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HISTORIA APOLLONII REGIS TYRI

Cap.1-51

 
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HISTORIA APOLLONII REGIS TYRI
25
DIE GESCHICHTE DES KÖNIGS APOLLONIUS VON TYRUS
25

Geburt, Tod und Bestattung auf dem Meer.

(25) Rex vero, ut audivit omnia, gaudens atque exhilaratus est et continuo iubet naves adduci in litore et omnibus bonis impleri; praeterea nutricem eius nomine Lycoridem et obstetricem peritissimam propter partum eius simul navigare iussit. Et data profectoria deduxit eos ad litus, osculatur filiam et generum et ventum eis optat prosperum. 25. Als aber der König alles gehört hatte, zeigte er sich beglückt und froh und lässt sofort Schiffe ans Gestade bringen und mit allen nur möglichen Gütern beladen; außerdem schickte er wegen der bevorstehenden Niederkunft ihrer Amme mit, die Lykoris hieß, mit auf die Reise, eine überaus erfahrene Hebamme. Dann gab er noch ein Abschiedsmahl, geleitete sie ans Meer, küsst Tochter und Schwiegersohn und wünscht ihnen günstigen Wind.
Reversus est rex ad palatium. Apollonius vero ascendit naves cum multa familia multoque apparatu atque copia, et flante vento certum iter navigant.

Darauf kehrte der König zu seinem Palast zurück. Apollonius aber besteigt, mit seiner zahlreichen Dienerschaft, seinem vielfältigen Staat und reichen Vorrat die Schiffe. Als Wind aufkommt, segeln sie in der bestimmten Fahrtrichtung ab.

Qui dum per aliquantos dies totidemque noctes austris ventorum flatibus diu pelago detinerentur, nono mense cogente Lucina enixa est puella. Sed secundis rursum redeuntibus coagulato sanguine conclusoque spiritu subito defuncta est. Doch als sie während einer beträchtlichen Zahl von Tagen und gleich vieler Nächte durch Sturmwetter auf dem Meer hingehalten werden, forderte im neunten Monat die Geburtsgöttin Lucina ihr Recht, und die junge Frau kam nieder. Als aber die Nachgeburt sich nach innen verlor, erstarrte ihr das Blut, ihr Atem stockte und sie war mit einem Mal entschlafen.
[Non fuit mortua, sed quasi mortua.] Quod cum videret familia cum clamore et ululatu magno, cucurrit Apollonius et videns coniugem suam iacentem exanimem scidit a pectore vestes unguibus et primas suae adulescentiae discerpsit barbulas et lacrimis profusis iactavit se super corpusculum et coepit amarissime flere atque dicere: "Cara coniunx et unica regis filia, quid fuit de te? Quid respondebo pro te patri tuo aut quid de te proloquar, qui me naufragum suscepit pauperem et egenum?" [Doch was sie nicht wirklich tot, sondern nur scheintot.] Als dies die Dienerschaft mit Schreien und lautem Jammern bemerkte, lief Apollonius hinzu. Er sah sein Weib entseelt liegen, riss sich mit seinen Händen die Kleider von der Brust, raufte sich den Erstlingsbart seiner Jugend, warf sich unter quellenden Tränen über den Leichnam und begann bitterlich zu weinen und zu sagen: "Du teuere Gattin und einzige Königstochter, was geschah mit dir? Was soll ich deinem Vater um dich antworten oder was darf ich ihm von dir eröffnen, der mich Schiffbrüchigen in meiner Armut und Dürftigkeit aufnahm?!"
Et cum haec et his similia defleret atque ploraret fortiter, introivit gubernius, qui sic ait: "Domine, tu quidem pie facis, sed navis mortuum sufferre non potest. Iube ergo corpus in pelagus mitti, ut possimus undarum fluctus evadere." Apollonius vero dictum aegre ferens ait ad eum: "Quid narras, pessime hominum? Placet tibi, ut eius corpus in pelagus mittam, qui me naufragum suscepit et egenum?" Indem er dies und ähnliches unter Tränen ausstieß und heftig weinte, trat der Steuermann herzu und sprach: "Herr, du tust wohl liebevoll, aber das Schiff leidet keinen Toten. Heiße also den Leichnam dem Meer zu übergeben, damit wir der Wogenflut entrinnen mögen." Apollonius aber war über solches Wort erbittert und sagte zu ihm: "Was sagst du, gefühllosester Mensch? Ich soll desjenigen Leib ins Meer versenken, der mich aus Meeresnöten erlöst und mir in meiner Hilflosigkeit beigestanden hat?"

Erant ex servis eius fabri, quibus convocatis secari et compaginari tabulas, rimas et foramina picari praecepit et facere loculum amplissimum et carta plumbea obturari iubet eum inter iuncturas tabularum.

Unter seinen Dienern waren kundige Zimmerleute: die berief er nun und gebot ihnen, Bretter zu schneiden und zu fügen, Risse und Löcher zu verpichen und einen stattlichen Sarg zu bereiten und ihn an den Verbindungsstellen der Bretter durch Bleifolie abzudichten.

Quo perfecto loculum regalibus ornamentis ornat, puellam in loculo composuit et viginti sestertia auri ad caput eius posuit. Dedit postremo osculum funeri, effudit super eam lacrimas et iussit infantem tolli et diligenter nutriri, ut haberet in malis suis aliquod solatium et pro filia sua neptem regi ostenderet. Danach ließ er den Sarg mit königlichem Schmuck verzieren, bettete das junge Weib hinein und legte zwanzig Goldgulden zu seinen Häupten. Schließlich drückte er der Toten noch einen Kuss auf und übergoss sie mit seinen Tränen. Das Kind aber hieß er aufnehmen und sorgsam umhegen, dass er in seinem Unglück einen Trost an ihm habe und an Stelle der Tochter dem König einen Enkel vorweisen könne.
Text nach der Ausgabe von Gareth Schmeling, Übersetzung nach R.Peters. Bearbeitet v. E.Gottwein
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Aufgabenvorschläge:
 
Sententiae excerptae:
w35
Literatur:

4 Funde
3561  Bömer, F.
Tityrus und sein Gott
in: WJb N.F.4,1949/50, 61-70
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4108  Peters, Richard
Die Geschichte des Königs Apollonius von Tyrus, der Lieblingsroman des Mittelalters. Eingeleitet und nach der ältesten lateinischen Textform zum erstenmal übersetzt von Richard Peters
Berlin, Leipzig (J.Hegner) o.J. (ca. 1904)
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4109  Schmeling, Gareth
Historia Apollonii regis Tyri, edidit G.Schmeling
Leipzig (Teubner) 1988
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4110  Weymann, G.
Nodus Virginitatis
in: Rh.Mus.64,1909, S. 156-157
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