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SEXTUS AURELIUS VICTOR

DE VIRIS ILLUSTRIBUS

Teil II: Cap.21-40

 
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INCERTI AUCTORIS

LIBER DE VIRIS ILLUSTRIBUS URBIS ROMAE

INCERTI AUCTORIS

BERÜHMTE MÄNNER DER STADT
ROM

De Lucio Verginio centurione

Der Centurio Lucius Verginius

(21) 1 Populus Romanus cum seditiosos magistratus ferre non posset, decemviros legibus scribendis creavit, qui eas ex libris Solonis translatas duodecim tabulis exposuerunt. 2 Sed cum pacto dominationis magistratum sibi prorogarent, unus ex his Appius Claudius Verginiam, Verginii centurionis filiam in Algido militantis, adamavit. Quam cum corrumpere non posset, clientem subornavit, qui eam in servitium deposceret, facile victurus, cum ipse esset et accusator et iudex. 3 Pater re cognita cum ipso die iudicii supervenisset et filiam iam addictam videret, ultimo eius colloquio impetrato eam in secretum abduxit et occidit; et corpus eius humeris gerens ad exercitum profugit et milites ad vindicandum facinus accendit; qui creatis decem tribunis Aventinum occuparunt, decemviros abdicare se magistratu coegerunt eosque omnes aut morte aut exilio punierunt. Appius Claudius in carcere necatus est. Als das Römische Volk des Parteienstreites der Beamten überdrüssig war, wählte es zehn Männer zur Abfassung von Gesetzen (451). Diese entlehnten sie aus Solons Gesetzgebung und stellten sie in zwölf Tafeln öffentlich aus. Doch als sie sich vereinbarungsgemäß die Ausübung der Herrschaft verlängerten, verliebte sich einer von ihnen, Appius Claudius, heftig in Verginia, die Tochter des Verginius, der als Centurio bei dem Heer auf dem Algidus stand. Als er sie aber nicht verführen konnte, stiftete er einen Klienten an, sie als Sklavin zu beanspruchen. Er glaubte leicht zu siegen, da er Kläger und Richter zugleich war. Als der Vater davon erfahren hatte, erschien er unmittelbar am Prozesstag und musste erleben, dass seine Tochter schon zugesprochen war. Es wurde ihm noch eine letzte Unterredung mit ihr bewilligt. Da brachte er sie an einen abgelegenen Ort und tötete sie. Mit ihrem Leichnam auf den Schultern floh er zum Heer und begeisterte die Soldaten dazu, die Untat zu rächen. Sie wählten zehn Tribune, besetzten den Aventinus, zwangen die Decemvirn, ihr Amt niederzulegen, und bestraften sie alle mit dem Tod oder mit Verbannung. Appius Claudius wurde im Gefängnis getötet.

De Aesculapio Romam arcessito

Aesculapius wird nach Rom geholt

(22) 1 Romani ob pestilentiam responso monente ad Aesculapium Epidauro arcessendum decem legatos principe Q. Ogulnio miserunt. 2 Qui cum eo venissent et simulacrum ingens mirarentur, anguis e sedibus eius elapsus venerabilis, non horribilis, per mediam urbem cum admiratione omnium ad navem Romanam perrexit et se in Ogulnii tabernaculo conspiravit. 3 Legati deum vehentes Antium pervecti, ubi per mollitiem maris anguis proximum Aesculapii fanum petiit et post paucos dies ad navem rediit; et cum adverso Tiberi subveheretur, in proximam insulam desilivit, ubi templum ei constitutum et pestilentia mira celeritate sedata est. Die Römer schickten (292) wegen einer Pest auf Geheiß des Orakels eine Gesandtschaft von zehn Männern, an deren Spitze Quintus Ogulnius stand, nach Epidauros, um den Aesculapius von dort nach Rom zu holen. Als diese dorthin gekommen waren und das riesige Götterbild anstaunten, schlüpfte unter seiner Basis eine mehr Ehrfurcht als Schrecken heischende Schlange hervor, kroch zu aller Erstaunen mitten durch die Stadt zielstrebig dem römischen Schiff zu und ringelte sich in der Kajüte des Ogulnius zusammen. Die Gesandten segelten mit dem Gott an Bord bis Antium. Hier eilte die Schlange über die ruhige Meeresfläche nach dem nahe gelegenen Tempel des Aesculapius, kam nach wenigen Tagen wieder zum Schiff zurück und glitt, als dieses den Tiber hinauffuhr, auf eine nahe gelegene Insel hinab, wo ihr ein Tempel errichtet wurde. Die Pest verlor sich überraschend schnell.

