Nostri consocii (Google, Affilinet) crustulis memorialibus utuntur. Concedis, si legere pergis.
 
 
 
top

HISTORIA APOLLONII REGIS TYRI

Cap.1-51

 
vorherige Seite folgende Seite

[ 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | 32 | 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | 38 | 39 | 40 | 41 | 42 | 43 | 44 | 45 | 46 | 47 | 48 | 49 | 50 | 51 ]
HISTORIA APOLLONII REGIS TYRI
33
DIE GESCHICHTE DES KÖNIGS APOLLONIUS VON TYRUS
33

Tarsia auf dem Sklavenmarkt in Mytilene und im Haus des Kupplers

(33) Igitur, qui Tarsiam rapuerunt, advenerunt in civitatem Mytilenen. Deponiturque inter cetera mancipia et venalis in foro proponitur. Audiens autem hoc leno, vir infaustissimus, nec virum nec mulierem voluit emere nisi Tarsiam puellam et coepit contendere, ut eam emeret. 33. Diejenigen aber, die Tarsia geraubt hatten, kamen zur Stadt Mytilene. Hier wird die junge Frau unter andere Sklaven gesteckt und auf dem Markt zum Verkauf angeboten. Das aber wurde ein Kuppler gewahr, ein heilloser Mensch: er wollte sonst weder Mann noch Frau kaufen, sondern allein die junge Tarsia., So gab er sich alle Mühe, sie zu erwerben.
Sed Athenagora nomine, princeps eiusdem civitatis, intellegens nobilem et sapientem et pulcherrimam virginem ad venalia positam, obtulit decem sestertia auri. Sed leno viginti dare voluit. Athenagora obtulit triginta, leno quadraginta, Athenagora quinquaginta, leno sexaginta, Athenagora septuaginta, lenooctoginta, Athenagora nonaginta, leno in praesenti dat centum sestertia auri et dicit: "Si quis amplius dederit, decem dabo supra." Aber der Fürst eben dieser Stadt namens Athenagora sah, dass das Mädchen, das zum Verkauf ausgestellt war, edel, weise und bildschön war, und bot zehn Goldgulden. Der Kuppler aber wollte zwanzig geben. Athenagora bot dreißig, der Kuppler vierzig, Athenagora fünfzig, der Kuppler sechzig, Athenagora siebzig, der Kuppler achtzig, Athenagora neunzig, und der Kuppler gibt auf der Stelle hundert Goldgulden und sagt: "Wenn einer mehr gibt, gebe ich zehn drauf."
Athenagora ait: "Ego si cum hoc lenone contendere voluero, ut unam emam, plurium venditor sum. Sed permittam eum emere, et cum ille eam in prostibulo posuerit, intrabo prior ad eam et eripiam nodum virginitatis eius vili pretio, et erit mihi ac si eam emerim."

Athenagora sagte: "Wenn ich mit diesem Kuppler weiter um die Wette bieten will, werde ich, um nur eine zu kaufen, das Geld für viele ausgeben. Mag er sie meinetwegen kaufen. Hat er sie dann in sein Bordell gebracht, werde ich zuerst hingehen und ihr für wenig Geld die Jungfräulichkeit abgewinnen: und das ist gerade so gut, als wenn ich sie gekauft hätte."

Quid plura? Addicitur virgo lenoni, a quo introducitur in salutatorio, ubi habebat Priapum aureum gemmis et auro reconditum, et ait ad eam: "Adora numen praesentissimum meum." Puella ait: "Numquid Lampsacenus es?" Leno ait: "Ignoras, misera, quia in domum avari lenonis incurristi?" Puella vero, ut haec audivit, toto corpore contremuit et prosternens se pedibus eius dixit: "Miserere mei, domine, succurre virginitati meae! Et rogo te, ne velis hoc corpusculum sub tam turpi titulo prostituere!" Kurzum: die junge Frau wird dem Kuppler zugesprochen. Dieser führt sie in das Empfangszimmer, wo er einen goldenen, mit Edelgestein und Gold verzierten Priapus hatte. "Den bete an", sprach er zu ihr, "das ist mein hilfreichster Gott." Das Mädchen versetzte: "Bist du denn von Lampsakus?" Da sprach der Kuppler: "Merkst du, Elende, denn nicht, dass du in das Haus eines geldgierigen Kupplers geraten bist?" Als das Mädchen dies hörte, erbebte es am ganzen Leib, warf sich ihm zu Füßen und rief: "O Herr, habe Erbarmen mit mir und rette mein Jungfräulichkeit! Gib, ich bitte dich, meinen keuschen Leib nicht so schmählicher Erniedrigung preis!"
Cui leno ait: "Alleva te, misera: tu autem nescis, quia apud lenonem et tortorem nec preces nec lacrimae valent." Et vocavit ad se vilicum puellarum et ait ad eum: "Cella ornetur diligenter, in qua scribatur titulus: Qui Tarsiam virginem violare voluerit, dimidiam auri libram dabit; postea vero singulos aureos populo patefit." Fecit vilicus, quod iusserat ei dominus suus leno. Ihr entgegnete der Kuppler: "Elende, stehe auf! Du scheinst nicht zu wissen, dass bei dem Kuppler und dem Henker weder Bitten noch Tränen etwas fruchten." Und er rief den Mädchenaufseher zu sich und sagte zu ihm: "Ihr Zimmer soll aufwendig in Stand gesetzt werden, und daran soll die Aufschrift kommen: 'Wer die junge Tarsia entjunfern will, zahlt ein halbes Pfund Gold; später ist sie der Allgemeinheit für einen Goldgulden verfügbar.'" Der Aufseher tat, was ihn sein Herr, der Kuppler, geheißen hatte.
Text nach der Ausgabe von Gareth Schmeling, Übersetzung nach R.Peters. Bearbeitet v. E.Gottwein
vorherige Seite folgende Seite
Aufgabenvorschläge:
 
Sententiae excerptae:
w45
Literatur:

4 Funde
3561  Bömer, F.
Tityrus und sein Gott
in: WJb N.F.4,1949/50, 61-70
abe  |  zvab  |  look
4108  Peters, Richard
Die Geschichte des Königs Apollonius von Tyrus, der Lieblingsroman des Mittelalters. Eingeleitet und nach der ältesten lateinischen Textform zum erstenmal übersetzt von Richard Peters
Berlin, Leipzig (J.Hegner) o.J. (ca. 1904)
abe  |  zvab  |  look
4109  Schmeling, Gareth
Historia Apollonii regis Tyri, edidit G.Schmeling
Leipzig (Teubner) 1988
abe  |  zvab  |  look
4110  Weymann, G.
Nodus Virginitatis
in: Rh.Mus.64,1909, S. 156-157
abe  |  zvab  |  look
[ Homepage | Hellas 2000 | Stilistik | Latein | Latein. Lektüre | Lateinisches Wörterbuch | Lateinischer Sprachkurs | Lateinische Grammatik | Lat.Textstellen | Römische Geschichte | Griechisch | Griech. Lektüre | Griechisches Wörterbuch | Griechischer Sprachkurs | Griechische Grammatik | Griech.Textstellen | Griechische Geschichte | LandkartenBeta-Converter | Varia | Mythologie | Bibliographie | Ethik | Links | Literaturabfrage | Forum zur Homepage ]
Site-Suche:
Benutzerdefinierte Suche
bottom - /Lat/ApollTyr/HistApoll33.php - Letzte Aktualisierung: 02.09.2015 - 15:38