis, cum sua quisque miles circumspiceret, quid secum portare posset, quid ex instrumento hibernorum relinquere cogeretur. (5) omnia excogitantur, quare nec sine periculo maneatur et languore militum et vigiliis periculum augeatur. (6) prima luce sic ex castris proficiscuntur, ut quibus esset persuasum non ab hoste, sed ab homine amicissimo Ambiorige consilium datum, longissimo agmine maximisque impedimentis.
31. Jetzt erhoben sich die Mitglieder des Kriegsrates, umarmten beide und baten, sie möchten doch nicht durch ihre Uneinigkeit und ihre Hartnäckigkeit alles in die äußerste Gefahr stürzen. (2) Man möge bleiben oder aufbrechen, so verflüchtige sich jede Schwierigkeit, wenn nur alle einerlei Sinn und Ansicht hätten, während sie in der Zwietracht gar kein Heil erblickten. (3) Der Streit dauerte aber fort bis in die Nacht. Da gab Cotta endlich nach und die Meinung des Titurius behielt die Oberhand. (4) Es wurde also bekannt gemacht, dass man mit Anbruch des Tages aufbrechen werde. Der übrige Teil der Nacht verstrich unter Wachen, indem jeder Soldat nach seinen Habseligkeiten sah, was er mitnehmen könne, was er an Gerätschaften des Winterlagers zurücklassen müsse. (5) Alle möglichen Gründe wurden aufgesucht, warum man einerseits nicht ohne Gefahr bleiben könne, während andererseits durch die Ermüdung und Entbehrung des Schlafs die Gefahr wachse. (6) Mit Anbruch des Tages zog man ab, ganz wie in der Überzeugung, Ambiorix habe den Rat nicht als Feind, sondern als innigster Freund gegeben. Der Zug war lang und das Gepäck sehr bedeutend.
5,32-35: Die Eburonen überfallen die abziehende Römertruppe in einem Hohlweg und bringen ihr schwere Verluste bei. Mehrere Offiziere fallen, Cotta wird im Gesicht verwundet.
(5,32,1) At hostes, posteaquam ex nocturno fremitu vigiliisque de profectione eorum senserunt, conlocatis insidiis bipertito in silvis opportuno atque occulto loco a milibus passuum circiter duobus Romanorum adventum exspectabant, (2) et cum se maior pars agminis in magnam convallem demisisset, ex utraque parte eius vallis subito se ostenderunt novissimosque premere et primos prohibere ascensu atque iniquissimo nostris loco proelium committere coeperunt.
32. Nachdem die Feinde aus dem nächtlichen Lärm und aufgrund der Wachen den bevorstehenden Abzug der Römer gemerkt hatten, legten sie sich in einer Entfernung von etwa zwei Meilen im Wald in zwei Abteilungen an einem günstigen, verborgenen Ort in den Hinterhalt und warteten auf ihre Ankunft. (2) Als nun der größere Teil des römischen Zuges in ein großes Tal hinabgestiegen war, zeigten sie sich plötzlich auf beiden Seiten, bedrängten den Nachtrab, ließen die Vortruppen nicht bergan rücken und begannen so an einem für die Römer höchst ungünstigen Ort ein Treffen.
(5,33,1) Tum demum Titurius, ut qui nihil ante providisset, trepidare et concursare cohortesque disponere, haec tamen ipsa timide atque ut eum omnia deficere viderentur; quod plerumque iis accidere consuevit, qui in ipso negotio consilium capere coguntur. (2) at Cotta, qui cogitasset haec posse in itinere accidere atque ob eam causam profectionis auctor non fuisset, nulla in re communi saluti deerat, et in appellandis cohortandisque militibus imperatoris et in pugna militis officia praestabat. (3) cum propter longitudinem agminis minus facile per se omnia obire et, quid quoque loco faciendum esset, providere possent, iusserunt pronuntiari, ut impedimenta relinquerent atque in orbem consisterent. (4) quod consilium etsi in eiusmodi casu reprehendendum non est, tamen incommode accidit. (5) nam et nostris militibus spem minuit et hostes ad pugnam alacriores effecit, quod non sine summo timore et desperatione id factum videbatur. (6) praeterea accidit - quod fieri necesse erat - ut vulgo milites ab signis discederent, quaeque quisque eorum carissima haberet, ab impedimentis petere atque arripere properaret, clamore et fletu omnia complerentur.
33. Nun geriet Titurius, weil er sich nicht vorgesehen hatte, in Schrecken, lief hin und her und suchte die Kohorten zu ordnen, doch selbst dies so ängstlich, dass er außer aller Fassung zu sein schien; so pflegt es in der Regel denen zu ergehen, die sich erst besinnen müssen, wenn sie mitten in der Gefahr sind. (2) Cotta dagegen, der wohl gedacht hatte, es könne sich so etwas auf dem Zug ereignen, und deshalb auch nicht für den Abzug gewesen war, versäumte kein Mittel zur gemeinsamen Rettung. In Anrede und Ermutigung der Leute handelte er wie ein Feldherr; im Kampf selbst war er ein ganzer Soldat. (3) Weil beide aber wegen der Länge des Zuges durchaus nicht alles selbst tun noch bemerken konnten, was an jeder Stelle nötig war, gaben sie den Befehl, das Gepäck wegzulegen und einen Kreis zu bilden. (4) Obwohl nun diese Maßregel in solcher Bedrängnis nicht zu tadeln ist, fiel sie damals doch nachteilig aus. (5) Den Römern nämlich sank dabei der Mut, während er beim Feind wuchs; denn man glaubte, dies sei nur aus der größten Furcht und Verzweiflung geschehen. (6) Überdies konnte es nicht ausbleiben, dass die Soldaten dabei ganz allgemein aus Reih und Glied traten und eilten, aus dem Gepäck das zu holen und wegzuraffen, was sie am liebsten hatten; daher überall nichts als Geschrei und Jammern.
(5,34,1) At barbaris consilium non defuit. nam duces eorum tota acie pronuntiari iusserunt, nequis ab loco discederet; illorum esse praedam atque illis reservari quaecumque Romani reliquissent; proinde omnia in victoria posita existimarent. (2) erant et virtute et numero pugnandi pares. nostri tametsi ab duce et a fortuna deserebantur, tamen omnem spem salutis in virtute ponebant, et, quotiens quaeque cohors procurreret, ab ea parte magnus numerus hostium cadebat. (3) qua re animadversa Ambiorix pronuntiari iubet, ut procul tela coniciant neu propius accedant, et, quam in partem Romani impetum fecerint, cedant; (4) levitate armorum et cotidiana exercitatione nihil his noceri posse; rursus se ad signa recipientes insequantur.
34. Besonnener handelten die Feinde, deren Anführer nach allen Punkten bekannt machen ließen, keiner solle von der Stelle weichen; alles, was die Römer zurücklassen, werde ihre Beute sein und müsse ihnen bleiben: sie sollten also bedenken, dass alles auf den Sieg ankomme. (2) Die Römer waren auf Grund ihrer Tapferkeit und Anzahl dem Kampf gewachsen. Obgleich von Glück und Anführer verlassen, bauten sie doch ihre ganze Hoffnung zu entkommen auf die Tapferkeit. Sooft deshalb eine Kohorte (aus dem Kreis) vorbrach, fiel dort eine große Zahl Feinde. (3) Kaum aber hatte Ambiorix dies bemerkt, als er Befehl gab, bloß aus der Ferne auf die Römer zu schießen, sich ihnen aber nicht zu nähern; wo sie angreifen würden, dort solle man sich zurückziehen, (4) da die schwerbewaffneten Römer ihnen bei ihrer leichten Bewaffnung und steten Übung keinen Schaden zufügen könnten. Sobald sich aber die Römer wieder zu ihren Fahnen zurückzögen, solle man ihnen nachsetzen.
(5,35,1) Quo praecepto ab iis diligentissime observato, cum quaepiam cohors ex orbe excesserat atque impetum fecerat, hostes velocissime refugiebant. (2) interim eam partem nudari necesse erat et ab latere aperto tela recipere. (3) rursus cum in eum locum, unde erant egressi, reverti coeperant, et ab iis, qui cesserant, et ab iis, qui proximi steterant, circumveniebantur; (4) sin autem locum tenere vellent, nec virtuti locus relinquebatur neque a tanta multitudine coniecta tela conferti vitare poterant. (5) tamen tot incommodis conflictati multis vulneribus acceptis resistebant et magna parte diei consumpta, cum a prima luce ad horam octavam pugnaretur, nihil, quod ipsis esset indignum committebant. (6) tum T. Balventio, qui superiore anno primum pilum duxerat, viro forti et magnae auctoritatis, utrumque femur tragula traicitur; (7) Q. Lucanius eiusdem ordinis, fortissime pugnans, dum circumvento filio subvenit, interficitur; (8) L. Cotta legatus omnes cohortes ordinesque adhortans adversum os funda vulneratur.