De Marco Furio Camillo

Marcus Furius Camillus

(23) 1 Furius Camillus cum Faliscos obsideret ac ludi litterarii magister principum filios ad eum adduxisset, vinctum eum iisdem pueris in urbem redigendum et verberandum tradidit. 2 Statim Falisci se ei ob tantam iustitiam dediderunt. 3 Veios hieme obsidio domuit deque his triumphavit. 4 Postmodum crimini datum, quod albis equis triumphasset et praedam inique divisisset: die dicta ab Apuleio Saturnino tribuno plebis damnatus Ardeam concessit. 5 Mox cum Galli Senones relictis ob sterilitatem agris suis Clusium Italiae oppidum obsiderent, missi sunt Roma tres Fabii, qui Gallos monerent, ut ab oppugnatione desisterent. 6 Ex his unus contra ius gentium in aciem processit et ducem Senonum interfecit. 7 Quo commoti Galli petitis in deditionem legatis nec impetratis Romam petierunt et exercitum Romanum apud Alliam fluvium ceciderunt, die XVI Kal. Augustas, qui dies inter nefastos relatus, Alliensis dictus. 8 Victores Galli urbem intraverunt, ubi nobilissimos senum in curulibus et honorum insignibus primo ut deos venerati, deinde ut homines despicati interfecere. 9 Reliqua iuventus cum Manlio in Capitolium fugit, ubi obsessa Camilli virtute est servata. Qui absens dictator dictus collectis reliquiis Gallos improvisos internecione occidit. 10 Populum Romanum migrare Veios volentem retinuit. Sic et oppidum civibus et cives oppido reddidit. Furius Camillus belagerte Falerii. Als ein Schulmeister ihm die Söhne der ranghöchsten Einwohner brachte, ließ er ihn binden und von eben diesen Kindern in die Stadt zurückbringen. Dies hohe Maß an Gerechtigkeit bewog die Faliscer augenblicklich zur Übergabe. Veii gewann er durch Belagerung im Winter und triumphierte über die Stadt. Später machte man es ihm zurm Vorwurf, dass er beim Triumph Schimmel verwendet und die Beute ungerecht geteilt habe.Er wurde von dem Tribunen Apuleius Saturnius (391) angeklagt und verurteilt. Deshalb begab er sich nach Ardea. Als bald danach die senonischen Gallier ihr Vateland wegen seiner Unfruchtbarkeit verlassen hatten und die italische Stadt Clusium belagerten, schickt man aus Rom drei Fabier, die die Gallier auffordern sollten, von der Belagerung abzustehen. Einer von ihnen nahm gegen das Völkerrecht am Kampf teil und tötete einen Anführer der Senonen. Deshalb forderten die Gallier die Auslieferung der Gesandten. Als sie dies nicht erreichten, marschierten sie gegen Rom und schlugen das römische Heer vollständig an dem Fluss Allia, und zwar am 17. Juli (390 oder 387). Dieser Tag wurde der "alliensische" genannt und unter die Unglückstage gerechnet. Die Gallier rückten als Sieger in die Stadt ein, wo sie die edelsten Greise töteten, die sie in ihrer Amtstracht und auf ihren curulischen Sesseln zuerst wie Götter verehrt hatten, sodann als Menschen gering achteten. Der Rest der streitbaren Mannschaft floh mit Manlius auf das Capitolium, wo er belagert, aber durch die Tapferkeit des Camillus gerettet wurde. Dieser war in Abwesenheit zum Dictator ernannt worden, sammelte die Überlebenden, griff die Gallier überraschend an und schlug sie vollständig. Das römische Volk, das nach Veii auswandern wollte, hielt er zurück. So gab er sowohl die Stadt den Bürgern als auch die Bürger der Stadt zurück.

De Marco Manlio Capitolino

Marcus Manlius Capitolinus

(24) 1 Manlius ob defensum Capitolium Capitolinus dictus sedecim annorum voluntarium militem se obtulit. 2 Triginta septem militaribus donis a suis ducibus ornatus viginti tres cicatrices in corpore habuit. 3 Capta urbe auctor in Capitolium confugiendi fuit. 4 Quadam nocte clangore anseris excitatus Gallos ascendentes deiecit. Patronus a civibus appellatus et farre donatus. 5 Domum etiam in Capitolio publice accepit. Qua superbia elatus cum a senatu suppressisse Gallicos thesauros argueretur et addictos propria pecunia liberaret, regni affectati suspectus in carcerem coniectus populi consensu liberatus est. 6 Rursus cum in eadem culpa et gravius perseveraret, reus factus et ob conspectum Capitolii ampliatus est. Alio deinde loco damnatus et de saxo Tarpeio praecipitatus, domus diruta, bona publicata. 7 Gentilitas eius Manlii cognomen eiuravit. Manlius, der wegen der Verteidigung des Capitolums Capitolinus genannt wurde, war erst sechszehn Jahre alt, als er freiwillig seinen Kriegsdienst aufnahm. Er war von seineen Heerführern mit siebenunddreißig militärischen Auszeichnungen beschenkt worden und zählte dreiundzwanzig Narben auf seiner Brust. Bei der Eroberung Roms (390 oder 387) war er es, der zur Flucht auf das Capitolium riet. Eines Nachts wurde er durch das Schnattern einer Gans geweckt und konnte die Gallier, die schon heraufklommen, wieder hinabwerfen. Seine Mitbürger nannten ihn daher "Schutzherr" und beschenkten ihn mit Mehl. Auch erhielt er vom Staat auf dem Capitolium eine Wohnung. Das weckte seinen Übermut. Als er vom Senat beschuldigt wurde, die den Galliern abgenommene Schätze unterschlagen zu haben, und zugesprochene Schuldner mit eigenem Geld freikaufte, wurde er verdächtigt, nach der Königsmacht zu streben, ins Gefängnis geworfen aber auf einstimmiges Verlangen des Volkes wieder freigelassen. Als man ihm wiederholt und erschwert die selbe Schuld anlastete, kam er wieder vor Gericht. Wegen des Anblicks des Capitoliums erhielt er einen Aufschub. Dann aber wurde er an anderem Ort verurteilt und vom tarpeischen Felsen hinabgestürzt. Sein Haus wurde niedergerissen, sein Vermögen verstaatlicht. Seine Familie schwor dem Beinamen des Manlius ab.

