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Immanuel Kant (1724-1804) - Leben und Werk

(nachSchwegler)

Problem: Kants Entwicklung von der dogmatischen zur kritischen Philosophie.

Immanuel Kant (1724-1804) - Leben und Werk A. I. Vom Dogmatismus zu Skeptizismus u. Empirismus A. II. Vom Empirismus zum Kritizismus B. I. Erkenntnistheorie (Kritik der reinen Vernunft) B. Ia. Schema zur Kritik der reinen Vernunft B. II. Die Natur-philosophie B. III. Die Moral-philosophie B. IV. Die Religions-philosophie

Immanuel Kant wurde zu Königsberg in Preußen den 22. April 1724 geboren. Sein Vater war Sattlermeister. Im Jahr 1740 bezog er die Universität, wo er vorzugsweise Philosophie, Mathematik und Physik studierte, als Fakultätswissenschaft aber Theologie .

Seine schriftstellerische Laufbahn begann er 1747, mit einer Abhandlung "Gedanken von der wahren Sch√§tzung der lebendigen Kr√§fte." Seine √§u√üeren Verh√§ltnisse n√∂tigten ihn, einige Jahre hindurch Hauslehrer bei mehreren Familien in der N√§he von K√∂nigsberg zu werden. Im Jahr 1755 lie√ü er sich als Privatdozent (was er 15 Jahre blieb) an der Universit√§t nieder und hielt nun Vorlesungen √ľber Logik, Metaphysik, Physik, Mathematik, sp√§ter auch √ľber Moral, Anthropologie und physische Geographie, meist im Sinn der Wolffschen Schule, √§u√üerte jedoch fr√ľhzeitig Zweifel gegen den Dogmatismus.

Zugleich war er seit der Herausgabe seiner ersten Dissertation unerm√ľdlich als Schriftsteller t√§tig, obgleich sein entscheidendes Hauptwerk, die Kritik der reinen Vernunft, erst in seinem 57. Lebensjahr, 1781, seine Kritik der praktischen Vernunft 1787, seine Religion innerhalb der Grenzen der reinen Vernunft erst 1793 erschien. Im Jahr 1770, ein 46 j√§hriger Mann, wurde er ordentlicher Professor der Logik und Metaphysik; er blieb dies in ununterbrochener Lehrt√§tigkeit bis zum Jahr 1797, von wo an Altersschw√§che ihn daran hinderte. Berufungen nach Jena, Erlangen und Halle schlug er aus. Er erfreute sich gro√üen Zuspruchs aus ganz Deutschland.

In den letzten 17 Jahren seines Lebens besa√ü er ein kleines Haus mit einem Garten in einer ger√§uschlosen Gegend der Stadt, wo er seine stille und regelm√§√üige Lebensweise ungest√∂rt fortsetzen konnte. Sein Leben war √§u√üerst einfach, nur auf einen guten Tisch und gem√§chliches Tafeln hielt er etwas. Kant ist nie aus der Provinz, nicht einmal bis nach Danzig gekommen. Dennoch erlangte er durch Lesen von Reisebeschreibungen die genaueste Kenntnis der Erde, wie namentlich seine Vorlesungen √ľber physische Geographie zeigen.

Rousseaus Werke kannte er alle und dessen Emil hielt ihn bei seinem ersten Erscheinen einige Tage von den gew√∂hnlichen Spazierg√§ngen zur√ľck. Kant starb den 12. Februar 1804, die im 80. Lebensjahr. Er war von kaum mittlerer Gr√∂√üe, fein gebaut, von blauem Auge, immer gesund, bis er endlich im hohen Alter kindisch wurde. Verheiratet war er nie. Strenge Wahrheitsliebe, Redlichkeit und einfache Bescheidenheit bezeichnen seinen Charakter.

Obwohl Kants epochemachendes Hauptwerk, die Kritik der reinen Vernunft, erst 1781 erschien, hatte Kant dort längst in kleineren Schriften Anläufe zu diesem Standpunkt genommen, am bestimmtesten in seiner 1770 erschienenen Inauguraldissertation "Von der Form und den Prinzipien der Sinnen- und Verstandeswelt."