35. Diesem Befehl kamen die Eburonen aufs genaueste nach und wichen mit der größten Geschwindigkeit, sooft eine Kohorte aus dem geschlossenen Kreis hervorrückte und einen Angriff machte. (2) Mittlerweile war natürlich diese Abteilung notwendig bloßgestellt und den Pfeilen der Feinde ausgesetzt; (3) wollten sie aber wieder an den früheren Platz zurückkehren, so wurden sie von den Feinden umringt, die teils gewichen waren teils zunächst standen. (4) Wollten die Römer hingegen standhalten, so konnten sie weder ihre Tapferkeit zeigen, noch bei ihrer dichten Geschlossenenheit den Pfeilen der zahlreichen Feinde ausweichen. (5) Indessen wehrten sie sich, obgleich sie von so vielen Verlusten bedrängt wurden und viele Verwundungen erlitten, auf das tapferste und selbst nach Ablauf des größten Teils des Tages (das Gefecht dauerte von Tagesanbruch bis etwa zwei Uhr nachmittags) war doch nichts vorgefallen, was ihnen Schimpf brachte. (6) In diesem Treffen wurden Titus Balventius, einem tapferen und sehr angesehenen Mann, der im vorigen Jahr die erste Centurie geführt hatte, von einem Wurfspieß beide Hüften durchbohrt. (7) Quintus Lucanius, von gleichem Rang, fiel mitten im tapfersten Kampf, da er seinem ins Gedränge gekommenen Sohn zu Hilfe eilte. (8) Der Legat Lucius Cotta wurde, als er sämtlichen Kohorten und Centurien Mut zusprach, von einer Schleuder vorn im Gesicht verwundet.
5,36-37: Sabinus wird zum zweiten Mal von Ambiorix überlistet und getötet. Die meisten Römer werden niedergemacht. Einige kehren zwar in ihr altes Lager zurück, töten sich aber wegen der verzweifelten Lage selbst. Nur wenige konnten sich in das Winterlager des Labienus retten.
(5,36,1) His rebus permotus Q. Titurius, cum procul Ambiorigem suos cohortantem conspexisset, interpretem suum Cn. Pompeium ad eum mittit rogatum, ut sibi militibusque parcat. (2) ille appellatus respondet: si velit secum conloqui, licere; sperare a multitudine impetrari posse, quod ad militum salutem pertineat; ipsi vero nihil nocitum iri inque eam rem se suam fidem interponere. (3) ille cum Cotta saucio communicat, si videatur, pugna ut excedant et cum Ambiorige una conloquantur; sperare ab eo de sua ac militum salute impetrari posse. Cotta se ad armatum hostem iturum negat atque in eo perseverat.
36. Durch diese Lage wurde Quintus Titurius bewogen, den Ambiorix, den er aus der Ferne seine Soldaten zum Kampf ermuntern sah, durch seinen Dolmetscher Gnaeus Pompeius bitten zu lassen, er möge ihn und seine Soldaten schonen. (2) Ambiorix gar darauf zur Antwort, wenn Titurius mit ihm sprechen wolle, so sei er dazu bereit. Die Schonung der römischen Soldaten werde sich, wie er hoffe, von seinen Leuten erwirken lassen; dem Titurius selbst werde nichts geschehen; darauf gebe er sein Wort. (3) Titurius machte dem verwundeten Cotta den Vorschlag, wenn er Lust habe, mit ihm das Treffen zu verlassen und zusammen mit Ambiorix zu verhandeln; man werde, wie er hoffe, von jenem ihre und ihrer Soldaten Rettung erwirken können. Cotta erklärte, zu einem bewaffneten Feind werde er sich nicht begeben, und beharrte dabei.
(5,37,1) Sabinus, quos in praesentia tribunos militum circum se habebat, et primorum ordinum centuriones se sequi iubet, et cum propius Ambiorigem accessisset, iussus arma abicere imperatum facit suisque, ut idem faciant, imperat. (2) interim dum de condicionibus inter se agunt longiorque consulto ab Ambiorige instituitur sermo, paulatim circumventus interficitur. (3) tum vero suo more victoriam conclamant atque ululatum tollunt impetuque in nostros facto ordines perturbant. (4) ibi L. Cotta pugnans interficitur cum maxima parte militum. reliqui se in castra recipiunt, unde erant egressi. (5) ex quibus L. Petrosidius aquilifer, cum magna multitudine hostium premeretur, aquilam intra vallum proiecit, ipse pro castris fortissime pugnans occiditur. (6) illi aegre ad noctem oppugnationem sustinent; noctu ad unum omnes desperata salute se ipsi interficiunt. (7) pauci ex proelio elapsi incertis itineribus per silvas ad T. Labienum legatum in hiberna perveniunt atque eum de rebus gestis certiorem faciunt.
37. Titurius befahl hierauf den damals gerade um ihn befindlichen Kriegstribunen und Hauptleuten ersten Ranges mit ihm zu gehen; und als er sich dem Ambiorix genähert hatte, legte er auf dessen Verlangen seine Waffen ab, was auch seine Begleiter tun mussten. (2) Während zwischen ihnen über die Bedingungen verhandelt wurde und Ambiorix absichtlich das Gespräch in die Länge zog, wurde Titurius allmählich umringt und getötet. (3) Jetzt erhoben die Feinde nach ihrer Gewohnheit ein heulendes Siegesgeschrei, fielen die Römer an und brachten ihre Reihen in Unordnung. (4) Cotta fand kämpfend den Tod, und mit ihm der größte Teil der Soldaten; der Rest zog sich in das Lager zurück, dass man verlassen hatte. (5) Zu ihnen gehörte auch der Adlerträger, Lucius Petrosidius, der, als er sich von einer Masse Feinde umgeben sah, den Adler über den Wall hineinwarf und vor dem Lager aufs tapferste kämpfend fiel. (6) Seine Kameraden verteidigten sich und das Lager mit aller Anstrengung bis in die Nacht, brachten sich aber dann alle selbst um, weil sie keine Möglichkeit zur Rettung sahen. (7) Einige wenige, die schon aus dem Treffen entkommen waren, gelangten auf unsicheren Wegen durch Wälder in das Standlager des Legaten Titus Labienus, dem sie die Vorfälle berichteten.
5,38-40: Ambiorix verleitet zuerst die Atuatukerm dann die Nervier zusammen mit ihren Verbündeten zu einem Überfall auf das Winterlager des Quintus Tullius Cicero.
(5,38,1) Hac victoria sublatus Ambiorix statim cum equitatu in Atuatucos, qui erant eius regno finitimi, proficiscitur; neque noctem neque diem intermittit peditatumque se subsequi iubet. (2) re demonstrata Atuatucisque concitatis postero die in Nervios pervenit hortaturque, ne sui in perpetuum liberandi atque ulciscendi Romanos pro iis, quas acceperint iniuriis, occasionem dimittant; (3) interfectos esse legatos duos magnamque partem exercitus interisse demonstrat; nihil esse negotii subito oppressam legionem, quae cum Cicerone hiemet, interfici. se ad eam rem profitetur adiutorem. facile hac oratione Nerviis persuadet.
38. Stolz auf diesen Sieg zog Ambiorix bald Tag und Nacht ohne Unterlass mit seiner Reiterei zu den Atuatukern, den Nachbarn seines Landes: das Fußvolk musste folgen. (2) Er erzählte den Verlauf der Sache, brachte die Atuatuker zum Aufstand und zog am folgenden Tag in das Gebiet der Nervier, die er aufforderte, diese Gelegenheit sich für immer unabhängig zu machen und an den Römern für die erlittenen Ungerechtigkeiten zur Rache zu nehmen, nicht ungenutzt zu lassen. (3) Zwei Legaten seien tot und ein großer Teil des römischen Heeres zu Grunde gegangen; es sei ihnen etwas Leichtes, in einem schnellen Überfall die Legion im Winterlager Ciceros niederzumachen; dazu versprach er seine Mitwirkung. Mit diesen Worten gewann er die Nervier ohne Mühe.