De Aulo Cornelio Cosso

Aulus Cornelius Cossus

(25) 1 Fidenates, veteres Romanorum hostes, ut sine spe veniae fortius dimicarent, legatos ad se missos interfecerunt; ad quos Quinctius Cincinnatus dictator missus magistrum equitum habuit Cornelium Cossum, qui Lartem Tolumnium ducem sua manu interfecit. 2 De eo spolia opima Iovi Feretrio secundus a Romulo consecravit. Die Fidenaten, alte Feinde der Römer, töteten (438), um ohne Hoffnung auf Gnade um so heldenmütiger kämpfen zu müssen, die von den Römern an sie geschickten Gesandten. Gegen sie wurde (428) der Dictator Quinctius Cincinnatus geschickt; als Befehlshaber der Reiterei hatte er Cornelius Cossus. Dieser tötete eigenhändig den feindlichen Heerführer Lars Tolumnius. Seine Waffenbeute weihte er als zweiter nach Romulus dem Iupiter Feretrius.

De Publio Decio Mure patre

Publius Decius Mus, der Vater

(26) 1 Publius Decius Mus bello Samnitico sub Valerio Maximo et Cornelio Cosso consulibus tribunus militum exercitu in angustiis Gauri montis insidiis hostium clauso, accepto, quod postulaverat, praesidio in superiorem locum evasit, hostes terruit. 2 Ipse intempesta nocte per medias custodias somno oppressas incolumis evasit. 3 Ob hoc ab exercitu civica corona donatus est. 4 Consul bello Latino collega Manlio Torquato positis apud Veserim fluvium castris, cum utrique consuli somnio obvenisset eos victores futuros, quorum dux in proelio cecidisset, 5 tum collato cum collega somnio cum convenisset, ut, cuius cornu in acie laboraret, diis se manibus voveret, inclinante sua parte se et hostes per Valerium pontificem diis manibus devovit. Impetu in hostes facto victoriam suis reliquit. Publius Decius Mus diente (342) als Militärtribun im Samnitischen Krieg (343-341) unter den Consuln Valerius Maximus und Cornelius Cossus. Als das römische Heer in den Engpässen des Berges Gaurus durch einen feindlichen Hinterhalt eingeschlossen war, verlangte Decius einen Hilfstrupp, besetzte mit ihm eine Anhöhe und schreckte die Feind. Sodann rettete er sich in tiefer Nacht ohne Verlust mitten durch die fest schlafenden feindlichen Wachen. Dafür beschenkte ihn das Heer mit einer Bürgerkrone. Im Latinischen Krieg (340-338) war Decius zusammen mit Manlius Torquatus Consul. Sie schlugen am Fluss Veseris ein Lager auf. Hier träumte es beiden Konsuln, diejenige Partei werde siegen, deren Führer in der Schlacht fallen würde. Decius teilte diesen Traum seinem Amtsgenossen mit und beide kamen überein, derjenige, dessen Flügel in der Schlacht in Bedrängnis käme, solle sich den Göttern der Unterwelt weihen. Als nun Decius seinen Flügel wanken sah, ließ er sich und die Feinde durch den Pontifex Valerius den Göttern der Unterwelt weihen, stürzte sich in die Feinde und hinteließ seinen Leuten den Sieg (340).

De Publio Decio Mure patre

Publius Decius Mus, der Sohn

(27) 1 Publius Decius Decii filius primo consul de Samnitibus triumphans spolia ex his Cereri consecravit. 2 Iterum et tertio consul multa domi militiaeque gessit. 3 Quarto consulatu cum Fabio Maximo, cum Galli, Samnites, Umbri, Tusci contra Romanos conspirassent, ibi exercitu in aciem ducto et cornu inclinante exemplum patris imitatus advocato Marco Livio pontifice hastae insistens et solemnia verba respondens se et hostes diis manibus devovit. 4 Impetu in hostes facto victoriam suis reliquit. 5 Corpus a collega laudatum magnifice sepultum est. Publius Decius, der Sohn des Decius, hielt während seines ersten Consulats (312) einen Triumph über die Samniten und widmete die von ihnen gewonnene Beute der Ceres. Während seines zweiten (308) und dritten Consulats (297) entwickelte er nach innen und außen eine vielfache Tätigkeit. Während seines vierten Consulats (295) mit Fabius Maximus hatten sich Gallier, Samniten, Umbrier und Etrusker gegen Rom verschworen. Als es zur Schlacht kam und der eine römische Flügel wankte, ließ Decius nach dem Vorbild seines Vaters den Pontifex Marcus Livius rufen. Indem er auf einem Speer stand und die feierlichen Worte nachsprach, weihte er sich und die Feinde den unterirdischen Göttern. Hierauf stürzte er sich in die Feinde und hinterließ seinen Leuten den Sieg. Sein Leichnam wurde großartig bestattet; sein Mitkonsul hielt die Leichenrede.