Die innere Genesis seines kritischen Standpunktes f√ľhrt Kant vorzugsweise auf Hume zur√ľck. "Die Erinnerung an David Hume war dasjenige, was mir vor vielen Jahren zuerst den dogmatischen Schlummer unterbrach und meinen Untersuchungen im Felde der spekulativen Philosophie eine ganz andere Richtung gab." Die kritische Ansicht entwickelte sich also in Kant erst dadurch, dass der aus der dogmatisch-metaphysischen Schule, in der er aufgewachsen war, der Wolff'schen Philosophie, zum Studium des in Hume skeptisch gewordenen Empirismus √ľberging. "Bisher," sagt Kant am Schluss seiner Kritik der reinen Vernunft, "hatte man die Wahl, entweder dogmatisch, wie Wolff, oder skeptisch, wie Hume, zu verfahren. Der kritische Weg ist der einzige der noch offen ist. Wenn der Leser diesen in meiner Gesellschaft durchzuwandern Gef√§lligkeit und Geduld gehabt hat, so mag er jetzt das Seinige dazu beitragen, um diesen Fu√üsteig zur Heerstra√üe zu machen, damit dasjenige, was viele Jahrhunderte nicht leisten konnten, noch vor Ablauf des gegenw√§rtigen erreicht werden m√∂ge: n√§mlich die menschliche Vernunft in dem, was ihre Wissbegierde jederzeit, bisher aber vergeblich, besch√§ftigt hat, zur v√∂lligen Befriedigung zu bringen."

√úber das Verh√§ltnis endlich des Kritizismus zur bisherigen Philosophie hatte Kant das klarste Bewusstsein. Er vergleicht die Umw√§lzung, die es selbst in der Philosophie hervorgebracht habe, mit der durch Kopernikus in der Astronomie angestifteten Revolution. "Bisher nahm man an, alle unsere Erkenntnis m√ľsse sich nach den Gegenst√§nden richten; aber alle Versuche, √ľber sie a priori etwas durch Begriffe auszumachen, wodurch unsere Erkenntnisse erweitert w√ľrden, ging unter dieser Voraussetzung zunichte. Man versuche es daher einmal, ob wir nicht in den Aufgaben der Metaphysik damit besser fortkommen, dass wir annehmen, die Gegenst√§nde m√ľssen sich nach unserer Erkenntnis richten; welches so schon besser mit der verlangten M√∂glichkeit einer Erkenntnis derselben a priori zusammenstimmt, die √ľber Gegenst√§nde, ehe sie uns gegeben werden, etwas festsetzen sollen. Es ist hiermit ebenso, wie mit dem ersten Gedanken des Kopernikus bewandt, der, nachdem es mit der Erkl√§rung der Himmelsbewegungen nicht gut fort wollte, wenn er annahm, das ganze Sterben in der drehe sich um den Zuschauer, versuchte, ob es nicht besser gelingen m√∂chte, wenn er den Zuschauer sich drehen und dagegen die Sterne in Ruhe lie√ü." Das Prinzip des subjektiven Idealismus ist in diesen Worten aufs klarste und bewussteste ausgesprochen.

Das Einteilungsprinzip der Kantschen Philosophie ist psychologischer Natur. Alle Seelenverm√∂gen, sagt er, k√∂nnen auf drei zur√ľckgef√ľhrt werden, die sich nicht weiter auf einen gemeinschaftlichen Grund reduzieren lassen: Erkennen, Gef√ľhl, Begehren. Das erste Verm√∂gen enth√§lt f√ľr alle drei die Prinzipien, die leitenden Gesetze.

  1. Sofern das Erkenntnisvermögen die Prinzipien des Erkennens selber enthält, ist es theoretische Vernunft;
  2. sofern es die Prinzipien des Begehrens und Handelns enthält, ist es praktische Vernunft;
  3. sofern es endlich die Prinzipien des Gef√ľhls der Lust und Unlust enth√§lt, ist es ein Verm√∂gen der Urteilskraft.

So zerfällt die Kantsche Philosophie (nach ihrer kritischen Seite) in drei Kritiken, erstens Kriitik der (reinen) theoretischen Vernunft, zweitens Kritik der praktischen Vernunft, drittens Kritik der Urteilskraft.

Sententiae excerptae:
w32
374 Cum inimico nemo in gratiam tuto redit.
  F√ľr jeden ist Vers√∂hnung mit dem Feind riskant.
  Publil.Syr.C7
635 Maximo periclo custoditur, quod multis placet.
  H√∂chst riskant ist die Bewachung dessen, was vielen gef√§llt.
  Publil.Syr.M18
744 Ni gradus servetur, nulli tutus est summus locus.
  Der Gipfel ist nicht sicher, ist der Weg riskant.
  Publil.Syr.N55
Literatur:

1 Funde
4274  Lobkowicz, N. / Ottmann, H.
Materialismus, Idealismus und christliches Weltverständnis
in: Christlicher Glaube in moderner Gesellschaft, TBd.19, (Herder) Freiburg, Basel, Wien, 1981
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