(5,39,1) Itaque confestim dimissis nuntiis ad Ceutrones, Grudios, Levacos, Pleumoxios, Geidumnos, qui omnes sub eorum imperio sunt, quam maximas possunt manus cogunt et de improviso ad Ciceronis hiberna advolant, nondum ad eum fama de Titurii morte perlata. (2) huic quoque accidit - quod fuit necesse - ut nonnulli milites, qui lignationis munitionisque causa in silvas discessissent, repentino equitum adventu interciperentur. (3) his circumventis magna manu Eburones, Nervii, Atuatuci atque horum omnium socii clientesque legionem oppugnare incipiunt. nostri celeriter ad arma concurrunt, vallum conscendunt. (4) aegre is dies sustentatur, quod omnem spem hostes in celeritate ponebant atque hanc adepti victoriam in perpetuum se fore victores confidebant.
39. Sie schicken eilends zu den Ceutronen, Grudiern, Levakern, Pleumoxiern und Geidumnen, die alle unter ihrer Hoheit standen, treiben so viele Truppen zusammen als möglich und stürmen unvermutet, noch bevor das Gerücht über Titurius' Tod und Niederlage zu ihm kam, auf Ciceros Lager los. (2) Auch dieser hatte das Schicksal, dass ihm einige Soldaten, die sich, um Holz und Baustoffe zur Verschanzung zu holen, in den Wäldern zerstreut hatten, infolge eines unvermuteten Überfalls der feindlichen Reiter aufgefangen wurden. (3) Dann griffen die Eburonen, Atuatuker, Nervier und alle ihre Bundesgenossen und Schutzverwandten mit einer bedeutenden Macht die Legion an. Die Römer liefen eilig zu den Waffen und bestiegen den Wall. (4) Der Kampf dieses Tages wurde mit Mühe bestanden, weil die Feinde alle ihre Hoffnung auf die Geschwindigkeit setzten und überzeugt waren, wenn sie jetzt siegten, für immer Sieger zu sein.
(5,40,1) Mittuntur ad Caesarem confestim a Cicerone litterae, magnis propositis praemiis, si pertulissent; obsessis omnibus viis missi intercipiuntur. (2) noctu ex ea materia, quam munitionis causa comportaverant, turres admodum centum viginti excitantur; incredibili celeritate, quae deesse operi videbantur, perficiuntur. (3) hostes postero die multo maioribus coactis copiis castra oppugnant, fossam complent. a nostris eadem ratione qua pridie, resistitur. (4) hoc idem reliquis deinceps fit diebus. (5) nulla pars nocturni temporis ad laborem intermittitur; non aegris, non vulneratis facultas quietis datur. (6) quaecumque ad proximi diei oppugnationem opus sunt, noctu comparantur; multae praeustae sudes, magnus muralium pilorum numerus instituitur; turres contabulantur, pinnae loricaeque ex cratibus attexuntur. (7) ipse Cicero, cum tenuissima valetudine esset, ne nocturnum quidem sibi tempus ad quietem relinquebat, ut ultro militum concursu ac vocibus sibi parcere cogeretur.
40. Cicero schrieb sogleich an Cäsar und versprach dem die größten Belohnungen, der den Brief überbringen würde. Weil aber alle Wege besetzt waren, wurden die Boten abgefangen. (2) In der Nacht errichtete man aus dem Holz, das für die Verschanzung bestimmt war, im ganzen einhundertzwanzig Türme; mit unglaublicher Schnelligkeit vollendete man, was dem Verteidigungswerk noch zur Vollkommenheit zu fehlen schien. (3) Den folgenden Tag bestürmten die Feinde, deren Truppen sich unterdessen sehr verstärkten, das Lager und ebneten bereits den Graben ein. Die Römer leisteten Widerstand, wie tags zuvor; (4) ebenso geschah es die folgenden Tage. (5) Keinen Augenblick in der Nacht ließ man von der Arbeit ab, weder Kranken noch Verwundeten gönnte man Ruhe. (6) Was jedes Mal gegen die Belagerung des Feindes für den folgenden Tag nötig war, das wurde in der Nacht bereitgestellt. Eine Menge angebrannter Pfähle und viele Maulwurfgeschosse wurden hergerichtet, Türme aus Brettern erbaut, Brustwehren aus Geflecht angefügt. (7) Cicero selbst gönnte sich, obgleich er von sehr leidender Gesundheit war, nicht einmal die Nachtzeit Ruhe, so dass ihn die Soldaten ihrerseits bestürmten und nötigten, sich zu schonen.
5,41: Der Versuch, Cicero durch ein Verhandlungsangebot zu überlisten, scheitert.
(5,41,1) Tum duces principesque Nerviorum, qui aliquem sermonis aditum causamque amicitiae cum Cicerone habebant, conloqui sese velle dicunt. (2) facta potestate eadem, quae Ambiorix cum Titurio egerat, commemorant: (3) omnem esse in armis Galliam; Germanos Rhenum transisse; Caesaris reliquorumque hiberna oppugnari. (4) addunt etiam de Sabini morte; Ambiorigem ostentant fidei faciundae causa. (5) errare eos dicunt, si quicquam ab iis praesidii sperent, qui suis rebus diffidant; sese tamen hoc esse in Ciceronem populumque Romanum animo, ut nihil nisi hiberna recusent atque hanc inveterascere consuetudinem nolint; (6) licere illis per se incolumibus ex hibernis discedere et, quascumque in partes velint, sine metu proficisci. (7) Cicero ad haec unum modo respondit: non esse consuetudinem populi Romani ullam accipere ab hoste armato condicionem; (8) si ab armis discedere velint, se adiutore utantur legatosque ad Caesarem mittant; sperare pro eius iustitia, quae petierint, impetraturos.
41. Jetzt erklärten die Führer und Vornehmsten der Nervier, die einigen Zutritt und ein eher freundschafltiches Verhältnis zu Cicero hatten, sie wünschten mit ihm zu sprechen. (2) Nachdem sie die Erlaubnis erhalten hatten, tragen sie ihm genau das vor, was Ambiorix mit Titurius verhandelt hatte, (3) ganz Gallien stehe unter Waffen; die Germanien seien schon über den Rhein gezogen; die Standlager Cäsars und der übrigen Befehlshaber würden bestürmt. (4) Außerdem melden sie den Tod des Titurius und deuten, um ihm alle Zweifel zunehmen, auf Ambiorix, (5) mit der Versicherung, dass man sich irre, wenn man von denen Hilfe erwarte, die sie selbst nicht zu helfen wüssten. Sie jedoch seien gegen Cicero und das römische Volk nicht feindlich gesinnt, sondern wollten nur kein Winterlager bei sich haben, noch diese Gewohnheit einwurzeln lassen. (6) Cicero dürfe ohne alle Beschädigung ihrerseits aus seinem Standlager abziehen und sich, wohin er wolle, ohne Furcht wenden. (7) Cicero gab hierauf nur das eine zur Antwort: Das römische Volk sei nicht gewohnt, von einem bewaffneten Feind irgendeine Bedingung anzunehmen. (8) Wollten sie aber zuerst die Waffen niederlegen, so könnten sie an ihm einen Vermittler finden und sich durch Gesandte an Cäsar wenden, von dessen Gerechtigkeit sie, wie er hoffe, Erfüllung ihrer Wünsche erhalten dürften.
5,42-43: Auch ein erneuter Angriff der Nervier auf Ciceros Lager scheitert trotz Teilerfolgen.
(5,42,1) Ab hac spe repulsi Nervii vallo pedum X et fossa pedum XV hiberna cingunt. (2) haec et superiorum annorum consuetudine a nobis cognoverant et quosdam de exercitu nacti captivos ab his docebantur. (3) sed nulla ferramentorum copia, quae esset ad hunc usum idonea, gladiis caespites circumcidere, manibus sagulisque terram exhaurire cogebantur. (4) qua quidem ex re hominum multitudo cognosci potuit; nam minus horis tribus milium pedum XV in circuitu munitionem perfecerunt. (5) reliquis diebus turres ad altitudinem valli, falces testudinesque, quas idem captivi docuerant, parare ac facere coeperunt.
42. In dieser nächsten Hoffnung betrogen zogen die Nervier einen neun Fuß hohen Wall und einen 15 Fuß tiefen Graben um das Winterlager. (2) Hierin hatten sie sich selbst in den letzten Jahren durch ihren Umgang mit den Römern Kenntnis erworben, wurden aber auch durch einige römische Gefangene unterrichtet. (3) Aus Mangel an eisernen Werkzeugen, die sie zu solcher Arbeit gut hätten brauchen können, stachen sie mit ihren Schwertern Rasen aus und mussten den Grund in ihren Händen und Mänteln herbeitragen. (4) Daraus konnte man auf ihre Menge schließen; denn sie brachten in weniger als drei Stunden eine Verschanzung von 15'000 Fuß im Umfang zustande. (5) An den übrigen Tagen führten sie Türme entsprechend der Höhe des Walls auf und verfertigten Mauersicheln und Sturmdächer, was sie ebenfalls von den Gefangenen gelernt hatten.