De Tito Manlio Torquato

Titus Manlius Torquatus

(28) 1 Titus Manlius Torquatus ob ingenii et linguae tarditatem a patre rus relegatus, cum audisset ei diem dictam a Pomponio tribuno plebis, nocte urbem petiit. 2 Secretum colloquium a tribuno impetravit et gladio stricto omittere eum accusationem terrore multo compulit. 3 Sulpicio dictatore tribunus militum Gallum provocatorem occidit. Torquem ei detractum cervici suae indidit. 4 Consul bello Latino filium suum, quod contra imperium pugnasset, securi percussit. Latinos apud Veserim fluvium Decii collegae devotione superavit. 5 Consulatum recusavit, quod diceret neque se populi vitia neque illum severitatem suam posse sufferre. Titus Manlius Torquatus war wegen der Schwerfälligkeit seines Geistes und seiner Zunge von seinem Vater auf das Land verwiesen worden. Als er erfuhr dass der Volkstribun Pomponius seinen Vater (362) vor Gericht gefordert hatte, begab er sich nachts in die Stadt, verschaffte sich eine geheime Unterredung mit Pomponius und zwang ihn mit gezücktem Schwert und unter vielen Drohungen, die Anklage fallen zu lassen. Unter dem Dictator Sulpicius war er Kriegstribun und tötete (358) einen Gallier, der zum Zweikampf aufgerufen hatte. Er nahm ihm seine Halskette ab und legte sie sich selbst an. Als Konsul (III 340) ließ er im Latinischen Krieg (340-338) seinen Sohn, weil er gegen seinen Befehl gekämpft hatte, mit dem Beil enthaupten. Er besiegte (340) die Latiner an dem Fluss Veseris durch die Todesweihe seines Mitkonsuls Decius. Das Consulat lehnte er mit der Begründung ab, weder er könne die Lasterhaftigkeit des Volkes, noch das Volk seine Strenge ertragen.

De Marco Valerio Corvo

Marcus Valerius Corvus

(29) 1 Reliquias Senonum Camillus persequebatur. Adversum ingentem Gallum provocatorem solus Valerius tribunus militum omnibus territis processit. 2 Corvus ab ortu solis galeae eius insedit et inter pugnandum ora oculosque Galli everberavit. Hoste victo Valerius Corvus dictus. 3 Hinc cum ingens multitudo aere alieno oppressa Capuam occupare tentasset et ducem sibi Quinctium necessitate compulsum fecisset, sublato aere alieno seditionem compressit. Camillus war bei der Verfolgung der restlichen Senonen, als ein riesiger Gallier die Römer zum Zweikampf herausforderte (349). Alle waren erschrocken, nur der Kriegstribun Valerius trat nach vorn. Ein Rabe setzte sich von Osten her auf seinen Helm und schlug während des Kampfes dem Gallier ins Gesicht und in die Augen. Valerius besiegte seinen Feind und erhielt den Beinamen Corvus. Als hierauf eine riesige Menge unter dem Druck ihrer Schulden Capua einzunehmen versuchte (342) und sich den Quinctius, der sich von der Notlage bestimmen ließ, zu ihrem Anführer machte, unterdrückte Valerius den Aufruhr durch die Tilgung ihrer Schulden.

De Spurio Postumio

Spurius Postumius

(30) 1 Titus Veturius et Spurius Postumius consules bellum adversum Samnitas gerentes a Pontio Telesino duce hostium in insidias inducti sunt. 2 Nam ille simulatos transfugas misit, qui Romanis dicerent Luceriam Apulam a Samnitibus obsideri, quo duo itinera ducebant, aliud longius et tutius, aliud brevius et periculosius. 3 Festinatio brevius eligit; itaque cum insidias statuisset (qui locus Furculae Caudinae vocatur), Pontius accitum patrem Herennium rogavit, quid fieri placeret. 4 Ille ait aut omnes occidendos, ut vires frangerentur, aut omnes dimittendos, ut beneficio obligarentur. Utroque improbato consilio omnes sub iugum misit icto foedere, quod a Romanis postea improbatum est. Postumius Samnitibus deditus nec receptus est. Die Consuln Titus Veturius und Spurius Postumius wurden (321) in einem Krieg gegen die Samniten von dem feindlichen Feldherrn Pontius Telesinus in einen Hinterhalt gelockt. Dieser hatte nämlich vermeintliche Überläufer geschickt, die den Römern sagen sollten, Luceria in Apulien werden von den Samniten belagert. Dorthin führten zwei Wege, der eine länger und sicherer, der andere kürzer und gefährlicher. Die Eile ließ den kürzeren wählen. Pontius hatte ihnen daher an den sogenannten Caudinischen Gabeln einen Hinterhalt gelegt. Dann rief er seinen Vater Herennius herbei und fragte, wie er vorgehen solle. Dieser entgegnete, man müsse entweder alle töten, um ihre Macht zu brechen oder alle freilassen, um sie durch dieses Entgegenkommen zu verpflichten. Er verwarf beide Ratschläge, sondern ließ alle Römer unter dem Joch hindurchgehen, nachdem er einen Vertrag geschlossen hatte, den die Römer später nicht anerkannten. Postumius wurde den Samniten ausgeliefert, aber von diesen nicht angenommen.

De Lucio Papirio Cursore

Lucius Papirius Cursor

(31) 1 Lucius Papirius, a velocitate Cursor, cum consulem se adversis ominibus adversum Samnites progressum esse sensisset, ad auspicia repetenda Romam regressus edixit Fabio Rullo, quem exercitui praeponebat, ne manum cum hoste consereret. 2 Sed ille opportunitate ductus pugnavit. Reversus Papirius securi eum ferire voluit; ille in urbem confugit nec supplicem tribuni tuebantur. 3 Deinde pater lacrimis, populus precibus veniam impetrarunt. 4 Papirius de Samnitibus triumphavit. Idem cum Praenestinum praetorem gravissime increpuisset: Expedi, inquit, lictor, secures. Et cum eum metu mortis attonitum vidisset, incommodam ambulantibus radicem excidi iussit. Als Lucius Papirius, der wegen seiner Schnelligkeit Cursor genannt wurde, merkte, dass er unter ungünstigen Vorzeichen gegen die Samniten ausgezogen war, kehrte er, um neue Augurien einzuholen, nach Rom zurück. Dem Fabius Rullus, den er zum Heerführer machte, verbot er, ein Treffen zu liefern. Doch dieser ließ sich durch eine günstige Gelegenheit zum Kampf verleiten. Als Papirius zurückkehrte, wollte er ihn mit dem Beil hinrichten lassen, jener aber floh nach Rom, fand aber auch bei den Tribunen trotz seiner Bitten keinen Schutz. Erst die Tränen des Vaters und die Bitten des Volkes erwirkten ihm Gnade. Papirius triumphierte über die Samniten. Einst hatte er einem Praetor aus Praeneste sehr heftige Vorwürfe gemacht. Schließlich rief er aus: "Mach die Beile bereit, Lictor!" Doch als er ihn von Todesfurcht wie gelähmt sah, befahl er, eine Wurzel auszuhacken, die den Spaziergängern hinderlich war.