(5,43,1) Septimo oppugnationis die maximo coorto vento ferventes fusili ex argilla glandes fundis et iacula fervefacta in casas, quae more Gallico stramentis erant tectae, iacere coeperunt. (2) hae celeriter ignem comprehenderunt et venti magnitudine in omnem castrorum locum distulerunt. (3) hostes maximo clamore, sicuti parta iam atque explorata victoria, turres testudinesque agere et scalis vallum ascendere coeperunt. (4) at tanta militum virtus atque ea praesentia animi fuit, ut, cum undique flamma torrerentur maximaque telorum multitudine premerentur suaque omnia impedimenta atque omnes fortunas conflagrare intellegerent, non modo demigrandi causa de vallo decederet nemo, sed paene ne respiceret quidem quisquam ac tum omnes acerrime fortissimeque pugnarent. (5) hic dies nostris longe gravissimus fuit; sed tamen hunc habuit eventum, ut eo die maximus numerus hostium vulneraretur atque interficeretur, ut se sub ipso vallo constipaverant recessumque primis ultimi non dabant. (6) paulum quidem intermissa flamma et quodam loco turri adacta et contingente vallum, tertiae cohortis centuriones ex eo, quo stabant, loco recesserunt suosque omnes removerunt, nutu vocibusque hostes, si introire vellent, vocare coeperunt; quorum progredi ausus est nemo. (7) tum ex omni parte lapidibus coniectis deturbati turrisque succensa est.
43. Am siebten Tag der Belagerung begannen die Feinde bei sehr heftigem Wind mit Schleudern glühende Kugeln von geformtem Ton und Brandwurfspieße auf unsere nach gallischer Weise mit Stroh gedeckten Lagerhütten zu werfen. (2) Diese fingen schnell Feuer, das die Winde durch ihre Heftigkeit durch das ganze Lager verbreiteten. (3) Sogleich drangen die Feinde unter lautem Geschrei vorwärts, als hätten sie den Sieg bereits in Händen, und machten sich daran, mit Türmen und Sturmdächern vorzurücken, um den Wall auf Sturmleitern zu ersteigen. (4) Allein die Römer verhielten sich tapfer und geistesgegenwärig: Das Feuer setzte ihnen zwar von allen Seiten zu und eine unbeschreibliche Menge von Geschossen bedrängte sie; sie sahen ihr Gepäck und all ihr Eigentum in Brand aufgehen; dennoch verließ keiner den Wall, um sich davonzumachen; vielmehr fochten sie, fast ohne sich umzusehen, mit der größten Verbissenheit und Tapferkeit. (5) Dies war für unsere Leute der bei weitem härteste Tag; doch hatte er den Erfolg, dass dabei ein sehr großer Teil der Feinde verwundet oder getötet wurde, wie sie sich unter dem Wall zusammengedrängt hatten und die letzten die ersten am Rückzug hinderten. (6) Als das Feuer etwas nachließ und an einer Stelle ein Turm der Feinde so weit vorgeschoben war, dass er den Wall berührte, zogen sich die Hauptleute der dritten Kohorte von dem Platz, den sie innehatten, zurück und zogen alle ihre Leute ab; dann forderten sie den Feind mit Gesten und Worten auf hereinzukommen; aber niemand wagte es. (7) Jetzt wurden sie unter einem Hagel von Steinen vertrieben und der Turm in Brand gesetzt.
5,44: Wettstreit der Centurionen Pullo und Vorenus.
(5,44,1) Erant in ea legione fortissimi viri, centuriones, qui iam primis ordinibus adpropinquarent, Titus Pullo et Lucius Vorenus. (2) hi perpetuas inter se controversias habebant, uter alteri anteferretur, omnibusque annis de loco summis simultatibus contendebant. (3) ex his Pullo, cum acerrime ad munitiones pugnaretur, 'quid dubitas' inquit 'Vorene? aut quem locum tuae probandae virtutis exspectas? hic dies de nostris controversiis iudicabit.' (4) haec cum dixisset, procedit extra munitiones, quaque hostium pars confertissima est visa, inrumpit. (5) ne Vorenus quidem sese tum vallo continet, sed omnium veritus existimationem subsequitur. (6) mediocri spatio relicto Pullo pilum in hostes inmittit atque unum ex multitudine procurrentem traicit. quo percusso exanimatoque hunc scutis protegunt hostes, in illum universi tela coniciunt neque dant progrediendi facultatem. (7) transfigitur scutum Pulloni et verutum in balteo defigitur. (8) avertit hic casus vaginam et gladium educere conanti dextram moratur manum impeditumque hostes circumsistunt. (8) succurrit inimicus illi Vorenus et laboranti subvenit. (10) ad hunc se confestim a Pullone omnis multitudo convertit; illum veruto transfixum arbitrantur. (11) Vorenus gladio rem comminus gerit atque uno interfecto reliquos paulum propellit; (12) dum cupidius instat, in locum inferiorem deiectus concidit. (13) huic rursus circumvento subsidium fert Pullo, atque ambo incolumes compluribus interfectis summa cum laude intra munitiones se recipiunt. (14) sic fortuna in contentione et certamine utrumque versavit, ut alter alteri inimicus auxilio salutique esset neque diiudicari posset, uter utri virtute anteferendus videretur.
44. Es gab in dieser Legion zwei höchst tapfere Männer, Hauptleute, die dem ersten Rang nahe waren, Titus Pullo und Lucius Vorenus. (2) Diese hatten untereinander beständig Streit, wer vor dem anderen den Vorzug verdiene, und stritten deshalb in allen Feldzügen aufs heftigstet um den Vorrang. (3) Als man damals höchst verbissen um die Befestigung kämpfte, rief Pullo: "Was bist du unschlüssig, Vorenus? Welche Gelegenheit erwartest du, deine Tapferkeit zu zeigen? Dieser Tag soll unseren Streit entscheiden!" (4) Nach diesen Worten trat er aus der Verschanzung hervor und drang auf die Feinde dort ein, wo sie am dichtesten standen. (5) Auch Vorenus blieb da nicht im Lager, sondern folgte ihm sogleich aus Scheu vor der öffentlichen Meinung. (6) Hierauf schleuderte Pullo in mäßiger Entfernung seinen Speer gegen die Feinde und durchbohrte einen, der aus dem Haufen hervorrannte. Diese deckten ihren getroffenen und leblosen Gefährten mit den Schilden und schossen insgesamt auf Pullo, dem sie den Rückzug abschnitten. (7) Sein Schild wurde durchschossen, und ein Wurfspieß haftete im Schwertgehänge. (8) Dieser Zufall verrückte ihm die Scheide und hemmte seine rechte Hand, als er das Schwert ziehen wollte; ohne dass er sich wehren konnte, umringten ihn die Feinde. (8) In dieser Not sprang ihm sein Rivale Vorenus hilfreich bei, (10) gegen den sich sogleich die ganze Masse wandte, da sie glaubten, Pullo sei von dem Wurfspieß tödlich getroffen. (11) Vorenus aber stürzt ihnen mit dem Schwert in der Faust entgegen, tötet einen und treibt die übrigen allmählich zurück.(12) Als er diesen allzu hitzig nachsetzte, wurde er bergab gestoßen und fiel; (13) jetzt kam wieder Pullo ihm in der Not zu Hilfe und beide zogen endlich, nachdem sie viele Feinde getötet hatten, unversehrt und ruhmgekrönt in die Verschanzung. (14) Also brachte das Schicksal beide in ihrem Eifer und Wettstreit in die Lage, dass sie sich, obgleich Feinde, wechselseitig Hilfe und Rettung brachten und nicht zu entscheiden war, wer von beiden vor dem anderen den Preis der Tapferkeit verdiene.
5,45-48: Cicero gelingt es, Cäsar zu benachrichtigen. Dieser kommt mit zwei Legionen zu Hilfe.
(5,45,1) Quanto erat in dies gravior atque asperior oppugnatio et maxime, quod magna parte militum confecta vulneribus res ad paucitatem defensorum pervenerat, tanto crebriores litterae nuntiique ad Caesarem mittebantur. quorum pars deprehensa in conspectu nostrorum militum cum cruciatu necabatur. (2) erat unus intus Nervius nomine Vertico, loco natus honesto, qui a prima obsidione ad Ciceronem perfugerat suamque ei fidem praestiterat. (3) hic servo spe libertatis magnisque persuadet praemiis, ut litteras ad Caesarem deferat. (4) has ille iaculo inligatas effert et Gallus inter Gallos sine ulla suspicione versatus ad Caesarem pervenit. ab eo de periculis Ciceronis legionisque cognoscitur.
45. Die Belagerung wurde von Tag zu Tag heftiger und härter, besonders weil wegen der vielen Verwundeten die Verteidigung auf immer wenigeren ruhte. Man schickt desto häufiger Briefe und Boten an Cäsar; diese wurden aber zum Teil abgefangen und im Angesicht der Römer grausam hingerichtet. (2) Im römischen Lager befand sich ein Nervier von guter Abkunft, namens Vertico, der sich beim ersten Sturm auf das Lager zu Cicero geflüchtet und ihm bisher Treue bewiesen hatte. (3) Dieser Vertico suchte seinen Sklaven durch Hoffnung auf Freiheit und andere große Belohnungen zu bereden, einen Brief zu Cäsar zu bringen. (4) Der Sklave band den Brief in einen Speer, machte sich auf, ging als Gallier ohne Verdacht mitten durch die Belagerer und kam glücklich zu Cäsar, der durch ihn von der Gefahr erfuhr, in der Cicero mit der Legionen schwebte.
(5,46,1) Caesar acceptis litteris hora circiter undecima diei statim nuntium in Bellovacos ad M. Crassum quaestorem mittit, cuius hiberna aberant ab eo milia passuum XXV; (2) iubet media nocte legionem proficisci celeriterque ad se venire. exit cum nuntio Crassus. (3) alterum ad C. Fabium legatum mittit, ut in Atrebatium fines legionem adducat, qua sibi iter faciendum sciebat. (4) scribit Labieno, si rei publicae commodo facere possit, cum legione ad fines Nerviorum veniat. reliquam partem exercitus, quod paulo aberat longius, non putat expectandam; equites circiter quadringentos ex proximis hibernis cogit.
46. Cäsar, der den Brief etwa um fünf Uhr abends erhielt, schickte sogleich einen Boten in das Gebiet der Bellovaker zu dem Quaestor Marcus Crassus, dessen Winterlager 25 Meilen von ihm entfernt stand; (2) er befahl, dass die Legion mitten in der Nacht aufbreche und schleunigst zu ihm stoße. Crassus machte sich sogleich, nachdem er die Nachricht erhalten hatte, auf. (3) Einen anderen Boten schickte Cäsar zu dem Legaten Gaius Fabius, damit er seine Legion in das Gebiet der Atrebaten führe, durch das er, wie er wusste, selbst seinen Weg nehmen musste. (4) Dem Labienus aber gab er brieflich den Befehl, mit seiner Legion an das Gebiet der Nervier zu rücken, wenn es im Interesse des Staates sei. Auf den übrigen Teil seines Heeres wollte er, da es zu weit entfernt war, nicht warten; an Reiterei zog er aus den nächstgelegenen Standlagern etwa 400 Mann zusammen.
(5,47,1) Hora circiter tertia ab antecursoribus de Crassi adventu certior factus eo die milia passuum XX progreditur. (2) Crassum Samarobrivae praeficit legionemque ei attribuit, quod ibi impedimenta exercitus, obsides civitatum, litteras publicas frumentumque omne, quod eo tolerandae hiemis causa devexerat, relinquebat. (3) Fabius, ut imperatum erat, non ita multum moratus, in itinere cum legione occurrit. (4) Labienus interitu Sabini et caede cohortium cognita, cum omnes ad eum Treverorum copiae venissent, veritus, ne, si ex hibernis fugae similem profectionem fecisset, hostium impetum sustinere non posset, praesertim quos recenti victoria efferri sciret, (5) litteras Caesari remittit, quanto cum periculo legionem ex hibernis educturus esset, rem gestam in Eburonibus perscribit, docet omnes peditatus equitatusque copias Treverorum tria milia passuum longe ab suis castris consedisse.
47. Gegen neun Uhr morgens erfuhr er durch den Vortrab von der Ankunft des Crassus und legte noch am selben Tag 20 Meilen zurück. (2) Dem Crassus an der Spitze einer Legion übergab er Samarobriva, weil dort das Gepäck des Heeres, die Geiseln der verschiedenen gallischen Stämme, das Archiv und der Vorrat an Lebensmitteln, die er für den Winter dorthin gebracht hatte, bleiben mussten. (3) Jetzt stieß auch Fabius zu ihm, der sogleich, nachdem er den Befehl erhalten hatte, aufgebrochen war. (4) Labienus, der Nachricht von dem Tod des Titurius und der Niederlage der Kohorten hatte, fürchtete, da alle Truppen der Treverer gegen ihn gezogen waren, einen Angriff des durch diesen Sieg sehr stolz gewordenen Feindes nicht aushalten zu können, wenn er sein Standlager wie auf der Flucht verlassen würde. (5) Er schrieb also an Cäsar zurück, wie gefährlich es wäre, seine Legion aus dem Winterlager zu führen, und meldete ihm zugleich den Vorfall bei den Eburonen und dass das gesamte Fußvolk und die Reiterei der Treverer nur drei Meilen weit von seinem Lager entfernt stehe.
(5,48,1) Caesar consilio eius probato, etsi opinione trium legionum deiectus ad duas redierat, tamen unum communis salutis auxilium in celeritate ponebat. venit magnis itineribus in Nerviorum fines. (2) ibi ex captivis cognoscit, quae apud Ciceronem gerantur quantoque in periculo res sit. (3) tum cuidam ex equitibus Gallis magnis praemiis persuadet, uti ad Ciceronem epistulam deferat. (4) hanc Graecis conscriptam litteris mittit, ne intercepta epistula nostra ab hostibus consilia cognoscantur. (5) si adire non possit, monet, ut tragulam cum epistula ad ammentum deligata intra munitiones castrorum abiciat. (6) in litteris scribit se cum legionibus profectum celeriter adfore; hortatur, ut pristinam virtutem retineat. (7) Gallus periculum veritus, ut erat praeceptum, tragulam mittit. (8) haec casu ad turrim adhaesit neque a nostris biduo animadversa tertio die a quodam milite conspicitur, dempta ad Ciceronem defertur. (8) ille perlectam in conventu militum recitat maximaque omnes laetitia adficit. (10) tum fumi incendiorum procul videbantur, quae res omnem dubitationem adventus legionum expulit.
48. Cäsar billigte seinen Entschluss und begnügte sich mit zwei Legionen, während er drei erwartet hatte, und sah in der Schnelligkeit das einzige Mittel der gemeinsamen Rettung. In Eilmärschen gelangte er in das Gebiet der Nervier. (2) Dort erfuhr er durch Gefangene, was bei Cicero vorging und wie gefährlich die Lage war. (3) Er überredete hierauf einen gallischen Reiter durch große Belohnung, einen Briefe zu Cicero zu bringen, (4) den er griechisch schrieb, damit die Feinde seine Absichten nicht erführen, falls Sie das Schreiben abfingen. (5) Dem Reiter sagte er, er solle den Brief an den Riemen seines Spießes binden und diesen über den Wall in Ciceros Lager werfen, wenn er nicht selbst zu ihm kommen könne. (6) Der Briefe meldete, Cäsar sei mit den Legionen auf dem Weg und werde bald erscheinen; Cicero solle an der alten Tapferkeit festhalten. (7) Der Gallier warf aus Furcht vor der Gefahr, wie befohlen, den Spieß ins Lager; (8) dieser blieb aber durch Zufall an einem Turm hängen und wurde zwei Tage lang nicht bemerkt; erst am dritten Tag sah ihn ein Soldat. Man nahm ihn ab und brachte ihn Cicero. (8) Der las das Schreiben den versammelten Soldaten laut vor und erfüllte sie insgesamt mit der größten Freude. - (10) Bald erblickte man aus weiter Ferne den Rauch von Bränden; dies löste mit einem Mal alle Zweifel, dass die Legionen ganz nahe seien.
5,49-51: Die Gallier wenden sich vom Winterlager ab und ziehen Cäsar entgegen. Dieser verleitet sie zu einem Angriff auf sein Lager und schlägt sie vernichtend.