De Quinto Fabio Rullio

Quintus Fabius Rullius

(32) 1 Quintus Fabius Rullus, primus ex ea familia ob virtutem Maximus, magister equitum a Papirio ob Samnitem victoriam securi paene percussus, primum de Apulis et Nucerinis, iterum de Samnitibus, tertio de Gallis Umbris Marsis atque Tuscis triumphavit. 2 Censor libertinos tribubus amovit. Iterum censor fieri noluit dicens non esse ex usu reipublicae eosdem censores saepius fieri. 3 Hic primus instituit, uti equites Romani Idibus Quinctilibus ab aede Honoris equis insidentes in Capitolium transirent. 4 Mortuo huic tantum aeria populi liberalitate congestum est, ut inde filius viscerationem et epulam publice daret. Quintus Fabius Rullus, der erste aus dieser Familie, der wegen seiner Tapferkeit den Namen Maximus führte, der als Befehlshaber der Reiterei von Papirius wegen seines Sieges über die Samniten fast mit dem Beil hingerichtet worden wäre, triumphierte zuerst über die Apulier und Nuceriner, zweitens über die Samniten und dittens über die Gallier, Umbrer, Marser und Etrusker. Als Censor entfernte er die Freigelassenen aus den Tribus. Eine zweite Amtsperiode schlug er mit den Worten aus, es sei für den Staat nicht vorteilhaft, wenn die selben Männer öfter Censor würden. Er fing damit an, dass die römischen Ritter am 15. Juli zu Pferd vom Tempel der Ehre zum Capitol ritten. Nach seinem Tod kam durch die Freigebigkeit des Volkes so viel Geld zusammen, dass sein Sohn eine öffentliche Speisung mit Fleischverteilung durchführen konnte.

De Manio Curio Dentato

Manius Curius Dentatus

(33) 1 Manius Curius Dentatus primo de Samnitibus triumphavit, quos usque ad mare superum perpacavit. 2 Regressus in contione ait: Tantum agri cepi, ut solitudo futura fuerit, nisi tantum hominum cepissem; tantum porro hominum cepi, ut fame perituri fuerint, nisi tantum agri cepissem. 3 Iterum de Sabinis triumphavit. Tertio de Lucanis ovans urbem introiit. 4 Pyrrhum Epirotam Italia expulit. 5 Quaterna dena agri iugera viritim populo divisit. 6 Sibi deinde totidem constituit dicens neminem esse debere, cui non tantum sufficeret. 7 Legatis Samnitum aurum offerentibus, cum ipse in foco rapas torreret: Malo, inquit, haec in fictilibus meis esse et aurum habentibus imperare. 8 Cum interversae pecuniae argueretur, gutum ligneum, quo uti ad sacrificia consueverat, in medium protulit iuravitque se nihil amplius de praeda hostili domum suam convertisse. 9 Aquam Anienem de manubiis hostium in urbem induxit. 10 Tribunus plebis patres auctores fieri coegit comitiis, quibus plebei magistratus creabantur. Ob haec merita domus ei apud Tiphatam et agri iugera quingenta publice data. Manius Curius Dentatus triumphierte zuerst über die Samniten, die er bis zum Adriatischen Meer hin zum Frieden zwang. Nach seiner Rückkehr sagte er in der Volksversammlung: "Ich habe so viel Land gewonnen, dass es zur Einöde geworden wäre, wenn ich nicht so viele Menschen gewonnen hätte; ich habe ferner so viele Menschen gewonnen, dass sie Hungers sterben müssten, wenn ich nicht so viel Land gewonnen hätte. Zum zweiten Mal triumphierte er über die Sabiner. Das dritte Mal zog er mit einer Ovation über die Lucaner in Rom ein. Pyrrhus aus Epirus vertrieb er aus Italien. Er verteilte vierzehn Morgen Feld Mann für Mann unter das Volk, ohne für sich selbst mehr zu nehmen. Dazu sagte er, es dürfe keinen geben, dem so viel nicht ausreiche. Als ihm einst Abgesandte der Samniten, während er sich selbst am Herd Rüben röstete, Gold anboten, sagte er: "Ich möchte lieber dies in meinen irdenen Töpfen haben und über die, die Gold besitzen, herrschen." Als man ihn einer Geldunterschlagung beschuldigte, zeigte er ein hölzernes Wassergeschirr vor, das er beim Opfern zu verwenden pflegte, und schwor, nichts sonst habe er von der feindlichen Beute mit nach Hause genommen. Aus der feindlichen Kriegsbeute ließ er die anienische Wasserleitung in die Stadt leiten. Als Volkstribun zwang er den Senat, die in den Comitien auf einen Plebeier gefallene Wahl für ein öffentliches Amt zu bestätigen. Wegen dieser Verdienste wurden ihm von Staats wegen bei Tiphata eine Wohnung und fünfhundert Morgen Land gegeben.