(5,49,1) Galli re cognita per exploratores obsidionem relinquunt, ad Caesarem omnibus copiis contendunt. hae erant armatae circiter milia LX. (2) Cicero data facultate Gallum ab eodem Verticone, quem supra demonstravimus, reperit, qui litteras ad Caesarem deferat; hunc admonet, iter caute diligenterque faciat; (3) perscribit in litteris hostes ab se discessisse omnemque ad eum multitudinem convertisse. (4) quibus litteris circiter media nocte Caesar adlatis suos facit certiores eosque ad dimicandum animo confirmat. (5) postero die luce prima movet castra et circiter milia passuum quattuor progressus trans vallem et rivum multitudinem hostium conspicatur. (6) erat magni periculi res tantulis copiis iniquo loco dimicare; tum, quoniam obsidione liberatum Ciceronem sciebat, aequo animo remittendum de celeritate existimabat; (7) consedit et, quam aequissimo potest loco castra communit atque haec, etsi erant exigua per se, vix hominum milium septem, praesertim nullis cum impedimentis, tamen angustiis viarum quam maxime potest contrahit, eo consilio, ut in summam contemptionem hostibus veniat. (8) interim speculatoribus in omnes partes dimissis explorat, quo commodissime itinere vallem transire possit.
49. Dies hatten unterdessen auch die Gallier durch ihre Kundschafter erfahren; sie setzten die Belagerung aus und eilten mit allen ihren Truppen, etwa 60.000 Mann, gegen Cäsar. (2) Cicero benutzte dies und erbat sich von dem oben erwähnten Vertico noch einmal jenen Gallier, um einen Brief zu Cäsar zu bringen. Er ermahnt ihn, seinen Weg ebenso behutsam wie umsichtig zurückzulegen. (3) In dem Brief meldete er, dass die Feinde ihn zwar verlassen hätten, aber mit allem Volk gegen Cäsar zögen. Der Bote legte, von Cicero aufmerksam gemacht. (4) Cäsar erhielt das Schreiben um Mitternacht, worauf er seine Leute unterrichtete und sie zum Kampf aufmunterte. (5) Am folgenden Tag brach er sehr früh auf und war kaum vier Meilen weit gekommen, als er den Feind jenseits eines großen Tales und eines Baches in großer Menge erblickte. (6) An einem so nachteiligen Ort mit so großen Streitkräften der Feind zu kämpfen was sehr gefährlich. Weil er aber wusste, dass Cicero nicht mehr belagert wurde, konnte er in seiner Eile nachlassen. (7) Er machte Halt und errichtete ein Lager am günstigsten Ort, den er finden konnte. Obgleich dieses schon an und für sich klein war, da er kaum 7000 Mann und kein Gepäck bei sich hatte, zog er es dennoch durch Verengung der Straßen nach Möglichkeit noch mehr zusammen, um so den Feinden recht schwach zu erscheinen. (8) Unterdessen schickte er überallhin Kundschafter und suchte zu erfahren, auf welchem Weg man am bequemsten über das Tal kommen könne.
(5,50,1) Eo die parvulis equestribus proeliis ad aquam factis utrique se suo loco continent: (2) Galli, quod ampliores copias, quae nondum convenerant, exspectabant, (3) Caesa, si forte timoris simulatione hostes in suum locum elicere posset, ut citra vallem pro castris proelio contenderet; si id efficere non posset, ut exploratis itineribus minore cum periculo vallem rivumque transiret. (4) prima luce hostium equitatus ad castra accedit proeliumque cum nostris equitibus committit. (5) Caesar consulto equites cedere seque in castra recipere iubet; simul ex omnibus partibus castra altiore vallo muniri portasque obstrui atque in his administrandis rebus quam maxime concursari et cum simulatione agi timoris iubet.
50. Es gab diesen Tag zwar kleine Reitergefechte am Wasser, beide Heere aber blieben im Lager; (2) die Gallier, weil sie Verstärkung erwarteten, die sich noch nicht gesammelt hatte; (3) Cäsar, um etwa durch vorgetäuschte Furcht die Feinde über das Tal zu sich zu locken und dann vor seinem Lager ein Treffen zu liefern. Falls ihm dies nicht gelänge, hoffte er wenigstens, nach der Erkundung der Wege mit desto geringerer Gefahr über das Tal und den Bach zu setzen. (4) Bei Anbruch des folgenden Tages näherte sich die feindliche Reiterei dem Lager und begann ein Gefecht mit unseren Reitern. (5) Cäsar befahl diesen, absichtlich zu weichen und sich ins Lager zurückzuziehen. Zugleich ließ er auf allen Seiten einen etwas höheren Wall um das Lager aufschütten und die Tore verrammeln; bei diesen Arbeiten mussten seine Leute geflissentlich sehr viel hin- und herlaufen und sich furchtsam stellen.
(5,51,1) Quibus omnibus rebus hostes invitati copias transducunt aciemque iniquo loco constituunt, nostris vero etiam de vallo deductis propius accedunt et tela intra munitionem ex omnibus partibus coniciunt (2) praeconibusque circummissis pronuntiari iubent, seu quis Gallus seu Romanus velit ante horam tertiam ad se transire, sine periculo licere; post id tempus non fore potestatem. (3) ac sic nostros contempserunt, ut obstructis in speciem portis singulis ordinibus caespitum, quod ea non posse introrumpere videbantur, alii vallum manu scindere, alii fossas complere inciperent. (4) tum Caesar omnibus portis eruptione facta equitatuque emisso celeriter hostes in fugam dat, sic uti omnino pugnandi causa resisteret nemo, magnumque ex iis numerum occidit atque omnes armis exuit.
51. Durch all dies verleitet führten die Feinde ihre Truppen hinüber und stellten sich an einem nachteiligen Ort in Schlachtordnung. Als Cäsar sogar seine Posten vom Wall zurückgezogen hatte, rückten sie noch näher und beschossen von allen Seiten das Lager. (2) Zugleich schickten sie ringsum ihre Herold mit der Ankündigung, wer Lust habe, zu ihnen überzugehen, gleichviel ob Gallier oder Römer, dem stehe es bis neun Uhr ohne Gefahr frei; später sei es nicht mehr möglich. (3) Dabei bewiesen sie eine solche Verachtung der Römer, dass sie im Glauben, man könne durch die Tore, die mit einfachen Reihen von Rasen nur zum Schein zugelegt waren, nicht einbrechen, sich anschickten, teils den Wall mit den Händen auseinanderzureißen, teils die Gräben auszufüllen. (4) Jetzt machte Cäsar einen Ausfall aus allen Toren zugleich und schlug mit seinen Reitern die Feinde augenblicklich in die Flucht, so dass sich nicht ein einziger zur Wehr setzte. Den größten Teil machte er nieder, alle übrigen ließ er entwaffnen.
5,52-53: Cäsars Ankunft in Ciceros Lager hält die Treverer von dem beabsichtigten Angriff auf das Winterlager des Labienus und die Aremoriker auf das des L.Roscius ab. Cäsar verbleibt den Rest des Winters beim Heer.
(5,52,1) Longius prosequi veritus, quod silvae paludesque intercedebant - neque etiam parvulo detrimento illum locum relinqui videbat -, omnibus suis incolumibus eodem die ad Ciceronem pervenit. (2) institutas turres, testudines munitionesque hostium admiratur; producta legione cognoscit non decimum quemque esse reliquum militem sine vulnere; (3) ex his omnibus iudicat rebus, quanto cum periculo et quanta cum virtute res sint administratae. (4) Ciceronem pro eius merito legionemque conlaudat; centuriones singillatim tribunosque militum appellat, quorum egregiam fuisse virtutem testimonio Ciceronis cognoverat. de casu Sabini et Cottae certius ex captivis cognoscit. (5) postero die contione habita rem gestam proponit, milites consolatur et confirmat: (6) quod detrimentum culpa et temeritate legati sit acceptum, hoc aequiore animo ferundum docet, quod beneficio deorum immortalium et virtute eorum expiato incommodo neque hostibus diutina laetitia neque ipsis longior dolor relinquatur.
52. Ihnen weiter nachzusetzen scheute sich Cäsar, teils wegen der vielen Wälder und Moraste, teils deshalb, weil er sah, dass es keine Gelegenheit mehr gab, ihnen auch nur einen kleinen Verlust zuzufügen. Er kam also mit allen seinen Truppen, ohne einen Schaden erlitten zu haben, noch den selben Tag zu Cicero. (2) Dort bewunderte er die Türme, Sturmdächer und Verschanzungen der Feinde. Als er sich die Legion vorführen ließ, fand er, dass kaum jeder zehnte Mann unverwundet geblieben war. (3) Aus allem schloss er, wie groß die Gefahr und die Tapferkeit seiner Leute gewesen sein musste. (4) Er lobte nach Verdienst Cicero und seine Legion und redete von den Hauptleuten und Kriegstribunen, deren vorzügliche Tapferkeit ihm Cicero bezeugt hatte, jeden besonders an. Näheres über das traurige Los des Titurius und Cotta erzählten ihm die Gefangenen. (5) Am folgenden Tag sprach er sich über den ganzen Fall vor den versammelten Soldaten aus und suchte sie zu trösten und zu ermutigen: (6) Man müsse, sprach er, den durch die Schuld und Unbesonnenheit eines Legaten erlittenen Nachteil um so gelassener ertragen, als durch die Gnade der unsterblichen Götter und durch ihre Tapferkeit der Unfall so gesühnt sei, dass den Feinden kein langer Jubel, ihnen selbst aber kein allzu langer Schmerz verbleibe.
(5,53,1) Interim ad Labienum per Remos incredibili celeritate de victoria Caesaris fama perfertur, ut, cum ab hibernis Ciceronis milia passuum abesset circiter LX eoque post horam nonam diei Caesar pervenisset, ante mediam noctem ad portas castrorum clamor oriretur, quo clamore significatio victoriae gratulatioque ab Remis Labieno fieret. (2) hac fama ad Treveros perlata Indutiomarus, qui postero die castra Labieni oppugnare decreverat, noctu profugit copiasque omnes in Treveros reducit. (3) Caesar Fabium cum sua legione remittit in hiberna, ipse cum tribus legionibus circum Samarobrivam trinis hibernis hiemare constituit, et quod tanti motus Galliae exstiterant, totam hiemem ipse ad exercitum manere decrevit. (4) nam illo incommodo de Sabini morte perlato omnes fere Galliae civitates de bello consultabant, nuntios legationesque in omnes partes dimittebant, et, quid reliqui consilii caperent atque unde initium belli fieret, explorabant nocturnaque in locis desertis concilia habebant. (5) neque ullum fere totius hiemis tempus sine sollicitudine Caesaris intercessit, quin aliquem de consiliis ac motu Gallorum nuntium acciperet. (6) in his ab L. Roscio quaestore, quem legioni tertiae decimae praefecerat, certior factus est magnas Gallorum copias earum civitatum, quae Aremoricae appellantur, oppugnandi sui causa convenisse (7) neque longius milibus passuum octo ab hibernis suis afuisse, sed nuntio adlato de victoria Caesaris discessisse, adeo ut fugae similis discessus videretur.
53. Unterdessen kam die Kunde von Cäsars Sieg so unglaublich schnell zu Labienus, das schon vor Mitternacht das Geschrei vor dessen Lager gehört wurde, durch das ihm die Remer diesen Sieg und ihre Freude darüber bekanntmachen wollten; und doch war es bis zu Labienus eine Entfernung von 60 Meilen, Cäsar aber war erst etwa um drei Uhr nachmittags bei Cicero eingetroffen. (2) Nachdem diese Kunde auch zu den Treverern gedrungen war, machte sich Indutiomarus, der die Absicht hatte, tags darauf das Lager des Labienus zu bestürmen, mitten in der Nacht davon und führte seine Scharen in das heimatlichen Gebiet. (3) Cäsar beordete Fabius nun mit seiner Legion wieder in sein Standlager zurück, beschloss aber, selbst mit den anderen drei Legionen in der Umgebung von Samarobriva drei Winterlager zu beziehen und wegen der so gefährlichen Unruhen in Gallien den ganzen Winter beim Heer zu bleiben. (4) Denn auf die Nachricht von dem Unglück des Titurius dachten fast alle gallische Staaten an Krieg, schickten überall hin Boten und Gesandte, und erkundigten sich, was man weiterhin tun und wo man den Aufstand beginnen wolle. An einsamen Orten hielten sie zur Nachtzeit Versammlungen, (5) und es verging fast keine Zeit im ganzen Winter, ohne dass Cäsar zu seiner Besorgnis Nachrichten von Versammlungen und Bewegungen der Gallier erhielt. (6) Unter anderem wurde ihm von dem Legaten Lucius Roscius, den er an die Spitze der 13. Legion gestellt hatte, gemeldet, dass die sogenannten aremorischen Völkerschaften, um ihn anzufallen, ein starkes Heere zusammengezogen hätten (7) und von seinem Standlager nur noch acht Meilen entfernt gewesen seien; auf die Nachricht von Cäsars Sieg hätten sie sich jedoch alsbald entfernt; ihr Abzug habe fast einer Flucht geglichen.
5,54: Die Senonen vertreiben den Cavarinus. Ihr Rat weigert sich, Cäsars Befehl zu folgen und vor ihm zu erscheinen.
(5,54,1) At Caesar principibus cuiusque civitatis ad se evocatis alias territando, cum se scire, quae fierent, denuntiaret, alias cohortando magnam partem Galliae in officio tenuit. (2) tamen Senones, quae est civitas in primis firma et magnae inter Gallos auctoritatis, Cavarinum, quem Caesar apud eos regem constituerat, cuius frater Moritasgus adventu in Galliam Caesaris cuiusque maiores regnum obtinuerant, interficere publico consilio conati, (3) cum ille praesensisset ac profugisset, usque ad fines insecuti regno domoque expulerunt et missis ad Caesarem satisfaciundi causa legatis, cum is omnem ad se senatum venire iussisset, dicto audientes non fuerunt. (4) tantum apud homines barbaros valuit esse aliquos repertos principes belli inferendi tantamque omnibus voluntatis commutationem attulit, ut praeter Haeduos et Remos - quos praecipuo semper honore Caesar habuit, alteros pro vetere ac perpetua erga populum Romanum fide, alteros pro recentibus Gallici belli officiis - nulla fere civitas fuerit non suspecta nobis. (5) idque adeo haud scio mirandumne sit, cum compluribus aliis de causis, tum maxime, quod, qui virtute belli omnibus gentibus praeferebantur, tantum se eius opinionis deperdidisse, ut a populo Romano imperia perferrent, gravissime dolebant.
54. Cäsar ließ nunmehr die Häuptlinge der einzelnen Staaten zu sich kommen und wusste einen großen Teil Galliens dadurch ruhig zu stellen, dass er sie einschüchterte, indem er vorgab, er wisse alles, teils aber auch durch Zureden. (2) Gleichwohl wollten die Senonen, ein besonders mächtiger und angesehener gallischer Volksstamm, in Folge eines gemeinsamen Beschlusses ihren König Cavarinus ermorden, den Cäsar bei ihnen eingesetzt hatte, und dessen Bruder Moritasgus zur Zeit der Ankunft Cäsars in Gallien gleich seinen Vorfahren dort König gewesen war. (3) Cavarinus erkannte dies beizeiten und rettete sich durch die Flucht; man verfolgte ihn bis an die Grenze und vertrieb ihn aus Heimat und Herrschaft. Als sie nun zu Cäsar schickten, um sich zu rechtfertigen, gehorchten sie nicht, als er verlangte, alle Mitglieder ihrer Regierung sollten vor ihm erscheinen. (4) So viel vermochte bei diesen wilden Leuten bloß der einzige Umstand, dass sich einige Urheber von Feindseligkeiten fanden; dies brachte bei aller einen solchen Gesinnungswandel hervor, dass fast kein gallischer Stamm unverdächtig blieb, die H├Ąduer und Remer ausgenommen. Denn diese beiden Völker hatte Cäsar stets am meisten geachtet, die H├Ąduer wegen ihrer alten und beständigen Treue gegen das römische Volk, die Remer aber wegen ihrer jüngst geleisteten Dienste im Krieg mit den Galliern. (5) Übrigens darf man sich vielleicht über diese Empörungen nicht so sehr wundern, da es, abgesehen von vielen anderen Ursachen, einem Volk, das an Tapferkeit im Krieg sonst allen anderen vorgezogen wurde, schmerzlich fallen musste, so viel von diesem Ruf verloren zu haben, dass man sich Roms Befehle gefallen lassen musste.
5.55-58: Der Treverer Indutiomarus scheitert mit dem Versuch, eine Erhebung aller gallischer Stämme durchzuführen. Er fällt im Kampf gegen Labienus.
(5,55,1) Treveri vero atque Indutiomarus totius hiemis nullum tempus intermiserunt, quin trans Rhenum legatos mitterent, civitates sollicitarent, pecunias pollicerentur, magna parte exercitus nostri interfecta multo minorem superesse dicerent partem. (2) neque tamen ulli civitati Germanorum persuaderi potuit, ut Rhenum transiret, cum se bis expertos dicerent, Ariovisti bello et Tencterorum transitu, non esse amplius fortunam temptaturos. (3) hac spe lapsus Indutiomarus nihilo minus copias cogere, exercere, a finitimis equos parare, exsules damnatosque tota Gallia magnis praemiis ad se adlicere coepit. (4) ac tantam sibi iam his rebus in Gallia auctoritatem comparaverat, ut undique ad eum legationes concurrerent, gratiam atque amicitiam publice privatimque peterent.