De Appio Claudio Caeco

Appius Claudius Caecus

(34) 1 Appius Claudius Caecus in censura libertinos quoque in senatum legit. Epulandi cantandique ius tibicinibus in publico ademit. 2 Duae familiae ad Herculis sacra sunt destinatae, Potitiorum et Pinariorum. Potitios Herculis sacerdotes pretio corrupit, ut sacra Herculea servos publicos edocerent: unde caecatus est, gens Potitiorum funditus periit. 3 Ne consulatus cum plebeiis communicaretur, acerrime restitit. 4 Ne Fabius solus ad bellum mitteretur, contradixit. 5 Sabinos, Samnitas, Etruscos bello domuit. 6 Viam usque Brundisium lapide stravit, unde illa Appia dicitur. 7 Aquam Anienem in urbem induxit. 8 Censuram solus omnium quinquennio obtinuit. 9 Cum de pace Pyrrhi ageretur et gratia potentum per legatum Cineam pretio quaereretur, senex et caecus lectica in senatum latus turpissimas condiciones magnifica oratione discussit. Appius Claudius Caecus nahm als Censor auch Freigelassene in den Senat auf. Den Flötenspielern entzog er das Recht, öffentlich zu schmausen und zu spielen. Der Dienst für Hercules war zwei Familien übertragen, den Potitiern und Pinariern. Er bestach die potitischen Priester des Hercules, öffentliche Sklaven den Dienst für Hercules zu lehren. Darauf erblindete er und die Familie der Potitier starb vollständig aus. Dass das Consulat auch Plebeiern zugänglich gemacht würde, weckte seinen heftigsten Widerstand. Er sprach sich auch dagegen aus, dass Fabius allein in den Krieg geschickt würde. Er bezwang die Sabiner, Samniten und Etrusker. Er ließ die Straße bis Brundisium mit Steinen pflastern, weswegen sie "Via Appia" heißt. Auch ließ er eine Wasserleitung aus dem Anio nach Rom führen. Die Censur begleitete er fünf Jahre lang allein. Als man mit Pyrrhus Friedensverhandlungen führte und dessen Gesandter Cineas die Gunst der Mächtigen durch Bestechung gewinnen wollte, ließ sich der bereits erblindete Greis in einer Sänfte in den Senat tragen und verwarf in einer großartigen Rede die äußerst schändlichen Friedensbedingungen

De Pyrrho rege Epirotarum

Pyrrhus, der König von Epirus

(35) 1 Pyrrhus rex Epirotarum, paterno genere ab Achille, materno ab Hercule oriundus, cum imperium orbis agitaret et Romanos potentes videret, Apollinem de bello consuluit. 2 Ille ambigue respondit:
Aio te, Aeacida, Romanos vincere posse.

3 Hoc dicto in voluntatem tracto auxilio Tarentinorum bellum Romanis intulit. Laevinum consulem apud Heracleam elephantorum novitate turbavit. 4 Cumque Romanos adversis vulneribus occisos videret: Ego, inquit, talibus militibus brevi orbem terrarum subigere potuissem. 5 Amicis gratulantibus: Quid mihi cum tali victoria, inquit, ubi exercitus robur amittam? 6 Ad vicesimum ab urbe lapidem castra posuit; captivos Fabricio gratis reddidit. 7 Viso Laevini exercitu eandem sibi ait adversum Romanos, quam Herculi adversus hydram, fuisse fortunam. 8 A Curio et Fabricio superatus Tarentum refugit, in Siciliam traiecit. 9 Mox in Italiam Locros regressus pecuniam Proserpinae avehere tentavit, sed ea naufragio relata est. 10 Tum in Graeciam regressus, dum Argos oppugnaret, ictu tegulae prostratus est. 11 Corpus ad Antigonum regem Macedoniae relatum magnifice sepultum.
Pyrrhus, der König von Epirus, stammte väterlicherseits von Achillus, mütterlicherseits von Hercules ab. Als er mit dem Gedanken an Weltherrschaft umging und die Macht der Römer sah, fragte er Apollon wegen eines Krieges gegen sie um Rat. Jener antwortete zweideutig:

Aiakos' Enkel vermag, ich verkünd' es, Rom zu besiegen.

Pyrrhus legte diesen Spruch zu seinen Gunsten aus und begann mit Hilfe der Tarentiner gegen die Römer Krieg. Bei Heraclea brachte er das Heer des Consuls Laevinus durch den neuartigen Einsatz seiner Elefanten in Unordnung. Als er sah, dass alle Römer mit Wunden vorn auf der Brust gefallen waren, rief er aus: "Mit solchen Soldaten hätte ich in kurzer Zeit den Erdkreis unterwerfen können." Auf die Glückwünsche seiner Freunde entgegenete Pyrrhus: "Was soll mir ein solcher Sieg, wenn ich dabei den Kern meines Heeres verliere?" Hierauf schlug Pyrrhus zwanzig Meilen von Rom sein Lager auf und gab die Gefangenen dem Fabricius ohne Lösegeld frei. Als er das Heer des Laevinius zu Gesicht bekam, äußerte er, es gehe ihm mit den Römern wie dem Hercules mit der Hydra. Nachdem Curius und Fabricius ihn besiegt hatten, zog er sich nach Tarent zurück, von wo er nach Sizilien übersetzte. Bald darauf ging er wieder nach Locri in Italien zurück und versuchte den Schatz der Proserpina wegzuschaffen. Aber die Göttin bekam ihn durch einen Schiffbruch zurück. Hierauf kehrte er nach Griechenland zurück und wurde, während er Argos bestürmte, durch eine Dachziegel getroffen und zu Boden gestreckt. Sein Leichnam wurde zu Antigonos, dem König von Makedonien gebracht und prachtvoll bestattet.