55. Die Treverer, an ihrer Spitze Indutiomarus, schickten während des Winters ohne Unterlass Gesandte über den Rhein, suchten die dortigen Stämme aufzuwiegeln, versprachen Geld und versicherten, der größte Teil von Cäsars Heer sei umgekommen und nur ein sehr geringer Teil sei noch übrig. (2) Es ließ sich aber dennoch kein germanischer Stamm bereden, über den Rhein zu ziehen; sie sagten, schon zweimal hätten sie es versucht, nämlich in Ariovists Krieg und bei dem Übergang der Tenkterer: sie würden es nicht noch einmal zu wagen. (3) Indutiomarus zog, in dieser Hoffnung betrogen, dennoch Truppen zusammen und übte sie in den Waffen; aus der Nachbarschaft kaufte er Pferde und lockte in ganz Gallien die Verbannten und Verurteilten durch große Geschenke an sich. (4) Ja er hatte sich dadurch bereits solches Ansehen erworben, das von überall her Gesandtschaften bei ihm eintrafen und für Staaten sowie für einzelne seine Gunst und Freundschaft suchten.
(5,56,1) Ubi intellexit ultro ad se veniri, altera ex parte Senones Carnutesque conscientia facinoris instigari, altera Nervios Atuatucosque bellum Romanis parare, neque sibi voluntariorum copias defore, si ex finibus suis progredi coepisset, armatum concilium indicit. hoc more Gallorum est initium belli. (2) quo lege communi omnes puberes armati convenire coguntur; qui ex iis novissimus convenit, in conspectu multitudinis omnibus cruciatibus adfectus necatur. (3) in eo concilio Cingetorigem, alterius principem factionis, generum suum, quem supra demonstravimus Caesaris secutum fidem ab eo non discessisse, hostem iudicat bonaque eius publicat. (4) his rebus confectis in concilio pronuntiat arcessitum se ab Senonibus et Carnutibus aliisque compluribus Galliae civitatibus; (5) huc iturum per fines Remorum eorumque agros populaturum ac, priusquam id faciat, castra Labieni oppugnaturum; quae fieri velit, praecipit.
56. Er sah daraus, dass man ihn suche, und wusste, dass auf der einen Seite die Senonen und Carnuten ein schlechtes Gewissen hatten, auf der anderen die Nervier und Atuatuker sich zum Krieg gegen die Römer rüsteten, während es ihm selbst, sobald er über die Grenze trete, an Freiwilligen nicht fehlen konnte. Er berief also eine bewaffnete Landesversammlung. Eine solche Versammlung ist nach gallischer Art immer der Anfang eines Krieges. (2) Alle Erwachsenen müssen nach einem gemeinsamen Gesetz bewaffnet erscheinen; wer zuletzt kommt, wird vor den Augen der Masse auf das grausamste hingemordet. (3) In jener Versammlung erklärte Indutiomarus den Cingetorix, seinen Schwiegersohn, das Haupt der anderen Partei, der es nach unserem obigen Bericht (5,3) mit Cäsar hielt und ihm nie untreu wurde, für einen Stammesfeind und zog seine Güter ein. (4) Hierauf machte er den Versammelten bekannt, die Senonen, Carnuten und mehrere andere Völkerschaften Galliens hätten ihn zu Hilfe gerufen: (5) zu ihnen wolle er nun stoßen und seinen Weg durch das Gebiet der Remer nehmen, deren Ländereien er verheeren werde; doch vorher wolle er noch das Lager des Labienus bestürmen. Dann gab er seine weiteren Befehle.
(5,57,1) Labienus, cum et loci natura et manu munitissimis castris sese teneret, de suo ac legionis periculo nihil timebat, ne quam occasionem rei bene gerendae dimitteret, cogitabat. (2) itaque a Cingetorige atque eius propinquis oratione Indutiomari cognita, quam in concilio habuerat, circummittit ad finitimas civitates equitesque undique evocat; his certam diem conveniendi dicit. (3) interim prope cotidie cum omni equitatu Indutiomarus sub castris eius vagabatur, alias ut situm castrorum cognosceret, alias conloquendi aut territandi causa. (4) equites plerumque eminus tela intra vallum coniciebant. Labienus suos intra munitiones continebat timorisque opinionem, quibuscumque poterat rebus, augebat.
57. Labienus fürchtete in seinem durch Natur und Verschanzung außerordentlich festen Lager für sich und seine Legion keine Gefahr, sann vielmehr stets auf eine Gelegenheit, einen Vorteil zu erzielen. (2) Sobald er daher durch Cingetorix und dessen Verwandte von der Rede unterrichtet wurde, die Indutiomarus in der Versammlung gehalten hatte, verlangte er durch Boten von allen benachbarten Stämmen Reiterei und bestimmte einen Tag, an dem sich diese bei ihm einfinden sollte. (3) Indessen streifte Indutiomarus fast täglich mit seiner ganzen Reiterei bei dem Lager, teils um seine Lage zu erkennen, teils um Gespräche anzuknüpfen oder einzuschüchtern. (4) Dabei schossen gewöhnlich alle seine Begleiter in die römischen Verschanzungen hinein. Labienus hielt seine Leute im Lager zurück und suchte den Schein der Furcht auf alle mögliche Weise zu steigern.
(5,58,1) Cum maiore in dies contemptione Indutiomarus ad castra accederet, nocte una intromissis equitibus omnium finitimarum civitatum, quos accersendos curaverat, tanta diligentia omnes suos custodiis intra castra continuit, ut nulla ratione ea res enuntiari aut ad Treveros perferri posset. (2) interim ex consuetudine cotidiana Indutiomarus ad castra accedit atque ibi magnam partem diei consumit; equites tela coniciunt et magna cum contumelia verborum nostros ad pugnam evocant. (3) nullo ab nostris dato responso, ubi visum est, sub vesperum dispersi ac dissipati discedunt. (4) subito Labienus duabus portis omnem equitatum emittit; praecipit atque interdicit, perterritis hostibus atque in fugam coniectis - quod fore, sicut accidit, videbat - unum omnes petant Indutiomarum, neu quis quem alium prius vulneret, quam illum interfectum viderit, quod mora reliquorum spatium nactum illum effugere nolebat; (5) magna proponit iis, qui occiderint, praemia; submittit cohortes equitibus subsidio. (6) comprobat hominis consilium Fortuna, et, cum unum omnes peterent, in ipso fluminis vado deprehensus Indutiomarus interficitur caputque eius refertur in castra. redeuntes equites, quos possunt, consectantur atque occidunt. (7) hac re cognita omnes Eburonum et Nerviorum, quae convenerant, copiae discedunt, pauloque habuit post id factum Caesar Galliam quietiorem.
58. Obgleich Indutiomarus mit täglich wachsender Geringschätzung sich immer näher an das Lager wagte, kam doch die Reiterei, die Labienus von allen benachbarten Stämmen gefordert hatte, in einer einzigen Nacht hinein. Labienus hielt alle seine Leute so sorgfältig durch die Wachen im Lager zusammen, dass die Sache auf keine Weise ruchbar oder den Treverern hinterbracht werden konnte. (2) Unterdessen fuhr Indutiomarus nach seiner täglichen Gewohnheit fort, sich vor dem Lager zu zeigen und dort einen großen Teil des Tages zuzubringen: seine Reiter schossen auf die Römer und forderten sie unter vielen Schimpfworten zum Kampf auf. (3) Man gab ihnen keine Antwort; daher zogen sie, als es ihnen angebracht schien, abends ungeordnet und zerstreut ab. (4) Auf einmal ließ Labienus seine Reiterei aus zwei Toren ausfallen, mit dem ausdrücklichen Befehl, wenn der bestürzte Feind in die Flucht geschlagen sei (denn darauf rechnete er mit Sicherheit), insgesamt nur dem Indutiomarus zu Leibe zu gehen; keiner solle einen anderen Feind verwunden, bis dieser gefallen sei: diesen wollte er durch eine Verzögerung bei den übrigen keine Zeit zur Flucht gewinnen lassen. (5) Große Belohnungen verprach er denen, die ihn töteten. Der Reiterei mussten die nachfolgenden Kohorten den Rücken decken.(6) Das Schicksal begünstigte seinen Plan: Alle sprengten allein auf Indutiomarus los, man fasste ihn gerade an einer Furt des Flusses, hieb ihn nieder und brachte seinen Kopf ins Lager. Die Reiterei verfolgte und mordete bei ihrer Rückkehr, was sie erreichte. (7) Bei der Nachricht davon zerstreuten sich alle vereinigten Truppen der Eburonen und Nervier, und Cäsar hatte zunächst mehr Ruhe in Gallien.
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Sententiae excerptae:
w44
Literatur:

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