De Decio Mure

Decius Mus

(36) 1 Vulsinii, Etruriae nobile oppidum, luxuria paene perierunt. Nam cum temere servos manumitterent, dein in curiam legerent, consensu eorum oppressi. 2 Cum multa indigna paterentur, clam a Roma auxilium petierunt, missusque Decius Mus libertinos omnes aut in carcere necavit aut dominis in servitutem restituit. Vulsinii, eine ansehnliche Stadt in Etrurien, wäre beinahe das Opfer frechen Übermuts geworden. Denn als sie dort ihre Sklaven unüberlegt frei ließen und später sogar in den Senat wählten, vereinigten sich diese zu einem Überfall. Als die Vulsinier viel Empörendes erleiden mussten, baten sie Rom heimlich um Hilfe. Man schickte Decius Mus. Dieser tötete entweder alle Freigelassenen im Gefänfnis oder gab sie ihren Herren als Sklaven zurück.

De Appio Claudico Caudice

Appius Claudius Caudex

(37) 1 Appius Claudius [victis Vulsiniensibus] cognomento Caudex dictus frater Caeci fuit. 2 Consul ad Mamertinos liberandos missus, quorum arcem Carthaginienses et Hiero rex Syracusanus obsidebant. 3 Primo ad explorandos hostes fretum piscatoria nave traiecit et cum duce Carthaginiensium egit, ut praesidium arce deduceret. 4 Regium regressus quinqueremem hostium copiis pedestribus cepit; ea legionem in Siciliam traduxit. Carthaginienses Messana expulit. 5 Hieronem proelio apud Syracusas in deditionem accepit, qui eo periculo territus Romanorum amicitiam petiit iisque postea fidelissimus fuit. Appius Claudius, der [nach der Niederlage der Vulsinier] den Beinamen Caudex führte, war ein Bruder des Caecus. Als Consul wurde er zur Befreiiung der Mamertiner abgeschickt, deren Burg die Karthager und Hiero, der König von Syrakus, belagerten. Claudius setzte um die Feinde auszukundschaten, zuerst mit einem Fischerboot über die Meerenge und verhandelte mit dem Anführer der Karthager über die Räumung der Burg. Als er nach Rhegium zurückgekehrt war, bemächtigte er sich mit Landtruppen eines feindlichen Fünfruderers, setzte darauf eine Legion nach Sizilien über, vertrieb die Karthager aus Messina und zwang den Hiero durch eine Schlacht bei Syrakus, sich zu unterwefen. Im Schrecken über diese Gefahr suchte dieser um die Hilfe der Römer nach und blieb ihnen in der Folge äußerst treu.

De Gaio Duilio

Gaius Duilius

(38) 1 Gnaeus Duellius primo Punico bello dux contra Carthaginienses missus, cum videret eos multum mari posse, classem validam fabrefecit et manus ferreas cum irrisu hostium primus instituit; sic inter pugnandum hostium naves apprehendit, qui victi et capti sunt. 2 Himilco dux classis Carthaginem fugit et a senatu quaesivit, quid faciendum censerent. 3 Omnibus, ut pugnaret, acclamantibus: Feci, inquit, et victus sum. Sic poenam crucis effugit; nam apud Poenos dux male re gesta puniebatur. 4 Duellio concessum est, ut praelucente funali et praecinente tibicine a cena publice rediret. Als Gaius Duilius, der im 1. Punischen Krieg das Kommando gegen die Carthager führte, sah, dass ihre Hauptmacht auf dem Meer lag, ließ er eine starke Flotte bauen und setzte als erster zum Gespött der Feinde eiserne Haken ein. So konnte er im Kampf die Schiffe der Feinde entern. Die Feinde selbst wurden besiegt und gefangen genommen. Himilco, der Befehlshaber der Flotte floh nach Karthago und fragte beim Senat, was er tun solle. Als ihm alle zuriefen, er solle kämpfen, entgegnete er: "Ich habe es getan und wurde besiegt." So entging er der Kreuzigung; denn bei den Carthagern wurde ein Feldherr nach einem Misserfolg gewöhnlich bestraft. Duellius wurde zugestanden, im Schein einer vorausgetragenen Fackel und unter dem Spiel eines vorangehenden Flötisten in aller Öffentlichkeit vom Schmaus nach Hause zu gehen.

De Aulo Atilio Calatino

Aulus Atilius Calatinus

(39) 1 Atilius Calatinus, dux adversum Carthaginienses missus, ex maximis et munitissimis civitatibus Enna Drepano Lilybaeo hostilia praesidia deiecit. 2 Panormum cepit. Totamque Siciliam pervagatus paucis navibus magnam hostium classem duce Hamilcare superavit. 3 Sed cum ad Catinam ab hostibus obsessam festinaret, a Poenis in angustiis clausus est, ubi tribunus militum Calpurnius Flamma acceptis trecentis sociis in superiorem locum evasit, consulem liberavit; ipse cum trecentis pugnans cecidit. 4 Postea ab Atilio semianimis inventus et sanatus magno postea terrori hostibus fuit. Atilius gloriose triumphavit. Atilius Calatinus, der das Kommando gegen die Carthager führte, vertrieb die feindlichen Besatzungen aus den drei sehr großen und befestigten Städten Henna, Drepanum und Lilybaeum, eroberte Panormus, durchstreifte ganz Sizilien und schlug mit nur wenigen Schiffen die große Flotte der Carthager unter der Führung Hamilcars. Als er aber dem von den Feinden bealgerten Catina (Camerina?) zu Hilfe eilte, wurde er von den Carthagern in einem engen Pass eingeschlossen. Da befreite ihn der Tribun Calpurnius Flamma, der mit dreihundert Verbündeten eine Anhöhe besetzte und selbst mitsamt den dreihundert im Kampf fiel. Halbtot wurde Calpurnius nachher von Atilius gefunden, wieder hergestellt und verbreitete später noch großen Schrecken unter den Feinden. Atilius triumphierte glanzvoll.

De Marco Atilio Regulo

Marcus Atilius Regulus

(40) 1 Marcus Atilius Regulus consul fusis Sallentinis triumphavit primusque Romanorum ducum in Africam classem traiecit. Ea quassata de Hamilcare naves longas tres et sexaginta cepit. 2 Oppida ducenta et hominum ducenta milia cepit. Absente eo coniugi eius et liberis ob paupertatem sumptus publice dati. 3 Mox arte Xanthippi Lacedaemonii mercenarii militis captus in carcerem missus. 4 Legatus de permutandis captivis Romam missus dato iureiurando, ut, si impetrasset, ita demum non rediret, in senatu condicionem dissuasit reiectisque ab amplexu coniuge et liberis Carthaginem regressus, ubi in arcam ligneam coniectus clavis introrsum adactis vigiliis ac dolore punitus est. Marcus Atilius Regulus schlug als Consul die Sallentiner und feierte einen Triumph. Als erster Römer setzte er mit einer Flotte nach Karthago über. Trotz eines Schiffbruchs gewann sie von Hamilcar dreiundsechszig Kriegsschiffe. Weiterhin bekam er zweihundert Städte und 200 Tausend Menschen in seine Gewalt. Während seiner Abwesenheit wurde seiner Gattin und seinen Kindern wegen ihrer Armut staatliche Beihilfe gewährt. Bald darauf wurde er durch die List des spartanischen Söldnerführers Xanthippus gefangen und ins Gefägnis geworfen. Wegen des Austauschs von Gefangenen wurde er nach Rom geschickt. Zuvor hatte er einen Eid geleistet, dass er nur im Falle des Erfolges nicht zurückkehre. Im Senat sprach er sich gegen die Annahme der Bedingungen aus, verweigerte seiner Frau und seinen Kindern, ihn zu umarmen, und kehrt nach Karthago zurück. Dort wurde er in eine Holzkiste geworfen, in die man von außen Nägel geschlagen hatte. So wurde er mit Schlaflosigkeit und Schmerzen bestraft.
   
Übersetzung: nach A.Cloß bearbeitet v. E.Gottwein  
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Literatur:

18 Funde
1266  Aurelius Victor / Pichlmayr, F. / Gründel, R.
Sexti Aurelii Victoris Liber de Caesaribus, praecedunt De origine gentis Romanae et De viris illustribus, subsequitur Epitome de Caesaribus
Leipzig 2/1970
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1267  Aurelius Victor / Sepp, B.
Incerti auctoris liber de origine gentis Romanae
München 1879
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1292  Aurelius Victor / Cloß
Sextus Aurelius Victor, übersetzt von August Cloß
Stuttgart (Metzler) 1838
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1265  Aurelius Victor / Forbiger
übersetzt und mit erläuternden Anmerkungen versehen von A. Forbiger
Stuttgart (Krais & Hoffmann) 1866
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4107  Aurelius Victor / Michel Festy
Pseudo-Aurelius Victor: Abrégé des Césars. Texte etabli, traduit et commenté par Michel Festy
Paris (Les belles Lettres) 1999
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1263  Aurelius Victor / Sehlmeyer, M.
Origo gentis Romanae / Die Ursprünge des römischen Volkes
Darmstadt (WBG) 2004
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1294  Bird, H.W.
An Historical Commentary on Sextus Aurelius Victor's Liber de Caesaribus 18 to 42
Diss. Toronto 1972
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1295  Bird, H.W.
Sextus Aurelius Victor. A Historiographical Study
Liverpool 1984
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Quibus ex fontibus Sexti Aurelii Victoris et Libri de Caesaribus et Epitomes undecima capita priora fluxerint
Diss. Berlin 1884
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Ad Sextum Aurelium Victorem
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Eutropius, Abriss der Römischen Geschichte übersetzt von Friedrich Hoffmann
Stuttgart (Metzler) 1829
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Über den Ursprung der Historia Augusta
in: Herm. 55/1920, 296-310
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1299  Hohl, E.
Die Historia Augusta und die Caesares des Aurelius Victor
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Zu den Caesares des Aurelius Victor
in: Sb.Berlin 2(1884), 951-955
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An Historigraphical Study of the Caesares of Sextus Aurelius Victor
Diss. Michigan 1971
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1303  Noble, A.N.
Indices verborum omnium quae in Sexti Aurelii Victoris libro de Caesaribus et incerti auctoris epitome de Caesaribus reperiuntur
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Sallustius und Aurelius Victor
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Victor 69 (Sextus Aurelius Victor)
in: RE Suppl.15, 1583-1676 (Stuttgart 1978)
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